Dataforce lag mit Flotten-Prognose ziemlich schräg daneben

Während die private Nachfrage nach Neuwagen anzieht, setzt sich im Mai der Absturz des Flottenmarkts fort. Marktbeobachter Dataforce sah es zum Jahreswechsel sehr viel optimistischer. Er sprach von einem klaren Aufwärtstrend bei den deutschen Fuhrparks. 

Treiber sollten vor allem die fortschreitende Elektrifizierung der Fuhrparks sein, sowie zahlreiche auslaufende Verträge, die noch im Umfeld des Auslaufens des Umweltbonus für gewerbliche Kunden 2023 abgeschlossen wurden, so Dataforce. Für 2026 wird insgesamt ein Wachstum von 9,9 % im Flottenmarkt erwartet, was einem zusätzlichen Volumen von rund 86.000 Pkw entspricht. Den größten Beitrag leisten batterieelektrische Fahrzeuge: Mit einem Plus von rund 65.000 Einheiten wachsen BEVs um etwa 31 % und erreichen einen Marktanteil von 28,4 %. Damit werden sie erstmals zur stärksten Antriebsart in deutschen Flotten und überholen das erste Mal die Diesel. 

VW hat bei den Fuhrparkzulasungen nicht mehr so viel Glück wie früher. Foto: VW

Vor wenigen Tagen aber wurden die Vorhersagen des Automobilmarktexperte Dataforce gecancelt, nachdem sie von der Realität überholt wurden. Dataforce musste seine Flottenprognose für das Jahr 2026 nach unten korrigieren. Während die Marktexperten zu Jahresbeginn noch von einem deutlichen Wachstum im relevanten Flottenmarkt ausgegangen waren, zwangen die Entwicklungen des ersten Halbjahres das Unternehmen dazu, die Erwartungen zu kappen. 

Die wichtigsten Gründe für die Korrektur mit dem Rotstift:

  • Sparkurs der Unternehmen: Fuhrparkverantwortliche versuchen verzweifelt, den allgemeinen Kostenanstieg zu dämpfen
  • Längere Haltedauern: Fahrzeuge werden in den Fuhrparks länger gefahren als ursprünglich geplant, was die Zahl der Neuanschaffungen bremst. 
  • Gebrauchtwagen-Trend: Unternehmen weichen bei Bedarf zunehmend auf junge Gebrauchtwagen aus, statt Neuwagen zu bestellen. 
  • Schwaches erstes Halbjahr: Der relevante Flottenmarkt verzeichnete in den ersten sechs Monaten ein Minus von 1 % auf rund 415.000 Pkw. [1]

Trotz der Gesamtkorrektur gibt es innerhalb des Flottenmarktes eine klare Verschiebung bei den Antriebsarten: 

  • Elektroautos (BEVs) legten im ersten Halbjahr um 32 % auf 123.500 Einheiten zu und sind mit knapp 30 Prozent Marktanteil die stärkste Kraft vor Diesel und Benziner.
  • Marken-Verschiebung: Die VW-Tochter Škoda gehört zu den großen Gewinnern (+23 % im Halbjahr). Sie stellt mit dem Octavia nicht nur den Spitzenreiter, sondern besetzt mittlerweile die Hälfte der Top-Ten-Flottenmodelle. Die Kernmarke VW verlor hingegen 9 %.

Es wurde also nichts aus der vollmundigen Ankündigung der Maintaler. Das angeblich positives Momentum wird zwar von einer Vielzahl neuer spannender Modelle begleitet, nur will die kaum ein Mobilitätsmanager haben. Quelle: Dataforce / CM

Tesla verkauft mehr Autos als Mercedes

Das ist tatsächlich ein historischer Moment in der Automobilgeschichte: Zum ersten Mal hat die US-Marke Tesla den traditionsreichen deutschen Hersteller Mercedes-Benz bei den globalen Fahrzeugverkäufen übertroffen.

Im zweiten Quartal 2026 meldete die Mercedes-Benz Group weltweit 441.500 verkaufte Modelle, Tesla legte eine Schippe drauf mit 497.099 Auslieferungen. Damit hat der Elektropionier Tesla 55.599 Fahrzeuge mehr verkauft – ein Vorsprung von 12,6 % gegenüber der Marke mit dem Stern. Während die Untertürkheimer mit rückläufigen Verkaufszahlen kämpft, steigert Elon Musk seine Auslieferungen weiter – und das trotz zunehmenden Wettbewerbs und eines anspruchsvollen Marktumfelds.

Tesla hat Mercedes bei den Verkaufszahlen überholt.

Der Unterschied verdeutlicht den strukturellen Wandel der Automobilbranche:

  • Teslas Absatzwachstum wird vor allem durch das Model Y und das neue Model 3 Standard getrieben.
  • Mercedes verzeichnet Rückgänge insbesondere in China und Europa, wo die Nachfrage nach Verbrennern weiter sinkt. Ola Kälenius hat den Trend der Zeit ebenso verschlafen wie manch‘ andere europäische Hersteller auch. Als die Stuttgarter wie andere deutsche Hersteller den Newcomer Tesla  noch belachelten, mauserte der sich zum Technologieführer. 

Mercedes-Benz baute sein erstes Auto bereits 1901, also vor 125 Jahren. Tesla begann die Produktion erst 2004 – und hat nun, nur zwei Jahrzehnte später, den Pionier der Automobilgeschichte bei den Stückzahlen überholt. Was früher undenkbar schien, ist heute Realität: Der Newcomer aus Kalifornien verkauft mehr Autos als der deutsche Premiumhersteller, der das Automobil einst erfunden hat. Die Zahlen zeigen nicht nur Teslas dynamisches Wachstum, sondern auch den unumkehrbaren Wandel hin zur Elektromobilität.

Als Elon Musk im März 2016 das Tesla Model 3 präsentierte, versprach er ein erschwingliches Elektroauto mit einem Einstiegspreis von 35.000 US-Dollar. Dieses Ziel galt damals als revolutionär und legte den Grundstein für Teslas Mission, Elektromobilität massentauglich zu machen. Mit dem jetzt vorgestellten Model 3 Standard RWD erfüllt Tesla ein Versprechen: Das neue Basismodell startet bei 36.990 US-Dollar (unsubventioniert) und liegt damit 22 % unter dem inflationsbereinigten Zielwert.

Trotz höherer Rohstoffpreise, gestiegener Löhne und komplexerer Fertigungsprozesse hat Tesla seine Produktionskosten massiv gesenkt. Das Ergebnis: ein Fahrzeug, das leistungsstärker, effizienter und günstiger ist als alles, was 2016 vorstellbar schien. Das Model 3 Standard RWD beweist eindrucksvoll, dass E-Mobilität in der Breite angekommen ist – nicht mehr als Zukunftsvision, sondern als reale, bezahlbare Alternative.

Der weltweite Absatz der Autohersteller hat sich im ersten Halbjahr 2026 auf breiter Front verringert. Nach einer Datenauswertung des Center of Automotive Management (CAM) bei den 20 größten Autobauern gingen die Auslieferungen auf rund 37,3 Mio. Fahrzeuge zurück. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2,8 % oder 1,1 Mio. Einheiten weniger. 14 der 20 Konzerne verzeichnen rückläufige Volumina. Quelle: CAM / Tessysupply.com / CM

Dorothea von Boxberg neue Arbeitsdirektorin bei BMW

BMW hat einen Wechsel im Vorstand angekündigt: Dorothea von Boxberg folgt auf Ilka Horstmeier Während Horstmeier seit Jahrzehnten für den Konzern tätig ist, kommt ihre Nachfolgerin aus der Luftfahrt – einer Branche, in der hoher Kostendruck seit Langem zum Alltag gehört.

Der Aufsichtsrat der BMW AG hat Dorothea von Boxberg mit Wirkung zum 01. September in den Vorstand des Konzerns berufen und zur Arbeitsdirektorin ernannt. Sie folgt auf Ilka Horstmeier (57), die im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat und im gemeinsamen Interesse einer frühzeitigen Nachfolgeregelung ihr Amt als Mitglied des Vorstands, zuständig für Personal und Immobilien, übergibt, wie der Autokonzern blumig umschreibt.   

Dorothea von Boxberg (52) ist noch Chief Executive Officer bei der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines, wo sie aber nicht weitermachen wollte. Brussels Airlines zählt seit Langem in der Lufthansa Group nicht zu den erfolgsverwöhnenden Mitgliedern. Zuvor war sie in mehreren Leitungsfunktionen bei der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa Cargo AG aktiv – darunter als Vorstandsvorsitzende und Chief Financial Officer von Lufthansa Cargo. Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und der Betriebswirtschaftslehre in Berlin und Paris arbeitete sie zudem mehrere Jahre in der Unternehmensberatung.

Dr. Nicolas Peter, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BMW AG, erhofft sich von Von Boxberg, dass sie erforderliche strukturelle Transformation der BMW Group in den kommenden Jahren vorantreiben kann. „Ilka Horstmeier hat dem Personalwesen der BMW Group entscheidende Impulse gegeben und damit wesentlich dazu beigetragen, dass die BMW Group heute als einer der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland gilt. Quelle: BMW / CM

Lufthansas neuer Service: Bordtoiletten bleiben zu

Mit „Project Fox” will Lufthansa den Service auf Langstreckenflügen grundlegend verbessern. Doch ausgerechnet in ihren Dreamlinern B 787-9 bringt das neue Konzept ein Problem mit sich, das aber laut Lufthansa keines sein soll.  

Die Buchstaben FOX  stehen für Future Onboard Experience. Doch das neuartige Flugerlebnis hat Nebenwirkungen: Während der Vorbereitung des ersten Essensservices kommt es in den LH-Dreamlinern auf Langstrecken zu Einschränkungen bei den Toiletten in der Business Class. Da nämlich bereiten die Cabincrew Gerichte aufwändiger und benötigen deutlich mehr Platz und Zeit als bisher. Die Bordküchen in den Dreamlinern bieten offenbar nicht genug Raum. Und weil das so ist, können BC-Kunden zumindest eine der beiden Bord-WCS dieses Premiumbereichs in der Zeit des Service nicht aufsuchen. Die Waschräume bleiben zu. Die Lufthansa bestätigt Einschränkungen. Beschwerden von Gästen seien nicht bekannt, so der Netzcarrier.  Quelle: Lufthansa / CM

Hyatt und Air Canada verknüpfen ihre Treueprogramme

Hyatt Hotels Corp. und Air Canada haben eine Partnerschaft ihrer Treueprogramme geschlossen, die es Mitgliedern von „World of Hyatt“ und „Aeroplan“ ermöglicht, Prämien im Reisebereich zu sammeln, umzuwandeln und einzulösen.

Aeroplan-Mitglieder können ihre Punkte nun für kostenlose Übernachtungen bei „World of Hyatt“ in teilnehmenden Hotels einlösen – beginnend bei 25.000 Punkten. „World of Hyatt“-Mitglieder können ihre Punkte gegen einen Aeroplan-Flugprämiengutschein im Wert von 30.000 Punkten eintauschen, der für Flugprämien bei Air Canada und deren Airline-Partnern genutzt werden kann.

Mitglieder, die ihre Konten miteinander verknüpfen, können „World of Hyatt“-Punkte im Verhältnis 2:1 in Aeroplan-Punkte umwandeln; berechtigte Aeroplan-Elite-Mitglieder können ihre Punkte ebenfalls im Verhältnis 2:1 in „World of Hyatt“-Punkte tauschen.

Die Partnerschaft bietet zusätzliche Vorteile für Elite-Mitglieder, darunter neue Wege für Inhaber eines Aeroplan-Elite-Status sowie für berechtigte Inhaber von Premium-Kreditkarten, einen „World of Hyatt“-Status zu erlangen. Zudem erhalten Karteninhaber, die ihre Konten verknüpfen, einen Status sowie Gutschriften für Bonusübernachtungen.

Durch die Zusammenarbeit erweitern sich die Mitgliedervorteile in einem gemeinsamen Netzwerk, das mehr als 1.300 Reiseziele und 1.500 Hotels umfasst. Sowohl „World of Hyatt“ als auch Air Canada hatten ihre Treueprogramme bereits zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr neu gestaltet. Quelle: Hyatt / Air Canada / CM

Airbus: Nonstop-Testflug von Toulouse nach Melbourne (Australien)

Airbus hat bestätigt, dass der A350-1000ULR im Rahmen seines laufenden Testflugprogramms einen epischen Nonstop-Flug von Toulouse nach Melbourne antreten wird. Der Ultralangstreckenjet, vorgesehen bei Qantas für das Project Sunrise, wird am Freitag, 24. Juli 2026, in Melbourne landen (die genaue Landezeit steht noch nicht fest). Der Testflug soll den A350-1000ULR an die Grenzen seiner 22-Stunden-Reichweite bringen und beweisen, dass er dank eines zusätzlichen 20.000-Liter-Treibstofftanks auch nonstop von Sydney nach London fliegen kann.

Das A350-1000ULR-Testflugzeug ist mit fünf Tonnen speziell angefertigter Überwachungsausrüstung ausgestattet, die über kilometerlange orangefarbene Kabel mit mehr als tausend Sensoren verbunden ist. Diese ermöglichen es Airbus, wichtige Messwerte – wie Kraftstoffdurchfluss, Druck, Temperatur, Belüftung und strukturelles Verhalten – in jeder Flugphase zu erfassen. Die Sitze sind mit Heizsystemen versehen, die die Körperwärme von Passagieren simulieren, um die Leistungsfähigkeit der Klima- und Kühlsysteme zu überprüfen.

Das gesamte Vorhaben zielt darauf ab, einen Testflug so durchzuführen, dass er sich „aus Sicht des Flugzeugs“ weitgehend wie ein echter Flug verhält. „Die Flugerprobung eines Serienflugzeugs bringt zusätzlichen Druck mit sich“, sagt Laurent Rossignol, Testflugingenieur bei Airbus. „Man sitzt im eigentlichen Produkt. Der Kunde vertraut uns sein künftiges Flaggschiff an.“

Nach Abschluss dieser Testreihe wird die betreffende A350 vollständig umgebaut und in ein für den Passagierbetrieb bereitstehendes Qantas-Flugzeug verwandelt – ausgestattet mit Suiten in der First und Business Class sowie verstellbaren Sitzen in der Premium Economy und Economy Class. Zudem wird der A350-1000 über eine einzigartige „Wellbeing Zone“ verfügen, in der sich Passagiere während der Nonstop-Langstreckenflüge von Sydney nach London oder New York hinstellen und dehnen können.

Das erste Flugzeug der „Project Sunrise“-Flotte von Qantas soll im April 2027 eintreffen; bis Oktober werden dann drei dieser A350 mit dem charakteristischen roten Leitwerk täglich Nonstop-Verbindungen zwischen Sydney und London bedienen.

In den Monaten zwischen April und Oktober wird die A350 jedoch zunächst deutlich kürzere und weniger anspruchsvolle Flüge absolvieren, damit sich Piloten, Kabinenpersonal und Bodencrews mit dem neuen Flugzeugtyp der Qantas-Flotte vertraut machen können.

Zunächst wird die A350 auf der Strecke zwischen Sydney und Melbourne (ein 90-Minuten-Flug) im Einsatz sein. Diese kurzen Etappen bieten den Qantas-Piloten die ideale Gelegenheit, wichtige Erfahrungen im Cockpit zu sammeln – sei es beim Rollen am Boden, bei Start und Landung oder natürlich während des Fluges selbst.

Qantas hat bereits angedeutet, dass der A350 auch Passagierflüge nach Auckland und möglicherweise nach Los Angeles durchführen wird. Die Fluggesellschaft hat die ersten sechs Maschinen ihrer ursprünglichen Bestellung von zwölf Airbus A350-1000ULR für die Strecken Sydney–London und Sydney–New York vorgesehen, die ab Oktober 2027 aufgenommen werden sollen.

Die weiteren sechs Flugzeuge – deren Auslieferung zwischen Anfang 2028 und Ende 2029 erfolgen soll – sind nun dafür vorgesehen, zwei der Qantas-Routen mit der größten Reichweite zu übernehmen, die derzeit mit der Boeing 787 bedient werden.

„Die Planung sieht vor, einige der A350 auf den Strecken Perth–London und Auckland–JFK einzusetzen, da diese die Grenzen der 787 ausreizen“, hieß es bei einem Pressegespräch im Juni am Airbus-Hauptsitz in Toulouse. Dadurch werden die 787-Maschinen frei, was der Fluggesellschaft eine breitere Ausweitung des Streckennetzes ermöglicht  

 „Die A350 wird laut Qantas ein Flugzeug sein, das Melbourne bedient, denn der Carriwer weiß, dass dies ein unglaublich wichtiger Markt für ihn ist. Da die A350 aber auf der Strecke Perth–London eingesetzt werden soll, ist davon auszugehen, dass diese Route erneut in Melbourne beginnen wird – genau wie es seinerzeit bei der 787 der Fall war. Dies würde natürlich die Möglichkeit für einen kleinen Abstecher von Melbourne nach Perth eröffnen – ein Erlebnis, das für Vielflieger mit Platin-Status bereits in der Qantas First Lounge in Melbourne beginnt.

Eine weitere Möglichkeit: Sobald Qantas ab Ende 2027 Nonstop-Flüge mit der A350 von Sydney nach New York anbietet, könnte die derzeitige Route Sydney–Auckland–New York nach Süden verlagert werden und zur Verbindung Melbourne–Auckland–New York werden – zunächst mit der Boeing 787, später dann mit der A350.

Zudem erwartet Qantas ab 2028 die zweite Tranche von zwölf A350-1000-Maschinen; diese werden zwar nicht über den zusätzlichen Treibstofftank oder die „Wellbeing Zone“ verfügen, aber die Vier-Klassen-Konfiguration beibehalten – in einer Ausführung, die Qantas als A350-1000LR (für „Long Range“ bzw. Langstrecke) bezeichnet.

Obwohl sie gemeinsam mit einem Dutzend Boeing 787 bestellt wurden, um die alternden Airbus A330 von Qantas zu ersetzen, ist es durchaus denkbar, dass einige der A350-1000LR-Jets auf Premium-Routen wie etwa nach Los Angeles zum Einsatz kommen. Der Reiz liegt darin, dass die A350-1000LR nicht nur über mehr Sitzplätze verfügt als die Boeing 787-9 – die sich zum Arbeitstier von Qantas im Transpazifikverkehr entwickelt –, sondern auch eine größere Anzahl an Premium-Sitzen bietet; dies gilt insbesondere dann, wenn sich Qantas dazu entschließen sollet, die Kabinenaufteilung der A350-1000LR um eine First Class zu erweitern. Mehr Premium-Sitze bedeuten einen größeren Anteil am margenstarken Markt für Premium-Reisen – und genau diese Richtung schlägt Qantas, ebenso wie viele andere Fluggesellschaften, derzeit und auch in Zukunft ein. Quelle: Airbus / Qantas / CM

Diebe sorgen auf Swiss-Flügen für Ärger

Man sollte meinen, auf Flügen von Premium-Airlines vor Dieben sicher zu sein. Bei der Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss, scheint das nicht der Fall zu sein. Denn auf der Strecke zwischen Zürich und Hongkong sollen an Bord von Swiss-Jets mehrfach Diebe ihr Unwesen getrieben haben. 

Warum gerade die Langstrecke Zürich und Hongkong Langfinger anzuziehen scheint, ist unklar. Auch wurde bis jetzt keiner der Täter erwischt, die in den vergangenen Monaten mehrfach Wertsachen aus Gepäckstücken der Passagiere entwendet haben sollen. Die Vorfälle ereigneten sich meist in der Nacht, während die Passagiere schliefen und die Kabine abgedunkelt war. Laut Swiss handle es sich um seltene Fälle. Dennoch hat die Lufthansa-Group-Tochter nun ihre Crews aufgefordert, ihr persönliches Gepäck möglichst in abschließbaren Stauräumen aufzubewahren. Und das Kabinenpersonal wird für die Hongkong-Strecke extra sensibilisiert, damit solche Vorfälle nicht unbemerkt bleiben. Bei möglichen Vorfällen würden die Behörden am Zielort umgehend informiert, so Swiss.

Swiss ärgert sich über Diebe auf Flügen nach Hongkong. Foto Swiss

Um die Passagiere zusätzlich zu warnen, führt die Swiss zwischen Hongkong und Zürich neuerdings Kabinenansagen durch, bei denen die Gäste gebeten werden, ihre Wertsachen bei sich zu tragen und nicht in den Gepäckfächern zu lassen. Quelle: Swiss / CM

BA A320 sorgte für mehrere Treibstoffnotlagen

Insgesamt 14 Flüge, die in den frühen Morgenstunden des Mittwochs (15. Juli 2026) am Flughafen London Gatwick landen sollten, mussten zu anderen Airports in England umgeleitet werden; einige davon meldeten eine „Treibstoffnotlage“, nachdem ein A 320 von British Airways auf der einzigen Start- und Landebahn von Gatwick liegengeblieben war.

Der British-Airways-Flug BA-2673, durchgeführt mit einem 25 Jahre alten Airbus A320 (Kennung: G-GATS), befand sich auf dem Rückflug von Palma de Mallorca (PMI) nach London Gatwick – einem ansonsten routinemäßigen Flug –, als die Piloten die Flugsicherung über ein Problem mit dem Bugrad des Flugzeugs informierten.

Das Flugzeug kreiste in einer Warteschleife über Südostengland, während die Piloten versuchten, das Problem zu beheben, bevor sie die Landeerlaubnis für die Bahn 8L in Gatwick erhielten. Nachdem die Maschine auf der Bahn zum Stillstand gekommen war, stellte sich jedoch heraus, dass die Bugradsteuerung nicht funktionierte, wodurch das Flugzeug auf der Bahn manövrierunfähig geworden war.

London Gatwick ist nach dem Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport in Mumbai der weltweit am zweitstärksten frequentierte Flughafen, der über nur eine einzige aktive Start- und Landebahn verfügt.

Der Flughafen wurde ursprünglich mit zwei parallelen Start- und Landebahnen geplant und gebaut – 8L/26L und 8R/26R –, doch aufgrund internationaler Planungs- und Sicherheitsstandards darf jeweils nur eine Bahn genutzt werden. Im Normalbetrieb werden alle Starts und Landungen über die südliche Bahn (8R/26R) abgewickelt, während die nördliche Bahn (8L/26L) als Hauptrollweg des Flughafens dient. In der Nacht zum Mittwoch war die südliche Bahn jedoch gesperrt, sodass der Flugbetrieb über die Bahn 8L erfolgte – ohne dass ein separater Rollweg zur Verfügung stand.

Als der British-Airways-Flug 2673 auf der nördlichen Bahn manövrierunfähig liegenblieb, sah sich die Flugsicherung gezwungen, eine ganze Reihe von Passagierjets, die eigentlich in London-Gatwick landen sollten, in Warteschleifen zu schicken, während Einsatzkräfte auf der Bahn tätig waren. Kurz nacheinander meldeten die Piloten von neun Maschinen einen sogenannten „Treibstoffnotfall“ (Fuel Emergency), während sie in engen Warteschleifen über dem Südosten Englands kreisten.

Ein solcher Treibstoffnotfall bedeutet nicht, dass das Flugzeug Gefahr läuft, plötzlich abzustürzen; vielmehr signalisiert der Pilot der Flugsicherung, dass der Treibstoffvorrat nicht mehr ausreicht, um endlos weiterzukreisen, und dass das Flugzeug schnellstmöglich landen muss.

Da nicht absehbar war, wie lange das Abschleppen der liegengebliebenen British-Airways-Maschine von der Start- und Landebahn dauern würde, wies die Flugsicherung ankommende Flugzeuge an, auf andere Flughäfen auszuweichen. Insgesamt mussten 14 Flüge umgeleitet werden: fünf nach London Luton, vier nach London Stansted, drei nach Birmingham und einer nach Bristol; ein weiterer Flug erhielt die Ausnahmegenehmigung, trotz des Nachtflugverbots in London Heathrow zu landen. Die British-Airways-Maschine wurde inzwischen aus dem Flugbetrieb genommen; ein für Mittwoch geplanter Hin- und Rückflug nach Alicante (Spanien) wurde gestrichen.

Im Juni bestätigte der High Court eine Regierungsentscheidung, die es London Gatwick erlaubt, die Nordbahn regulär in Betrieb zu nehmen. Um internationale Sicherheitsstandards zu erfüllen, wird die Mittellinie der Bahn um 12 Meter nach Norden verlegt; so soll ein ausreichender Abstand zur Südbahn gewährleistet werden. Auch wenn dies nach einer relativ einfachen Aufgabe klingt, rechnet London Gatwick erst ab 2030 mit einer regulären Nutzung der Bahn. Quelle: CM

Lorenza Maggio wird CEO von Brussels Airlines

Lorenza Maggio (48) ist zur neuen CEO von Lufthsna-Tochter Brussels Airlines berufen worden. Die Italienerin wird neben der Führung der belgischen Fluggesellschaft zusätzlich auch die Funktion der „Bevollmächtigten des Vorstands bei der Europäischen Kommission“ wahrnehmen. Ihre Vorgängerin, Dorothea von Boxberg, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 31. August 2026. Der Termin für den Wechsel von Lorenza Maggio von Rom nach Brüssel wird zeitnah festgelegt. 

Lorenza Maggio ist eine erfolgreiche und international sehr erfahrene Airline Managerin. Sie kennt die Branche und die Lufthansa-Gruppe aus verschiedenen Führungspositionen in unterschiedlichen Unternehmen. Lorenza Maggio ist seit Januar 2025 Mitglied im Board of Directors von ITA Airways. In ihrer Funktion als Chief Strategy und Integration Officer leitet sie die Integration von ITA in die Lufthansa Group sowie die strategische Weiterentwicklung der Fluggesellschaft. 

Auf Dorothea von Boxberg folgt Lorenza Maggio als neue CEO von Brussels Airlines. Foto: Lufthansa

Zuvor war Maggio als Vice President Sales für den Vertrieb der Lufthansa Group Netzwerk-Airlines in Europa (exklusive der Heimatmärkte), im Nahen Osten und in Afrika verantwortlich. In ihrer Zeit bei Eurowings verantwortete sie die Marken- und Kundenstrategie. Davor war sie Geschäftsführerin einer Tochtergesellschaft der LSG Group. Quelle: Lufthansa / CM

Ein wahrer Held der Deutschen Bahn

Ein nagelneuer ICEL war am Samstag, 11. Juli 2026 von Westerland auf Sylt nach Berlin unterwegs als es plötzlich ein ziemlich unangenehmes Problem gab: Das Klopapier war in den Bordtoiletten ausgegangen. Statt die Fahrgäste mit dieser misslichen Lage alleine zu lassen, entschied der Zugchef, das Problem selbst und sofort zu lösen.

Der Bahnbedienstete ließ den Zug außerplanmäßig in Hamburg-Bergedorf stoppen. Dann stieg er selbst aus und ging schnell in einen nahen Supermarkt. Dort kaufte er Toilettenpapier. Er brachte drei große Packungen in den Zug – erst dann fuhr der ICE L weiter. Nach DB-Informationen war infolge eines Personalwechsels bzw. -ausfalls vergessen worden, den Fernzug vor der Abfahrt in Westerland richtig zu beladen, auch mit WC-Papier. .

Die Bahn hat den Vorfall inzwischen bestätigt. Eine Sprecherin sagte dem Nachrichtenportal Tag24, dass es einen kurzfristigen Ausfall gegeben habe und der Zug deshalb nicht richtig – zum Beispiel mit Toilettenpapier – beladen wurde. Und: Der Zugchef soll das Geld für den spontanen Toilettenpapier-Einkauf zurückbekommen.

In einem Instagram-Video wird der Zugchef als Mitarbeiter des Monats gefeiert. Auch in den Kommentaren gibt es unglaublich viele positive Kommentare. Der Zugchef wird als „Ehrenmann“ und „wahrer Held“ bezeichnet. Außerdem wird eine Gehaltserhöhung für ihn gefordert. Und – auch andere Bahn-Mitarbeiter bekommen Lob: „Die Zugbegleiter können für die wenigsten Probleme etwas und versuchen immer aus jeder Situation das beste rauszuholen ❤️ Vielen Dank für euer Engagement, das ihr jeden Tag an den Tag legt 👍“ nicolasimeono. Der ICE hatte am Ende übrigens fast 45 Minuten Verspätung. Aber: Bei dieser Story verzeiht man das doch gerne.

Übrigens: Wir hatten vor Jahren auf einer Geschäftsreise ins kanadische Calgary ein ganz ähnliches Problem: Auf dem Flug nach Frankfurt waren kurz nach dem Start in Kanada sämtliche Bord-WVCs ausgefallen. Anstatt umzudrehen – wir waren ca. 30 Minuten in der Luft – hieß es einfach, es würden keine Getränke auf dem gut zehnstündigen Flug mehr ausgeschenkt. Der Flug mit einer sehr namhaften Airline wurde so für die allermeisten Passagiere zum wahren Höllentrip… Quelle: SWR / DB / CM