Fensterlose Plätze dürfen nicht als Fensterplätze verkauft werden

United Airlines musste sich vor Gericht wegen „fensterloser Fensterplätze“ verantworten. Die Sammelklage wurde von zwei Reisenden eingereicht, die der in Chicago ansässigen Fluggesellschaft vorwerfen, Passagieren einen Aufpreis für Fensterplätze berechnet zu haben, die tatsächlich über gar kein Fenster verfügen.

In der im August 2025 von den United-Passagieren Aviva C. und Marc B. eingereichten Klage wird geltend gemacht, dass sie Fensterplätze entweder bar oder mit Vielfliegermeilen gebucht hätten, nur um dann festzustellen, dass ihre Plätze tatsächlich keine Fenster hatten.

United darf keine Sitze am Fenster mehr gegen Extra-Gebühr verkaufen, wenn der Platz in Wahrheit fensterlos ist. Foto: United

Im vergangenen November 2025 beantragte United Airlines die endgültige Abweisung der Klage mit der Begründung, die erhobenen Ansprüche seien durch den „Airline Deregulation Act“ (Gesetz zur Deregulierung des Luftverkehrs) ausgeschlossen. Am Montag entschied der kalifornische Bezirksrichter James Donato, dass das Argument von United nicht stichhaltig sei.

Aviva C. gibt an, sie habe 169,99 US-Dollar an zusätzlichen Gebühren für einen Fensterplatz gezahlt, da sie unter Klaustrophobie leide; der Blick aus dem Flugzeugfenster helfe ihr, diese Angst zu lindern.  Sie hatte die mobile App von United Airlines genutzt, um gegen einen Aufpreis ihren bevorzugten Sitzplatz auszuwählen, und sich für einen Platz entschieden, der auf dem Online-Sitzplan als „Fensterplatz“ gekennzeichnet war. Was sie jedoch nicht wusste: Der gewählte Platz verfügte aufgrund der Anordnung der Sitze entlang des Flugzeugrumpfs über gar kein Fenster.

Der Klage zufolge täuscht United weiterhin Passagiere, indem das Unternehmen fensterlose Plätze auf seinen Online-Sitzplänen eindeutig als „Fensterplätze“ ausweist. Auch auf mobilen und ausgedruckten Bordkarten werden diese Plätze als Fensterplätze gekennzeichnet. United erklärt dazu, es gebe eine ganz einfache Erklärung: Nur weil ein Platz als Fensterplatz beworben werde, bedeute dies nicht zwangsläufig, dass man tatsächlich ein Fenster habe.

United ist eine der wenigen Fluggesellschaften, die das sogenannte WILMA-Verfahren beim Boarding anwenden (WILMA steht für „Window, Middle, Aisle“ – Fenster, Mitte, Gang). Dabei werden zunächst die Passagiere auf den Fensterplätzen zum Einsteigen aufgefordert, gefolgt von den Passagieren auf den Mittelplätzen und schließlich jenen auf den Gangplätzen. Das WILMA-Verfahren soll den Einstiegsprozess effizienter gestalten. Damit es funktioniert, muss die Fluggesellschaft jedoch auf der Bordkarte klar angeben, ob es sich um einen Fenster-, Mittel- oder Gangplatz handelt – selbst wenn der Fensterplatz gar kein Fenster besitzt.

In ihrem Antrag auf Klageabweisung argumentierten die Anwälte von United, dass die Verwendung des Begriffs „Fenster“ in Bezug auf einen bestimmten Sitzplatz nicht als Versprechen eines Fensterplatzes mit Aussicht nach draußen ausgelegt werden könne. „Vielmehr bezeichnet der Begriff ‚Fenster‘ die Position des Sitzplatzes – nämlich neben der Wand des Flugzeugrumpfes“, hieß es weiter. United führte weiter aus, die Klage sei abzuweisen, da die Beförderungsbedingungen jegliches stillschweigendes Versprechen ausschlössen, dass ein Fensterplatz tatsächlich ein Fenster haben müsse.

Richter Donato wusch den United-Anwäten den Kopf, teilte deren Auffassung nicht und schrieb in seiner Urteilsbegründung: „Die Präemption (beschreibt die Strategie, einem unmittelbar bevorstehenden Ereignis durch aktives Handeln zuvorzukommen, um so den Schaden abzuwenden oder zu minimieren) schließt Ansprüche, die sich aus einem angeblichen Verstoß einer Fluggesellschaft gegen ihre eigenen, selbst auferlegten Verpflichtungen ergeben, nicht aus.“

„Alle Ansprüche in der geänderten Klageschrift (FAC) beruhen auf Verträgen zwischen United und ihren Kunden oder auf anderen freiwilligen Verpflichtungen, die zu stillschweigenden Verträgen und einklagbaren Versprechen führten. Daher ist die Präemption nicht relevant.“ Zu Uniteds Argument, dass ein Fensterplatz lediglich einen Platz neben dem Rumpf bedeute, schrieb Richter Donato: „Diese Argumente sind alles andere als nicht stichhaltig.“

So vermeidet man einen Fensterplatz ohne Fenster. Während einige Fluggesellschaften ihre Online-Sitzpläne inzwischen proaktiv mit Hinweisen versehen, welche „Fensterplätze“ tatsächlich über kein Fenster verfügen, trifft dies auf die meisten Airlines nicht zu. Es gibt jedoch andere Möglichkeiten, diese Falle zu umgehen; die wohl zuverlässigste Methode ist die Nutzung der unabhängigen Website Aerolopa. Mn wähle einfach die Fluggesellschaft und das Flugzeugmodell aus, mit dem man reisen möchte, und es wird ein detaillierter Sitzplan angezeigt. Bei der Boeing-737-800-Flotte von United beispielsweise ist auf dem Sitzplan deutlich zu erkennen, dass in Reihe 11 das Fenster fehlt und man aus Reihe 12 nur eine eingeschränkte Sicht hat.

Ein kleiner Nachteil bei Aerolopa ist, dass man vorab wissen muss, mit welchem ​​Flugzeugtyp man fliegt. Diese Information ist meist im Online-Buchungssystem der Fluggesellschaft zu finden – allerdings sollte man bedenken, dass das Flugzeugmodell bis kurz vor Abflug noch gewechselt werden kann. Quelle: Bezirksgericht California / CM

E-Autos bestimmen den gewerblichen Automarkt

Nach mehreren von Krisen geprägten Jahren hatte die Automobilbranche auf eine Phase der Konsolidierung gehofft. Die aktuelle Fußball-WM bietet den Menschen zwar willkommene Unterhaltung – diesmal mit Hyundai und Kia als Sponsoren, nachdem bei der vergangenen EM noch BYD im Fokus stand. 

Dennoch bleibt das allgemeine Marktumfeld auch 2026 stark angespannt. Geopolitische Konflikte lassen die Ölpreise spürbar ansteigen, während gedämpfte Wirtschaftsprognosen und zunehmende Hitzewellen, verursacht hauptsächlich durch den Straßen- und Luftverkwehr, die Menschen belasten. Gleichzeitig bauen chinesische Hersteller ihre Marktpräsenz in Europa kontinuierlich aus, was deutsche Autokonzerne unter starken Kostendruck setzt und vermehrt zu geplantem Stellenabbau führt.

Der Relevante Flottenmarkt ließ ein wenig Federn (-1 % YTD) und konnte nicht an den Höhenflug der letzten Jahre anknüpfen. Autovermieter und der Fahrzeugbau legten beide kräftig zu (+18 % und +8 %), was allerdings eher unvorteilhaft zu bewerten ist, da es sich um vermehrte taktische Zulassungen handeln dürfte. 

Im zweiten messbaren Monat seit Einführung der neuen staatlichen Förderung für BEV und PHEV zeigen die Zeichen für die E-Mobilität weiterhin nach oben. Private BEV-Zulassungen stiegen um 155 %, sodass im selben Monat der Marktanteil der Stromer auf 41 % anstieg. Das ist der zweithöchst gemessene Wert jemals und katapultiert den Mittelwert für das erste Halbjahr auf ganze 32 % – Rekord für ein erstes Halbjahr. Letztes Jahr lag der Wert zum Vergleich noch bei 18 %. Plug-ins laufen derweil nur im Privatmarkt konstant und verharren bei ca. 7 % Marktanteil. Neben der Kaufprämie sorgt das Hoch bei den Kraftstoffpreise für keine gute Stimmung bei den Verbrennern. Die sind auch im Flottenmarkt auf dem absteigenden Ast. 

Der Flottenmarkt profitiert dagegen nicht von einer aktiven Kaufförderung. Trotzdem sorgen besser werdende E-Fahrzeuge und die fortlaufenden Steuervorteile für einen hohen Adaptionsgrad. In Flotten kamen BEV und PHEV gemeinsam auf stolze 47 % Marktanteil im ersten Halbjahr. Die Rückgänge aus dem Bereich der Benziner und Diesel können aber noch nicht ganz ausgeglichen werden, doch werden Diesel und Benziner sowieso bald keine Rolle mehr spielen. Zusätzlich erschwert es die aktuelle wirtschaftliche Situation langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen, wodurch einige Fuhrparks sparsam mit Neuanschaffungen sind. Im Markt für Transporter und Pkw-Utilities sah es im ersten Halbjahr 2026 ein wenig schlechter aus als bei den Pkw. Der Markt ging um 2 % zurück und verlor damit ein Volumen von knapp 4.000 Fahrzeugen. Der Großteil des Rückgangs kam aus dem Privat- und dem Flottenmarkt. Der Privatmarkt verlor dabei stärker mit -5 % gegenüber Flotten mit -3 %. Die taktischen Kanäle konnten zulegen, was für einen schwachen Markt spricht, da hier unverkaufte Volumina an den Mann gebracht werden können. Der Fahrzeugbau lag an der Spitze mit +9 %, gefolgt vom Fahrzeughandel mit 3 % und Schlusslicht Vermieter mit +1 %. Elektrozulassungen sind auxh da stark auf dem Vormarsch und stiegen in den ersten 6 Monaten um 52 %. Benziner und Diesel gaben beide deutlich nach (-20 % und -8 %). Quelle: Dataforce / CM

Bei der Bahn sollen die Kunden besser informiert werden

Die Deutsche Bahn (DB) investiert bis Ende 2027 rund 50 Mio. Euro zusätzlich in bessere Kundenkommunikation. DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder haben dazu die Eckpunkte des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation“ vorgestellt. 

Gerade in betrieblich angespannten Zeiten spielt die Kundeninformation eine zentrale Rolle. Das Sofortprogramm ist Teil der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ des Bundes. Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende: „Wir investieren 50  Mio. Euro zusätzlich in moderne IT und künstliche Intelligenz. Damit machen wir die Kundeninformation verlässlicher, schneller und besser. Als Vielfahrerin weiß ich, wie wichtig es ist, jederzeit an die für mich relevanten Informationen zu kommen.”

Bahnchefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder präsentierten man Mittwoch, 08. Juli das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“. Foto: DB

Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr: „Bisher ließen die Informationen für Reisende bei Verspätungen oder Zugausfällen oft zu wünschen übrig – ich begrüße sehr, dass sich das jetzt ändern soll. Denn bessere Kommunikation gibt den Reisenden Orientierung, Planungssicherheit und Handlungsmöglichkeiten. Das Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation soll dafür sorgen, dass Reisende künftig über alle Kanäle umfassend, nahezu in Echtzeit und einheitlich über das Reisegeschehen informiert werden.“

Detais des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation”:

• Schnell und individuell mit KI:
  – Mit der KI-basierten virtuellen Assistenz Kiana können in ihrem Account eingeloggte Nutzer:innen auf bahn.de präzise und individuelle Auskünfte zu ihrer Reise abfragen. Und das schnell, rund um die Uhr und in über 100 Sprachen. Zum Ende des Jahres wird Kiana für alle Reisenden auf bahn.de und im DB Navigator verfügbar sein. 
  – Die DB modernisiert ihre IT sowie die Prozesse in den Leitstellen. Dabei setzt sie voll auf Künstliche Intelligenz (KI). Eingehende Informationen zu Störungen werden schneller verarbeitet, aufbereitet und an die relevanten Kundenkanäle weitergegeben. Fahrgäste erhalten dadurch schneller als bisher verlässliche Hinweise, etwa zu Halteausfällen, Verspätungen oder Anschlussmöglichkeiten. 

• Eine App für alle Infos: Die DB Information, die Reisende von den Bahnhöfen kennen, wird in den digitalen Raum erweitert. Unter der Marke „DB Info“ entwickelt die DB eine anbieterneutrale Website sowie App, die ab Dezember 2026 verfügbar sein werden. Damit erhalten Reisende digital Echtzeit-Informationen zu ihrer Reisekette aus Hand der unabhängigen Infrastruktur – konsistent zur Information im Bahnhof. 

• Eine Info, alle Kanäle: Die Information über kurzfristige Gleiswechsel zeigt der DB Navigator deutlich schneller an. Statt wie bisher erst nach rund 60 Sekunden, wird sie jetzt bereits nach etwa 2 Sekunden im DB Navigator angezeigt. Damit sind Informationen zu kurzfristigen Änderungen über alle Kanäle hinweg zeitgleich für Reisende verfügbar. Noch in diesem Jahr wird auch die Push-Mitteilung unmittelbar über die App ausgespielt.

• Klarheit am Bahnsteig: 7.000 neue Anzeiger an kleinen, mittleren und großen Bahnhöfen bieten Reisenden bessere Lesbarkeit und mehr Platz für wichtige Informationen. An großen Bahnhöfen zeigen die Displays auch Klasse, Wagenreihung, Folgezüge und Serviceeinrichtungen an. Kleine Stationen bekommen moderne Anzeiger – inklusive Druckknopf zum Vorlesen und einem Monitor für Bauinformationen. 

• Ein Ort für alle Daten: Die zentrale Datenplattform der Reisendeninformation wird an die DB InfraGO übertragen. Damit schaffen Bund und DB InfraGO die technische Grundlage für eine verbesserte integrierte Reisendeninformation über Betreibergrenzen hinweg.

Das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“ ist eines von insgesamt drei Programmen, die DB und Bund gemeinsam umsetzen, um schnelle Effekte für ein besseres Reiseerlebnis zu erreichen. Zahlreiche Projekte zur Qualitätsverbesserung sind bereits direkt und spürbar umgesetzt. Dabei geht es – neben besserer Kundenkommunikation – um mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen und mehr Komfort in den Zügen des Fernverkehrs. Quelle: DB / CM

Nach Generalsanierung fertig und doch nicht fertig

Die Deutsche Bahn teilt mit, dass die ICE Magistrale Nürnberg–Regensburg nach der Generalsanierung nicht wie geplant am 10. Juli, sondern erst zum 31. Juli 2026 wieder in Betrieb gehen kann. Als Grund wird die noch ausstehende sicherheitstechnische Überprüfung der neuen Stellwerkstechnik genannt. Gleise, Weichen und Oberleitungen sind fertiggestellt – das Nadelöhr liegt allein bei der Abnahme der Leittechnik.

Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht darin kein Einzelproblem, sondern ein Symptom eines systemischen Versagens. „Das wiederholt sich bei jeder Generalsanierung: Die Bauarbeiten laufen, aber am Ende blockiert die Abnahme der Stellwerkstechnik den Betrieb – schon die Riedbahn ging nur mit Abstrichen und ohne ETCS in Betrieb“, sagt Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Die DB InfraGO muss endlich ein transparentes, für die Zivilgesellschaft nachprüfbares Konzept vorlegen, wie sie dieses Problem strukturell lösen will – und sich dabei nicht allein auf die Hersteller verlassen. Die im Mai angekündigte zentrale Programmsteuerung für Stellwerksprojekte bleibt eine Blackbox, solange von außen nicht transparent sichtbar ist, ob die Prüfkapazitäten tatsächlich zu den geplanten Inbetriebnahmen passen.“

„Wenn das Thema Abnahmeprüfung nicht gelöst wird, sind nicht nur die Generalsanierungen und die Digitalisierung des Netzes massiv gefährdet“, so Prof. Iffländer. „Das ist kein technisches Randproblem – das ist eine der entscheidenden Engstellen für die Zukunft des deutschen Schienennetzes, und die von allen geforderte Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.“ Quelle: Pro Bahn / CM

Politik muss mehr tun bei der Bahn

„Stillstand in der Bahnpolitik überwinden – Strukturreformen umsetzen, Kapazitäten des Schienennetzes verstärken und ein gutes Fernverkehrsangebot sicherstellen“ lautet der Titel eines Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/6922). Er soll am Donnerstag, 9. Juli 2026, erstmals durch den Bundestag beraten werden.

Die Grünen-Abgeordneten fordern darin von der Bundesregierung u.a. die Sicherstellung, dass Deutschland die Ziele des Masterplans Schiene erreicht, dass die Sanierung des Schienennetzes in einem hohen Tempo erfolgt und dass der Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur mit dem Ziel der Etablierung des Deutschlandtaktes „nicht durch die ausbleibende auskömmliche Finanzierung weiter verzögert wird“. 

Ausgerechnet in einer Zeit, in der immer mehr Menschen Bahn fahren wollten, die Nachfrage nach Zugtickets ansteige und Unternehmen den Einstieg in den deutschen Schienenverkehrsmarkt planten bzw. ihre Streckenangebote ausweiten wollten, „kommt das deutsche Schienennetz an seine Kapazitätsgrenzen und ist immer stärker überlastet“, heißt es in dem Antrag. Umgekehrt seien Bahnangebote im Fernverkehr abseits der hoch rentablen Metropolverbindungen auf dem Rückzug – Linien würden schrittweise reduziert oder eingestellt. Auf überlasteten Strecken drohe die Verdrängung des Regionalverkehrs, in der Fläche die Einstellung des Fernverkehrs. „Dieser problematischen Entwicklung schaut die schwarz-rote Bundesregierung bisher tatenlos zu“, urteilen die Grünen.

Der Bund sei für die Finanzierung der Erweiterung des Bahnnetzes verantwortlich, betonen sie. Weil die schwarz-rote Bundesregierung „trotz der großen Spielräume des Sondervermögens“ keine ausreichenden Mittel bereitstelle, würden wichtige Aus- und Neubauprojekte eingestellt und reihenweise Planungsteams abgezogen. Eine Wiederaufnahme der Planungen sei nur nach mehreren Jahren und einer Weiterfinanzierung der Planungskosten möglich, da teilweise Planungskräfte wieder neu eingearbeitet und Pläne aktualisiert werden müssten. „So geht wertvolle Zeit verloren und Projekte werden durch politische Unentschlossenheit teurer“, heißt es in dem Antrag.

Verlangt wird darin konkret, die Streichung von Fernverkehrshalten wie beispielsweise in Bochum, Duisburg und Düsseldorf in der „Agenda für zufriedene Kunden“ von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nicht in Kauf zu nehmen, sondern die Schieneninfrastruktur zu erweitern und mehr Schienenverkehrsangebote zu ermöglichen. An der Priorität eigenwirtschaftlicher Angebote im Fernverkehr muss aus Sicht der Grünen festgehalten werden. Zugleich müsse aber die Anbindung von Städten wie Jena, Dessau, Chemnitz oder Heilbronn, „die verkehrspolitisch gewünscht, aber schon bisher nicht eigenwirtschaftlich erbringbar ist“, finanziell gefördert werden. Dafür könnten in einem ersten Schritt Trassenpreise gezielt reduziert und bei anhaltender Unwirtschaftlichkeit Zugverkehre auf diesen Strecken bestellt werden, heißt es. Quelle: Bundestag / CM

Hitzewellen werden künftig die Luftfahrt behindern

Flugverkehr trägt ziemlich stark zum Klimawandel bei. Und der könnte aber auch den Flugverkehr beeinträchtigen, enthüllt eine neue Studie. Das Augenmerk liegt auf den Außentemperaturen beim Abheben der Jets.

Der Klimawandel könnte den Flugverkehr und damit auch den Geschäftsreiseverkehr in Zukunft stark beeinträchtigen. Wegen hoher Temperaturen müssen in nicht allzu ferner Zukunft viele Flugzeuge am Boden bleiben – oder Passagiere oder ihr Gepäck dürfen nicht mitfliegen. Häufigere Hitzewellen und steigende Temperaturen – verursacht durch globale Erwärmung – könnten in Zukunft bis zu einem Drittel internationaler Flüge verzögern oder verhindern. In einigen Jahrzehnten müssten an richtig heißen Tagen manche Flugzeuge am Boden bleiben, beschreibt eine neue Studie aus den USA.   

Große Flugzeuge werden künftig bei extremer Hitze Probleme bekommen. Foto: Unsplash

Schon heute verbieten Triebwerkshersteller bzw. einige Airlines das Abheben von Flugzeugen aus Sicherheitsgründen bei Temperaturen von mehr als 47 ° C, weil der nötige Schub der Triebwerke nicht mehr garantiert werden kann. Bekanntlich ist die Temperatur ein wesentlicher Faktor für den Auftrieb von Flugzeugen. Je wärmer es ist, um so geringer ist die Dichte der Luft, damit sinkt auch der Auftrieb an den Tragflächen. 

Wissenschaftler der Columbia University in New York haben im Fachmagazin Climatic Change berechnet, wie stark die Erderwärmung die zivile Luftfahrt beeinträchtigen wird. Demnach wären Mitte bis Ende des 21. Jahrhunderts zehn bis 30 % aller Starts um die Mittagszeit von Hitze-Einschränkungen betroffen.

Die Forscher haben für 19 Flughäfen und vier Flugzeugtypen untersucht, wie stark sich der Klimawandel auswirkt. Besonders hart träfe es demnach Flughäfen im arabischen Raum wie Dubai, wo infolge der Erderwärmung mehr Hitzewellen erwartet werden. Aber auch Airports in Nordamerika und vermutlich auch in Europa müssten künftig an mehr als 50 Tagen im Jahr Gewichtseinschränkungen verhängen. Auch hier zu Lande sagen Wissenschaftler Temperaturen von 45 °C und mehr in den kommenden Jahren vorher.

Die Forscher vermuten zudem, dass größere Jets wie A380, Tripleseven, A350 oder Dreamliner B 787  künftig besonders oft Gewicht reduzieren müssen. Das aber hat für die Airlines erhebliche finanzielle Folgen, wenn weniger Passagere und weniger Gepäck pro Langstreckenflug transportiert werden dürfen. Einige Flughäfen fangen bereits an, sich auf steigende Temperaturen einzustellen: Sie bauen längere Startbahnen, oder lassen Langstreckenflüge nur morgens oder abends starten, wenn es kühler ist. Quelle: Climatic Change / CM

Heike Birlenbach verlässt Swiss

Nach über drei Jahrzehnten in verschiedenen Führungsfunktionen innerhalb der Lufthansa Group wird Heike Birlenbach ihre berufliche Laufbahn im Konzern Ende September 2026 abschließen und Swiss verlassen. Birlenbach will sich nach ihrem Ausscheiden neuen Aufgaben außerhalb des Lufthansa-Konzerns widmen.

Seit Anfang 2024 verantwortet Heike Birlenbach als Chief Commercial Officer die kommerziellen Bereiche der Lufthansa-Tochter Swiss. In dieser Funktion hat sie die Premiumpositionierung der Airline weiter geschärft und wichtige strategische Initiativen vorangetrieben. 

CCO Heike Birlenbach verlässt Swiss. Foto: Swiss

Unter ihrer Führung führte Swiss das neue Langstreckenprodukt Swiss Senses ein, entwickelte ihre Kundenstrategie weiter und stärkte Partnerschaften in der Schweiz. Sie setzte sich zudem für die Digitalisierung und Modernisierung des Kundenservices ein und gab der konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden zusätzliche Impulse. Auch die Neuausrichtung von Swiss WorldCargo wurde während ihrer Amtszeit angestoßen. Damit hat Heike Birlenbach dazu beigetragen, dass Swiss in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte beim Kundenerlebnis und bei der Weiterentwicklung ihres Premiumanspruchs erzielen konnte.

Zuvor prägte Heike Birlenbach während vieler Jahre unterschiedliche Führungsfunktionen innerhalb der Lufthansa Group in London, Amsterdam, Mailand, München und im Hauptquartier der Lufthansa Group in Frankfurt. Sie gestaltete u.a. die globale Vertriebsorganisation, förderte die Digitalisierung der Kundenkanäle sowie die Entwicklung neuer Produkt- und Servicekonzepte und setzte sich dabei stets für eine konsequente Kundenorientierung und hohe Qualitätsstandards ein.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Führungsstrukturen innerhalb der Lufthansa Group wird die Funktion des Chief Commercial Officer auf Airline-Ebene künftig nicht mehr weitergeführt. Die Themen rund um das Kundenerlebnis bei Swiss werden direkt durch CEO Jens Fehlinger verantwortet, Quelle: SWISS / CM

Geschäftsreisen im Zwiespalt

Mitarbeitende erleben Geschäftsreisen zunehmend als Spannungsfeld. Das zeigen die Ergebnisse der achten „Global Business Travel Survey“ von SAP Concur. Einerseits geben 93 % der Befragten an, dass Dienstreisen sich positiv auf ihr psychisches oder körperliches Wohlbefinden auswirken. Doch andererseits sagen 67 %, dass sie zögern, in diesem Jahr Geschäftsreisen anzutreten. Hauptgründe sind Sicherheitsbedenken, Angst vor Reiseunterbrechungen sowie zunehmende Unsicherheiten.

Die Umfrageresultate kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen verstärkt in Geschäftsreiseprogramme investieren. 82 % der Finanzverantwortlichen in deutschen Unternehmen planen für 2026 höhere Reisebudgets. Gleichzeitig verändert sich das Verhalten der Reisenden aufgrund geopolitischer Spannungen und Risiken im Bereich der Informationssicherheit. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die steigenden Erwartungen der Mitarbeitenden zu erfüllen und gleichzeitig eine noch nie dagewesene Komplexität zu bewältigen.

Geschäftsreisen bleiben wichtig, die Erwartungen steigen jedoch. Trotz anhaltender Unterbrechungen im globalen Reiseverkehr geben 93 % der Befragten an, dass Dienstreisen sich positiv auf ihr mentales oder physisches Wohlbefinden auswirken. Die Gründe sind vielfältig: 45 % schätzen die Abwechslung vom Arbeitsalltag. 44 % empfinden den Tapetenwechsel als mentale Erholung. Für 36 % sind Geschäftsreisen eine Gelegenheit für persönlichen Austausch mit Kollegen und Kunden  – etwas, das im Arbeitsalltag oft zu kurz kommt.

Eltern spüren den persönlichen Nutzen noch deutlicher. 33 % sagen, dass Geschäftsreisen für sie eine Auszeit von familiären oder privaten Verpflichtungen darstellen. Bei den Reisenden ohne Kinder sind dies 26 %. Eltern nennen häufiger den Zugang zu Wellness-Einrichtungen in Hotels (33 % gegenüber 25 %) und Möglichkeiten für Sport und Bewegung, die ihnen zu Hause fehlen (22 % gegenüber 14 %).

In einer Zeit, die von Erschöpfung und digitaler Überlastung geprägt ist, sehen viele Berufstätige das Reisen als Chance, wieder mehr mit Kollegen und Kunden, aber auch sich selbst in Kontakt zu kommen. Geschäftsreisen sind für Mitarbeitende offenbar längst mehr als ein notwendiges Übel.

Dem positiven Nutzen stehen jedoch zunehmende Unsicherheiten gegenüber. 67 Prozent der Geschäftsreisenden geben an, dass sie dieses Jahr zögern, Geschäftsreisen anzutreten. Hauptgründe sind Sicherheitsbedenken in geopolitisch angespannten Regionen (31 %), Angst vor Reiseunterbrechungen wie Flugverspätungen oder -ausfälle (28 %) sowie Unsicherheiten bei Einreise- und Identitätsanforderungen (16% ). Quelle: SAP Concur / CM

Steigende Budgets, fehlende Tools 

Finanzverantwortliche in deutschen Unternehmen erkennen weiterhin den strategischen Wert von Geschäftsreisen an. Nahezu alle von SAP Concur befragten CFOs (97 %) halten Geschäftsreisen für wichtig für die Wachstumsstrategie ihres Unternehmens. 82 % erwarten, dass das Reisebudget in diesem Jahr steigen wird. 

Aber mit steigenden Investitionen gehen auch strengere Kontrollen einher. Fast neun von zehn CFOs (89 %) sind der Meinung, dass Travel Manager besser begründen müssen, wie Geschäftsreisen zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen.

Mobilitätsmanager hingegen geben an, dass sie die Rentabilität nachweisen sollen, ohne ausreichende Unterstützung von ihrer Organisation zu erhalten. 84 % sind sich einig, dass sie die Unternehmensziele ohne stärkere Rückendeckung der Finanzverantwortlichen nicht vollständig erreichen können. Ihre wichtigsten Anforderungen umfassen: bessere Daten und Erkenntnisse zum Nachweis der Rentabilität (44 %), Schulungen zum effektiven Einsatz von KI (43 %), mehr Unterstützung für Richtlinienänderungen oder neue Initiativen (42 %) sowie zeitgemäße Technologielösungen (40 %).

Diese Diskrepanz offenbart eine zentrale Herausforderung: Wenn Unternehmen mehr in Geschäftsreisen investieren, riskieren sie, diese Investitionen zu untergraben, sofern sie Reisemanagern nicht die Tools und Unterstützung bereitstellen, die für messbare Ergebnisse erforderlich sind.

Die Ergebnisse aus dem Jahr 2026 zeigen, dass Geschäftsreisen im Hinblick auf Wachstum, Zusammenarbeit und Mitarbeitererlebnis weiterhin einen erheblichen Mehrwert bieten. Doch sie offenbaren auch wachsende Diskrepanzen zwischen den Erwartungen der Unternehmen an Reiseprogramme und den tatsächlichen Erfahrungen der Mitarbeitenden auf Geschäftsreisen – Diskrepanzen, die sich zunehmend auf das Wohlbefinden der Reisenden, die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die Richtlinienkonformität und das Vertrauen in die Unternehmensführung auswirken.

Unternehmen, die diese Lücken schließen, indem sie klarer kommunizieren, bessere Governance bieten, Reisende stärker unterstützen und Tools zur Verfügung stellen, die Mitarbeitende gerne nutzen, sind besser aufgestellt. Sie können Geschäftsreiseprogramme aufbauen, denen Mitarbeitende vertrauen und die von der Führungsebene mit Überzeugung unterstützt werden. Quelle: SAP Concur / CM

Geschäftsreisende erwarten mehr Unterstützung ihrer Sicherheit

Aus Sicht der Reisemanager ist die Lage ernst: 86 % der Befragten befürchten, dass ihr Unternehmen nicht genug für die Sicherheit der Mitarbeitenden auf Reisen tut. Interessanterweise sehen nur 38 %  der CFOs ihr Unternehmen in vollem Umfang verantwortlich für die Sicherheit der Mitarbeitenden auf Geschäftsreisen. Die Mehrheit sieht diese Verantwortung in erster Linie bei den Mitarbeitenden selbst.

Die größte Gefahr bei Geschäftsreisen ist laut Reisemanagern das Risiko, dass sensible Daten bei Auslandsreisen gehackt werden (44 %) – noch häufiger genannt als geopolitische Konflikte (43 %), kurzfristige Verspätungen (39 %) oder schwere Unwetter (39 %).

Technologische Lösungen wie Standort-Tracking können dazu beitragen, die Sicherheit der Mitarbeitenden zu erhöhen. Das funktioniert aber nur, wenn in Konfliktregionen das Internet nicht abgeschaltet wird. Grundsätzlich sind Reisende bereit, ihre Standortdaten zu teilen – allerdings nicht bedingungslos. So geben 79 % an, zumindest teilweise damit einverstanden zu sein, dass Arbeitgeber ihren Standort während Geschäftsreisen verfolgen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Doch das Vertrauen bleibt fragil: Fast ein Drittel (29 %) sagt, dass eine Echtzeitüberwachung von Standort und Ausgaben ihr Vertrauen in die Unternehmensführung erschüttern würde.

Die Ergebnisse verdeutlichen einen zunehmenden Balanceakt: Mitarbeitende erwarten auf Reisen immer mehr Unterstützung und Absicherung durch den Arbeitgeber, verlangen aber gleichzeitig Transparenz darüber, wie ihre Daten verwendet werden. Quelle: SAP Concur / CM