Deutschlandkurs, Teil 1: Eine kurze Geschichte Deutschlands

(c) Carola BieniekIch bin nun seit mehr als 30 Jahren Deutsche und habe die meisten davon in Berlin verbracht. Doch als kürzlich ein guter Freund meine Heimatstadt zum ersten Mal besuchte, lernte ich Dinge über die Stadt und mein Land, die nur bis dato völlig unbekannt waren. Ich empfehle die folgende Tour allen – Berlinern, Deutschen und Besuchern von nah und fern.

Den Anfang sollte ein Besuch im Deutschen Historischen Museum am Boulevard Unter den Linden und unweit der Museumsinsel machen. Wie haben das Museum erst an unserem dritten Tag in Angriff genommen, doch ich halte es für einen besseren Startpunkt.

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Das Deutsche Historische Museum widmet sich – man ahnt es schon – der deutschen Geschichte. Die Ausstellung beginnt mit den Römern, für die die “Germanen” Hauptdarsteller in gruseligen Geschichten waren: Diese handelten von blutrünstigen Kämpfern, gegen die die mächtige römische Armee nichts auszurichten vermochte.

Mein Lieblingsaspekt dieser umfangreichen Sammlung ist, dass man leicht Tage dort verbringen kann und in den zahlreichen Vitrinen und Schubfächern immer wieder neues entdecken wird. Man kann aber auch in wenigen Stunden hindurch flanieren und maximal die kurzen Übersichtstexte lesen, wenn man wenig Zeit hat. In jedem Fall wird man klüger hinaus kommen als man in die Ausstellung hinein gegangen ist.

In den frühen 90ern, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, endet die Ausstellung. Jedoch kann man die Sektionen über das 20ste Jahrhundert meiner Ansicht nach komplett auslassen, da es in Berlin andere Museen gibt, die sich Teilen davon ausgiebiger widmen. Zu diesen werde ich im zweiten Teil dieser Serie kommen.

Zusätzlich zur regulären Ausstellung zeigt das DHM regelmäßig andere Teile aus seinen Archiven in Sonderausstellungen im neuen I.M. Pei-Flügel. Um einen Eindruck von der Bandbreite der Sonderausstellungen zu gewinnen, hier die gerade laufenden: “Um die Welt” zeigt Tourismusplakate, die zwischen den 1920ern und 1960ern in Deutschland um Reisende buhlten. “Gulag: Spuren und Zeitzeugenberichte, 1926-1956” zeigt Relikte aus dem sowjetischen Lagersystem und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen.
Der Eintrittspreis von 8€ für Erwachsene und 4€ für Studenten und Senioren umfasst alle laufenden Ausstellungen. Besonders schön ist auch, dass das Ticket den ganzen Tag (Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr) gültig bleibt und man so zum Mittagessen zum Beispiel zum nahe gelegenen Hackeschen Markt auseichen kann anstatt in das recht teuere Museumsrestaurant gehen zu müssen.

Weitere Informationen findest du auf der Website des Deutschen Historischen Museums, www.dhm.de.

Nun, da wir uns einen Überblick über die deutsche Geschichte verschafft haben, schauen wir uns zwei Abschnitte dieser Geschichte an, die stark bestimmen, wie wir als Deutsche uns heutzutage sehen: Im morgigen Beitrag werde ich über zwei Orte berichten, die den Besuchern den Zweiten Weltkrieg und die Teilung des Landes durch die Mauer näher bringen…

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