Le Français. Il est très difficile. – Fünf Tools um französisch zu lernen

Le Français. Il est très difficile. – Fünf Tools um französisch zu lernen

Ich hatte leider nie die Weitsicht, mich in der Schule für den Französischunterricht einzuschreiben. Da meine ersten Schuljahre noch zu DDR-Zeiten stattfanden, war Russisch meine erste Fremdsprache. In der Siebenten kam dann Englisch dazu. Doch als ich in der Neunten eine weitere Sprache hätte wählen können, fiel meine Entscheidung zugunsten des vertiefenden Mathematikunterrichts aus. Erst mit Anfang 30 wuchs bei mir das Verlangen, Französisch zu beherrschen. Nun, fast drei Jahre später, ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen, welche Lernmethode funktioniert und welche eher nicht.

Folgende Hilfmittel sind zum Einsatz gekommen:

  1. wöchentlicher Kurs an der Volkshochschule
  2. DVD-Sprachkurs “Sprachkurs 1 Français” von Digital Publishing 
  3. Babbel Vokabel-App
  4. Duolingo

Französisch A1.1 – Wöchentlicher Kurs an der Volkshochschule

Wenn man von einer Sprache so gar keine Ahnung hat, finde ich es recht praktisch, mir die Grundlagen von einem Profi erklären zu lassen. In Berlin gibt es ein gut ausgebautes Netz von Volkshochschulen und damit auch regelmäßig ein Angebot an Sprachkursen aller Art. Meist werden die Kurse von Muttersprachlern gegeben, so dass man über die Sprachgrundlagen hinaus auch einen kleinen Einblick in die Heimat der LehrerInnen gewinnt. Zudem ist der Preis mit ca. 7 Euro pro Woche für eine zweistündige Einheit recht günstig.

Allerdings hat die Volkshochschule auch den Nachteil, dass sich der Klassenlevel eher den schlechteren Schülern anpasst. So hatte ich in meiner Gruppe von 12 Personen (alles Frauen) einige dabei, die auch in Woche 10 noch arge Probleme hatten, einfache Fragen wie Comment tu t’appelle ? zu beantworten. Das würde sich vielleicht mit steigendem Niveau ändern, doch ich habe die Lernmethode nach Ende des Einführungkurses lieber gewechselt.

“Sprachkurs 1 Français” von Digital Publishing

Bücher, DVDs oder online basierte Sprachkurse haben den großen Vorteil, dass man das Lerntempo selbst bestimmen kann. Die Variante von DP gefiel mir deshalb besonders gut, weil sie für einen relativ erschwinglichen Preis (damals 80 Euro) ein umfassendes Lernerlebnis mit Lesen, Übersetzen, Hören, Sprechen, Vokabeltraining und Grammatik bietet. Außerdem gibt es auf der DP-Website zusätzliche Optionen, auch mit persönlichem Tutor zu lernen.

Der größte Nachteil ist, dass der Kurs an einen (Windows-)Rechner gebunden ist. Somit konnte ich während meiner Afrikareise gar kein Französisch üben. Zudem kann man beliebig in der Kapiteln springen, so dass der Lernerfolg stark davon abhängt, ob man sich selbst disziplinieren kann, auch langweilige oder besonders schwere Lektionen zu wiederholen bis das Material sitzt.

Babbel-App

Babbel war mein erster Versuch, das Französischlernen auf ein Mobilgerät zu übertragen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Handy oder Tablet kann man auch in der Bahn dabei haben und so auch die zwanzig Minuten Nachhauseweg zum regelmäßigen Üben nutzen.

Die Babbel-Vokabel-Apps sind in verschiedenen Sprachen und komplett kostenlos erhältlich. Ca. 3000 Vokabeln sind auf thematische Lektionen verteilt. Eine Lektion enthält 10 bis 12 Vokabeln. Auch hier kann man beliebig springen. Jede Lektion ist nach dem gleichen Schema aufgebaut: Sehen, Hören, Schreiben, Einfügen in einen Lückentext, Sprechen

Die Einfachheit der App ist auch ihre Schwachstelle: Sie arbeitet viel mit Multiple Choice, so dass die Lösung zu häufig durch Ausschließen ermittelt werden kann. Der Vokabeltrainer, der wie in einem Karteikartensystem die schwächsten Vokabeln abfragen soll, funktioniert ab ca. 500 Vokabeln nicht mehr richtig. Also gerade dann, wenn es spannend wird.

Duolingo

Duolingo tauchte im letzten Sommer im Sprachlernuniversum auf und hat dieses im Sturm erobert. Nutzer können sich sowohl auf der Website registrieren als auch die App herunterladen. Die App wiederum funktioniert zum Teil auch ohne Internetzugang.

Duolingo ist so etwas wie die Kombination des DP-CD-Kurses mit Babbel und weiteren Extras. Der Sprachkurs besteht aus verschiedenen Lektionen, die entweder einem Aspekt der Grammatik oder einem inhaltlichen Thema (Tiere, Religion, Farben,…) gewidmet sind. Allerdings müssen Lektionen der unteren Ebenen vollständig absolviert werden, um die nachfolgenden freizuschalten. Die Lektionen haben ganz unterschiedliche Längen, umfassen aber immer Übersetzung (in beide Richtungen), Hören, Vokabeltraining und Sprechen (wobei das Mikrofon auch abgeschaltet werden kann). Zusätzlich gibt es einen Trainingsmodus, der alle Inhalte der bereits absolvierten Lektionen in beliebiger Reihenfolge abfragt. Übersetzen kann der Nutzer außerdem in der so genannten “Immersion” üben.

Diese bringt mich auch gleich zum besten Teil von Duolingo: Es ist komplett kostenlos. Keine kostenpflichtigen Zusatzpakete. Nichts. Wie finanziert sich die Plattform? Durch die Immersion: Unternehmen, die Übersetzungen benötigen, wenden sich an Duolingo. Die Texte werden in der Immersion von Nutzern übersetzt (und die Übersetzungen von weiteren Nutzern korrigiert bzw. bewertet) bis eine qualitativ relativ hochwertige Übersetzung erreicht ist. Ziemlich cool, oder?

Zugegeben sind nicht alle so begeistert wie ich. Zum einen war die Plattform lange Zeit nur in Englisch erhältlich. Allerdings ist das Ziel, dass man auf Duolingo irgendwann alle Sprachen in allen Sprachen lernen kann (also auch klingonisch aus dem elbischen). das bedeutet einen anderen Nachteil: Je exotischer die Sprachen, desto die Fehlerhäufigkeit in den Lektionen. Dem wird durch eine leicht zugängliche Berichtsfunktion und ein sehr aktives Forum entgegen gewirkt. Das Forum ist in der App auch die einzige Möglichkeit, Erklärungen zur Grammatik zu erhalten. Manch einen mag das irritieren. Ich finde es eigentlich ganz angenehm, da ich eh bevorzugt durch ausprobieren lerne, anstatt Grammatik zu pauken.

Fazit

Nachdem ich also fast drei Jahre – mit zahlreichen Unterbrechungen – Französisch lerne, ist mein Wille, die Sprache zu beherrschen, ungebrochen. Doch ich habe auch erkannt, dass allen Tools zum Trotz nur der Aufenthalt dort, wo die Sprache beheimatet ist, mich meinem Ziel ein großes Stück näher bringen wird.

PS: Wenn du eine grobe Einschätzung davon haben möchtest, bei welchem Sprachlevel du stehst, empfehle ich languagelevel.com. Alternativ bieten natürlich auch viele Sprachschulen online Einstufungstests an.

 

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