Hyatt vereinfacht Geschäftsreisenden-Programm für KMU

Die Hyatt Hotels Corp. und Spotnana haben eine Partnerschaft geschlossen, um „Hyatt Leverage“ – das Programm des Hotelunternehmens für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – neu aufzusetzen.

Das ursprünglich 2018 eingeführte Programm „Hyatt Leverage“ bot KMU hotelindividuelle Rabatte zwischen 5 und 15 % bei Direktbuchungen über Hyatt.com oder die Reservierungszentralen von Hyatt. Laut Luigi Tiberio, Partner Director of Content and Distribution bei Spotnana, mussten Unternehmen im Rahmen des alten Programms bei der Buchung auf der Hyatt-Website einen Rabattcode eingeben.

Die weiterentwickelte, auf der Technologie von Spotnana basierende Plattform bietet vergünstigte Raten in mehr als 1.300 Hyatt-Hotels. Administratoren steht zudem ein Dashboard zur Verfügung, über das sie Reservierungen buchen, einsehen und verwalten sowie Ausgaben, Zahlungen und Einsparungen nachverfolgen können.

Einzelne Geschäftsreisende können ihre Hotelaufenthalte selbst buchen, stornieren oder ändern – und das mit einer Nutzererfahrung, die dem Standard der für Privatkunden konzipierten Hyatt-Kanäle entspricht. Zudem können Unternehmen Buchungen für ihre Mitarbeiter vornehmen und dabei eine zentrale Kreditkarte hinterlegen.

Wie Tiberio erläutert, können Administratoren nun Reiseprofile hinterlegen sowie Reiserichtlinien und Genehmigungsprozesse festlegen. Auch Preisobergrenzen für bestimmte Reiseziele lassen sich definieren.

KMU-Kunden von Hyatt können die „Leverage“-Raten zudem mit individuellen Raten kombinieren, die sie direkt mit einzelnen Hotels ausgehandelt haben. Im alten Programm, so Tiberio, war es dafür erforderlich, für jedes Hotel einen jeweils anderen Code einzugeben.

„Kleine und mittelständische Unternehmen stellen seit jeher ein wichtiges Segment für Hyatt-Hotels und den globalen Geschäftsreisemarkt insgesamt dar“, erklärte Alice Harrington-Caravello, Senior Vice President of Global Sales and Americas Commercial Services bei Hyatt. „Heutige Business Traveller wünschen sich mehr Personalisierung, bessere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und ein reibungsloses Erlebnis. Mit den neuen Erweiterungen macht Hyatt Leverage die Buchung und Verwaltung von Geschäftsreisen nun noch einfacher.“

Im Gegensatz zum Programm von 2018 müssen sowohl die für die Verwaltung zuständigen Personen als auch die einzelnen Reisenden Mitglieder bei „World of Hyatt“ sein, um sich für Hyatt Leverage anzumelden. Die Vorteile von „World of Hyatt“ gelten dabei sowohl für die Administratoren als auch für die Reisenden.

Laut einem Sprecher von Hyatt ist der jeweils benannte Administrator derjenige, dem die „World of Hyatt“-Punkte gutgeschrieben werden. Der Administrator von Hyatt Leverage kann diese Vorteile selbst nutzen oder an andere Teammitglieder weitergeben. Alternativ können Kunden auch ein unternehmensspezifisches „World of Hyatt“-Konto verwenden.

Spotnana ist über APIs mit drei Systemen von Hyatt verbunden: dem zentralen Reservierungssystem (SynXis), der hauseigenen Content-Plattform (Atlas) und dem Treueprogramm „World of Hyatt“. Die Entwicklung dieser Partnerschaft habe etwa zwei Jahre in Anspruch genommen, so Tiberio. Über ein Online-Portal kann Hyatt zudem Bewerbungen prüfen und genehmigen – ein Prozess, der zuvor größtenteils manuell abgewickelt werden musste, wie Tiberio erläutert.

Hyatt Leverage beschränkt sich weiterhin ausschließlich auf Hotelbuchungen. Dies unterscheidet das Programm von „Business Access by Marriott Bonvoy“ – einem von Spotnana für Marriott betriebenen Angebot für kleine und mittelständische Unternehmen, das auch Buchungen für Flüge, Bahnreisen und Mietwagen umfasst. Ebenso unterscheidet es sich vom Programm „Business Edge“ von IHG, das Partnerschaften mit Fluggesellschaften und Mietwagenanbietern – darunter Delta Air Lines und Hertz – in sein Treueprogramm integriert hat.

„Derzeit konzentriert sich Hyatt Leverage ausschließlich darauf, KMU die Buchung von und den Aufenthalt in Hyatt-Hotels zu erleichtern“, so ein Sprecher von Hyatt. „Zukünftige Erweiterungen könnten zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht gezogen werden.“

Um sich für Hyatt Leverage zu qualifizieren, muss ein Unternehmen in seinem Heimatland rechtlich eingetragen sein, als kleines oder mittelständisches Unternehmen gelten und jährlich mindestens 50 tatsächlich in Anspruch genommene Übernachtungen buchen. Das Programm gilt nicht für Buchungen, die über ein Reisebüro, Konsortien oder andere Online-Buchungsplattformen getätigt werden. Laut Hyatt sind einige bestehende Hyatt Leverage-Kunden bereits auf die neue Plattform gewechselt. Quelle: Hyatt Corp. / CM

Mercedes-Benz. Innovative Displaylösungen und intelligente Hochvolttechnik 

„Die Zukunft der Mobilität entsteht nicht durch Versprechen, sondern durch Präzision und bewährte Ingenieurskunst. Mit Innovationen, die einen klaren Nutzen im Alltag unserer Kundinnen und Kunden bieten, gestalten wir die Mobilität von morgen – kontinuierlich, konsequent und zukunftsorientiert“, Statement von Ida Wolf, Vice President Entwicklung Innovationen, Operations & Digitalisierung, Mercedes-Benz AG. Der Stuttgarter Automobilbauer  arbeitet derzeit an innovativen Displaytechnologien, die eine neue Form der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umfeld ermöglichen. Dabei werden LED-Anzeigeelemente direkt in die Fahrzeugscheiben integriert. 

Die Technologien machen beispielsweise Warnhinweise, Sicherheitssymbole oder verkehrsrelevante Informationen bei Bedarf gezielt in der Heckscheibe sichtbar. Werden keine Inhalte dargestellt, bleiben die in den Scheibenverbund einlaminierten Anzeigeelemente nahezu unsichtbar und fügen sich harmonisch in das Fahrzeugdesign ein.

Zwei spezialisierte LED-Technologien ermöglichen dabei unterschiedliche Anwendungen. Mini-LEDs eignen sich insbesondere für größere Anzeigeflächen wie die Heckscheibe. Sie ermöglichen unter anderem die Darstellung von Bremslichtern, Warnsymbolen oder Verkehrshinweisen für nachfolgende Verkehrsteilnehmende. Derweil bieten Mikro-LEDs eine hohe Auflösung und eignen sich somit insbesondere für anspruchsvolle visuelle Darstellungen auf kleineren Anzeigeflächen, wie etwa die Wiedergabe von Animationen. Beide Lösungen verfolgen den Ansatz, dass Inhalte nur bei Bedarf erscheinen und ansonsten praktisch unsichtbar bleiben.

Windschutzscheibe wird zur On-Demand-Kommunikationsfläche. Mercedes‑Benz denkt Anzeigeflächen neu. Anstatt herkömmlicher Screens werden bisher ungenutzte Bereiche im Fahrzeug als potenzielle Informationsflächen untersucht. Das Unternehmen arbeitet an einem holografischen Display, das die Windschutzscheibe in eine Kommunikationsfläche verwandelt. Ein Projektor in der Instrumententafel projiziert Inhalte auf die Frontscheibe. Eine spezielle, ins Glas einlaminierte transparente Folie reflektiert durch Nutzung von „holographischen optischen Elementen“ (HOE) gezielt die vom Projektor ausgesendeten Lichtwellenlängen. Diese Technologie bündelt das Licht dabei so, dass das Bild auch bei Sonnenschein zu sehen ist. Außerdem ist es nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar: Fahrerin oder Fahrer sieht somit nicht, was auf der Beifahrerseite angezeigt wird – und umgekehrt. Dies eröffnet zusätzliche Informations- und Entertainment-Möglichkeiten wie die Anzeige von Kontext zu POIs (Points of Interest), Fahrinformationen oder Filmen. Das neuartige Display ist nicht dauerhaft sichtbar, sondern blendet Inhalte nur bei Bedarf ein. So kann die Windschutzscheibe situativ für Navigation, Videotelefonie, Fahrinformationen oder Entertainment genutzt werden, ohne das Erscheinungsbild des Fahrzeugs dauerhaft zu verändern.

Innovativer Power Converter. Der Mercedes‑Benz Power Converter ist eine Technologie für zukünftige Elektrofahrzeuge, der mithilfe programmierbarer Mikrowandler die Energieflüsse einzelner Batteriezellen steuern und eine konstante Hochvolt-Spannung von bis zu 800 Volt bereitstellen kann, unabhängig vom Lade- oder Alterungszustand der Zellen. Dadurch könnten Batterien und Leistungselektronik künftig deutlich flexibler, effizienter und kompakter ausgelegt werden, während gleichzeitig Funktionen wie AC- und DC-Wandlung sowie bidirektionales Laden (z. B. Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Grid) unterstützt werden könnten. Die aktuelle Generation erreicht bereits bis zu 3 kW Leistung und unterstützt AC- und DC-Anwendungen.

Der Power Converter eröffnet so neue Möglichkeiten für die Auslegung elektrischer Antriebssysteme und Ladefunktionen in Elektrofahrzeugen. Die Technologie ermöglicht es, die Bereitstellung der benötigten Hochvolt-Spannung weitgehend von der Batteriearchitektur zu entkoppeln und stattdessen über softwaregesteuerte Leistungselektronik zu realisieren.  

Eine besondere Perspektive eröffnet der modulare Einsatz direkt auf Ebene einzelner Batteriezellen oder Zellgruppen. Mehrere parallel geschaltete Power Converter regeln die Energieflüsse individuell und stellen gemeinsam eine stabile DC-Hochvolt-Ausgangsspannung bereit. Dadurch lässt sich die Gesamtleistung flexibel an unterschiedliche Fahrzeug- und Systemanforderungen anpassen. Gleichzeitig ist die Hochvolt-Ausgangsspannung nicht mehr unmittelbar durch die Anzahl der in Reihe geschalteten Batteriezellen bestimmt, sondern durch die dezentralen Wandler und ihre softwarebasierte Steuerung.   

In künftigen Fahrzeugarchitekturen kann der Power Converter mehrere heute getrennte Funktionen in einer Hardware zusammenführen. Die Technologie schafft damit neue Freiräume bei der Auslegung von Batterie und Antriebsstrang. Sie könnte Reichweite und Effizienz verbessern und die Modularisierung von Antrieben für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride erleichtern. Quelle: MB / CM

Mittelstand braucht dringend Sttrukturreformen

Der Mittelstand in Deutschland, mit Abstand größter „Lieferant von Geschäftsreisen(den)“,  appelliert an die Bundesregierung, am eingeleiteten Reformkurs festzuhalten, das Tempo zu erhöhen und Entlastungen stärker an den Bedürfnissen mittelständischer Unternehmen auszurichten. Denn die mittelständische Wirtschaft steht unverändert unter erheblichem Wettbewerbs- und Kostendruck. Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist beim Mittelstand – und damit beim Gros der deutschen Unternehmen und Betriebe – noch nicht angekommen. Dies macht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand (AG Mittelstand), ein Zusammenschluss von zehn Wirtschaftsverbänden, anlässlich der Vorstellung ihres dritten Mittelstandsmonitors deutlich. 

Die Bilanz der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen fällt erneut ernüchternd aus: Auf einer Skala von minus 3 (sehr schlecht) bis plus 3 (sehr gut) wird die Gesamtlage wie im Vorjahr mit minus 2 bewertet. Für die AG Mittelstand ist dies ein klarer Auftrag an die Politik. Nur mit zügig umgesetzten, wettbewerbsorientierten Strukturreformen lasse sich eine widerstandsfähigere Grundlage für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung schaffen.

Angesichts hoher Arbeits- und Energiekosten, geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Investitionshemmnisse fordert die AG Mittelstand spürbare Entlastungen. Dazu zählen insbesondere die im Koalitionsvertrag vereinbarte Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und Betriebe auf das europäische Mindestmaß, wettbewerbsfähige Arbeitskosten, steuerliche Investitionsanreize und ein konsequenter Bürokratieabbau. 

Zugleich warnen die Wirtschaftsverbände davor, Entlastungen durch neue Kosten und zusätzliche bürokratische Belastungen zu konterkarieren. Kritisch sieht sie insbesondere die geplante Erhöhung der Arbeitgeberabgaben bei Minijobs sowie neue Belastungen durch die EU-Verpackungsverordnung und zusätzliche Steuern. Entscheidend sei, dass angekündigte Reformen zügig umgesetzt werden und ihre Wirkung tatsächlich bei den Unternehmen und Betrieben ankommt.

In fünf zentralen Handlungsfeldern sehen die Wirtschaftsverbände wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf:

  1. Fachkräfte und Unternehmertum:  Die Arbeitskosten in Deutschland lagen 2025 mit durchschnittlich 45 Euro je Stunde rund 29 % über dem EU-Durchschnitt. Hohe Sozialversicherungsbeiträge sind dabei ein wesentlicher Kostentreiber. Der Mittelstand braucht wettbewerbsfähige Arbeitskosten und flexiblere Arbeitszeitregelungen wie etwa die Einführung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Die Reform der Minijobs darf nicht zu mehr Kostenbelastung bei den Unternehmen führen. Zugleich gilt es, die duale Berufsausbildung zu stärken, vorhandene Arbeitskräftepotenziale besser zu nutzen und internationale Fachkräfte zu gewinnen. Darüber hinaus ist es wichtig, Unternehmertum für junge Menschen attraktiv zu gestalten und so die Gründungsbereitschaft zu erhöhen. Dies gelingt nur, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.
  2. Infrastruktur:  Der Sanierungsstau bei Straßen, Schienen und Wasserstraßen beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Wie fragil das System ist, hat der Hitzesommer 2026 schmerzlich vor Augen geführt. Erste Effekte des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität werden sichtbar, reichen jedoch nicht aus. Die Mittel des Sondervermögens müssen konsequent für zusätzliche Investitionen eingesetzt werden. Notwendig sind eine langfristig gesicherte Finanzierung, die zügige Modernisierung der Verkehrswege, der Ausbau der Knotenpunkte zwischen Straße, Schiene und Wasser sowie beschleunigte Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsverfahren. Mit Sorge sehen die Unternehmen die dramatisch verschärfte Finanzlage der Kommunen. Es braucht nachhaltige Lösungen, um die für den Mittelstand zentralen Infrastrukturen der Städte, Gemeinden und Landkreise langfristig zu sichern.
  3. Energiepolitik: Die hohen Energiekosten bremsen entscheidend das Wachstum in Deutschland. Für knapp die Hälfte der Unternehmen und Betriebe sind die ohnehin historisch hohen Energiekosten weiter gestiegen, zwei Drittel müssen höhere Kosten für Wärme verkraften. Die Konsequenz: Rund ein Drittel der Unternehmen verschiebt Investitionen, etwa jedes fünfte prüft eine Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland. Die Verbände fordern die rasche Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und Betriebe auf das europäische Mindestmaß und eine wirksame Begrenzung staatlich verursachter Energiekosten. Zudem müssen Netzanschlüsse beschleunigt, Verfahren vereinheitlicht und Unternehmen vor einseitigen CO₂-Kostenbelastungen im internationalen Wettbewerb geschützt werden. Kostenlose Zuteilungen von Zertifikaten müssen so lange erhalten bleiben, bis die notwendige Infrastruktur für die Dekarbonisierung bereitsteht.
  4. Regulatorisches Umfeld:  Die AG Mittelstand erkennt die Bemühungen der Bundesregierung beim Bürokratieabbau und das geplante Berichtsentlastungsgesetz ausdrücklich an. Trotz erster Fortschritte bleibt die Bürokratiebelastung mit jährlichen Kosten von 65,3 Milliarden Euro jedoch viel zu hoch. Berichts-, Dokumentations- und Nachweispflichten müssen abgebaut sowie Verwaltungsverfahren digitalisiert und beschleunigt werden. Neue Vorgaben dürfen nicht zu zusätzlichen Belastungen führen, ohne bestehende Pflichten abzubauen. Bei der Umsetzung europäischer Vorgaben muss auf zusätzliche nationale Verschärfungen (Goldplating) verzichtet werden. Um die Mittelstandsfinanzierung nicht zu gefährden, muss das Proportionalitätsprinzip in der Bankenregulierung konsequenter umgesetzt werden. Ein SDIM („Single Deposit Insurance Mechanism“) darf bewährte Strukturen der Institutssicherung für regionale Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen nicht gefährden.
  5. Steuern:  Die steuerliche Belastung deutscher Unternehmen und Betriebe ist im internationalen Vergleich weiterhin zu hoch. Eine grundlegende Unternehmenssteuerreform mit einer maximalen Gesamtbelastung von 25 % auf Gesellschaftsebene ist überfällig. Notwendig sind zudem spürbare Entlastungen für mittelständische Personenunternehmen. Mehr als drei Viertel der mittelständischen Betriebe sind Personenunternehmen, deren zentrale Unternehmensteuer die Einkommensteuer ist. Die Anhebung der Spitzenbelastung trifft daher in vielen Fällen die Eigenkapitalbasis des regionalen Mittelstands. Es braucht zwingend Nachbesserungen bei der Thesaurierungsbegünstigung. Die Rechtsformneutralität muss beachtet werden. Die Anhebung des Spitzensteuersatzes und ausbleibende Entlastungen bei der Einkommensteuer treffen Freiberufler, Kanzleien, Praxen, Gastronomie und Händler. Ziel muss sein, die notwendige Eigenkapitalbildung in den Unternehmen und Betrieben zu stärken und nicht durch zu hohe Steuerbelastungen einzuschränken. Darüber hinaus muss es eine regelmäßige automatische Anpassung der Eckwerte des Einkommensteuertarifs an die Inflation („Kalte Progression“) geben. Quelle: DEHOGA / AG Mittelstand / CM

Neuer Designchef für Citroën und DS Automobiles

Mit Wirkung zum 02. November 2026 übernahm Sandeep Bhambra die Leitung des Designs der Marken Citroën und DS Automobiles. Er wird Mitglied der Führungsteams von Citroën und DS Automobiles.  

Bhambra folgt auf Pierre Leclercq und Thierry Metroz. Leclercq wechselt an die Spitze des Designs von Opel und Vauxhall und folgt dort auf Mark Adams, der in den Ruhestand geht. Thierry Metrozwird künftig gemeinsam mit Gilles Vidal an der europäischen Designstrategie arbeiten.

Sandeep Bhambra Foto: Stellantis

Sandeep Bhambra hat Maschinenbau an der Universität Pune in Indien studiert und einen Master-Abschluss in Transportation Design der Strate in Frankreich. Seine Karriere in der Automobilindustrie begann er 2003 bei Mahindra & Mahindra in Indien. Anschließend setzte er seine Laufbahn im Design u.a. bei Tata Technologies und Tata Motors in Indien und Großbritannien fort.

2010 wechselte er als Exterior Designer ins Design von Peugeot nach Vélizy. Dort wirkte er über mehr als zehn Jahre an der Entwicklung zahlreicher Serienfahrzeuge, Konzeptfahrzeuge und Advanced-Design-Projekte mit. Dazu zählen u.a. die zweite Generation des Peugeot 2008 und des 5008, das Konzeptfahrzeug Onyx sowie frühe Entwicklungsarbeiten für die dritte Generation des Peugeot 3008.

2021 wechselte Bhambra als Chief Designer Advance Design & Concept Cars zur Renault Group. 2025 übernahm er zusätzlich die Leitung des Renault India Design Studio und behielt gleichzeitig seine Funktion als Chief Designer Advance Design & Concept Cars. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 2020 mit einem Red Dot Design Award. Seit April 2026 ist Sandeep Bhambra Vice President Design Strategy Europe bei Stellantis. Quelle: Stellantis / CM

Panische Schreie aus dem Cockpit, Sekunden später waren alle tot

Neun Menschen starben beim Absturz eines mit zwei Piloten und sieben Geschäftsreisenden besetzten Bombardier Learjets 60 am Sonntag gegen 12:50 Uhr (Eastern Time), als die zweistrahlige Maschine in Südflorida in eine Wohnwagensiedlung stürzte und in Flammen aufging. Auf Audio-Aufnahmen des Funkverkehrs sind die schrecklichen letzten Momente mit Todesschreien einer Pilotin zu hören. 

Der Businessjet war auf dem Weg von Austin/Texas zum North Eleuthera Airport auf den Bahamas. In den auf den sozialen Medien verbreiteten Funksprüchen melde die Kapitänin zunächst leichte Vereisungen und Turbulenzen. Wenig später dann !“ 722 Bravo Delta Mayday Mayday, wir fallen mit 22.000 Fuß pro Minute …wir stürzen ab. Dann ein letzter panischer Schrei aus dem Cockpit, dann Funkstile. Auf zufällig mit Smartphones erstellten Videos ist zu sehen, wie der Learjet senkrecht vom wolkenverhangenen Himmel wie eine Rakete auf die Fahrbahn stürzte und dort einen Tiefen Krater verursachte.  

Einen großen Krater hinterließ der Absturz eines Learjets in Südflorida. Foto USAtoday

Die Absturzstelle befand sich in der Nähe von Military Trail und 10th Avenue North im Palm Beach County – in einem nicht zu einer Gemeinde gehörenden Gebiet zwischen Greenacres und Palm Springs. Durch den Absturz entstanden mehrere Brände; Trümmerteile wurden über ein weites Areal verstreut, und es kam zu erheblichen Schäden.

Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde (FAA) war das Flugzeug vom Austin-Bergstrom International Airport in Austin, Texas, gestartet und auf dem Weg zum North Eleuthera Airport auf den Bahamas. US-Verkehrsminister Sean Duffy bestätigte, dass alle neun Personen an Bord ums Leben kamen; in einem Beitrag in den sozialen Medien bezeichnete er das Unglück als „schreckliche Tragödie“. In einer kurzen Pressekonferenz bezeichnete Floridas Gouverneur Ron DeSantis den Vorfall als „katastrophalen Flugzeugabsturz“. „Es sah aus, als würde eine Rakete herabstürzen“, sagte er. „Am Straßenrand hat sie einen großen Krater hinterlassen.“

DeSantis lobte die Einsatzkräfte des Palm Beach County Sheriff’s Office sowie der Feuerwehr von Palm Beach County; sie seien schnell vor Ort gewesen und hätten dabei geholfen, das Gebiet abzusichern. DeSantis erklärte, dass Vertreter der Landes- und Lokalbehörden in Kontakt mit den zuständigen Bundesluftfahrtbehörden stünden. Zudem warnte er, dass Straßensperrungen entlang des „Military Trail“ voraussichtlich auf „absehbare Zeit“ bestehen bleiben, während Ermittler die Unfallstelle untersuchen. Quelle: USAtoday.com / CM

BYD und E.ON starten gemeinsames Kundenangebot

BYD und E.ON bringen mit E.ON Home Charge ihr erstes gemeinsames Angebot für BYD-Kunden auf den deutschen Markt. Dieses gilt ab sofort für alle vollelektrischen Modelle und alle Modelle mit Super-Hybrid mit DM-Technologie.

Nutzen können es alle, die einen BYD fahren oder neu anschaffen und mit einem E.ONStromtarif laden. Zum Start kommt ein exklusiver Vorteil hinzu: BYD-FahrerInnen, die als E.ON-Neukunden den passenden Stromtarif abschließen, erhalten einmalig 80 Euro zusätzlich zum regulären E.ON-Neukundenbonus. Der Ladebonus liegt bei rund 20 Euro pro Monat2. Er beträgt zwölf Cent für jede zuhause smart geladene Kilowattstunde und gilt für mindestens 24 Monate. In der Mein-E.ON-App legen Kunden fest, wann sie losfahren wollen und welchen Ladestand ihr BYD bis dahin erreichen soll. Den Rest steuert der Smart-Modus automatisch. Wer spontan Reichweite braucht, wechselt jederzeit auf „Sofort Laden“.

Smartes Laden zu Hause rechnet sich vor allem bei vollelektrischen Fahrzeugen, die einen Großteil ihrer Energie an der eigenen Wallbox beziehen. Auch die Modelle mit Super-Hybrid mit DM-Technologie profitieren: Je regelmäßiger sie zuhause geladen werden, desto mehr Ladebonus erhalten sie. Der Start fällt mit den BYD Black Friday Deals zusammen, die den gesamten November über für alle BYD-Modelle gelten.

BYD und E.ON wollen künftig weitere gemeinsame Angebote entwickeln und Elektrofahrzeuge enger mit Energielösungen für zu Hause vernetzen. Perspektivisch gehört dazu auch das bidirektionale Laden (Vehicle-to-Grid), bei dem Fahrzeuge als flexible Speicher in das Energiesystem eingebunden werden. Quelle: BYD / CM

Britische Comer Group International übernimmt das Hilton Frankfurt Gravenbruch 

Am 30. Oktober 2026 ging das ehemalige Hilton Frankfurt Gravenbruch in Neu-Isenburg, gut 15 km südöstlich von Frankfurt gelegen, an die britische Comer Group International über. Die Kaufverträge sind laut Insolvenzverwalter Joachim Kühne unterzeichnet und rechtswirksam. Ausgelöst hatte die Insolvenz des Fünf-Sterne-Hauses eine US-Sanktion vom 10. Juli 2026 gegen den iranischen Finanzier und Hotelinvestor Ali Ansari. Seit Mitte August kamen keine Gäste mehr, das Luxushotel verfiel in einen Dornröschenschlaf. 

Wie wir berichteten, setzte das US-Finanzministerium den Ausgangspunkt, indem das Office of Foreign Assets Control (OFAC, die Sanktionsbehörde des US-Treasury) am 10. Juli 2026 Ali Ansari auf seine Sanktionsliste setzte. Das Treasury beschreibt ihn als in Dubai ansässigen Finanzier für das Büro von Mojtaba Khamenei, Sohn des iranischen Religionsführers. Mitgelistet wurde Ansaris Holding Smart Global Limited.

Die Folgen trafen zwei Frankfurter Häuser gleichzeitig. Hilton kündigte die Managementverträge für das Gravenbruch und das Hilton Frankfurt City Centre, um rechtliche und wirtschaftliche Risiken auf dem US-Markt zu vermeiden. Am 30. Juli folgten EU-Sanktionen gegen Ansari. Die deutsche Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung stellte daraufhin mehrere Konten von Gesellschaften sicher, die nach ihrer Einschätzung unter Ansaris Kontrolle standen, darunter die Konten der Hotelgesellschaft.

Ab Donnerstag, 13. August 2026, lief das Haus nur noch im Notbetrieb. Mit eingefrorenen Geschäftskonten brach die operative Grundlage weg. Geschäftsführer Werner Kleber schilderte die Lage gegenüber der Hessenschau: „Wir können keine Brötchen mehr bestellen.“ Ein Wasserrohrbruch blieb unrepariert, weil weder Geld noch beauftragbare Fachfirmen zur Verfügung standen. Das Verwaltungsgericht Köln lehnte Anfang Oktober einen Eilantrag ab und bestätigte, dass die gesperrten Gelder auch nach Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters eingefroren bleiben.

Dass ein operativ funktionierendes Haus an einer verdeckten Eigentümerkette zerbrach, zeigt der Blick ins Handelsregister. Laut Hessenschau war Ansari an zwei Gesellschaften beteiligt: der Allsco GmbH als Eigentümerin der Immobilie und der Allsco Gravenbruch Hotelbetriebsgesellschaft. Über die auf St. Kitts und Nevis registrierte Smart Global Limited war Ansari letztlich auch Eigentümer beider Frankfurter Hilton-Häuser, berichtet Bloomberg.

Ansaris Vorgeschichte reicht weiter zurück. Großbritannien hatte ihn bereits für seine Rolle bei der Finanzierung der iranischen Revolutionsgarden sanktioniert, berichten Times of Israel und Reuters. Zuvor leitete er die iranische Ayandeh Bank. Dem OFAC zufolge nutzte er diese Position, um übermäßige Kredite zu vergeben und milliardenschwere Summen zu veruntreuen, bis die iranische Regierung die Schließung der Bank erzwang. Über Scheinfirmen soll Ansari Vermögen in Deutschland, Luxemburg, Spanien, Großbritannien, Zypern und den Vereinigten Arabischen Emiraten gebündelt haben. Ansari bestreitet die Vorwürfe und kündigte Berufung gegen die britischen Sanktionen an.

US-Finanzminister Scott Bessent ordnete die Maßnahme politisch ein: „Das Finanzministerium wird weiterhin jedes Mittel einsetzen, um ihn und andere Regime-Eliten vom globalen Finanzsystem zu isolieren.“

Der Hotelbetrieb in Gravenbruch läuft seit 1967. Von 1976 bis 2024 führte die Kempinski-Gruppe das Fünf-Sterne-Haus, erst im Herbst 2024 übernahm Hilton das Management per Vertrag. Der Markenwechsel lag beim Insolvenzfall also rund ein Jahr zurück. Zur Betriebsgröße kursieren unterschiedliche Angaben von 225 bis 284 Zimmer. Zur Ausstattung gehören Schwimmbad, Spa und Tennisplätze.  

Bei der insolventen Hotelbetriebsgesellschaft waren zuletzt 140 Mitarbeitende beschäftigt. Durch den jetzt gefundenen Investor bekommen die 90 verbliebenen Beschäftigten neue Verträge. 

Käufer ist die Comer Group International, ein britischer Immobilienentwickler. Der Erwerber gilt in der Branche als „leistungsfähiger Investor“ mit „jahrzehntelanger Erfahrung im Immobilien- und Hotelgeschäft“. Zentral ist seine Absicherung gegenüber den Sanktionen: Durch die Struktur des Verkaufs sei garantiert, dass Ansari „wirtschaftlich und finanziell keine Vorteile“ aus dem Geschäft ziehe. Für die Comer Group ist Gravenbruch die sechste deutsche Hotel-Adresse und der Einstieg in den Großraum Frankfurt. Die Briten betreiben fünf Hotels in Deutschland, darunter das Hamburg Airport Plaza Hotel. Aus Gravenbruch soll das Flaggschiff im europäischen Portfolio werden. 

Der Fall Gravenbruch verschiebt die Risikobewertung für jeden Betrieb, der nicht im Eigentum eines operativ aktiven Hoteliers steht. Entscheidend ist nicht die Auslastung oder der RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer), sondern die Frage, wer am Ende der Eigentümerkette steht. Eine Sanktion gegen einen Gesellschafter kann Geschäftskonten binnen Tagen einfrieren, unabhängig davon, wie gesund das Tagesgeschäft läuft. Im Klartext: Wer als Pächter, Betreiber oder Managementpartner in eine Immobilie einsteigt, sollte die wirtschaftlich Berechtigten bis zur letzten Holding kennen. Konstruktionen über Briefkastengesellschaften in Drittstaaten, wie hier über St. Kitts und Nevis, sind kein Detail für die Rechtsabteilung, sondern ein betriebliches Liquiditätsrisiko. Die Hilton-Reaktion zeigt zudem, wie schnell Marken aus Verträgen aussteigen, wenn US-Marktrisiken drohen, auch bei einem Haus ohne eigenes Verschulden. Quelle: dasHotellerie.com / CM

Flugbegleiter kam durch Stromschlag im Pool des Crewhotels ums Leeben

Während er sich im Pool des Crewhotels in Bengaluru entspannen wollte, sind am Freitag, 30. Oktober 2026, ein Lufthansa-Flugbegleiter (57) und ein 45-jähriger Slowake, durch einen Stromschlag ums Leben gekommen. 

Im Pool des Conrad-Hotrls kam ein Lufthansa-Flugbegleriter ums Leben. Foto: Conrad Hotels

Die Besatzung von LH764 befand sich nach einem fast achteinhalbstündigen Langstreckenflug von München kommend auf einem regulären Zwischenstopp in der indischen Metropole. Der tragische Vorfall ereignete sich im Außenpool im dritten Stock des Conrad Hotels im Stadtviertel Ulsoor in Bengaluru. Das Hotel vermarktet sich selbst als stilvolles Luxushotel und verfügt über einen beheizten Pool auf der Dachterrasse.

Die örtlichen Behörden haben die beiden ausländischen Staatsangehörigen, die bei dem Vorfall ums Leben kamen, identifiziert: Es handelt sich um den 57-jährigen Alexander Maximilian Theiss, der sich im Rahmen seiner Tätigkeit für die Lufthansa während eines Zwischenstopps in der Stadt aufhielt, sowie um den 45-jährigen Slowaken Juraj Horvat, der als Projektmanager für das US-Softwareunternehmen IBM arbeitete.

Zwei weitere Personen wurden bei dem Vorfall verletzt – ein US-amerikanischer Hotelgast sowie ein indischer Hotelangestellter, der herbeieilte, um zu versuchen, Theiss und Horvat zu retten. Beide Verletzten wurden mit durch einen Stromschlag verursachten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Flugbegleiter und der Softwaremanager erlitten im Pool einen tödlichen Stromschlag in dem Moment, als sich die  Unterwasserbeleuchtung einschaltete. Warum elektrische Spannung in das Wasser geraten konnte, ist derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen. 

Ein Sprecher der Lufthansa teilte in einer schriftlichen Stellungnahme mit: „Lufthansa bestätigt mit großer Bestürzung, dass ein Besatzungsmitglied nach einem Unfall am Freitag (30. Oktober 2026) während eines Zwischenstopps in Bengaluru verstorben ist.“

Die 5-Sterne-Luxusherberger teilte mit, dass sein Außenpool am 31. Oktober 2026 wegen „Wartungsarbeiten“ geschlossen bleibe. Das Hotel fügte hinzu: „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.“ Quelle: Bild.de / CM

KI vernichtet massenhaft Arbeitsplätze

Über 120.000 Arbeitsplätze sind laut Daten des Berufsberatungs-Unternehmens Challenger, Gray & Christmas von Januar bis September 2026 in den USA auf Grund von Künstlicher Intelligenz gestrichen worden – das entspricht einer Steigerung von 119 % gegenüber dem gesamten Vorjahr.

Im März 2023, nur vier Monate nach der Einführung von ChatGPT durch OpenAI, forderten führende Persönlichkeiten der Technologiebranche in einem offenen Brief eine sofortige sechsmonatige Aussetzung „des Trainings von KI-Systemen, die leistungsfähiger sind als GPT-4“. Zwei Monate später warnte Geoffrey Hinton, einer der „Väter der KI“, dass die rasante Entwicklung der KI die menschliche Intelligenz bald übertreffen könnte.4 Es folgten weitere Stellungnahmen von KI-Wissenschaftlern, Experten und anderen namhaften Persönlichkeiten. Alle forderten Maßnahmen zur Minderung des Aussterberisikos durch KI und setzten es mit Risiken durch Atomkrieg und Pandemien gleich.

Auch wenn diese existenziellen Gefahren im Vergleich zu anderen KI-Risiken oft als weniger unmittelbar angesehen werden, sind sie dennoch bedeutend. Unbestritten wird erwartet, dass die KI den Arbeitsmarkt umkrempeln wird, was Befürchtungen hervorruft, dass die KI-gestützte Automatisierung Arbeitnehmer verdrängen wird. Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums erwartet fast die Hälfte der befragten Unternehmen, dass KI neue aber wahrscheinlich nur wenige Arbeitsplätze schaffen wird, während fast ein Viertel sie als Ursache für Arbeitsplatzverluste sieht.

KI sorgt in den USA für massenhaften Jobabbau. Grafik: Statista

Während die KI das Wachstum in Berufsfeldern wie dem der Spezialisten für maschinelles Lernen, der Ingenieure für Robotertechnik und der Spezialisten für digitale Transformation vorantreibt, führt sie gleichzeitig zum Rückgang von Arbeitsplätzen in anderen Bereichen. Dazu können Büro-, Sekretariats-, Dateneingabe- und Kundenservicefunktionen gehören. Ob Künstliche Intelligenz (KI) aber die Welt in eine Massenarbeitslosigkeit stürzt, ist unter Ökonomen, Arbeitsmarktforschern und Tech-Experten umstritten; die Mehrheit der Studien prognostiziert jedoch eher eine fundamentale Transformation des Arbeitsmarktes als ein dauerhaftes Verschwinden von Arbeit. Während einige Berufe stark automatisiert werden, entstehen gleichzeitig völlig neue, wenn auch nur wenige Tätigkeitsfelder.

Scvon heute ist zu erkennen, dass die rasante Entwicklung von generativer KI (wie Sprach- und Bildmodellen) im Gegensatz zur früheren Automatisierungswelle vor allem Wissensarbeiter, Akademiker und Kreative betreffen wird. Zudem können Jobs im Kundenservice, in der Datenverwaltung, Übersetzung, einfachen Programmierung oder Texterstellung bereits heute zu großen Teilen von KI übernommen werden. Selbst wenn neue Jobs entstehen, geschieht dies oft nicht schnell genug oder erfordert völlig andere Qualifikationen, was zu struktureller Arbeitslosigkeit und der Gefahr von Aufruhr und sogar Bürgerkrieg führen kann.

KI ist in den USA derzeit der häufigste Grund für Stellenabbau. Dahinter folgen die Markt- bzw. Wirtschaftslage sowie Geschäftsaufgaben. Das stärkste Wachstum verzeichnet indes ein anderer Grund. So sind die Jobverluste durch freiwilliges Ausscheiden bzw.  Abfindung in den Vereinigten Staaten um 820 % auf fast 12.000 gestiegen. Und dieser Wert könnte in der näheren Zukunft noch erheblich steigen. Denn erst kürzlich hat der Software-Riese Microsoft – sein Gewinn ist in Q3 2026 um 32 % auf 36,6 Mrd. US-Dollar gestiegen – angekündigt, im erheblichen Umfang Personalkosten einsparen zu wollen. Dazu soll rund 60.000 seiner über 200.000 Angestellten ein Abfindungsangebot gemacht werden. Das entspricht einem Viertel der weltweiten Belegschaft. Betroffen sind vor allem Angestellte in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien. Als Grund für den Jobabbau werden vor allem die enormen Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur genannt. Microsoft plant hier für das laufende Jahr mit Ausgaben in Höhe von fast 200 Mrd. US-Dollar. Quelle: MS / CM

Nium vereinfacht den globalen Zahlungsverkehr

Nium, Plattform für grenzüberschreitende Zahlungen, hat ihre Kapazitäten für inländische Transaktionen und die Kartenausgabe auf die USA ausgeweitet. Kunden – darunter Travel-Management-Unternehmen (TMCs) und andere Akteure der Reisebranche – können nun über die integrierte Plattform von Nium lokale Karten ausstellen. 

Yael Klein, Senior Vice President für B2B-Zahlungen bei Nium, die auf eine langjährige Karriere in der Geschäftsreisebranche zurückblicken kann – u.a. in Führungspositionen bei der ehemaligen AirPlus und dem gleichfalls verkauften Unternehmen American Express Global Business Travel –, sprach kürzlich über diese Expansion, die Produkt-Roadmap von Nium sowie über die Entwicklungen im Bereich KI und Kryptowährungen im Zahlungsverkehr. 

Nium ermöglicht laut Yael Klein den weltweiten Geldtransfer. Wann immer jemand reist – schon bei der Buchung –, findet ein Geldfluss statt. Ich war letzte Woche in Jakarta. Klein: „Ich buche über mein Reisebüro und gebe meine Kartendaten ein; mein Travel-Management-Unternehmen (TMC) leitet diese Daten direkt an die Fluggesellschaft weiter. Für mein Hotel hingegen wird eine sogenannte „Billback“-Lösung genutzt: Das TMC nimmt meine Kartendaten und stellt ein Zahlungsmittel für das Hotel aus. So können beim Check-out die Rechnungs- und Steuerdaten direkt erfasst werden. Genau hier kommt Nium ins Spiel. In Fällen, in denen der Geschäftsreisende seine Kartendaten nicht direkt selbst übermittelt, stellt das TMC – in diesem Beispiel – über unsere Plattform eine Karte aus, um das Hotel zu bezahlen. Ähnlich verhielt es sich bei meinem Transport vor Ort: Ich wurde am Flughafen von einem Fahrer abgeholt, der keine Kartenzahlungen akzeptierte. In diesem Fall erfolgte die Zahlung per Banküberweisung. Genau das ist es, was Nium tut.“

Wenn die Karte eines Geschäftsreisenden oder Endkunden nicht für den gesamten Buchungsvorgang genutzt werden kann, übernimmt Nium den zweiten Teil der Buchung und wickelt die Zahlung entweder über eine virtuelle Karte oder eine entsprechende Überweisungsform ab. Hier kommt Nums leistungsstarke Infrastruktur zum Tragen: Nium ist nicht auf ein klassisches Bankennetzwerk angewiesen – im Gegenteil, Banken nutzen Nium‘s Infrastruktur. Da Nium direkt an die lokalen Bankennetzwerke angebunden ist, kann das Unternehmen sofortige lokale Auszahlungen vornehmen, die deutlich kostengünstiger sind als internationale Überweisungen über herkömmliche Banken. Wer schon einmal Geld ins Ausland überwiesen hat, weiß, dass dies bei Banken meist mit hohen Kosten verbunden ist. Nium’s Ansatz unterscheidet sich grundlegend, „da wir dank unserer spezifischen Infrastruktur lokale Auszahlungen ermöglichen.“

Expansion in den US-Markt – speziell im Bereich der Kartenausgabe. Reisen sind ein globales Thema. Jeder Travel Manager wird bestätigen, dass Unternehmen einen globalen Anbieter bevorzugen – das gilt besonders für den Bereich Geschäftsreisen. Die aktuelle Landschaft ist oft stark fragmentiert: Travel Manager arbeiten häufig mit verschiedenen Kreditkartenanbietern und mehreren Travel Management Companies (TMCs) zusammen, um eine umfassende globale Betreuung sicherzustellen. Viele von Nium’s  Kunden greifen auf eine Vielzahl unterschiedlicher Banken und Kartenanbieter zurück. Entscheidend ist kaut Klein, „dass wir unseren globalen Kunden eine einheitliche Infrastruktur bieten können. Die USA waren für uns bisher eine Lücke. Zwar konnten wir den US-Markt auch von außerhalb bedienen, doch ein lokales, inländisches Produkt ist für ein wirklich globales Angebot unerlässlich. Diese Lücke haben wir nun geschlossen: Unsere Infrastruktur ermöglicht es unseren Kunden, weltweit mit uns zusammenzuarbeiten.“

Die nächste Station auf Nium’s Roadmap ist Klein zufolge Lateinamerika].Betrachtet man die weltweiten Statistiken, so zählt Brasilien zu den größten Reisemärkten der Welt. Es ist für Nium entscheidend, dort langfristig mit einem lokal angepassten Produkt Fuß zu fassen.

Nimm arbeitet mit APIs. Den Worten Yael Klein‘s zufolge ist Nium’s Produkt nur dann wirklich gut, wenn es unsichtbar bleibt. Nium muss im Hintergrund auf exzellente Weise agieren, ohne dabei aufzufallen. Alles muss automatisiert sein. Nium arbeitet mit APIs. Dabei ist Ziel, Abläufe nahtloser und weniger kompliziert zu gestalten. Der Zahlungsverkehr ist derzeit noch etwas fehleranfällig. Bisher haben sich alle auf die Benutzeroberfläche für den Käufer oder auf die Backend-Prozesse konzentriert – doch das Ergebnis ist oft nur ein Flickenteppich aus verschiedenen Banken und Kreditkartenanbietern. Bisher hat sich kaum jemand ernsthaft damit befasst, wie man diesen Prozess nahtloser gestalten könnte. Man hat sich daran gewöhnt, weltweit auf 12 verschiedene Anbieter angewiesen zu sein. Nium setzt genau hier an: „Wir ermöglichen es unseren Kunden, auf diese 12 Anbieter zu verzichten und stattdessen unsere Lösung zu nutzen. Genau darin investieren wir kontinuierlich: Wir machen die Zusammenarbeit mit uns einfacher, stellen mehr Daten bereit, ermöglichen eine nahtlose API-Integration und bauen unsere globale Präsenz stetig aus. Wir wickeln Auszahlungen in 190 Märkten ab – das ist schon beachtlich“, so Klein.

Bei der Automatisierung und auch bei der Betrugserkennung kommt vieles zum Einsatz. Alles, was mit großen Datenmengen oder – früher – mit 5.000 Excel-Listen zu tun hatte, wird heute mithilfe von KI abgewickelt. Nium setzt KI im gesamten Unternehmen ein. Nium nutzt KI, um zu verstehen, wie die Kunden agieren und vor welchen Herausforderungen sie stehen. Jede Serviceanfrage wird heute durch KI geleitet, um sie entsprechend zu bearbeiten.

Klein weiter: „Ich bin seit 25 Jahren in der Reisebranche tätig, und was ich in den letzten fünf Jahren erlebt habe, trägt maßgeblich dazu bei, das Kundenerlebnis im Hintergrund zu verbessern – es wird auf unauffällige Weise exzellent, und es gibt deutlich weniger Reibungspunkte. Das ist etwas, das einem oft gar nicht sofort bewusst wird. Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf einer Straße voller Schlaglöcher und sind genervt – und plötzlich sind die Schlaglöcher verschwunden. Es dauert eine ganze Weile, bis man merkt, dass man nicht mehr von einem Schlagloch ins nächste holpert. Genau das passiert hier im Grunde: Wir beseitigen nach und nach die „Schlaglöcher“ auf dem Weg. Das verbessert das Kundenerlebnis ganz erheblich.“

Stablecoin-Zahlungen. Es gibt Bestrebungen, die praktische Nutzung von Stablecoin-Zahlungen voranzutreiben. Dazu Yael Klein: „ Ein Stablecoin ist letztlich nur ein weiterer Zahlungskanal – so wie Visa, MasterCard, UATP, Diners oder Discover. Es ist ein zusätzlicher Weg, um Gelder schnell zu transferieren. Stellen Sie sich ein Modell ähnlich einer Debitkarte vor: Kunden halten Guthaben bei uns, von dem aus sie Zahlungen tätigen oder virtuelle Karten ausstellen können. Unsere Kunden verfügen in der Regel nicht über große Liquiditätsreserven – die Reisebranche ist schließlich nie besonders kapitalstark, oder? Die Margen sind extrem gering.

Stablecoins ermöglichen eine Art globale Sofortzahlung, was den Kunden einen längeren Spielraum bei ihrem Betriebskapital verschafft. Bei herkömmlichen Verfahren müssten sie uns das Geld heute überweisen, damit es drei Tage später auf unserem Konto eingeht – und wir es dann an weitere Leistungsträger weiterleiten können, bei denen es wiederum ein oder zwei Tage später ankommt. Mit Stablecoins erfolgt die Transaktion in Echtzeit. Zudem helfen sie dabei, Währungsschwankungen abzufedern, da ein Stablecoin – wie der Name schon sagt – wertstabil ist. Stablecoins sind eine „erwachsene“ Form von Kryptowährungen. Ich habe früher bei einer deutschen Bank gearbeitet – und deutsche Banken sind, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade die innovativsten –, aber selbst dort hat man sich damit befasst. Es ist schlicht eine andere Art der Abwicklung; zudem ist es eine schnelle und sichere Zahlungsmethode. Quelle:  BTN / CM