Der Volkswagen-Konzern hat im dritten Quartal 2026 einen operativen Verlust von 5,82 Mrd. Euro verbucht. In den ersten neun Monaten brach das operative Ergebnis um gut 99 % (!) ein. Umsatz und Fahrzeugabsatz gingen deutlich zurück, u.a. in China. Zudem wurde eine milliardenschwere Abschreibung auf Porsche fällig.
Die Elektroautos des VW-Konzerns verkaufen sich in Europa zwar gut, bringen aber zu wenig Geld ein, um die Verluste auszugleichen. Finanzchef Arno Antlitz mahnt deshalb beim Konzernumbau zur Eile.
Den schlechten Zahlen ging bereits im September eine Gewinnwarnung voraus: Volkswagen ist im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz gab in Q3 2026 um 6,3 % auf 75,3 Mrd. Euro nach, wie der Konzern mitteilte. Der Absatz sank von 2,2 Mio. Fahrzeugen auf 1,89 Millionen.
Besonders stark schlägt eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche zu Buche. Sie beläuft sich auf rund 6,4 Mrd. Euro. Die Wertberichtigung belastet den operativen Gewinn von VW deutlich. Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung der fast an die Wand gefahrenen Sportwagentochter.
Mit den schlechten Quartalszahlen steigt der Druck auf die Werke von VW. Im westsächsischen Zwickau-Mosel , einem der bedrohten Standorte, setzt man nun nicht mehr nur auf den Bau, sondern auch auf die Demontage von Fahrzeugen. Im Fahrzeugwerk Zwickau wurde die erste industrielle Demontagelinie mit acht Takten für Vorserien- und zukünftig auch für Altfahrzeuge eröffnet. Seit dem Startschuss im Januar wurden die Umbaumaßnahmen am Standort und das Genehmigungsverfahren in nur neun Monaten abgeschlossen. Ab 2027 werden 4.100 Fahrzeuge p.a. im Zweischichtbetrieb zerlegt und 100 Mitarbeitende beschäftigt. Im Fahrzeugwerk Zwickau werden somit Originalserienteile der Konzernmarken gewonnen und für den Handel bereitgestellt.
Im Vordergrund steht für den Volkswagen Konzern der Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes, um zeitwertgerechte Gebrauchtteile und Materialkreisläufe zu erschließen. Gleichzeitig werden mit der Einführung von Rezyklat-Quoten ab dem Jahr 2032 für Kunststoff und weitere Rohstoffe in Europa industrielle, skalierbare Prozesse – analog der Fahrzeugproduktion – nötig, um Altfahrzeuge effizient demontieren zu können. Allein im Bereich der Kunststoffe werden perspektivisch mit wiedergewonnenem Kunststoff aus einem Altfahrzeug drei Neuwagen hergestellt werden können. Das ist sicher ein zukunftsträchtiges Geschäft. Aber ob das reicht, um die Zukunft des Werks zu sichern, muss sich erst noch zeigen. Quelle: VW / CM
Blended Travel ist mehr als die gelegentliche private Verlängerung einer Geschäftsreise. Das Whitepaper „Blended Travel – Impulse für Unternehmen und Anbieter im Geschäftsreisemarkt“ zeigt, wie sich die Kombination geschäftlicher und privater Reisen entwickelt, wo Unternehmen und Anbieter noch vor Herausforderungen stehen und welche Schritte jetzt notwendig sind. Herausgeber des aktuellen White Paper zum Thema sind das GCB German Convention Bureau e.V. und der VDR – Verband Deutsches Reisemanagement e.V. im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative blend_it!
Angeblich werden mehr als die Hälfte aller Auslandsgeschäftsreisen weltweit mit einem privaten Aufenthalt kombiniert (IPK International). CM-Recherchen ergeben aber, dass es allenfalls 15 % sein können. In Nordamerika z.B. ist Blended Travel weitgehend untersagt, in Asien ebenfalls. Unter den deutschen Geschäftsreisenden haben bereits zwei Drittel eine solche Bleisure-Reise einmal unternommen (Bayerisches Zentrum für Tourismus e.V.). Sie verbrachten dabei durchschnittlich 3,1 private Nächte zusätzlich am Reiseziel und gaben für diesen privaten Reiseanteil rund 616 Euro aus. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen auf mehreren Ebenen: 77 % der Anbieter sind laut Bleisure & Workation Monitor Deutschland bislang nicht mit spezifischen Bleisure-Travel-Angeboten im Markt und nur 45 % der Geschäftsreisenden geben an, dass ihr Unternehmen dazu klare Regeln etabliert hat. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation erlauben auch nur die wenigsten deutschen Unternehmen die private Verlängerung von Geschäftsreisen.
Neben aktuellen Forschungsergebnissen kommen Travel Management, Human Resources, Hotellerie, Destinationen und Mobilitätsanbieter zu Wort. Deutlich wird dabei, dass Blended Travel nicht allein eine Aufgabe des Travel Managements ist. Unternehmen müssen private und dienstliche Reiseanteile klar voneinander abgrenzen, Verantwortlichkeiten definieren und die entsprechenden Regelungen in Buchungs- und Abrechnungsprozesse integrieren. Auf Anbieterseite geht es darum, passende Leistungen sichtbar, flexibel buchbar und getrennt abrechenbar zu machen.
Jens Schließmann, Hauptgeschäftsführer des VDR: „Die Nachfrage nach Blended Travel ist da. Jetzt geht es darum, aus individuellen Einzellösungen verlässliche Strukturen zu machen. Unternehmen brauchen klare Regeln, eindeutige Verantwortlichkeiten und Prozesse, die geschäftliche und private Reiseanteile sauber voneinander trennen. Nur dann lässt sich die gewünschte Flexibilität mit Compliance, Fürsorgepflicht und Wirtschaftlichkeit verbinden.“
Auch für Destinationen und Anbieter eröffnet Blended Travel neue Möglichkeiten. Mehr als die Hälfte der in der BZT-Studie betrachteten Bleisure-Reisen steht im Zusammenhang mit Seminaren, Schulungen, Kongressen oder vergleichbaren Veranstaltungen. 61 % der (deutschen) Bleisure-Reisenden verbringen auch ihren privaten Aufenthalt direkt am Ort des Geschäftsreiseziels, weitere 36 % in dessen näherer Umgebung. Damit kann – die Betonung liegt auf „kann“ – die Geschäftsreise zum Ausgangspunkt für zusätzliche touristische Wertschöpfung und einen späteren privaten Besuch werden.
Für Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, bestehen darin enorme Chancen für Tagungs- und Kongressdestinationen in Deutschland: „Für alle Stakeholder im Ökosystem von Business Events liegt hier relevantes Potenzial, das es zu heben gilt. Geschäftsreisende unterscheiden nicht zwischen den Zuständigkeiten einzelner Anbieter, sondern erleben die Destination als Ganzes. Entscheidend ist deshalb, bestehende Angebote entlang der gesamten Reise besser miteinander zu verknüpfen und zum richtigen Zeitpunkt sichtbar zu machen.“
Elf Handlungsfelder für Blended Travel. Eine zentrale Grundlage des Whitepapers sind die Ergebnisse des ersten Blended Travel Summits im Juli 2026 in Frankfurt/M.. Dort diskutierten rund 70 Fachleute aus Unternehmen, Tourismus, Mobilität, Wissenschaft und Technologie, welche Voraussetzungen für die weitere Entwicklung von Blended Travel notwendig sind. Daraus wurden elf Handlungsfelder in drei Bereichen abgeleitet.
In den kommenden Monaten sollen weitere Studien folgen, u.a. zum Reiseverhalten internationaler Geschäftsreisender aus wichtigen Quellmärkten nach Deutschland. Zudem sind praxisnahe Hilfestellungen für Unternehmen und weitere Webinare vorgesehen. Alle Informationen und das Whitepaper stehen gebündelt unter www.blended-travel-hub.de zur Verfügung.Über die Initiative blend_it! Mit der gemeinsamen Initiative blend_it! verfolgen VDR und GCB das Ziel, modernes Reisen und Arbeiten aktiv mitzugestalten. Statt Entwicklungen lediglich zu beobachten, bringt die Initiative Unternehmen, Destinationen, Hotellerie, Wissenschaft und Technologieanbieter zusammen, schafft belastbare Daten und entwickelt konkrete Lösungen für die Praxis. Der Blended Travel Hub ist die zentrale Plattform der Initiative. Info: www.blended-travel-hub.de Quelle: GCB / VDR / CM
Toyota entwickelt einen Hybridantrieb der nächsten Generation für seine künftigen Multi-Pathway-Fahrzeugplattformen. Das System kombiniert eine neue Familie von 1,5-Liter-Vierzylindermotoren als Saug- und Turboversion mit leichteren und kompakteren Elektromotoren und Wechselrichtern. Toyota strebt damit eine Verbrauchsverbesserung von mehr als 15 % an.
Das neue Hybridsystem fällt deutlich kompakter aus und lässt sich dadurch in Fahrzeugplattformen integrieren, die vorrangig für batterieelektrische Fahrzeuge entwickelt wurden. Statt einen bestehenden Verbrennungsmotor für den Einsatz in einem elektrifizierten Antrieb anzupassen, hat Toyota Motor, Hybridsystem und Leistungselektronik gemeinsam als integrierten Antriebsstrang entwickelt.
Die neuen kleineren und effizienteren Motoren werden mit leichteren und kompakteren Elektromotoren kombiniert. Dazu gehört auch eine von Toyota entwickelte Leistungselektronik auf Basis von Siliziumkarbid. Toyota strebt mit der neuen Antriebsgeneration eine Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs von mehr als 15 % an. Dazu tragen eine verringerte mechanische Reibung, ein optimiertes Thermomanagement, reduzierte elektrische Verluste und ein geringerer Luftwiderstand des Fahrzeugs bei.
Das neue Hybridsystem fällt deutlich kompakter aus als bisher. Dadurch lässt es sich in neue Multi-Pathway-Plattformen integrieren, die vorrangig auf batterieelektrische Fahrzeuge ausgelegt sind. Hybrid- und Plug-in-Hybridantriebe können auf derselben grundlegenden Architektur realisiert werden, ohne die Fahrzeugproportionen, den Innenraum oder die Einsatzmöglichkeiten des jeweiligen Modells zu beeinträchtigen. Die geringere Bauhöhe von Verbrennungsmotor und Hybridkomponenten ermöglicht zudem niedrigere Motorhauben und dynamischere Fahrzeugproportionen. Für die Designer ergeben sich dadurch zusätzliche Freiheiten bei der Gestaltung der Karosserie.
BEV, PHEV und HEV sollen sich künftig eine gemeinsame Architektur teilen. Toyota kann damit Entwicklungs- und Produktionsinvestitionen auf größere gemeinsame Stückzahlen verteilen und zusätzliche wirtschaftliche sowie technische Skaleneffekte erzielen.Hocheffiziente Hybridtechnologie bleibt ein wichtiger Bestandteil des Multi-Pathway-Ansatzes von Toyota. Das Unternehmen plant, den externen Vertrieb seiner neuen Motoren- und Hybridtechnologien in den kommenden Jahren auszubauen.
Darüber hinaus wird das System für den Betrieb mit erneuerbaren Kraftstoffen entwickelt. Damit sollen elektrifizierte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auch künftig einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen leisten, während zugleich batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge weiter Verbreitung finden. Quelle: Toyota / CM
Der Lieferservice Lieferando setzte auf Künstliche Intelligenz bei der Erstellung von Essensbildern. Die Ergebnisse sind jedoch weit von der Realität entfernt. Im Netz häuft sich der Spott. Nun setzt Lieferando seinen KI-getriebenen Bildgenerator aus.
Um bei der Entscheidungsfindung der Kunden zu helfen, nutzte der Lieferservice Künstliche Intelligenz (KI) bei der Erstellung von Produktfotos. Nachdem die KI immer absurdere und realitätsferne Vorschläge gemacht hatte, stoppte Lieferando die irre KI.
Wie Screenshots u-a- auf der Social Media-Plattform Reddit zeigen, machte die KI aus einem Jumbo Cheeseburger ein Teller mit Pommes, aus einem Hotdog eine Nudelsuppe und aus einer Pizza einen Salat um nur wwenige Beispiele zu nennen. Die Fotos wurden durch das KI-Tool automatisch erzeugt. Die britische Konzernschwester Just Eat hatte ähnliche negative Erfahrungen gemacht. Wie der „Independent“ schrieb, machte die KI u.a. das irische Frühstück Sausage Soda Bread (ein Gebäck mit Wurst und Ei) zu einem Limonadenglas in dem Wurststücke schwammen. Tigergarnelen erschienen als echte Tigerbabys in einer Suppenschhüssel. Garlic Bread wurde zu einem Flugzeug aus Brot. Und die Ofenkartoffel, auf Englisch Jacked Potato, wurde den Usern als Jacke mit Kartoffeln präsentiert.
Just Eat hat das Experiment gestoppt und sich mittlerweile bei den Kunden entschuldigt. Dass Künstliche Intelligenz alles andere als gut funktioniert und mehr Probleme als Vorteile verursacht, davon können fast alle Branchen ein Lied singen. Im Fall von Lieferando erzeugte die KI Spott und Beschwerden von Kunden: U.a. ist von Täuschung die Rede und Schummelei. Laut einer Studie der Universität Duisburg-Essen machen die von KI erzeugten Bilder deutlich weniger Lust aufs Essen und wirken sogar unappetitlich. Im sozialen Netz ist unlängst eine Gegenbewegung gestartet. „Wir verzichten auf KI“ werben viele Restaurants, Supermärkte oder Cafés. Quelle: The Independent, Reddit ( CM
In Frankreich und der Schweiz sind nur Fahrer von Elektroautos fern heraus Alle anderen Fahrer von Verbrennerautos haben ein Problem: In Frankreich und der Schweiz werden Benzin und Diesel knapp.
In Frankreich sind landesweit 15 % der insgesamt 9.900 Tankstellen betroffen, meist gibt es keinen Dieselkraftstoff mehr. Für die Engpässe sind u.a. der niedrige Wasserstand des Rheins und ein ein starker Andrang bei günstigen Tankstellen. In Frankreich kostet der Liter Diesel ab 2,35 Euro, der Liter Bezin ab 2,23 Euro.
Die Region Grand Est, zu der u.a. das Elsass und Lothringen gehören, meldet mit 22 % den höchsten Anteil betroffener Tankstellen. In der Île-de-France rund um Paris sind es 21 % . Wer aus Deutschland nach Frankreich fährt, sollte den Tank noch vor dem Grenzübertritt füllen. Das Mitführen von 10 Litern und mehr in Reservekanistern ist im Nachbarland verboten.
Auch in der Schweiz sind die Fahrer von Verbrennerautos die Gelackmeierten. Denn es gibt kaum noch Tankstellen, an denen man Diesel tanken kann. Deshalb bereitet das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung für den Fall einer sich weiter verstärkenden Treibstoffknappheit die Höchstgeschwindigkeit auf allen Autobahnen auf 80 km/h vor.
Auch bei Kerosin ist die „Versorgung an den Schweizer Flughäfen gefährdet“. Für Kerosin wurden bereits Bezüge aus den staatlich vorgeschriebenen Pflichtlagern bewilligt. Quelle: Blick / CM
Das spanische Bahnunternehmen Renfe hat bei Siemens Mobility 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro Novo bestellt. Der Vertrag enthäl eine Option auf weitere 10 Einheiten. Die Züge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h ausgelegt und bieten 520 Sitzplätze pro Zug sowie Verbesserungen, die darauf abzielen, den Komfort zu steigern, den Platz besser zu nutzen und die Zuverlässigkeit des Betriebs bei geringerem Energieverbrauch zu erhöhen.
Der endgültige Auftragswert belief sich auf 1.218 Mio. Euro, was diese 30 elektrischen Triebzüge sowie die für deren Wartung erforderlichen Komponenten umfasst.
Der Velaro Novo ist eine technologische Weiterentwicklung der Baureihe 103 (Velaro E), die Renfe bereits sehr erfolgreich seit mehr als zwei Jahrzehnten in Spanien einsetzt, und verfügt über neue technische Entwicklungen sowie Leistungsverbesserungen.
Renfe hat bei Siemens Mobility 30 Hochgeschwindigkeitszüge Velaro Novo bei Siemens Mobility bestellt. Foto Siemens Mobility
Das vorgelegte Angebot vereint drei große Ziele: eine bessere Raumnutzung für die Fahrgäste, die Senkung des Energieverbrauchs und die Erleichterung der Wartung, damit die Züge mit hoher Zuverlässigkeit im Einsatz stehen können.
Die ersten fünf Einheiten müssen innerhalb von 40 Monaten ausgeliefert werden, die restlichen in gleichmäßigen Abständen, bis der Auftrag nach 62 Monaten vollständig abgewickelt ist. In diesem Zusammenhang kann sich Renfe keine erneuten Lieferverzögerungen seitens der Hersteller leisten, wie sie bei jüngsten Anschaffungen der Talgo Baureihe Avril aufgetreten sind.
Die Anschaffung ermöglicht es, die Flotte zu erweitern und zu erneuern, um das Angebot an Sitzplätzen und Dienstleistungen in einem liberalisierten Markt zu erhöhen.
Die geplante Konfiguration umfasst in den siebenteiligen Triebzügen 520 Sitzplätze auf einer Ebene, verteilt auf zwei Klassen: 404 in der Touristenklasse (78 % der Gesamtzahl) in 2+2-Konfiguration und 116 in der First Class (22 %) in 2+1-Konfiguration. Die Sitze sind in Fahrtrichtung verstellbar, und jeder Platz verfügt über eine Steckdose und einen USB-Anschluss.
Die Gewichtsreduzierung und der geringere Platzbedarf der technischen Ausrüstung im Vergleich zur aktuellen Renfe-Hochgeschwindigkeitsflotte ermöglichen es, die Sitzplatzanzahl bei gleichbleibender Zuglänge zu erhöhen und über großzügigere Multifunktionsbereiche für Gepäck, Fahrräder oder Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität zu verfügen.
Das Design der neuen Drehgestelle soll in Verbindung mit einem geringeren Gewicht und einer verbesserten Aerodynamik für eine leisere Fahrt mit weniger Vibrationen und höherer Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgen. Die Aerodynamik zielt zudem darauf ab, Druckwellen in Tunneln und den Lärm beim Kreuzen zweier Züge zu reduzieren – eine besonders wichtige Verbesserung auf Strecken mit zahlreichen Tunneln.
Die digitale Architektur ist darauf ausgelegt, WLAN mit höherer Kapazität bereitzustellen, Systemaktualisierungen während der gesamten Lebensdauer des Zuges zu erleichtern und sowohl das Bordunterhaltungsmanagement als auch die Fahrgastinformation durch fortschrittlichere und individuellere Optionen zu verbessern.
Der Zug der Zukunft. Der Velaro Novo verfügt über ein Last Mile-System über Hochleistungsbatterien, die die Antriebsaggregate mit Strom versorgen und im Störungsfall die Weiterfahrt des Zuges ermöglichen, auxch wenn er aus der Oberleitung keinen Strom abnehmen kann. Diese Funktion verringert die unmittelbare Abhängigkeit von Rettungslokomotiven oder Einsatzfahrzeugen bei abgeschalteter Fahrleitung.
Siemens Mobility: Der Bahntechnikhersteller weist ein hohes Maß an unternehmerischer Solvenz auf, da es Teil eines Industrie- und Technologiekonzerns mit einer diversifizierten Finanzlage und der Fähigkeit ist, Großaufträge zu bewältigen. Siemens Mobility hat kürzlich erst den Zuschlag für einen Auftrag zur Lieferung von zehn Velaro-Novo-Zügen an VinSpeed sowie für die Signal-, Elektrifizierungs- und Kommunikationssysteme für die neuen Strecken Hanoi–Quang Ninh und Ben Thanh–Can Gio in Vietnam erhalten. Zudem wurde das Unternehmen ausgewählt, zehn dieser Hochgeschwindigkeitszüge an Brightline West für die neue Bahnverbindung zwischen Las Vegas und Südkalifornien zu liefern. Quelle Renfe / CM
Beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge der spanischen Bahngesellschaft Renfe und des privaten Bahnunternehmens Iryo südlich von Madrid sind nach Angaben einer Sprecherin der spanischen Regionalregierung von Kastilien-La Mancha vermutlich 68 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könne steigen, wurde sie im staatlichen TV-Sender RTVE zitiert. Emiliano García-Page, Präsident der Region Kastilien-La Mancha meldete zudem 80 Verletzte, wovon 50 schwer verletzt seien.
Bei dem Unglück auf der 472 km langen und 1992 eröffneten Schnellfahrstrecke Madrid-Sevilla nahe Urda in der Provinz Toledo entgleisten mehrere Waggons eines Frecciarossa 1000 (ital. für Roter Pfeil bzw. ETR 1000) des privaten Bahnunternehmens Iryo . An Bord befanden sich 147 Fahrgäste. Zwei ETR 1000-Waggons stürzten einen Bahndamm hinunter. Der zweite Zug, ein Velaro E (Baureihe 103) von Siemens Mobility stammt von der staatlichen Bahngesellschaft Renfe. In diesem dem deutschen ICE 3 ähnlichen Triebzug befanden sich 397 Reisende. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen, so der spanische Bahnnetzbetreiber Adif.
Schweres Zugunglück in Spanien am Mittwochmorgen. Foto: Carlos Rosillo
Der Unfall ereignete sich laut spanischen Medien am Mittwochvormittag kurz vor 09 Uhr. Ein Hochgeschwindigkeitszug habe einen anderen von hinten gerammt, als beide in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs gewesen seien, hieß es aus Adif-Kreisen.
Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Erste Erkenntnisse lassen auf menschliches Versagen schließen. So standen laut „El País“. den Untersuchungen zufolge acht Highspeed-Züge am Morgen aufgrund einer Störung nahe dem Bahnhof Urda still. Fast alle erhielten die Freigabe zur Weiterfahrt, nur der Iryo ETR 1000 nicht. Zugleich näherte sich jedoch der AVE-Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit zunächst niedriger Geschwindigkeit. Dieser erhielt soll kurz vor dem Aufeinandertreffen beider Superzüge versehentlich von einem Zugsteuerer aus der Zug-Leitstelle in Madrid die Anweisung, zu beschleunigen, obwohl der Iryo-Zug noch das Gleis belegte, so „El País“ weiter. Der Triebfahrzeugführer des spanischen ICE 103 leitete, als er den roten ETR 1000 vor sich sah, noch eine Schnellbremsung ein, konnte dadurch aber eine Kollision nicht mehr verhindern.
Rafael Escudero, Generalsekretär der Eisenbahnergewerkschaft, mahnte, nicht vorschnell über die Ursache des Unglücks zu spekulieren. Er forderte „dringende Aufmerksamkeit“ für die Eisenbahnstrecke, auf der es zu Beginn des Jahres bereits einen dramatischen Unfall gegeben hatte (wir berichteten). Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug nahe Adamuz (Córdoba) und stieß mit einem entgegenkommenden Zug der Renfe zusammen. Bei dem Unglück kamen 46 Menschen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt.
Escudero vermutet Mängel in der Infrastruktur und betont, dass die Gewerkschaften schon seit Längerem eine Überprüfung der Hochgeschwindigkeitstrasse Madrid-Sevilla fordern.
Betreuungszentren. Im Bahnhof Atocha sowie in Sevilla wurden Betreuungszentren für Angehörige eingerichtet; zudem wurde eine Hotline (900 10 10 20) geschaltet. Die Regierung und die politischen Parteien haben ihre Termine für den heutigen Tag abgesagt.
Am Bahnhof Madrid Atocha werden derzeit Angehörige der Passagiere aus den beiden verunglückten Zügen betreut, erklärte Pascual Galera, stellvertretender Generaldirektor für Zivilschutz der Autonomen Gemeinschaft Madrid. „Die Koordination ist im Moment schwierig; wir stehen zwar in Kontakt mit der Region Kastilien-La Mancha, doch die Koordination vor Ort erfolgt von dort aus. Hier (in Atocha) bieten wir einen psychosozialen Betreuungsdienst für Angehörige an, die sich an uns wenden können. Es kommen bereits einige, aber nur nach und nach“, berichtete er vom Bahnhof aus. Die Anlaufstelle befindet sich an einer der Seiten des Bahnhofs, und zwar an der Seite, die zur Straße „Calle de Méndez Álvaro“ hin liegt.
Dort sind Mitarbeiter des Rettungsdienstes Summa 112 sowie etwa 20 bis 25 weitere Einsatzkräfte anwesend, die bei Bedarf zur Verfügung stehen. Die meisten Angehörigen haben sich jedoch direkt zum Unfallort begeben. „Hier unterstützen wir sie dabei, zum Unfallort zu gelangen, oder bieten ihnen die notwendige Betreuung an. Momentan sind Angehörige von Passagieren beider Züge vor Ort, aber ich kann keine genaue Zahl nennen, da laufend weitere Personen eintreffen“, erläuterte Galera. Er fügte hinzu, dass es sich sowohl um Angehörige aus Madrid als auch aus anderen Städten handelt. Bisher gab es keine Anfragen für einen Transport zum Unfallort. „Die Schwierigkeit besteht darin, zu ermitteln, woher diese Angehörigen kommen. Die Passagiere der beiden Züge waren von Madrid aus gestartet. Wir gehen davon aus, dass die meisten aus Madrid stammen – deshalb haben wir dieses Betreuungszentrum für Angehörige hier eingerichtet –, aber wir wissen nicht genau, woher die Reisenden kommen.“
Auch die Eisenbahnunternehmen Renfe und Iryo haben ihre Notfallprotokolle sowie Maßnahmen zur Betreuung der Betroffenen aktiviert. Renfe hat einen Krisenstab eingerichtet und einen Unterstützungsplan für Unfallopfer und deren Angehörige in Kraft gesetzt. Zur Koordination der Hilfsmaßnahmen hat das Unternehmen die kostenlose Hotline 900 10 10 20 für Betroffene und deren Angehörige freigeschaltet. Iryo hat seinerseits die Nummer 900 001 403 eingerichtet, um Betroffenen bei der Informationssuche zu helfen und die erforderliche Unterstützung zu leisten.
Verletzte in Kliniken gebracht. Wie die Regierung der Region Kastilien-La Mancha mitteilte, befinden sich derzeit 33 Verletzte in verschiedenen Krankenhäusern der Region: 21 in Toledo, 8 im Krankenhaus Mancha Centro in Alcázar de San Juan, 3 in Ciudad Real und 1 in Albacete. In Toledo sind die Zufahrtsstraßen in der Umgebung des Krankenhauses gesperrt.
Iberia reagiert. Infolge des Zugunglücks in Urda (Toledo) hat Iberia die Höchstpreise für alle Flüge von oder nach Andalusien bis zum 8. November begrenzt. Die Flugpreise sind demnach auf maximal 99 Euro pro Strecke in der Touristenklasse und 149 Euro in der Business-Class gedeckelt. Dies bestätigte die Fluggesellschaft, die zudem flexiblere Regelungen für Passagiere eingeführt hat, deren Reisepläne durch den Vorfall beeinträchtigt wurden. Für die Änderung von Flugtickets steht die Telefonnummer 900 111 500 zur Verfügung.
„Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Verkehrsminister und dem Präsidenten von Kastilien-La Mancha. Die Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz, um den Betroffenen zu helfen und ihre Sicherheit in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden zu gewährleisten“, schrieb der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf X. Er sei bestürzt und sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Regionalpräsident Emiliano García-Page sagte vorerst alle Termine ab und machte sich auf den Weg zum Unglücksort. Quelle: El País“ / CM
Die Regierungsräte der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie die französische Zivilluftfahrtbehörde DGAC haben der landseitigen Erweiterung des Terminals des Euroairport zugestimmt. Die Terminalerweiterung ist Teil eines mehrjährigen Investitionsprogramms. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2027 vorgesehen.
Im Rahmen eines mehrjährigen Investitionsprogramms investiert der Flughafen über einen Zeitraum von sieben Jahren insgesamt mehr als 600 Mio. Euro in unterschiedliche Infrastrukturprojekte. Rund die Hälfte dieser Mittel ist für Maßnahmen zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität vorgesehen.
Zentrum des Programms bildet die landseitige Erweiterung des Terminals mit einem Investitionsvolumen von gut 157 Mio. Euro. Ziel ist es, die bestehende Infrastruktur zu modernisieren, die betrieblichen Abläufe zu optimieren und die Service- und Aufenthaltsqualität für Passagiere sowie Besucher zu steigern. Mit der landseitigen Terminalerweiterung werden keine zusätzlichen Kapazitäten zur Abfertigung von Flugzeugen geschaffen. Die Finanzierung erfolgt vollständig durch den Euroairport selbst.
Der Euroairport wird erweitert und modernisiert. Foto: Euroiairport
Das Projekt umfasst einen Neubau mit einer Gesamtfläche von rund 14.000 m2 an der öffentlich zugänglichen Ostfassade des Terminals sowie umfassende Renovierungsarbeiten auf rund 15.000 m2 im bestehenden Gebäude.
Künftig sollen die Sicherheitskontrollen in einem neuen Gebäude zusammengeführt und die Passagierwege einfacher und intuitiver gestaltet werden. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, um das gastronomische Angebot und den Duty-Free-Bereich attraktiver zu gestalten. Im Zuge der Arbeiten wird zudem die Zufahrt zum Terminal neu organisiert.
Der Beginn der Bauarbeiten ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, der Abschluss gegen Ende 2031. Bei Planung und Umsetzung wird Wert auf eine hochwertige und nachhaltige Infrastruktur gelegt. Im Visier sind u.a. eine hohe Energieeffizienz und ein möglichst niedriger CO2-Fussabdruck des Gebäudes gezielt zu minimieren. Quelle: EuroAirport / CM
Geopolitische Unsicherheiten, Klimarisiken, anhaltender Kostendruck und die rasante Entwicklung der KI (Künstliche Intelligenz) verändern die Rahmenbedingungen für Meetings und Events. Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, Veranstaltungen widerstandsfähiger zu gestalten, ihre Wirkung nachzuweisen und Investitionen gezielter zu steuern. Zu diesem Ergebnis kommt die zehnte Ausgabe des jährlichen Trend Reports „Meetings & Events Trends 2027“ von BCD Meetings & Events (BCD M&E).
Der Report identifiziert vier Entwicklungen, die die Branche im Jahr 2027 besonders prägen werden:
• Resilienz wird zum festen Bestandteil der Planung
•Künstliche Intelligenz entwickelt sich vom Experiment zum Geschäftsnutzen
•Aufmerksamkeit und Vertrauen müssen verdient werden
•Meetings und Events werden zur strategischen Investition
Neben den vier zentralen Trends beleuchtet der Report auch regionale Entwicklungen in den wichtigsten Märkten weltweit:
•APAC: Wachstum in Indien, China und aufstrebenden Destinationen Südostasiens, während Kosten- und Nachhaltigkeitsfragen die Planung zunehmend beeinflussen.
•EMEA: Robuste Nachfrage bei gleichzeitig wirtschaftlicher, regulatorischer und geopolitischer Unsicherheit.
•LATAM: Größere Bedeutung von Flexibilität und erlebnisorientierten Programmen.
•NORAM: Stabile Nachfrage bei gleichzeitig steigendem Druck, den geschäftlichen Nutzen von Veranstaltungen nachzuweisen.
•UK: Fokus auf Effizienz, Flexibilität und den Nachweis des geschäftlichen Mehrwerts von Eventinvestitionen.
Destinationen im Blick für 2027: Der Report hebt zudem fünf Destinationen hervor, die Veranstaltungsplaner im Jahr 2027 besonders beobachten sollten: Phú Quốc (Vietnam), Bilbao und San Sebastián (Spanien), Panama-Stadt (Panama), Big Sky (Montana, USA), Bath (Vereinigtes Königreich).
Auf seiner Jahreshauptversammlung hat BT4Europe Corrado Simontacchi zum neuen Vorsitzenden gewählt; sein Mandat beginnt im Januar 2027. Er folgt auf Patrick Diemer, der während seiner fünfjährigen Amtszeit die gemeinsame Stimme des Verbands für die europäische Geschäftsreisebranche etabliert und gestärkt hat.
Corrado Simontacchi verfügt über mehr als 30 Jahre Führungserfahrung in den Bereichen Finanzen, Strategie, Marketing, Lieferkette und Beschaffung – darunter ein Jahrzehnt in der Leitung eines globalen Geschäftsreiseprogramms. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Belgian Association of Travel Management (BATM) – seit mehr als 20 Jahren – hat er maßgeblich zur Entwicklung von deren Organisationsstruktur, Managementprozessen und Governance beigetragen.
Da Simontacchi BT4Europe bereits seit der Gründungsphase unterstützt, übernimmt er den Vorsitz mit einem klaren Ziel: auf den bisherigen Erfolgen des Verbands aufzubauen, dessen Einfluss in Europa weiter zu stärken und den Mitgliedsverbänden einen noch größeren Mehrwert zu bieten.
Unter der Führung von Patrick Diemer hat BT4Europe die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Verbänden für Geschäftsreisen gestärkt und die Sichtbarkeit des Verbands bei europäischen politischen Entscheidungsträgern sowie Akteuren der Branche erhöht.
Durch die Arbeit des Verbands wurden die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden und Einkäufern von Geschäftsreisedienstleistungen in die europäischen Diskussionen zu Themen wie Verwaltungsvereinfachung, Nachhaltigkeit und die wirtschaftliche Bedeutung von Geschäftsreisen eingebracht. Dazu gehören u.a. der beharrliche Einsatz für den Abbau von bürokratischem Aufwand im Zusammenhang mit der A1-Bescheinigung, das Eintreten für einheitliche und vergleichbare Emissionsdaten sowie Bemühungen, die wirtschaftliche Bedeutung von Geschäftsreisen für Europa durch fundierte Belege zu untermauern.
Zu den Prioritäten von Corrado Simontacchi gehören die Stärkung der Verbandsstrukturen (Governance), die Förderung einer aktiven Beteiligung der Mitglieder, der Ausbau der Beziehungen zu den verschiedenen Interessengruppen sowie der Aufbau einer nachhaltigen und breit gefächerten Finanzierungsbasis. Quelle: BT4Europe / CM