Australien plant erste Hochgeschwindigkeitsstrecke

Der Bau der australische Hochgeschwindigkeitsbahn Newcastle – Sydney schreitet konstant voran. Zwei Gruppen internationaler Bahnhersteller und -bauherrn wurden ausgewählt, um an der Entwicklungsphase des Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts mitzuwirken. Am 19. August wurden drei vorqualifizierte Bieter für die Züge und am 17. August drei Bieter für den Bau der Strecke im „Early Contractor Involvement“-Verfahren (ECI) ausgewählt.

Einige der weltweit führenden Hersteller und Zulieferer im Bereich Hochgeschwindigkeitsbahnen wurden am 19.08.2026 ausgewählt, um an der Entwicklungsphase des Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts von Newcastle nach Sydney mitzuwirken.

Als erste Neubaustrecke entsteht eine doppelgleisige elektrische Schnellfahrstrecke von Newcastle nach Sydney.

Hochgeschwindigkeitszüge mit Vmax 320 km/h werden für die Hochleistungsstrecke benötigt. Sie sollen etwa 30 Minuten von der Central Coast nach Newcastle benötigen und weitere 30 Minuten bis Sydney. 

Drei globale aktive Bahntechnikhersteller wurden nach einem Ausschreibungsverfahren in die engere Auswahl für ein „Early Contractor Involvement“-Verfahren (ECI) aufgenommen:

• Alstom/UGL-Joint-Venture: Alstom Transport Australia, UGL Engineering;

• ARC-Joint-Venture: Siemens Mobility, Siemens Mobility GmbH, Mott MacDonald Australia;

• Hitachi Rail STS Australia.

Diese drei Bieter werden nun miteinander im Wettbewerb stehen, um Australiens erste Hochgeschwindigkeitszüge und -systeme zu entwickeln. Sie werden ihre Arbeit auf bewährte Züge und Systeme stützen, die weltweit bereits erfolgreich im Einsatz sind, unterstützt von international erfahrenen Konstrukteuren, Systemintegratoren und Ingenieurbüros und an die australischen Gegebenheiten angepasst.

Die drei Bieter sind Teil des ECI-Verfahrens der High Speed Rail Authority, das die Kosten, den Umfang, die Konzeption und die Genehmigungen für die Hochgeschwindigkeitsbahn festlegt, um das Projekt baureif zu machen und der australischen Regierung zu ermöglichen, am Ende der Entwicklungsphase eine Investitionsentscheidung zu treffen.

Im Rahmen des ECI-Verfahrens werden ausgereifte, bewährte Zug- und Bahntechnologien für das Projekt verfeinert anstatt Züge von Grund auf neu zu entwickeln. Einer dieser drei Bewerber würde dann von der Hochgeschwindigkeitsbahnbehörde der australischen Regierung ausgewählt, um die Züge, das Depot und die zugehörigen Systeme zu liefern.

Drei Konsortien zur Realisierung der Neubaustrecke. Das Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt von Newcastle nach Sydney ist in die Entwicklungsphase vorgerückt. Einige der erfahrensten, weltweit führenden Tunnelbau- und Bauexperten Australiens wurden am 17.08.2026 mit der detaillierten Planung der australischen Hochgeschwindigkeitsbahn beauftragt. Nach einer Ausschreibung wurden drei große Baukonsortien für ein „Early Contractor Involvement“-Verfahren (ECI) in die engere Wahl gezogen:

• Acciona John Holland Joint Venture

• Advanced Alliance Joint Venture: Gamuda Engineering, FCC Construction Australia, Samsung C&T Corporation;

• GoFar Joint Venture: CPB Contractors, Ferrovial Construction (Australia), VINCI Construction Grands Projects Australia.

Diese Konsortien werden nun im Wettbewerb miteinander Pläne für das Bauabschnittspaket 1 entwickeln, bei dem es sich um den Abschnitt der Strecke von Newcastle nach Sydney zwischen Berowra und Ourimbah handelt. Der umfasst 

• etwa 35 km Doppeltunnel zwischen Berowra und Ourimbah

• Bau des Neuen Bahnhofs „Central Coast“ in Gosford; und

• Realisierung der Schnellfahrtrasse und Bahnhöfe sowie weiterer baulicher und oberirdischer Infrastrukturarbeiten entlang des Abschnitts Berowra–Ourimbah.

Die drei Konsortien, die über internationale Fachkompetenz im Bereich Hochgeschwindigkeitsbahn verfügen, sind Teil des ECI-Prozesses der High Speed Rail Authority, der die Kosten, den Umfang, die Planung und die Genehmigungen für die Hochgeschwindigkeitsbahn abschließt, um das Projekt baureif zu machen und es der australischen Regierung zu ermöglichen, am Ende der Entwicklungsphase eine Investitionsentscheidung zu treffen. Quelle Minister for Infrastructure, Transport, Regional Development and Local Government / CM

ICE Amsterdam-Bremen-Hamburg/Hannover-Berlin

Ab Freitag, 02. Oktober 2026, fährt NS International mit den neuesten ICE-Zügen von Amsterdam direkt nach Bremen und Hamburg bis Berlin. Auf niederländischer Seite bestehen Zusteigemöglichkeiten ab  Amsterdam in Hilversum, Amersfoort, Apeldoorn, Deventer und Hengelo. Tickets können bereits über die NS International-App gebucht werden.

Heike Luiten, Geschäftsführerin von NS International: „Der Zug gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Hamburg und Bremen stehen schon seit Langem auf der Wunschliste von NS International. Durch die Aufnahme neuer Städte machen wir noch mehr europäische Reiseziele für unsere Fahrgäste bequem und nachhaltig erreichbar. Dabei bieten wir hohen Komfort, den Reisende von NS International erwarten dürfen. 

Vom 02. Oktober bis einschließlich 12. Dezember 2026 fährt NS International nach Hamburg-Harburg und Hamburg-Bergerdorf. Vom 13. Dezember bis einschließlich Ende 2027 fährt NS International nach Bremen Hbf und Hamburg Hbf. Diese Fahrkarten können ab dem 15. Oktober 2026 gebucht werden.

Vom 02. Oktober 2026 bis einschließlich Ende Dezember 2027 verkehren täglich vier Züge auf der Relation Amsterdam-Bremen-Hamburg-Berlin. Nach Hannover fahren täglich drei Direktzüge. Den aktuellsten Fahrplan finden Reisende jederzeit in der NS International-App.

Die neuen ICE sind mit allem Komfort ausgestattet und verfügen über Klimaanlage, einen Bar- und Bistro-Wagen, Sitzplatzreservierung sowie Rollstuhlzugänglichkeit. Zudem ist die Mitnahme von Gepäck kostenlos. Tickets können über die Website von NS International oder in der NS International-App gebucht werden.  Quelle NS / CM

American: Hightech-Screens in den Rückenlehnen aller Single-Aisle-Jets

American Airlines wird in allen Flugzeugen ihrer Schmalrumpfflotte an jedem Sitzplatz Unterhaltungsbildschirme in der Rückenlehne installieren, so der US-Carrier. Die „hochmodernen“ Bildschirme sollen laut American ab 2028 in alle neu ausgelieferten Airbus- und Boeing-Flugzeuge integriert sowie in bereits vorhandenen Maschinen nachgerüstet werden. Die Einführung der neuen Displays soll „so schnell wie möglich“ erfolgen; die vollständige Ausstattung der Flotte wird für Anfang des nächsten Jahrzehnts erwartet.

Die Bildschirme bieten laut der Fluggesellschaft „großformatige Premium-Displays“, 4K-Technologie, ein erweitertes Angebot an Inhalten und Partnerschaften sowie personalisierte Unterhaltungsempfehlungen und verbesserte Flugkarten mit Informationen zum Reiseziel. Die Großraumjets (Widebody-Flotte) sowie die Schmalrumpfmaschinen des Typs Airbus A321XLR verfügen bei AA bereits über solche Bildschirme in der Rückenlehne.

American rüstet die gesamte Schmalrumpfflotte mit Hightech-Bildschirmen in den Rückenlehnen aus. Foto: AA

Darüber hinaus rüstet American einen Großteil ihrer Schmalrumpfflotte um, um die Anzahl der „Main Cabin Extra“-Sitze zu erhöhen. Dies ermöglicht „noch mehr Passagieren Zugang zu zusätzlicher Beinfreiheit, früherem Boarding, reserviertem Stauraum in den Gepäckfächern über den Sitzen sowie einem kostenlosen Getränk.“ Zudem modernisiert die Fluggesellschaft die Kabinenausstattung der Flotte. American machte indes keine Angaben zur genauen Anzahl der zusätzlichen „Main Cabin Extra“-Sitze; auch die Zeitpläne für die Umrüstungen und die Auslieferung der neuen Flugzeuge werden derzeit noch finalisiert.

Die Meldung zu den Sitzen folgt auf die Ankündigung von American, die Schmalrumpfflugzeuge der Typen Airbus A319 und A320 mit zusätzlichen Premium-Sitzen auszustatten; dadurch erhöht sich das First-Class-Angebot in diesen Maschinen von bisher 12 bzw. 8 auf 16 bzw. 12 Plätze. Die künftigen Boeing 737 Max 10 der Fluggesellschaft werden über 24 First-Class-Sitze verfügen, und auch die Airbus A321neo-Flotte wird umgerüstet, um zusätzliche First-Class-Plätze zu bieten, so American.

„Wir verzeichnen weiterhin eine starke Nachfrage nach Premium-Produkten in unserem gesamten Streckennetz – insbesondere bei Geschäftsreisenden, die zunehmend Wert auf Platz, Komfort und Produktivität am Boden und in der Luft legen“, erklärte Lucas Martin, Senior Vice President für den weltweiten Vertrieb bei American.

„Die Nachfrage nach Geschäftsreisen bleibt robust; so stiegen die Umsätze aus Firmenverträgen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 26 %. Der Ausbau des Premium-Sitzplatzangebots spiegelt das heutige Reiseverhalten unserer Kunden wider und stellt sicher, dass die Flugzeuge auf diese Präferenzen ausgerichtet sind.“ Quelle: American Airlines / CM

 

Perk MCP ermöglicht Reise- und Spesenfunktionen über KI-Assistenten

Das Travel-Management-Unternehmen Perk (vormals TravelPerk) hat Funktionen für die Reisebuchung, das Spesenmanagement und andere Aufgaben über KI-Assistenten freigeschaltet. 

Über den „Model Context Protocol“-Server (MCP) können Kunden weltweit Aufgaben mithilfe von KI-Assistenten wie Claude und ChatGPT und durch Anfragen in natürlicher Sprache erledigen. So kann ein Business Traveller den Assistenten beispielsweise bitten, einen Flug für eine bestimmte Reise zu suchen oder eine Buchung zu stornieren, während eine Führungskraft alle Ausgaben unterhalb eines bestimmten Betrags genehmigen oder nach Buchungen suchen lassen kann, die nicht den Unternehmensrichtlinien entsprechen.

„Wir haben dies entwickelt, damit Kunden in Echtzeit Einblicke gewinnen und Maßnahmen ergreifen können, während Unternehmen die Kontrolle behalten – unabhängig davon, mit welchen Tools sie arbeiten“, erklärte Nikita Miller, Chief Product Officer bei Perk, in einer Mitteilung.

Laut Perk ermöglicht das MCP auch Event-Managern die Arbeit mit den Assistenten, etwa um regelmäßige Offsite-Meetings zu planen oder Erinnerungen an Mitarbeiter zu senden, die noch nicht auf Einladungen zu Veranstaltungen reagiert haben. Zudem kann das MCP über das Tool „Entry Ready“ Informationen zu elektronischen Visa und sonstigen Einreisebestimmungen bereitstellen.

Für den September 2026 plant Perk die Einführung des „Perk Agent“ für Slack; damit können Nutzer direkt in Slack interagieren und auf den MCP-Connector zugreifen, ähnlich wie bei den KI-Assistenten, so das Unternehmen. Quelle: Perk / CM

Erst zu langsam, jetzt zu schnell

Ryanair-Kabinenpersonal beschwerte sich, die Sicherheitsvorführung sei zu langsam … Jetzt wurde sie beschleunigt, und die Crew kommt kaum noch hinterher.

yanair ist bekannt für extrem kurze Bodenzeiten: Zwischen der Ankunft am Gate und dem Zurücksetzen für den nächsten Flug sind lediglich 25 Minuten vorgesehen. Nun muss sich das Kabinenpersonal von Europas größter Billigfluggesellschaft jedoch an eine neue, beschleunigte Sicherheitsvorführung gewöhnen, die die Stewards und Stewardessen gehörig ins Rotieren bringt.

Beim Billigheimer Ryanair gibt es an Bord weder Bildschirme in den Sitzlehnen noch Deckenmonitore. Das Kabinenpersonal muss die Sicherheitsvorführung daher manuell durchführen und den Passagieren physisch demonstrieren, wie man den Sicherheitsgurt an- und abschnallt, die Sauerstoffmaske aufsetzt sowie die Schwimmweste anlegt und aufbläst. Zudem müssen diese Handgriffe exakt im Takt einer vorab aufgezeichneten Durchsage erfolgen, die vom vorderen Teil des Flugzeugs aus abgespielt wird. Ein einziger ungeschickter Handgriff genügt, um aus dem Takt zu geraten – ein Fehler, auf den Ryanair-Passagiere oft besonders gnadenlos reagieren.

Erst ging die Sucherheitsvorführung zu langsam, jetzt ist sie viel zu schnell. Foto: Reddit

Die vorab aufgezeichneten Sicherheitsdurchsagen von Ryanair sind geradezu legendär für ihren monotonen Vortrag durch einen Sprecher mit dem sogenannten „D4-Akzent“ – jener irischen Sprechweise, die als besonders vornehm gilt (benannt nach Dublins exklusivstem Postleitzahlengebiet). Man stelle sich nasale, gedehnte Vokale vor, bei denen jedes einzelne Wort klar und präzise ausgesprochen wird. Der D4-Akzent ist für seinen langsameren, bedächtigeren Sprechrhythmus bekannt; dies führte bei der Ryanair-Kabinenbesatzung jedoch bisweilen zu dem Eindruck, die Sicherheitsvorführung dauere viel zu lange. Das Kabinenpersonal beschwerte sich, und die Fluggesellschaft schien darauf zu reagieren. Sie führte eine aktualisierte, vorab aufgezeichnete Sicherheitsvorführung mit einer ähnlichen Stimme ein. Zunächst empfand das Kabinenpersonal die neue Vorführung als noch langsamer als die vorherige … doch nach monatelanger Anwendung berichten einige nun, sie kämen kaum noch hinterher und kämen sich vor, als würden sie sich wie wild im Kreis drehen.

Zum Vergleich: Die vorherige Sicherheitsvorführung aus dem Jahr 2025 hatte eine Laufzeit von 3 Minuten und 25. Die neueste Version von 2026 ist fast 40 Sekunden kürzer. „Wir drehen uns wie Ballerinas“, kommentierte ein Ryanair-Flugbegleiter in einem TikTok-Video zur neuen Vorführung. „Ich stimme zu, man hat nicht einmal Zeit, das nächste Vorführungsutensil in die Hand zu nehmen“, antwortete ein anderes Besatzungsmitglied.

Anmerkung von CM: Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte 2024 ein Sicherheitsvideo erstellt, das fast 10 Minuten dauerte. Die Airline reagierte auf das Feedback, besann sich auf das Wesentliche und verkürzte die Laufzeit der Sicherheitsvorführung erheblich. Quelle: Ryanair / CM

 

United-Pilot beschimpfte Kabinencrew über die Bord-Lautsprecher

Ein Pilot von United Airlines beschimpfte gegen Ende eines 15-stündigen Fluges von Kapstadt nach Washington Dulles die Flugbegleiter über das eingeschaltete Bordmikrofon. Passagiere zeigten sich fassungslos über das ungebührliche Verhalten des Piloten.

Der Vorfall ereignete sich auf dem United-Flug UA-2023; die Passagiere verharrten in fassungslosem Schweigen, während der Pilot seine mit unflätigen Ausdrücken gespickte Tirade gegen die Flugbegleiter losließ. „Nachdem man 1,5 Millionen Meilen geflogen ist, glaubt man, schon alles erlebt zu haben – doch der heutige Flug von Kapstadt (CPT) nach Washington (IAD) war für mich eine Premiere“, berichtete ein geschäftsreisender Vielflieger, der an Bord war, auf Reddit.

Dem Passagier zufolge ereignete sich der Vorfall kurz nachdem einer der Piloten die übliche Durchsage vor der Landung gemacht hatte – mit dem „gewohnten Gerede darüber, dass wir bald landen, sowie Angaben zu Temperatur, Wetterbedingungen usw.“ Die Durchsage endete wie üblich, doch 30 Sekunden später war die Stimme des Piloten erneut über das Bordlautsprechersystem zu hören.  „Hallo? … Hallo?“, sagte der Pilot. Als keine Antwort erfolgte, wurde seine Wortwahl deutlich deftiger. „Was für ein Haufen verdammter Idioten! Sie gehen einfach nicht ans Telefon“, schimpfte der Pilot. Die Passagiere saßen schweigend da, während der Pilot noch einige weitere Male das „F-Wort“ benutzte.

Ein United-Kapitän soll sich dem Kabinenpersonal gegenüber sehr unschön benommen haben, sagen Passagiere. Foto: United

Der Purser versuchte verzweifelt, das Cockpit anzurufen, um die Flugbesatzung auf das eingeschaltete Mikrofon hinzuweisen, doch seine Bemühungen blieben erfolglos. „Das Ganze dauerte mindestens sieben Minuten, vielleicht auch etwas länger, bis endlich Ruhe einkehrte. Sehr unangenehm!“, berichteten Passagiere. „Was auch immer mit dem Mikrofon der Durchsageanlage passiert war – es schien nie vollständig behoben worden zu sein, denn während des restlichen Fluges blieb auf den Bildschirmen die Meldung ‚Durchsage läuft‘ eingeblendet.“

Das klingt stark nach einem Fehler der Cockpitbesatzung und nicht der Flugbegleiter. Möglicherweise hat der Pilot das Intercom-Mikrofon im Cockpit für eine Durchsage an die Passagiere genutzt, aber anschließend die Verbindung nicht ordnungsgemäß getrennt. Danach versuchte er, über sein Headset die Station des Chef-Flugbegleiters (Purser) anzurufen, kam aber nicht durch, da die Leitung durch die noch aktive Durchsage belegt war.

Solche Fehler kommen hin und wieder vor, wenngleich es eher selten vorkommt, dass Piloten ihre Flugbegleiter ziemlich unflätig beschimpfen. Es hat jedenfalls nicht den Anschein, als hätte auf diesem Flug eine gute Zusammenarbeit (CRM – „Crew Resource Management“) zwischen Piloten und Flugbegleitern geherrscht. Quelle: Reddit / CM

Die Zukunft lautet „3 x 400“

Deutsche Hersteller haben bei Elektroautos technologisch zur Konkurrenz aus China und den USA aufgeschlossen, teilweise sogar die Führung übernommen. Doch die Zukunft der E-Mobilität entscheidet sich nicht bei Maximalwerten auf dem Datenblatt.

Experten sehen den neuen Sweetspot bei der Formel „3 x 400“. Also 400 km reale Reichweite , 400 kW Ladeleistung und 400 km  Nachladen in rund zehn Minuten. Reichweite allein reicht nicht für die Langstreckentauglichkeit eines  BEV. Entscheidend wird Effizienz – und wie schnell nachgeladen werden kann.  Effizienz, stabile Ladekurven und eine gute Ladeinfrastruktur werden wichtiger als immer größere Batterien und spektakuläre Megawatt-Versprechen.

Andreas Hensel vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE bewertet die Demonstration von Ladeleistungen im Megawattbereich durch Chinas Stromer-Riesen BYD als technisch machbar, ordnet dies jedoch primär als Marketinginstrument und Signal ein. Für die breite Mobilitätswende sei eine solche Leistung nicht zwingend erforderlich.

Im Bereich der Pkw liegt der Engpass laut Hensel nicht primär bei der maximalen Ladeleistung. Während im CCS-Bereich bei 800-Volt-Fahrzeugen heute etwa 400 Kilowatt möglich seien, erreichten viele aktuelle E-Autos diese Werte nicht dauerhaft. Die wesentlichen Herausforderungen lägen vielmehr beim Netzanschluss und der Wirtschaftlichkeit. Technisch seien Komponenten wie Batterie, Leistungselektronik, Kabel und Kühlung mit heutigen Lösungen beherrschbar. Ein zentrales Problem stellt aber der Netzausbau dar, da die Zeitkonstanten für solche Maßnahmen sehr lang sind. Netzbetreiber müssen über Jahre planen: So wird beim Unternehmen Netze BW davon ausgegangen, dass sich die Kapazitäten im Verteilnetz innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln müssen. Für den Pkw-Bereich wird die bestehende und geplante HPC-Infrastruktur (High Power Charging) von Hensel als ausreichend erachtet, da die Masse der BEV momentan Ladeleistungen zwischen 100 und 150 kWt benötigt.

„Megawatt-Laden ist für Pkw aus seiner Sicht nicht der entscheidende Punkt“, so der Experte. Im Gegensatz dazu bestehe für den Schwerverkehr, insbesondere für Langstrecken-Lkw, ein Bedarf an deutlich höheren Leistungen. Während regionale Einsätze mit CCS abgedeckt werden könnten, erfordere der Fernverkehr an Logistikstandorten und Pausenplätzen eine leistungsstarke Infrastruktur entlang der Hauptachsen oder noch besser: Der Güterverkehr wird wie in den USA mehrheitlich auf die Schiene verlagert. 

Angesichts der stürmischen Entwicklung bei Elektroautos werden die klassischen Benziner oder Diesel schneller als bislang erwartet von der Straße verdrängt. Nach Ansicht des LBBW Research dürften 2027 oder 2028 erstmals mehr vollelektrische Autos (Battery Electric Vehicles, BEV) zugelassen werden als Pkw mit Verbrennungsmotor. „Für Deutschland und Europa erwarten wir 2030 einen BEV-Anteil an den Neuzulassungen von knapp 60 %t“, sagt Analyst Gerhard Wolf. 

Gleich ein ganzes Bündel von Faktoren lässt die Elektro-Quote steigen. Die beiden Autoren verweisen nicht nur auf die neue Abgasnorm Euro 7, die in wenigen Jahren den CO2-Ausstoß weiter senken soll. Einen besonderen Anteil am Durchbruch der Elektrofahrzeuge haben den Autoren zufolge die batterieelektrisch getriebenen Fahrzeug, wohingegen die Zulassungszahlen von Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge (PHEV) mit einem klassischen und einem alternativen Antrieb aus Kosten- und Akzeptanzgründen mittel- bis langfristig deutlich sinken werden. Quelle: LBBW / CM

Nur 16 % der staatlichen E-Auto-Förderung landen bei deutschen Autobauern 

Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im Juli vor allem dank der E-Auto-Prämie des Bundes deutlich gestiegen. Mehr als 78.600 reine E-Pkw (BEV) kamen im Juli 2026 neu auf die Straße, so das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Damit kamen BEV im Juli in Deutschland auf einen Anteil an allen Neuzulassungen von 29,3 %. Aber: Nur 16 % der staatlichen E-Auto-Förderung landet bei den deutschen Autobauern während vor allem ausländische Autokonzerne vom Elektroboom in Deutschland profizieren, darunter auch chinesische.

Tatsächlich kam der chinesische Hersteller BYD den Daten des KBA zufolge im Juli auf 5.240 neue Elektroautos in Deutschland. Das waren mehr als viereinhalbmal so viele wie im Juli des Vorjahres (+ 365 %).  Aber noch kommen gut zwei Drittel der neuzugelassenen E-Autos in Deutschland von deutschen Herstellern, in Europa sind es runde 50 %. 

Trotz der technischen Aufholjagd wächst die Sorge des VDA vor der ungemein starken chinesischen Konkurrenz. Die war in der Vergangenheit ziemlich unterschätzt worden. Noch 2024 meinte der Verband der Automobilindustrie (VDA), es sei nicht davon auszugehen, dass mittel- oder langfristig eine „übermäßige Marktdurchdringung chinesischer batterieelektrischer Fahrzeuge zu erwarten ist.“ Die Realität 2026 belehrt den VDA eines Besseren, weshalb er sich von seiner Linie verabschiedet. Mit zunehmender Sorge blickt der Verband auf die starke Marktkonkurrenz und den rasanten Anstieg von in China gefertigten Elektrofahrzeugen in Europa. Angesichts sinkender Marktanteile deutscher Hersteller vor Ort und des wachsenden Preis- und Baudrucks fordert der Verband von der Politik schärfere Schritte gegen unfairen Wettbewerb und wettbewerbsverzerrendes Verhalten. Chinesische Fabrikate gewinnen in Europa deutlich schneller Anteile bei Neuwagen als ursprünglich prognostiziert. Andererseits verkaufen deutsche und europäische Autobauer spürbar weniger Fahrzeuge auf dem chinesischen Markt.

Der VDA kritisiert zudem staatliche Eingriffe Pekings und fordert, dass China den freien Welthandel nicht durch Exportbeschränkungen einschränkt.

Das Problem bei allem Gezeter: Die deutsche Autoindustrie hat sich in eine böse Abhängigkeit von China manövriert. Daher schlägt der VDA auch etwas moderatere Töne an indem er meldet, er sei grundsätzlich für freien und fairen Wettbewerb“, wohl um die Chinesen nicht zu vergrätzen und Gegenreaktionen zu provozieren.  

Bis dato entfielen nur 7 %  der Förderanträge auf chinesische Hersteller, ihr Marktanteil liege bei 6 %. Aktuelle Zahlen hatten gezeigt, dass aus dem im Mai gestarteten Förderprogramm der Bundesregierung nur 16 % der Anträge auf deutsche Hersteller entfallen.  Über die Hälfte der Anträge entfielen auf Menschen mit einem Einkommen unter 50.000 Euro.  

P.S.: Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will die E-Förderung beenden, sobald die aktuell 3 Mrd. Euro aufgebraucht sind. Das ist vorussichtlichnoch im laufenden Jahr 2026 der Fall. Quelle: VDA / KBA / ( CM

BEV-Auftragseingänge steigen rasant

Im Juli 2026 legte der Markt für alternative Antriebe (reiner E-Antrieb, Hybride mit und ohne Stecker sowie Gasantrieb) um 22,1 % auf 185.601 Einheiten zu, wobei Internationale Marken etwa 43,7 % ausmachten. Dies geht aus der Analyse der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) durch den Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hervor. 

Der Anteil der Neuzulassungen mit alternativen Antrieben am Gesamtmarkt stieg im Juli auf 69,2 %, im Juli 2025 waren es noch 57,4 %. In den ersten sieben Monaten 2026 wurden 1.151.686 Pkw mit alternativen Antrieben neu zugelassen und damit rund 21,7 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé: “Der Run auf E-Autos zeigt sich deutlich in den Auftragseingängen der internationalen Hersteller. Deren BEV-Auftragseingänge sind um 162 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Sie übertreffen damit das Wachstum der gesamten BEV-Auftragseingänge in Höhe von 94 % noch einmal deutlich. Vor allem europäische Hersteller profitieren aktuell von der E-Prämie der Bundesregierung. Über 80 % der geförderten Fahrzeuge gehören zu Marken, die mindestens ein BEV-Modell in Europa produzieren.“

Die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw (BEV) wuchsen im Juli um 61,7 % auf 78.609 Einheiten. Der BEV-Anteil an den gesamten Pkw-Neuzulassungen erreichte so 29,3 %. Dieser liegt damit rund 10,9 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat und mit +0,9 Prozentpunkten auch über dem Marktanteil im Vormonat. Die internationalen Hersteller konnten bei den BEV-Zulassungen im Juli um 93,9 % auf 38.864 Fahrzeuge zulegen. Damit lag der BEV-Marktanteil der internationalen Hersteller in den ersten sieben Monaten bei 45,5 %, das sind 4,7 Prozentpunkte mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Im Juli lag der BEV-Marktanteil der Internationalen bei 49,4 %. Der Gesamtmarktanteil von BEV-Pkw beläuft sich seit Januar 2026 bislang auf 25,5 %.

Zweistellige Wachstumsraten verzeichneten im Juli erneut auch die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV). 30.609 PHEVs rollten neu auf die Straßen und damit 12,5 % mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen lag damit bei 11,4 %, rund 1,1 Prozentpunkte höher als im Juli 2025. Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den Plug-in-Hybriden lag im Juli bei 41,1 %. Nach sieben Monaten liegt der PHEV-Markt im laufenden Jahr bei einem Gesamtmarktanteil von 11,1 %.

Zusammen kommen die Elektrofahrzeuge (BEVs, Plug-In-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge) im Juli damit auf einen Marktanteil von 40,7 % bei 109.220 Neuzulassungen. Das entspricht einem Anstieg um 44,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten sieben Monaten 2026 liegt der Elektromarkt bei 641.028 Neuzulassungen mit 38,3 % im Plus.

Die Neuzulassungen vonHybrid-Fahrzeugen ohne Stecker gingen im Juli leicht zurück, um 0,7 %. 74.675 Neuzulassungen entsprechen einem Anteil an den Pkw-Neuzulassungen von 27,9 %. Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den Hybriden lag im Juli 2026 bei 37,3 %. Seit Beginn des Jahres wurden etwa 5,7 % mehr Hybrid-Fahrzeuge ohne Stecker neu zugelassen als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Neuzulassungen von reinen Verbrenner-Pkw erreichten im Juli 82.435 Einheiten, davon 50.732 Benziner (-29,7 %) und 31.703 Diesel (-21,8 %). Der Benziner-Anteil an den Pkw-Zulassungen lag bei 18,9 %, Diesel erreichten nur noch einen Anteil von 11,8 %. Quelle: VDIK / CM

Niedrigwasser treibt die Spritkosten

Das Niedrigwasser am Rhein sorgt in den angrenzenden Bundesländern für hohe Spritpreise. Das zeigen Daten des ADAC aus dem aktuellen Bundesländervergleich der Kraftstoffpreise. Besonders teuer sind Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Während NRW insbesondere beim Diesel vorn liegt (2,254 Euro je Liter), steht Hessen bei Super E10 an der Spitze (2,164 Euro).

Welche Rolle das aktuelle Niedrigwasser spielt, zeigt ein Blick auf die günstigsten Bundesländer im ADAC Vergleich. Bei Super E10 liegen Mecklenburg-Vorpommern (2,078 Euro), Berlin (2,081 Euro) und Bayern (2,087 Euro) am unteren Ende der Preisskala. Ähnlich ist das Bild beim Diesel: Hier liegen Mecklenburg-Vorpommern bei 2,172 Euro sowie Berlin und Bayern bei jeweils 2,175 Euro. Die Raffinerien und Tanklager in diesen Regionen sind deutlich weniger von Transporten über den Rhein abhängig. Dadurch wirken sich die Folgen des Niedrigwassers dort weniger stark auf die Kraftstoffversorgung und die Preise aus. Für Bayern spielt dabei die Versorgung über die Transalpine Ölleitung aus dem Süden eine wichtige Rolle. In Berlin wirken sich zudem die hohe Tankstellendichte und der damit verbundene intensive Wettbewerb preisdämpfend aus. Die aktuellen Preisunterschiede zwischen den Bundesländern fallen deutlich stärker aus als dies üblicherweise der Fall ist.

Der Vergleich der Bundesländer macht insgesamt deutlich, dass die logistischen Herausforderungen durch das Niedrigwasser Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise haben. Dieser Sonderfaktor dürfte neben einem steigenden Ölpreis dazu beitragen, dass die Spritpreise bundesweit um einige Cent höher liegen.

Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Quelle: ADAC / CM