Was verbirgt sich hinter WWOOFing, WorkAway & Co.?

Nachdem ich Euch gestern von der wunderbaren Welt des WorkAway berichtet habe und warum es eine tolle Option ist, Ferien spannender zu gestalten und dabei nicht pleite zu gehen, möchte ich Euch heute kurz beschreiben, wer die wichtigsten Anbieter am Tausche-Arbeit-gegen-Unterkunft-und-Verpflegung-s-Markt sind. 

WWOOFing

WWOOFing (World-Wide Opportunities on Organic Farms) gibt es seit mehr als 40 Jahren. Die Idee stammt aus Großbritannien. Ziel war und ist es, Biobauern und freiwillige Helfer miteinander in Verbindung zu bringen. Gatsgeber kann ein Schafswirt in Südfrankreich genauso wie ein Kaffeeplantagenbesitzer auf Hawai’i sein. Da die Anfänge von WWOOFing so weit zurückliegen, ist die Organisationsstruktur wohl die umfangreichste unter den großen Anbietern. Statt Zugang zu einer globalen Onlinedatenbank zu erwerben, gibt es fast überall nationale Vereine. Du wirst Mitglied im Land, in dem Du arbeiten möchtest (Kosten zwischen 0 und 56 Euros) und erhältst dafür entweder ein Jahr lang Zugang zur nationalen Datenbank oder einfach ein (PDF-)Booklet mit allen Adressen.

HelpX

HelpX ist in 2001 gestartet. Im Gegensatz zu WWOOFing liegt der Fokus auf den Freiwilligen. Der Gründer selbst ist jahrelang mit wenig Geld durch die Welt gereist und hat durch kurze Arbeitseinsätze im Tausch gegen Unterkunft und/oder Verpflegung seinen Geldbeutel geschont. Es gibt zwei Formen der Mitgliedschaft: die kostenlose Mitgliedschaft und die Premiummitgliedschaft (20 Euro für zwei Jahre). Nur letztere erlaubt den Freiwilligen, das gesamte Profil der Gastgeber, inklusive der Referenzen, zu lesen und diese zu kontaktieren (anstatt auf eine Einladung zu warten). Die meisten Einträge auf der Plattform sind in Englisch. Ich mag ein Feature auf HelpX besonders: Die Weltkarte, auf der man leicht sehen kann, welche Gastgeber in einer bestimmten Region auf Helfer warten (obgleich nicht alle Gastgeber ihre Adresse korrekt angeben).

WorkAway

WorkAway, das 2002 gegründet wurde, ist unter den drei hier beschriebenen Optionen mein Favorit, obwohl die Mitgliedschaft mit 23 Euros für zwei Jahre (oder 30 Euro als Paar) ein wenig teurer ist als bei HelpX. Zum einen mag ich die unterschiedlichen Mitgliedschaftsebenen beim Konkurrenten nicht. Wichtiger jedoch, empfinde ich die Website als professioneller und die Mitglieder als engagierter. Außerdem gibt es einen Fotowettbewerb, bei dem man monatlich Geld gewinnen kann, was hilft, die höhere Gebühr wettzumachen. Meiner Erfahrung nach sind aber sowohl Helfer als auch Gastgeber häufig sowieso auf beiden Plattformen pråsent.

Die Kartensuche ist auf WorkAway.info ein bisschen schwerer zu finden (ungefähr auf der Hälfte der host list-Seite gibt es ein Suchfeld, in welches Du eine Stadt eintragen kannst und dann alle Gastgeber im Umkreis siehst — wenn denn die Adresse korrekt eingetragen wurde).

Beide, WorkAway und HelpX, bieten ein breites Spektrum an Gastgebern vom Bauernhof, über Hostels und Pensionen, junge Familien, die nach einer Kinderbetreuung suchen, Leute, die eine Fremdsprache üben möchten oder eine neue Website benötigen bis hin zu Bauprojekten aller Art. (Hier findest Du meine Tipps & Tricks zum Thema WorkAway)

Andere Webseiten, die Freiwilligenaustausch anbieten, mit denen ich mich jedoch nicht im Detail beschäftigt habe:

  • Culture Go Go konzentriert sich momentan noch auf den englischsprachigen Markt, indem es englische Muttersprachler mit Gastgebern in der ganzen Welt verbindet, die Englisch lernen wollen
  • Volunteer South America ist eine Quelle für die “klassische” Freiwilligenarbeit. Die Site versucht, die in dem Bereich sonst üblichen Vermittlungsagenturen (die für ihre Dienste bezahlt werden) zu umgehen und listet Freiwilligenprojekte in Südamerika, die nach tatkräftiger Unterstützung suchen
  • The European Voluntary Service bietet jungen Menschen aus Europa “klassische” Freiwilligenarbeit, wobei alle Ausgaben von EVS getragen werden

Schlußendlich gibt es noch die Option Housesitting. Ich habe noch keine der angegebenen Plattformen benutzt (da man über WorkAway.info auch Housesitting-Gigs findet), doch der Blog des Lonely Planet berichtete im letzten Herbst eingehend über das Them: How to house-sit the world (der Beitrag ist auf Englisch).