Wie ich mir ein ¨e¨ lief und was ich daraus lernte, um ein ¨m¨ drauf zu machen

In dieser Woche trafen zwei Meilensteine aufeinander: Ich habe den ersten Buchstaben von ¨home¨, nämlich das ¨e¨, vollendet und ich bin nun schon einen Monat auf Reisen. Das ist der perfekte Moment, zurück zu schauen und einen Ausblick auf die nächsten Wochen zu geben.

 

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Der Rückblick

Was mich immer wieder am meisten beeindruckt hat, sind die Menschen. Und dies aus dem Mund einer Frau, die sehr gut mich sich allein sein kann und ihre Unabhängigkeit  schätzt. Ich war und bin beeindruckt von meinen Freunden, Familie und Bekannten, den ich mich vormals gar nicht so eng gefühlt habe. Weil sie immer wieder für mich da sind. Mit Ratschlägen, ermunternden Worten oder einem Abendessen und einem Bett. Und Wildfremde, die mir Handschuhe schenken, mich ein Stück des Weges mitnehmen, mich bei sich aufnehmen und für vielleicht nur eine Nacht zum Teil der Familie machen… Wie kann ich das erklären, wenn man die Herzlichkeit und Anteilnahme nicht am eigenen Leib erfahren hat? Es ist ein so erhebendes Gefühl, von dem ich mir wünsche, dass jede_r es einmal spürt. Dazu muss es keine so extreme Reise wie meine sein. Auch wenn du ein im Handy hast, frag doch mal wieder jemanden nach dem Weg. Oder klingel bei den Nachbarn und bitte um eine Tasse Mehl. Lächele die ältere Dame in der U-Bahn an… Mir jedenfalls fällt es sehr schwer, den Misanthropen in mir am Leben zu erhalten.

Sicherlich ging nicht alles glatt. Die heftigen Blasen in der ersten und dritten Woche. Die Male, wo ich dann doch für eine Unterkunft bezahlen musste. Die Erschöpfung. Die Schwierigkeit, einen Blog in zwei Sprachen mit Inhalten zu füllen. Das Wetter. Das alles sind Erfahrungen, die ich mir so nicht gewünscht habe. Doch ich habe sie gemacht und versuche, sie zu verstehen, damit ich schlußendlich daraus lerne.

Meine Annahme, dass die erste Woche die härteste wird und dass ich nach drei Wochen wissen werde, ob ich diese Reise wirklich durchziehen möchte, hat sich bestätigt. In der Zeit habe ich erst wirklich darüber nachgedacht, was mir an Walking Home wichtig ist. Und ich glaube, dass sich die Natur meiner Reise mit ihrem Verlauf immer weiter und dann wieder aufs Neue ändern wird. Tage einzulegen, an denen ich Bus oder Bahn nutze, mehr Ruhetage, kürzere Tagesetappen, all das sind Elemente, die ich so nicht geplant hatte. Auch werde ich wohl mehr couchsurfing.org nutzen, um Übernachtungen vorauszuplanen, vor allem solange die Übernachtung im Freien aufgrund der Witterung kein Thema ist.

Der Frage, was Zuhause eigentlich ist, gehe ich weiter auf den Grund. Dina aus dem Forsthaus in Glashütte hat mir einen persönlichen Hinweis gegeben, als sie sagte: ¨Das Zuhause in sich selbst finden.¨ Doch das wird noch nicht die endgültige Antwort sein. Zuhause für meine Gastgeber war bisher so vieles: Famile, Glaube, Kindheit,… Ich bin gespannt auf die noch folgenden Begegnungen. An Gesprächsstoff soll es uns nicht mangeln.

15 Dinge, die ich im vergangenen Monat gelernt habe

  1. Kirchenglocken läuten zur Viertelstunde ein bis vier Mal in einem tieferen Ton und zur vollen Stunde zusätzlich die Anzahl der Stunden in einem helleren Ton. Nur manchmal, da läuten sie zehn Minuten lang. Warum, weiß ich noch nicht.
  2. Hirschtalgcreme ist fantastisch. Die Füsse jeden Morgen vor dem Losgehen damit eingecremt verhindert zuverlässig Druckstellen und Blasen.
  3. Äpfel schmecken gar nicht so schlecht. Sie müssen nicht einmal in Stücke geschnitten werden.
  4. An touristisch gut erschlossenen Orten, in denen Menschen sich ein Zubrot damit verdienen oder davon leben, Zimmer zu vermieten, ist es schwerer, (kostenloses) Obdach zu finden.
  5. Beim Alleinreisen ist preislich eine private Zimmervermietung der DJHV-Jugendherberge fast immer vorzuziehen. Privatzimmer, leckeres Frühstück (und Mitnehmbeutel) für 20 oder 25 Euro versus Bett im Mehrbettzimmer für mindestens 20 Euro (meist mehr) plus Mitgliedsausweis.
  6. Ich stehe nicht so auf’s Wandern. Ich gehe gern spazieren. Ich bin gern unabhängig unterwegs. Aber Wandern ist nicht so meins. Radfahren auch nicht.
  7. Wälder, vor allem Nadelwälder sind gruselig.
  8. In Deutschland gibt es vieeeele Wälder.
  9. Deutschland hat sehr viel mehr interessante Städte und Stätten zu bieten als die zehn, die mir vor Reiseantritt in den Sinn gekommen wären. Zug- (oder Bus-)Roulette ist eine Reiseidee für Jederfrau: Kaufe ein Ticket an den Ort, der als drittes auf der Abfahrtenanzeige steht und ich bin mir sicher, du kannst am Zielort spannende Entdeckungen machen.
  10. Mein Merino-Unterhemd-Pullover ist super (wenn auch löcheranfällig). Die Reißverschlusse an meinem Vaude-Rucksack eher nicht.
  11. Wanderstöcke sind toll. Sie gleichen an normalen Tagen das Gewicht des Rucksacks aus. Beim Bergaufgehen kann ich mich an ihnen ¨hochziehen¨. Beim Bergabgehen geben sie Halt. Und wenn ich eigentlich gar nicht mehr kann, helfen sie mir aufrecht zu stehen.
  12. Die perfekte Tagesetappe hat etwa 25 km.
  13. Es ist OK, meinen Weg so zu gestalten, wie es mir gut tut. Und wenn das heißt, den Zug zu nehmen. Dann ist das OK.
  14. Ich bin auf einer Pilgerreise. Denn pilgern ist nichts anderes als ¨der Weg zu sich selbst¨.
  15. Menschen sind im Großen und Ganzen fantastisch. Sie sind offen und interessiert und nehmen Teil an der Idee und dem Verlauf von ¨Walking Home¨. Sie wollen helfen und tun dies jede und jeder auf die eigene Weise.

Der Ausblick

Nun beginnt der ¨Aufstieg¨ ins ¨m¨. Ich kehre über die Rhön zurück nach Hessen nach Fulda und Marburg, weiter nach Koblenz, Worms und Trier. Östlich von Metz verlasse ich Deutschland. Das ¨m¨ wird mit der Linie nach Strasbourg und zurück nach Metz vollendet. Wie die Dinge jetzt stehen, wird das in der zweiten Junihälfte geschehen. Damit läge ich so gut im Plan, dass ich möglicherweise eine oder zwei Wochen Pause einlegen werde. WWOOFing wäre eine Option (oder workaway.info).

PS:

Übrigens kannst du Walking Home jetzt auch ganz einfach mit Geld unterstützen. Das Geld geht allerdings nicht an mich, sondern kommt engagierten Vereinen zugute: Auf der Spendenplattform betterplace.org habe ich eine Aktion gestartet. Die Spenden gehen an Organisationen, die sich auf ganz unterschiedliche Arten dafür ein setzen, dass jeder Mensch sein eigenes Zuhause hat. Schau doch mal rein: https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/walkinghome

PPS:

Tägliche Kurz-Updates darüber, wo ich gerade bin und wie mein Tag war, findest du auf Facebook:  https://www.facebook.com/cbsoundso und Twitter: https://twitter.com/cbsoundso. Und auf GiveIt100.com veröffentliche ich bei WLAN-Verbindung für jeden Tag ein kurzes Video: https://giveit100.com/@cbsoundso/84wkez