Berlin nach Policoro (via Fiumicino & Rom)

Berlin nach Fiumicino im Flugzeug (Germanwings)

Eine Tatsache, die das Leben bei meiner Schwester in Berlin-Charlottenburg so angenehm macht (außer bei meiner Schwester zu sein), ist die Nähe zum Flughafen Tegel. Mit dem letzten Abschnitt meines 4-Fahrten-Tickets machte ich mich am Mittwochmorgen auf zum Schloß, um die Haltestelle von Bus 109 zu finden. 15 Minuten später fuhr der am Flughafen ein.

Ich hatte mich einmal mehr für die Germanwings entschieden. Mein Flug von Toulouse nach Hamburg war angenehm verlaufen und 93 Eur für die ¨Smart¨-Option schienen mir ein guter Preis. Der Flug startete vom Terminal D, wo ich zuvor noch nie gewesen war. Also machte ich einen kurzen Abstecher zum Infoschalter, von wo aus man mich zum anderen Ende des Airports in ein Außengebäude schickte. Wie üblich in Tegel, verlief der Gang durch die Sicherheitsschleuse problemlos und schnell.

Nachdem Reihe 1 dieses Mal bereits ausgebucht war, buchte ich Sitz 2F — wieder mit extra Beinfreiheit, ohne direkten Sitznachbarn und mit einem Verpflegungspaket, bestehend aus zwei getränken, einem Sandwich und einem Schokoriegel.

Fiumicino nach Rom-Termini im Bus (T.A.M)

Der Leonardo da Vinci Flughafen in Fiumicino befindet sich ungefähr 30 Kilometer westlich von der Innenstadt Roms. Und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dorthin zu gelangen: Taxi (ca. 45 Eur), Hotelshuttles, der Zug (14 Eur) und viele Busse.

Die Busse halten alle vor Terminal 3 und kosten zwischen 4 und 6 Euro. Einige Anbieter, wie TerraNova, sind preiswerter, wenn das Ticket online im voraus gebucht wird. Doch dann müßte ich mich nicht nur für einen bestimmten Bus entscheiden, ich müßte auch das Ticket ausdrucken. Also entschied ich mich für T.A.M., kaufte für 5 Eur ein Ticket am Schalter und gesellte mich zu den anderen wartenden Fahrgästen. Als der Bus zwanzig Minuten später einfuhr, drängten alle auf die Sitze. Und tatsächlich blieb eine Handvoll Personen außen vor und mußte auf den nächsten Bus eine Stunde später warten.

Ich jedoch ergatterte einen Platz und war eine Stunde später am Hauptbahnhof Rom-Termini angekommen.

Rom-Tiburtina nach Policoro im Bus (Inter SAJ Srl)

Der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Rom ist Tiburtina, ungefähr drei Kilometer von Termini entfernt. Da dies mein erster Besuch in der ewigen Stadt war, beschloss ich vom meinem Hostel, dem Alessandro Downtown, dorthin zu laufen. Ich durchquerte das Universtätsviertel und sah bezaubernde Architektur, die mit der langen Geschichte Rom spielt. Der ZOB war voller Menschen. Mir war nicht gleich ersichtlich, wo ich mein Ticket nach Policoro kaufen könnte. Also trat ich an den erstbesten Verkaufstresen neben dem Tor.

Ich lerne nun seit drei Monaten mit meiner geliebten Duolingo-App Italienisch. Und doch gelang es mir irgendwie, zu verstehen, daß ich den falschen Verkaufstresen ausgewählt hatte, es um die Ecke aber noch weitere gäbe. Diesen Prozess des Anstellens, mich als des Italienischen nicht wirklich mächtig Vorstellens und die Bitte um eine Fahrkarte nach Policoro wiederholte ich noch vier Mal bis ich endlich vor stalla 4 stand. Von außen deutete nichts darauf hin, dass es hier Tickets nach Policoro geben könnte, doch der Herr im Glaskasten fragte, wann ich denn fahren wollte.  Meine WorkAway-Gastgeberin in Basilicata hatte mir einen Link geschickt, über den ich meine Verbindung recherchieren konnte. Daher antwortete ich: ¨Per venerdi, 14:40 ora per favore.¨ Er nickte, bat um 30 Eur und reichte mir meine Fahrkarte durch den schmalen Schlitz.

Zwei Tage später machte ich mich erneut auf den Weg nach Tiburtina. 18 Kilo auf dem Rücken und vier weitere auf dem Bauch überzeugten mich jedoch davon, diesmal auf den Spaziergang zu verzichten. Stattdessen suchte ich die nächste tabaccheria auf und erstand für 1,50 Eur eine Fahrkarte, die es mir erlaubte 100 Minuten lang so oft ich wollte mit Bus und Metro zu fahren.

Ich wollte nur in die Metro Linie B Richtung Rebibbia. Die anderen Passagiere auf dem Gleis schauten mich mitfühlend (oder mitleidig…) an, als ein völlig überfüllter Zug in die Station einrollte. Unwahrscheinlich wie es war, fand ich trotzdem Platz darin für mich und meine beiden Rucksäcke.

Mehr als eine halbe Stunde vor der Abfahrt erreichte ich stalla 4. Inzwischen hatte ich gelernt, mich immer möglichst nah an der Haltestelle des Busses zu positionieren. Also ließ ich meine beiden Rücksäcken fallen und machte es mir darauf bequem. Nur zehn Minuten später fuhr der Bus ein und eine hilfsbereite Dame wies mich in Richtung des hinteren linken Gepäckfaches ¨Policoro…¨

Der Bus war komplett ausgebucht als wir pünktlich um 14:40 Uhr abfuhren. Es gab kein WiFi, doch der Steward reichte jedem der Passagiere eine kleine Flasche Wasser. Wir hielten einmal nach etwa zwei Stunden, um ein paar Studenten aus- und dafür weitere Passagiere einsteigen zu lassen. Danach hielten wir an der Raststätte ¨Alemagna¨, um uns mit Abendessen zu versorgen und um eine angenehmere Toilette als die im Bus zu nutzen. Zu meiner großen Überraschung berechnen italienische Raststätten (oder zumindest diese) nichts für das Vergnügen. Als wir wieder auf der Autobahn waren, ließ der Steward auf den drei Bildschirmen eine sinnfreie italienische, romantische Komödie laufen, die ab und an unterbrochen wurde, als wir Stück für Stück auf dem Weg zur Sohle des Stiefels die Passagiere in die Nacht entließen.

Wir erreichten Policoro um 20:40 Uhr, 20 Minuten später als geplant. Meine WorkAway-Gastgeberin Alessandra wartete geduldig und auf ging es in ein neues Abenteuer.