Wohl und Wehe der Golf-Carrier hängt von Trump und den Mullahs ab

In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten haben die drei Drehkreuze Dubai (DXB), Doha (DOH) und Abu Dhabi (AUH) wesentliche Verkehrsströme zu Lasten anderer Hubs an ich gerissen. Und zum Leidwesen vor allem der europäischen Fluglinien haben die Golf-Carrier Emirates, Qatar Airways und Etihad maßgeblich den Flugverkehr zwischen Europa und Asien/Pazifik bestritten. Als Folge des Nahostkriegs (USA/Iran bzw. Israel/Libanon) haben sich die Passagierströme weg von den Golf-Nationen bewegt.  

Ob Emirates, Etihad oder Qatar Airways, das Golf-Trio konnte Lufthansa & Co. nicht nur mit den Flugpreisen ärgern, sondern auch mit kaum zu übertreffenden Services und der Tatsache, dass die drei den für westliche Airlines verbotenen russischen Luftraum nutzen. Mit den kriegerischen Auseinandersetzungen seit 28. Februar 2026 und den iranischen Raketenangriffen auch die VAE-Flughäfen war es schnell vorbei mit der Herrlichkeit. Zwar haben alle drei Netzwerkcarrier von Persischen Golf ihre Aktivitäten wieder hochgefahren, aber die Passagiere insbesondere aus Europa haben sich anderweitig orientiert und machen seitdem einen Bogen um die Golf-Länder. Profiteure waren vor allem Singapur, teils auch Istanbul.

Nun soll es am Freitag, 19. Juni 2026  in der Schweiz zu einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen. Freilich weiß niemand so ganz genau weiß, was wirklich passieren wird, denn Donald Trump entscheidet heute so, morgen diametral anders. Experten zufolge werden die drei Golf-Fluglinien, sollte es tatsächlich zum Waffenstillstand bzw. Frieden kommen, wohl mit gesenkten Ticketpreisen versuchen, verlorenes Terrain wieder zu erobern. Letzteres aber hat Emirtes-CEO Sir Tim Clark aber ausgeschlossen. 

Das Gelingen hängt aber auch davon ab, ob und wie die Kerosinpreise sinken werden; denn das so genannte Friedensabkommen lässt dem mörderischen Mullah-Regime in Teheran die Option offen, die Meeresstraße von Hormus jederzeit zu schließen bzw. die Nutzer mit horrenden Gebühren zur Kasse zu bitten. Quelle: CM

Emirates: Eigene Version der europäischen Fluggastrechte 

Die unter Druck stehende Großfluggesellschaft Emirates aus Dubai hat ein Reiseversicherungsprodukt auf den Markt gebracht, das weitgehend die Schutzmaßnahmen der bekannten europäischen Fluggastrechteverordnung (EU-261) nachbildet. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Um den Versicherungsschutz von Emirates in Anspruch nehmen zu können, muss man extra dafür bezahlen.

Emirates hat mit Hochdruck an diesem neuen Versicherungsangebot gearbeitet, um Passagiere zurückzugewinnen, die ihre Reisen aufgrund der anhaltenden Sicherheitslage – ausgelöst durch die am 28. Februar von den USA und Israel gemeinsam gestartete Militäroperation gegen den Iran – von Zielen im Nahen Osten weg verlegt hatten.

Emirates bietet nun eine Reiseversicherung an, die auch Schutz bei konfliktbedingten Reiseunterbrechungen umfasst. Bereits vergangene Woche hatte Sir Tim Clark, der langjährige Präsident von Emirates, angekündigt, dass die Airline ihren Passagieren diverse „Anreize“ bieten wolle. Damit soll verdeutlicht werden, dass sich ein Flug nach Dubai oder die Nutzung der Glitzermetropole als Transitknotenpunkt für Weiterreisen nach wie vor lohnt. Clark– dem es zugeschrieben wird, Emirates zur (nach internationalen Passagierzahlen) größten Fluggesellschaft der Welt gemacht zu haben – erklärte, die Airline habe verschiedene Ideen, um Passagiere zurückzugewinnen, ohne dabei auf Ticketrabatte zurückzugreifen; Letzteres sei aufgrund der durch den Iran-Konflikt bedingten hohen Kerosinpreise nicht möglich.

Eine dieser Ideen bestand darin, den Passagieren zuzusichern, dass sie im Falle einer Flugstreichung oder erheblichen Verspätung – etwa durch Luftraumsperrungen oder andere konfliktbedingte Probleme – für die Dauer der Verzögerung in Hotels kostenfrei untergebracht und anderweitig an ihr Ziel befördert würden; dies schließt auch die Bezahlung anderer Fluggesellschaften für den Transport der eigenen Passagiere ein. Nun wurden Einzelheiten zu diesem Vorhaben bekannt: Emirates kündigte die Einführung der „weltweit umfassendsten Reiseversicherung“ an. Diese beinhaltet u.a. die Umbuchung von Passagieren auf eine andere Fluggesellschaft, falls Emirates-Flüge nicht verfügbar sind – etwa aufgrund konfliktbedingter Probleme.

Interessant ist jedoch, dass Passagiere, die von einem EU-Land aus mit Emirates reisen, bereits durch die EU-Verordnung 261 (EU-261) über entsprechende Schutzrechte verfügen.

Die EU-Verordnung 261 ist vor allem für ihre großzügigen Entschädigungsregelungen bei Verspätungen bekannt, die es Passagieren ermöglichen, bei erheblichen, von der Fluggesellschaft zu verantwortenden Verspätungen bis zu 600 Euro pro Person zu beanspruchen. Doch auch wenn die Fluggesellschaft nicht zur Zahlung dieser Entschädigung verpflichtet ist – etwa weil die Verspätung außerhalb ihres Einflussbereichs liegt –, unterliegt sie dennoch einer Betreuungspflicht gegenüber den Passagieren. Diese Betreuungspflicht umfasst:

•              Bereitstellung von Erfrischungen, die der Dauer der Verspätung angemessen sind. •              Hotelunterbringung bei Verspätungen, die eine Übernachtung erforderlich machen. •              Beförderung zwischen Flughafen und Unterkunft. •              Umbuchung auf einen Alternativflug zum frühestmöglichen Zeitpunkt – gegebenenfalls auch bei einer anderen Fluggesellschaft, sofern dies die beste verfügbare Option darstellt.

Emirates ist verpflichtet, diese Unterstützungsleistungen für Passagiere anzubieten, die von Europa aus reisen (ebenso bei Flügen ab dem Vereinigten Königreich gemäß dessen eigenen Fluggastrechte-Gesetzen); für Flüge in anderen Teilen des Streckennetzes besteht für Emirates jedoch keine entsprechende gesetzliche Verpflichtung.

Die Vereinigten Arabischen Emirate prüften einst die Einführung eigener Regelungen nach dem Vorbild der EU-Verordnung 261, entschieden sich jedoch dagegen und überließen es den Fluggesellschaften, selbst zu bestimmen, welches Maß an Betreuung sie verspäteten Passagieren anbieten.

In den meisten Fällen übernimmt Emirates die Kosten für die Hotelunterbringung bei erheblichen Verspätungen, doch besteht hierauf kein rechtlicher Anspruch. Emirates gibt an, dass die Hotelunterbringung – auch bei langen Verspätungen – künftig zum Standardangebot der Fluggesellschaft gehören soll; für eine Umbuchung auf eine andere Fluggesellschaft wird jedoch voraussichtlich der Abschluss des neuen Versicherungsprodukts der Airline erforderlich sein.

Neben der Umbuchungsgarantie umfasst die Versicherung auch einen Krankenversicherungsschutz für konfliktbedingte Vorfälle – eine Leistung, zu der Fluggesellschaften, die der EU-Verordnung 261 unterliegen, nicht verpflichtet sind.

Sir Tim Clark äußerte sich zu dem neuen Versicherungsprodukt und erklärte, die Fluggesellschaft wolle damit eine Marktlücke schließen, da herkömmliche Versicherungspolicen in Konfliktzeiten oft weitgehend nutzlos seien. Laut dem CEO ist die Reisenachfrage weiterhin hoch, auch wenn die First-Class-Suiten von Emirates derzeit nur zur Hälfte so stark ausgelastet sind wie vor Beginn des Konflikts. Dennoch ist Emirates zuversichtlich, dass die Nachfrage wieder anziehen wird, sobald sich die Sicherheitslage stabilisiert hat.

VAE organisierten Rückholflüge. Als am 28. Februar der Luftraum über dem Nahen Osten plötzlich gesperrt wurde, saßen Zehntausende Passagiere in der gesamten Region unvermittelt im Ausland fest, ohne zu wissen, wie sie nach Hause gelangen sollten. Die Behörden in den VAE reagierten rasch: Sie wiesen Hotels an, die Aufenthalte aller Gäste zu verlängern, und organisierten Unterkünfte für Passagiere, die sich auf der Durchreise befunden hatten. Die Regierung übernahm die Hotelkosten vollständig und nahm den gestressten Reisenden damit eine große Sorge ab.

In den VAE konnte der Flugbetrieb innerhalb weniger Tage eingeschränkt wieder aufgenommen werden, um Rückholflüge für Touristen durchzuführen. In Katar indes sahen sich die Behörden gezwungen, Tausende von Passagieren per Bus ins benachbarte Saudi-Arabien zu bringen, von wo aus sie Flüge in ihre Heimatländer antreten konnten. Quelle: Emirates / CM

Polen: Kompetenzzentrum für modernste Hochgeschwindigkeitszüge 

PESA Bydgoszcz, Polens größter Hersteller von Schienenfahrzeugen, und Hitachi Rail, ein weltweit führender Bahntechnikhersteller, haben eine strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Partnerschaft umfasst die Entwicklung und Produktion von Hochgeschwindigkeits-Schienenfahrzeugen, ein gemeinsames Produktangebot für Doppelstockzüge sowie den Transfer fortschrittlicher Technologien.

Diese Zusammenarbeit gibt der Entwicklung der polnischen Eisenbahnindustrie einen bedeutenden Schub und stärkt das lokale Know-how in Bereichen, in denen der polnische Markt gerade erst beginnt, Erfahrungen aufzubauen. Für PESA markiert dies den Beginn der nächsten Phase einer konsequenten Weiterentwicklung. Die Hitachi-Gruppe ihrerseits wird durch ihre Partnerschaft mit Polens größtem Hersteller von Schienenfahrzeugen ihr Engagement in Schlüsselbranchen der polnischen Wirtschaft, darunter Verkehr, Energie und Finanzen, erheblich verstärken.

Europas erfolgreichster Hochgeschwindigkeitszug ETR 1000 von Hitachi Rail, soll künftig auch bei der polnischen PKP Intercity fahren. Hier ein solcher Triebzug in Spanien. Foto Iryo

Einer der Kernpunkte der Absichtserklärung („MoU“), die zwischen Hitachi Rail und PESA Bydgoszcz unterzeichnet wurde, ist die gemeinsame Teilnahme an einer Ausschreibung der PKP Intercity zur Beschaffung von 20 elektrischen Triebzügen (EMUs) mit einer Betriebsgeschwindigkeit von mindestens 320 km/h (VHS-Fahrzeuge – Very High Speed), mit einer Option auf weitere 35 Triebzugeinheiten und deren Wartung über 30 Jahre. Die Vereinbarung sieht einen zweistufigen Produktionsprozess vor. Die ersten 20 Einheiten würden in den Werken von Hitachi Rail in Italien hergestellt. Die zweite Phase des Projekts sieht die Einbindung und schrittweise Ausweitung der Beteiligung des in Bydgoszcz (ehemalige Bromberg, achtgrößte Stadt Polens mit ca. 330.000 Einwohner) ansässigen Unternehmens am Produktionsprozess vor, was letztendlich zu einer teilweisen Lokalisierung der VHS-Fahrzeuge führen soll. PESA wäre zudem für die technische Wartung aller Züge in Polen verantwortlich.

ETR 1000 für PKP Intercity. Als Teil des Konsortiums planen die Partner, dem polnischen Bahnunternehmen PKP Intercity den ETR1000-Zug (Frecciarossa 400)  das Flaggschiff von Hitachi Rail – anzubieten, der sich in den letzten zehn Jahren auf europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecken außerordentlich gut bewährt hat und damit die Rolle der Bahn als Alternative zu Kurzstreckenflügen stärkt. Die ETR1000-Züge, bei Millionen von Geschäftsreisenden höchst beliebt, sind für den Betrieb in Ländern wie Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Spanien zugelassen und kompatibel mit den verschiedenen in Europa verwendeten Strom- und Signalsystemen. Sie zeichnen sich u.a. durch ihr aerodynamisches Design und modernste Energiesparlösungen aus, die sich in einer hohen Betriebseffizienz niederschlagen. Die Züge, die b 2027 bzw. 28 auch zwischen Neapel/Rom und München sowie Berlin fahren, sind bekannt für höchsten Reisekomfort.  

Technologietransfer. Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller der legendären japanischen Shinkansen und des berühmten ETR1000-Zugs eröffnet PESA zudem völlig neue technologische Möglichkeiten. Ein zweiter wichtiger Aspekt der Partnerschaft ist der Technologietransfer, der u.a. das Schweißen von Aluminium-Zugkarosserien und den Bau von Doppelstockzügen umfasst.  

In Bydgoszcz werden modernste Produktionsstätten errichtet, die zu einem lokalen Kompetenzzentrum für diese Technologien werden und die Umsetzung weiterer Projekte, darunter die Produktion moderner Doppelstockfahrzeuge, in Polen ermöglichen.

„Unsere Zusammenarbeit mit Hitachi Rail, einem weltweiten Pionier im Hochgeschwindigkeitsbahnverkehr und einem Vorreiter bei innovativen Eisenbahntechnologien, ist für uns ein historischer Moment. Dank des Technologietransfers und der Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Aluminiumkonstruktionen in Bydgoszcz reiht sich PESA in die europäische Liga der Hersteller der schnellsten Züge ein. Dies ist nicht nur ein gemeinsames Angebot für PKP Intercity, sondern auch die Grundlage für die Produktion moderner Doppelstockzüge in unserem Werk in Bydgoszcz für Märkte in der gesamten CEE-Region“, betonte Krzysztof Zdziarski, Vorstandsvorsitzender von PESA Bydgoszcz SA.

„Die Partnerschaft mit PESA stellt einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau unserer internationalen Präsenz und bei der Förderung innovativer Schienenverkehrslösungen in ganz Europa dar. Durch die Kombination von globalem Know-how mit starken lokalen Kompetenzen tragen wir aktiv zu einem besser vernetzten, effizienteren und nachhaltigeren Mobilitätsökosystem bei – ganz im Sinne unserer langfristigen Vision für die Zukunft des Schienenverkehrs“, sagte Stefano Santinelli, Senior Vice President, Chief Government, PA & Communications Officer bei Hitachi Rail.

„Die Partnerschaft zwischen PESA und Hitachi Rail markiert die nächste Etappe in der Entwicklung des in Bydgoszcz ansässigen Unternehmens, wobei PESA zunehmend die Rolle eines führenden Industriepartners bei Projekten übernimmt, die Hightech-Know-how erfordern. Diese Partnerschaft stützt sich auf die europäischen Ressourcen von Hitachi Rail, darunter das italienische Know-how bei der Herstellung von Schienenfahrzeugen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr, und ist Teil der strategischen Dimension der Zusammenarbeit zwischen Polen und Japan – einem der weltweit führenden Länder im Bereich der Eisenbahntechnologie“, sagte Piotr Matczuk, Präsident des Polnischen Entwicklungsfonds. Quelle PESA, Hitachi / CM

NS verkauf IC-Wagen nach Bulgarien

Der erste private Bahnbetreiber in Bulgarien – „Ivkoni Express“ – bereitet sich auf den Personenverkehr vor und wird zu diesem Zweck die bsherigen Intercitywagen ICRm des niederländischen Staatsbahn NS einsetzen.

Nach einem Ausschreibungsverfahren des bulgarischen Verkehrsministeriums wurde der westliche Teil Bulgariens, auf den etwa 75 % des gesamten Schienenverkehrs entfallen, an „BDŽ Passagierverkehr“ vergeben. „Ivkoni Express“ erzielte die höchste Bewertung bei den beiden übrigen Dienstleistungspaketen, der nördlichen Region mit 14 % und der südlichen mit 11 %. Alle Verträge haben eine Laufzeit von 12 Jahren und treten am 13. Dezember 2026 in Kraft.

Die NS hat einen Teil ihrer Intercity-Wagen an ein bulgarische Privatbahnunternehmen verkauft. Foto: Jules Draaijers, NS.

Ein Teil der inzwischen ausgemusterten Flotte der niederländischen IC-Wagen (ICR) wurde an Bulgarien verkauft, ein weiterer ist für das niederländische Verteidigungsministerium bestimmt. Gezogene bzw. geschobene Reisezugwagen haben einen höheren Restwert und lassen sich leichter verkaufen als elektrische Triebzüge, vor allem wenn diese Triebzüge nur eine elektrische Spannung vertragen. Die bis vor kurzem angebotenen ICR standen auch auf DB Gebrauchtzug zum Verkauf.

Das Modernisierungsprojekt mit 72 der ehemaligen IC-Wagen wird im Auftrag der in Wien ansässigen Creditas Mobility durchgeführt. Das Unternehmen gehört zur niederländischen Creditas Group und ist speziell auf den Erwerb von gebrauchten Personenwagen, deren Modernisierung nach aktuellen Standards und deren Vermietung an europäische Bahnbetreiber spezialisiert. Die niederländischen Wagen wurden vollständig weiß foliert, wobei die Graffiti entfernt und eine neue weiße Folie angebracht wurde. Auf den Wagen wurden kleine Logos des bulgarischen Betreibers angebracht. Quelle Railcolor, Economic.bg / CM

Berliner Stadtbahn gesperrt

Seit Sonntag, 14. Juni 2026 ist nun Pause mit dem Fern und Regionalverkehr auf der Berliner Stadtbahn. Es wird mal wieder gebaut. 

Im Berliner Hauptbahnhof oben auf den Gleisen  11 bis 14 herrscht nun Ruhe bis zum 12. Dezember 2026. Die Züge nach Polen fahren von Gesundbrunnen über Lichtenberg, sodass Lichtenberg ab August wieder zum Fernbahnhof wird.

Die ICE Linien werden teilweise auf Charlottenburg eingekürzt oder fahren über den Hauptbahnhof tief. Die umfangreichen Einstellungen und Umleitungen der RE1, RE2, RE7 werden teils umgeleitet oder unterbrochen. Die Nachtzüge nach Stockholm fahren: D300 von Gesundbrunnen und der RDC EN344 fährt ab Lichtenberg. Quelle: DB / CM

Deutscher Mittelstand unter starkem Druck

Der 26. Mittelstandstag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Bonn steht unter dem Titel „Zukunft. Standort. Deutschland: Finanzierung, Innovation und Resilienz in der automobilen Wertschöpfungskette“. An zwei Tagen diskutieren mehr als 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über die Zukunft der automobilen Wertschöpfung.

„Es sind herausfordernde Zeiten für die Automobilindustrie: zunehmende geopolitische Spannungen, multiple Krisen, um sich greifender Protektionismus, die Transformation zur klimaneutralen, digitalen Mobilität und ein Wirtschaftsstandort Deutschland, der zusehends an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verliert – all das stellt unsere global aufgestellte Industrie vor Herausforderungen. Die Lage verlangt von den Unternehmen, ganz besonders jenen des automobilen Mittelstandes, fortwährend starke Leistungen und hat erhebliche Konsequenzen für Wachstum und Beschäftigung in vielen Regionen Deutschlands. Jeden Tag bin ich daher aufs Neue beeindruckt, mit welcher Innovationskraft, Investitionen und Leidenschaft gerade die Mittelständler in unserer Industrie den Anforderungen begegnen“, so VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Die VDA-Chefin ging auch auf die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage ein, die der VDA unter Automobilzulieferern (Herstellergruppe III) sowie mittelständisch geprägten Herstellern von Anhängern, Aufbauten und Bussen durchgeführt hat.  Danach steht der Industrie- und Produktionsstandort Deutschland weiterhin erheblich unter Druck. Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen ist erheblich belastet, die Geschäftserwartungen haben sich verschlechtert und die Investitionstätigkeit in Deutschland ist weiterhin schwach.

Im Detail: 41 % der Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage als sehr schlecht oder schlecht, während nur 22 % ihre Lage als gut oder sehr gut bewerteten. Auch der Blick auf die kommenden zwölf Monate ist sehr kritisch: Jedes dritte Unternehmen (32 %) geht davon aus, dass sich seine wirtschaftliche Entwicklung verschlechtern (26 %) oder sogar deutlich verschlechtern (6 %) wird. Nur 25 % erwarten eine (deutliche) Verbesserung. 

67 % der Firmen gaben in der Umfrage an, eigentlich geplante Investitionen in Deutschland zu verschieben, ins Ausland zu verlagern oder ganz zu streichen zu müssen. Nur 2 % gaben an, ihre Investitionen in Deutschland erhöhen zu wollen. Der Beschäftigungsabbau in Deutschland hält bedauerlicherweise an: 54 %  bauen aktuell ab, während nur 3 % Beschäftigung aufbauen – dieser Wert ist der niedrigste, der sich in der Umfrage bislang ergeben hat und ein Resultat der CDU/CSU geführten Bundesregierung. Und: 44 % der Unternehmen, die Beschäftigung in Deutschland abbauen, bauen gleichzeitig im Ausland Beschäftigung auf. Nur 17 % von ihnen reduzieren auch im Ausland Beschäftigung.

Unternehmen, die ihre Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit schicken, berichten zu 64 %, dass sie Verwaltungs- und Overheadfunktionen abbauen. 54 % bauen produktionsnahe Tätigkeiten ab. Besonders kritisch: Auch entwicklungs- und innovationsnahe Tätigkeiten werden in 36 % der betroffenen Firmen zunehmend abgebaut. Dazu passt: Nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen plant, seine Investitionen in Forschung und Entwicklung am Standort Deutschland zu erhöhen, während zwei Drittel mit sinkenden Ausgaben rechnen. Gleichzeitig beabsichtigt rund die Hälfte der Unternehmen, ihre F&E-Investitionen im Ausland auszuweiten. 

Müller: „Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen Deutschlands Standortkrise. Die Bedingungen hierzulande bringen unsere Industrie, besonders den automobilen Mittelstand, immer mehr unter Druck. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts ist zunehmend nicht gegeben. Die Folge: Die Unternehmen müssen sich aus wirtschaftlichen Gründen leider täglich gegen den Standort Deutschland und Europa entscheiden und Investitionen sowie Beschäftigung verlagern. 

Die Politik in Berlin und Brüssel muss jetzt endlich und dringend zügig und entschlossen Maßnahmen ergreifen, die den Standort stärken, um Wohlstand und Beschäftigung hierzulande erhalten. Denn nur an einem wettbewerbsfähigen Standort können Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue entstehen. Der VDA hat erst jüngst dargelegt, dass die weitere Entwicklung der Beschäftigung wesentlich auch vom Antriebsmix abhängt. Ein im Vergleich zur aktuell gültigen CO₂-Regulierung höherer Anteil von Plug-in-Hybriden, Range Extendern und (laut weltweit anerkannten Umwelt- und Klima-Experten überaus umweltschädlichen) Verbrennern könnte etwa 50.000 Arbeitsplätze am Standort Deutschland erhalten. Die negativen Effekte der Transformation auf die Beschäftigung würden spürbar abgemildert, der Pfad zur klimaneutralen Mobilität dennoch fortbeschritten. Bedeutet: Im Technologiemix liegen Stärken und Chancen für den Klimaschutz und für Wohlstand und Beschäftigung. Die Bundesregierung muss sich deshalb weiterhin in Brüssel für echte Technologieoffenheit einsetzen. 

Bürokratie abbauen. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Bürokratie bleibt für den automobilen Mittelstand Herausforderung Nr. 1. So gaben 84 % an, stark oder sogar sehr stark durch bürokratische Anforderungen belastet zu sein. Dazu passt, dass aus Sicht von 71 % die Bundesregierung in den kommenden Monaten den Bürokratieabbau als wichtigsten Schwerpunkt setzen sollte.

Isabelle Kirschbaum-Rupf, VDA-Vorständin und Sprecherin des VDA-Mittelstandsforums: „Die mittelständischen Zulieferer ersticken geradezu in Bürokratie, in immer mehr Vorschriften und Auflagen. Das bindet wertvolle Kapazitäten und kostet Geld und Energie, die man als Unternehmerin eigentlich in seine Firma und seine Beschäftigten investieren will. Darüber hinaus sind die im internationalen Vergleich hohen Arbeitskosten und mangelnde Flexibilität beim Arbeitsrecht große Herausforderungen für den Industriestandort Deutschland. Deutschland und Europa brauchen endlich echten Bürokratieabbau und mehr Vertrauen in die Unternehmen.“

Neben überbordender Bürokratie und den Problemen bei der Finanzierung der Transformation belasten den automobilen Mittelstand auch Steuern und Abgaben, 63 % sehen darin eine große Belastung. Hohe Strompreise wurden von 53 %als Belastungsfaktor benannt und hohe Gaspreise von 43 %. Die Energiepreise spielen damit wieder eine größere Rolle als noch bei der VDA-Umfrage zu Jahresbeginn.  

Rund jedes zweite Unternehmen (46 %) gibt an, vom Krieg im Nahen Osten betroffen zu sein. Die wirtschaftlichen Auswirkungen zeigen sich insbesondere in gestiegenen Preisen: 65 % der betroffenen Unternehmen nennen gestiegene Kraftstoffpreise als zentralen Belastungsfaktor, 64 % teurere Vorprodukte oder Komponenten, 58 % höhere Energiekosten. Nur rund 34 % der befragten Unternehmen gaben an, bislang nicht von Auswirkungen des Krieges betroffen zu sein, erwarten dies aber für die Zukunft.

Erfolgsfaktoren des Standorts Deutschland. Trotz aller Herausforderungen am Standort Deutschland sprechen auch weiterhin viele Faktoren für ihn: 66 %  der Unternehmen hoben hier insbesondere das industrielle Netzwerk in Deutschland hervor. Auch die Verfügbarkeit von Fachkräften wurde (53 %) positiv hervorgehoben.Kirschbaum-Rupf: „Das gute industrielle Netzwerk aus den Herstellern und uns Zulieferern zählt noch immer zu den Stärken des Automobilproduktionsstandorts Deutschland. Gerade der automobile Mittelstand ist tief verwurzelt in den Regionen im ganzen Land. Er schafft vor Ort Wohlstand und Identität, oft arbeiten Generationen einer Familie im Unternehmen. Auch deshalb gilt: Niemand verlagert leichten Herzens, wir wollen am Standort bleiben. Umso wichtiger ist, dass sich politisch etwas tut, der automobile Mittelstand braucht Entlastungen für eine erfolgreiche Zukunft, auch in Deutschland.“ Quelle: VDA / DMM

Autonome Mobilität ist mit dem Irrsinns-Lkw-Verkehr in Deutschland unmöglich

Stellantis, Wayve und Uber haben am 17. Juni 2026 eine Partnerschaft bekannt gegeben, um gemeinsam die Entwicklung und den Einsatz von fahrerlosen Robotertaxis der Stufe 4 auf globaler Ebene voranzutreiben. 

Die Zusammenarbeit bringt die L4-Ready Plattformen von Stellantis, Wayves KI-Fahrtechnologie und den globalen Marktplatz von Uber zusammen, um eine neue Generation vollständig autonomer Fahrzeuge zu entwickeln. Sie baut auch auf den bestehenden strategischen Beziehungen der Unternehmen auf, darunter die  Partnerschaft von Wayve und Uber, um von diesem Jahr an autonome Fahrten in London, Tokio und zehn weiteren Städten auf der ganzen Welt anzubieten.

Die neue Initiative zielt darauf ab, die drei komplementären Stärken zu kombinieren, die für die Kommerzialisierung des autonomen Fahrens erforderlich sind: Fahrzeuge, Technologie und Plattform. Allerdings kann autonome Mobilität in Deutschland wegen des überbordenden Straßengüterverkehrs nie funktionieren. Dennoch planen die drei Unternehmen gemeinsam an der Fahrzeugintegration, an Tests, der Validierung und der Einführung zu arbeiten, um autonome Mobilitätsdienste in Städten in ganz Europa, Nordamerika und darüber hinaus anzubieten. Ein gravierendes Hindernis aber sind die viel zu vielen Lkw auf Europas Straßen. 

  • Fahrzeuge & Integration: Stellantis wird Fahrzeuge auf Basis fortschrittlicher L4-Ready Platftormen in großem Maßstab designen, konstruieren und fertigen, die über eine integrierte Sensorik verfügen und die mit den betrieblichen Anforderungen, der Sicherheit und Redundanz ausgestattet sind, die für den fahrerlosen Betrieb mit hoher Auslastung erforderlich sind.
  • KI-Technologie: Wayve wird die KI-Fahrsoftware bereitstellen, die es den Fahrzeugen ermöglicht, komplexe reale Umgebungen vollständig autonom zu erfassen und sich darin zurechtzufinden. Die Technologie basiert auf Wayves End-to-End-KI-Fahransatz und ist so konzipiert, dass sie sich an verschiedene Regionen und Fahrbedingungen anpassen kann, ohne dass eine stadtbezogene Kartierung oder Neuprogrammierung erforderlich ist. Dies ermöglicht eine schnellere und kostengünstigere Erweiterung.
  • Mobilitätsplattform: Uber wird diese autonomen Fahrzeuge in seinem globalen Mobilitätsnetzwerk einsetzen, um Fahrgäste über die Uber App mit autonomen Fahrten zu verbinden und den Betrieb auf verschiedenen Märkten auszuweiten

Für die Kunden bedeutet dies, dass sie die Vorteile der Technologie des autonomen Fahrens in den Fahrzeugen und auf dem Markt nutzen können, die sie bereits kennen und denen sie vertrauen.

„Diese Zusammenarbeit bringt uns unserem Ziel näher, unseren Kunden eine intelligentere, sicherere und effizientere Mobilität zu bieten“, sagte Ned Curic, Chief Engineering and Technology Officer bei Stellantis. „Durch die Kombination unserer L4-Ready Plattformen, die von Grund auf für einen sicheren und effizienten fahrerlosen Betrieb entwickelt wurden, mit der adaptiven KI von Wayve und dem globalen Netzwerk von Uber beschleunigen wir die Einführung autonomer Fahrzeuge, die eine nahtlose Mobilität im Alltag im großen Maßstab ermöglichen.“

„Diese Partnerschaft vereint drei führende Unternehmen, von denen jedes seine eigenen Stärken einbringt: Die Fahrzeugkompetenz von Stellantis, die globale Mobilitätsplattform von Uber und die integrierte KI von Wayve “, sagte Kaity Fischer, Vice President of Commercial & Operations von Wayve. 

„Um autonome Mobilität erfolgreich zu skalieren, müssen die richtigen Fahrzeuge, Technologien und Plattformen nahtlos miteinander verbunden werden“, sagte Sarfraz Maredia, Global Head of Autonomous Mobility & Delivery bei Uber. 

Autonome Mobilität funktioniert in Deutschland nur ohne Straßengüterverkehr. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit planen die Unternehmen, gemeinsam an der Fahrzeugintegration, an Tests, der Validierung und der Einführung zu arbeiten, um sichere, zuverlässige und skalierbare autonome Mobilitätsdienste in Städten in ganz Europa, Nordamerika und darüber hinaus anzubieten. Ein gravierendes Hindernis aber sind die viel zu vielen Lkw auf Europas Straßen. Quelle: Stellantis / CM

Zum Glück hat BMW die Neue Klasse

BMW, an sich der Musterknabe unter den deutschen Automobilherstellern, muss seine Gewinnprognose für 2026 senken. Der neue Konzernchef Milan Nedeljković hat ein Sparprogramm angekündigt. Wie zuvor schon VW, Porsche und Mercedes erlebt BMW nun auch auf dem wichtigste Automarkt der Welt, China, dass sich dort Verbrenner überhaupt nicht mehr verkaufen lassen.

Im zweiten Quartal 2026 hat sich der Abwärtstrend im Reich der Mitte ziemlich verschärft. Die dortigen Kunden wollen nichts mehr von Automobilen mit fossilen Antrieben wissen. Hin zu kommt ein heftiger Preiskampf, bei dem die deutschen Hersteller kaum noch mit den chinesischen Giganten mithalten können. Zum Glück laufen die Geschäfts in Europa und USA besser. Die geopolitische Situion tut ein Übriges, sodass zwischen April und Juni Gewinn und freier Cashflog deutlich eingebrochen sind.  

Folge: Der  Vorstand will die laufenden Sparmaßnahmen beschleunigen und ausweiten.  Die Münchner gehen für das laufende Jahr von einem niedrigeren Fahrzeugabsatz aus als geplant. So soll die EBIT-Marge Automobil: nur noch 1 bis 3 % betragen bisher: 4 – 6 %). Auch soll der Gewinn vor Steuern niedriger ausfallen als prognostiziert. 

Trotz der weniger rosigen Aussichten will der Konzern schon bis nächstes Jahr bis zu 40 neue bzw. überarbeitete Modelle der neuen Klasse vorstellen. Die Neue Klasse hat sich nämlich als Volltreffer erwiesen. So ist inzwischen jeder dritte in Europa verkaufte BMW ein vollelektrischer iX3. Der bayerische Autobauer hofft, dass auch der neue vollelektrische i3 ein Erfolg weird. Ob dies auch für den überarbeiteten Siebener gilt, der vor wenigen Wochen in Peking seine Weltpremiere feierte, sei dahingestellt. Quelle: BMW / CM

Mazda CX-5 – schickes SUV mit viel Licht und wenig Schatten 

Mazda gehört zu den Automobilherstellern aus dem Land des Lächelns, die im privaten wie auch gewerblichen Segment ein Wörtchen mitreden. Seit Kurzem nimmt der Importeur aus Leverkusen mit Generation 3 des deutlich modernisierten SUV CX-5, ein Mildhybrid, den Kampf im Wettbewerb gegen Konkurrenten aus Wolfsburg oder Rüsselsheim, um nur zwei zu nennen, auf. Wir denken, dass die  Chancen nicht schlecht stehen, die Erfolgsgeschichte des 2017 erstmals vorgestellten Modells fortzuschreiben .

Man muss schom genau hinschau’n; denn beim Exterieurdesign hat sich gegenüber Generation 2 nicht allzuviel verändert, glaubt man jedenfalls. Tatsächlich aber haben die Japaner die Front attraktiver gestaltet mit LED-Scheinwerfern vorne und am Heck. Und das Mittelklassemodell nietet insgesamt mehr als bisher. In der Länge um 12 cm auf 4,69 m gewachsen kommt dies den Insassen zugute, zumal der Radstand ebenfalls zugelegt hat, um 11 cm. Etwas größer geworden ist zudem das Kofferraumvolumen: Es misst nunmehr 583 Liter, genu, um auf Geschäfts- oder Urlaubsreisen verstauen zu können, was man so für den Kundenbesuch oder die „Große Reise mit Familie“ braucht. 

Das Interieur wirkt vergleichsweise angenehm. Typisch Mazda halt, also sehr ordentlich verarbeitet. Ein großes nunmehr digitales Mitteldisplay (ab Centre 16,5“, bedienbar per Touchbefehl) ) und die Ambientebeleuchtung schaffen eine Atmosphäre, die edel und entspannend wirkt. Bei der Materialanmutung aber scheint der Rotstift etwas mitgespielt zu haben: Weitgehend weichen Elementen steht harter Kunststoff gegenüber, z.B. bei den oberen Türtafeln oder bei der Verkleidung des Kombiinstruments. Gut gefällt uns das neu designte Lenkrad. Auf ihm finden sich haptische Tasten und Touchflächen. Leider muss man, wenn man von seinem iPhone oder Android-Smartphone Apple CarPlay oder Android Auto spiegeln will, ein Kabel nutzen. Sehr gut gefällt uns das  direkt in die Windschutzscheibe projizierendes Head-up-Display (ab Centre)  sowie das neue Bediensystem mit Google built-in, das Navigation und Sprachsteuerung nahtlos integriert. Klar, dass der CX-5 serienmäßig mit fortschrittlichen Sicherheitsmerkmalen und Fahrerassistenzsystemen ausgestattet ist. Wer das Fahrerlebnis noch individueller gestalten möchte, dem bieten sich weitere Extras, wie ein optionales Panorama-Glasschiebedach, das sich sogar öffnen lässt.  Der Wagen ist geräumig und bietet einfachen Zustieg dank breiter Türöffnungen. Platz ist dank des verlängerten Radstands genügen vorhanden, auf den komfortablen Frontsitzen und im Fond, selbst für groß gewachsene Personen. 

An Bord sin die bekannten fortschrittliche Sicherheitssysteme und natürlich auch eine nahtlose Konnektivität.  Die Kunden können unter vier Ausstattungsvarianten wählen: Prime-, Centre- und Exclusive-Line sowie die Top-Variante Homura. Die Prime-Line ist als Fronttriebler erhältlich, die höheren Ausstattungen gibt es mit Allradantrieb. 

Unter der Motorhaube werkelt ein neuer 2,5 Liter e-Skyactiv G 141 Benziner-Saugmotor, der im Vergleich zum Vorgänger effizienter, sprich sparsamer sein soll. Das braucht es auch angesichts der heute geltenden Kraftstoffpreise. Unterstützt wird der Vierzylinder durch  einem Elektromotor. Im Segelbetrieb schalten sich die Zylinder 1 und 4 ab. Für die Rückgewinnung von Energie sorgt das innovative Brake-by-Wire-System. Der Mildhybrid, dem möglicherweise in absehbarer Zeit ein Vollhybrid folgen soll,  wartet mit einer Leistung von 141 PS (104 kW/) auf; das ist zwar nicht die Welt, reicht aber für den Alltagseinsatz aus. Das Drehmoment gibt Mazda mit 238 Nm an. Im Schnitt soll man mit ca. 7,5 l/100 km auskommen.  

Wie fährt sich der neue CX-5? Problemlos, attestieren wir wohl ahnend, dass es sich hier nicht gerade um einen Sportler handelt. Versehen mit einer Sechsgang-Wandlerautomatik, die sanft rauf- und runter schaltet, ist das SUV sicher auf allen Fahrbahnuntergründen zu bewegen. Das Stahlfeder-Fahrwerk verrichtet seine Arbeit nicht zu straff und nicht zu weich, Wankbewegungrn sind kaum spürbar. Das Handling ist auch dank präzisem Lenkgefühlt okay. Nur bei der Durchzugskraft merkt man, dass das SUV etwas schwach auf der Brust ist.  

Mazda gewährt beim CX-5 eine Garantie von sechs Jahren oder 160.000 km. Empfehlenswert haten wir die Ausstattungen Centre- bzw. Exclusive-Line. Man bekommt damit ein Fahrzeug, das so gut wie keine Schwächen hat, das fast alles bietet, was man von einem modernen Fahrzeugeheute erwartet und das zum moderaten Preis zu haben ist. Aber: Für Unternehmen, also den gewerblichen Markt, wäre der CX-5 als PHEV noch sinnvoller. Aber dafür gibt’s ja noch ein größeres Modell. Quelle: Mazda / CM 

Göltzschtalbrücken-Whisky kommt jetzt in die Flasche 

Eigentlich war es Nur eine Schnaps-Idee, die Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst und Thomas Michalski, Blend Master der Dresdner Whisky Manufaktur, hatten. Beide trafen sich im Mai 2025 mehr zufällig auf der Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Sachsen in Paris“ im Carrousel du Louvre – der eine, um die Göltzschtalbrücke (nahe Plauen im Vogtland) im Zuge der Sachenmagistrale Hof/Saale – Dresden zu präsentieren, der andere, um den Dresdner Whisky HELLINGER 42 bekannter zu machen.

Über Deutschlands berühmteste Eisenbahnbrücke sind in den vielen Jahrzehnten schon viele Millionen Bahnreisende, unter ihnen wohl auch unzählige Geschäftsreisende gefahren.

Und die Idee? Zwei 225-Liter-Fässer der Dresdner Whisky Manufaktur, die mit dem einzigartigen Single Malt Whisky HELLINGER 42 gefüllt werden, sollten in die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, eingebracht werden. Damit würde für Netzschkau ein Whisky kreiert, der regionaler nicht sein kann.

Diese Idee blieb aber kein Traum – sie wurde Realität. „Eine ähnliche Idee hatten wir bereits vor einigen Monaten, als wir ein Fass im Basaltkeller der Stadtwache Stolpen einlagerten“, verrät Jörg Hans, Brennmeister und Geschäftsführer der Dresdner Whisky Manufaktur. Doch in eine von der Bahn betriebenen Brücke? „Bürgermeister Mike Purfürst hatte bei uns angefragt und wir haben zugesagt. Wir fördern den Vogtland-Tourismus sehr gerne, außerdem sehen wir den Brücken-Whisky als Ergebnis der guten Beziehungen mit den Gemeinden der Region“, erklärt Markus Fischer, Bezirksleiter Konstruktiver Ingenieurbau der Deutschen Bahn und Herr über fast 600 Bahnbrücken in Südwestsachsen.

Nach der DB-Zusage machte sich Thomas Michalski ans Werk. „Wir konnten zwei Wein-Fässer des sächsischen Winzers Jan Ulrich für den Göltzschtalbrücken-Whisky organisieren und mit unserem HELLINGER 42 befüllen, die in besagter Brücke reiften. An der Vorbereitung und an der Einbringung in die Brücke hatten wir alle unseren Spaß“, verrät Michalski. „Im Gegensatz zu gleichbleibenden Temperaturen im Basalt-Keller haben wir hier schwerere Bedingungen mit wechselnden Temperaturen im Brückeninnern.“

Präsentiert wurde die erste Flasche anlässlich des Jubiläums „180 Jahre Grundsteinlegung Göltzschtalbrücke“. Das Fass mit dem Stadt-Logo wird für die Stadt Netzschkau abgefüllt. Der Erlös geht an den „Förderverein Göltzschtalbrücke e.V.“, der mit den Einnahmen den Einbau einer neuen Fuß- und Radwegbrücke über die Göltzsch mitfinanzieren will. Das andere Fass wird flaschenweise für 149 Euro über die Dresdner Whisky Manufaktur verkauft, wobei davon noch jeweils 10 Euro Spende an den Förderverein gehen. 

„Heimat liegt uns sehr am Herzen. Hier wird ein Whisky für Netzschkau kreiert, der regionaler nicht sein kann. Darauf dürfen wir stolz sein“, so Frank Leichsenring, Gründer und Gesellschafter der Dresdner Whisky Manufaktur, der selbst im vogtländischen Werda geboren ist. „Aus jedem Fass werden 400 limitierte Flaschen abgefüllt, unsere 400 kommen jeweils in einer edlen Holz-Verpackung mit einem echten Stück Originalstein der Göltzschtalbrücke – ein Sammlerstück, das sächsische Geschichte und Dresdner Destillationskunst auf einzigartige Weise verbindet“, so Michalski ganz stolz.

„Die Teilnahme an ‚Sachsen in Paris‘ und die Vermarktung des Brückenwhiskys tragen dazu bei, die Bekanntheit der Göltzschtalbrücke, der Stadt Netzschkau und des gesamten Vogtlands weiter zu erhöhen. In die Entwicklung des Brückengeländes sollen in den nächsten zehn Jahren insgesamt 30 Mio. Euro investiert werden. Interesse wecken, Gäste locken und diesen dann hier unsere gesamte touristische Vielfalt präsentieren zu dürfen, das ist unser Ziel“, so Bürgermeister Mike Purfürst. Die Sonderedition „Göltzschtalbrücke“, die genauso viel Charakter mitbringt wie ihr Namensgeber, wurde schon bei der ersten Verkostung als herausragend bewertet.

„Der Tag des deutschen Whiskys am Samstag, 27. Juni 2026, ist für uns mehr als ein Datum im Kalender – er ist eine gute Ausrede, gemeinsam anzustoßen auf den Verkaufsstart und zu zeigen, was hier in Dresden entsteht. Von 10 Uhr bis 16 Uhr öffnen wir unsere Türen. Die Gäste erwarten Überraschungen, Verkostungen und ein Blick hinter die Kulissen unserer Manufaktur. Alle Whisky-Liebhaber und Neugierigen sind herzlich willkommen“, so die Herren der Dresdner Whisky Manufaktur unisono.

„Der Verkaufsstart für unsere 400 Flaschen erfolgt am 15. Juli 2026 um 10 Uhr, dem Tag der Erstbefahrung der Göltzschtalbrücke“, informiert Bürgermeister Purfürst, der auch hier wieder den perfekten Termin für den perfekten Whisky gefunden hat. Quelle: Stadt Netzschkau im Vogtland, Dresdner Whisky Manufaktur / CM