Verbrennerautos in Flotten werden immer unrentabler

In den deutschen Fuhrparks sind bei den Verbrennerautos, zumeist Diesel, die Betriebskosten seit Janar 2026 um mehr als ein Viertel gestiegen. Wichtigster Treiber sind die Kraftstoffpreise. Und die werden angesichts des Klimawandels weiter kräftig klettern. 

Laut ADAC lagen eie reinen Betriebskosten z.B. bei einem VW Golf im Januar bei 172 Euro, so waren es im September schon 235 Euro. Fahrer eines Audi A6 brauchen jetzt 64 Euro mehr in Monat als noch im Januar. Vergleichbare Elektroautos fahren um ein Vielfaches günstiger. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 44 EuroCent pro Kilowattstunde fährt z.B. ein ID.3 um 50 % günstiger als ein Golf TDI. Mittlerweile schneidet selbst der supersparsame Skoda Octavia Diesel bei der Betrachtung der Gesamtkosten nicht mehr besser ab als ein Tesla Model 3, das beim Listenpreis viel teurer als der Octavia ist. 

In den meisten Unternehmen bekommen Mobilitätsmanager inzwischen große Sorgenfaltenangesichts des weiter steigenden Kostendrucks bei den Verbrennermodellen. Daher entscheiden sich immer mehr Fuhrparkverantwortliche bei der Ersatz- bzw. Neubeschaffung für ein Elektroauto. Heute beträgt der BEV-Anteil im bundesdeutschen Flottenmarkt bei mehr als 30 %. Auch interessant: Wegen der ebenfalls steigenden Leasingraten erhöhen Flottenchefs die Haltedauer der Geschäftswagen: Sie beträgt aktuell schon 4,94 Jahre.

 Und sehr zum Bedauern der zumeist deutschen Autobauer weichen die Flottenverantwortlichen auf niedrigere Fahrzeugsegmente aus, die preislich und verbrauchsmäßig eher zu verkraften sind. So sank seit 2020 der Anteil von Mitteklasse-Dienstwagen von 27,4 auf 25,1 %. Der Anteil von Höheren Segmenten (Obere Mitteklasse, Oberklasse) sank sogar von 14,5 % auf 11,9 %. Gleichzeitig legten Fahrzeuge der Kompaktklasse von 25 % auf 29,5 % zu. Quelle: Dataforce / CM

Europa forciert Protektionismus bei der Automobil-Branche

Deutschland regt sich immer auf, wenn es um Protektionismus geht. Die Branche der Automobilindustrie aber lernt en Protektionismus lieben. 

Die deutschen Autobauer, Zulieferer und erst recht der VDA gestehen sich ein, dass staatliche Beschränkungen die Wirtschaft stärker wachsen lassen als das freie Spiel der Marktkräfte. Noch vor einigen Monaten tönten Verband und Hersteller ganz anders. Da qurde über Donald Trump und Elon Musk in übelster Weise hergezogen,  weil die doch tatsächlichen politischen Schutz für die US-Wirtschaft durchgesetzt hatten. Nun wird in Deutschland damit argumentiert, dass wir jetzt in einer Welt leben, in der Handel, Geopolitik und Konflikte die gesamte deutsche und europäische Automobilindustrie in eine komplexere Situation gebracht haben. Auf gut deutsche: Die Chinesen nerven mit ihren Automobilen, die en europäischen technisch ebenbürtig, teils sogar überlegen und dafür auch noch günstiger zu haben sind. 

Wichtige EU-Gesetzesvorhaben sollen noch 2026 abgeschlossen werden: Die CO2-RegelnTsamt Beseitigung des Verbrenner-Aus 20und der Industrial Accelerator Act. Letzterer soll Wertschöpfungsvorgaben für Produkte „Made in Europe“ definieren. Dabei geht es um den Schutz gegen die chinesische Konkurrenz. Deutschland und Frankreich ollen definitiv den Handelskonflikt mit Peking. Die chinesischen Hersteller reagieren mit der Realisierung eigenen Automobilwerke in Europa. Zudem erklärte sich Peking bereit, die Flut an Exporten nach Europa von wirklich fantastischen chinesischen PHEV auf 350.000 Einheiten pro Jahr zu begrenzen. Sollte China umgekehrt den Zugang der Europäer zu notwendigen Rohstoffen für die Produktion von Batterien begrenzen, dann sieht es für die europäischen Autobauer zappenduster aus. Quelle: CM

Austrian Convention Bureau zeichnet Arbeiten der Business Meeting Branche aus

Mit der Verleihung der Best Meeting Thesis Austria gibt das Austrian Convention Bureau (ACB) der nächsten Generation seit 2013 eine Bühne für ihre wissenschaftliche Arbeit und bringt sie mit erfahrenen Meeting Professionals zusammen. 

Dabei geht es nicht nur darum, aktuelle Forschung und Perspektiven sichtbar zu machen, sondern auch darum, erste Kontakte in der Branche zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

“Die Themen der diesjährigen Arbeiten zeigen, wie vielfältig die Herausforderungen und Zukunftsfragen unserer Branche sind. Mit der Best Meeting Thesis Austria wollen wir jungen Talenten eine Bühne geben und ihre relevanten Themen aktiv in die Weiterentwicklung der Meetingindustrie einbringen”, so ACB Präsidentin Renate Androsch-Holzer. 

Von den fünf nominierten Bachelorarbeiten konnte jetzt die wissenschaftliche Arbeit „Inklusive Programmgestaltung von Kongressen in Wien – qualitative Analyse bezüglich Motivation und Networking für Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Depression und Angstsymptomatiken“ von Franziska Maria Goritschnig, Absolventin der FH Wien der WKW, die diesjährige Experten-Jury überzeugen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Programmgestaltung einen relevanten Einfluss auf die Wahrnehmung, das Wohlbefinden sowie die Teilnahmebereitschaft von Teilnehmenden haben kann. Insbesondere strukturelle Aspekte des Programms sowie die Gestaltung von Interaktionsmöglichkeiten werden als zentrale Faktoren im Zusammenhang mit Motivation und Networking wahrgenommen.

Auch die weiteren eingereichten Arbeiten machten deutlich, mit welch unterschiedlichen und komplexen Fragestellungen sich die zukünftigen Meeting Professionals beschäftigen. Die Themen reichten von der Organisation medizinischer Kongresse und Green Meetings über psychische Belastungen im Eventmanagement und inklusive Programmgestaltung bis hin zum Einsatz neuer Technologien im Arbeits- und Meetingkontext:

  • Herausforderung bei der Planung von medizinischen Kongressen in Wien 
  • Betriebliche Prävention psychischer Belastung bei Eventmanagern – Eine quantitative Erhebung von Maßnahmen zur Erhaltung der Resilienz 
  • Green Meetings im Kongresswesen: Nachhaltige Eventorganisation zwischen Kostenfalle und Wettbewerbsvorteil 
  • Smart glasses, smart decisions: evaluating the acceptance and future capabilities of workplace wearable technologies 

Die diesjährige Netzwerkaktivität stellte den persönlichen Austausch in den Mittelpunkt: Die fünf Studentinnen nahmen jeweils an einem Stehtisch Platz, während sich die Professionals frei zu den Themen, welche sie am meisten ansprachen, gesellen konnten. So entstanden ungezwungene Gespräche über die Beweggründe, eigene Erfahrungen und Sichtweise dazu. 

„Die Best Meeting Thesis Austria soll mehr sein als eine reine Auszeichnung. Die nächste Generation bringt Themen auf den Tisch, die unsere Branche noch nicht ausreichend auf dem Radar hat, aber mehr Aufmerksamkeit verdienen. Indem wir diese neuen Perspektiven mit der Erfahrung etablierter Meeting Professionals zusammenbringen, entsteht wertvoller Austausch in beide Richtungen – und damit ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung unserer Branche“, so ACB Geschäftsführerin Marie Lechner.

Die Gewinnerin darf sich über einen Europaflug mit Austrian Airlines sowie ein Freiticket zur Convention4u, dem Tagungslabor der österreichischen Meetingindustrie, freuen. 2027 findet die Convention4u vom 5.-7 Juli in den Lechwelten, in Lech Zürs am Arlberg, statt.

Interessiert bei der BMTA 2027 dabei zu sein? Studierende von Fachhochschulen und Universitäten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz können ihre Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten mit Bezug zur Tagungsbranche einreichen und ihre Erkenntnisse vor Branchenvertretern präsentieren. Die Einreichung aktueller Abschlussarbeiten ist jährlich bis 15. Juli möglich. Quelle: Austrian Convention Bureau / CM

Seit 2019 sind 1/2 Mio. Industriearbeitsplätze futsch

Laut ifo Institut schrumpfen ausgerechnet die Branchen in Deutschland, die bisher swb Wohlstand getragen haben. 

Der Aderlass der deutschen Industrie geht trotz des leichten BIP-Wachstums weiter. Seit 2019 sind fast ½ Mio. sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren gegangen, wie eine neue Studie der ifo-Niederlassung Dresden zeigt.

Deutschland durchlebt derzeit einen verschärften Strukturwandel. Während die Industrie seit 2019 massiv Beschäftigung abgebaut hat, sind im Dienstleistungssektor gleichzeitig viele neue Arbeitsplätze entstanden. Der Bedeutungsverlust der Industrie betrifft dabei insbesondere Branchen, die bislang zu den Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung zählten, so den Automobilbau und den Maschinenbau. Dies kann sich negativ auf das künftige Wirtschaftswachstum auswirken. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Fachkräftelücken nicht gedeckt werden können, zumal das Gros der millionenfachen Zuwanderer weder über sprachliche Deutsch-Kenntnisse noch über eine schlulische oder berufliche Ausbildung verfügt. Es gibt einen klaren qualifikatorischen und regionalen Mismatch zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage.

BMW schließt Abfindungsprogramm vorzeitig

BMW schließt sein Abfindungsprogramm vorzeitig. Grund: das Ziel des freiwilligen Aufhebungsprogramms ist schon erreicht. 

Vor gut drei Wochen hatten Zehntausende Beschäftigt des Münchner Autobauers Abfindungsangebote erhalten. Das Abfindungsprogramm wendete sich in Deutschland nur an Beschäftigte in der Verwaltung oder Entwicklung. In wenigen Tagen sollen alle Interessenten wissen, ob ein Aufhebungsvertrag zustande kommt. Weitere Anmeldungen für das Programm sind nicht mehr möglich. BMW will weltweit rund 8.000 Stellen abbauen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Rein rechnerisch sollen sich viele Abfindungsverträge deutlich im sechsstelligen Bereich bewegen.  Quelle: BNW / CM

Kempinski verliert wichtige Führungskräfte

Nach Informationen des US-Branchenportals Skift hat CEO Barbara Muckermann nach knapp zweieinhalb Jahren die Luxushotelgesellschaft Kempinski, die mehrheitlich dem Königshaus von Bahrain gehört, verlassen. Zeitgleich scheiden mehrere bedeutende Führungskräfte aus dem Unternehmen.

U.a. gehen Finanzchef Gordon Drake, Personalvorständin Karin Raguin, Entwicklungschef Frank Veenstra und Markenchefin Barbara Biffi. Und es heißt ferner, dass auch Chief Commercial Officer Massimo Brancaleoni seinen Rücktritt eingereicht haben soll.  Kempinski betreibt derzeit 74 Hotels und Residenzen in 33 Ländern. Mehrheitseigentümer der traditionsreichen Hotelgruppe ist das Königshaus von Bahrain. Muckermann hatte seit ihrem Amtsantritt einen umfassenden Transformationsprozess eingeleitet. Ziel war es, Kempinski im internationalen Luxussegment noch klarer zu positionieren. Dazu wurde das Portfolio gestrafft: Häuser, die nach Einschätzung des Managements nicht zum angestrebten Ultra-Luxus-Anspruch passten, schieden aus dem Verbund aus. Parallel kündigte die Gruppe eine ambitionierte Expansion mit zahlreichen Neuprojekten an. U.a. mit dem Erwerb des Hotels Augustine in Prag vollzog Kempinski erstmals seit Jahrzehnten wieder den vollständigen Kauf eines Hotels. Wie es mit den Wachstumsplänen weitergeht, ist nun offen. Muckermann hatte zuletzt den Markteintritt bzw. den Ausbau der Präsenz in den USA zu einer Priorität erklärt. Zudem sollte die Positionierung in wichtigen europäischen Märkten wie Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien gestärkt werden. Auch Deutschland gehörte zu den definierten Wachstumsmärkten. Darüber hinaus war eine Verlegung des Unternehmenssitzes von Genf nach Dubai vorbereitet worden.

CEO Barbara Muckermann und weitere Führungskräfte verlassen das Luxushotelunternehmen Kempinski. Foto Kempinski

Die zentrale Frage betrifft nun die Kontinuität der operativen und strategischen Führung bei Kempinski – insbesondere im Hinblick auf die Beziehungen zu Hoteleigentümern und Geschäftspartnern. Die Nachrichten über diese Abgänge kommen weniger als einen Monat nach einer besonders kritischen Analyse, veröffentlicht am 25. September 2026. Darin ist von einer angespannten interne Situation die Rede und davon, dass Kempinski innerhalb von zweieinhalb Jahren 19 Hotels verloren hat, während die Expansionsambitionen nicht ausreichten, um diese Abgänge aus dem Portfolio auszugleichen. In der Analyse wird  auf die Absicht des Hotelunternehmens hingewiesen, sich von Immobilien zu trennen, die als nicht ausreichend rentabel gelten oder nicht mehr zur angestrebten Positionierung passen, um das Portfolio stattdessen auf prestigeträchtige Hotels („Landmark Hotels“) zu konzentrieren. Eine solche Strategie der Portfoliobereinigung ist in der Luxushotellerie nicht unüblich. Internationale Betreiber versuchen mitunter, die Markenkonsistenz zu stärken, indem sie Verträge neu verhandeln, weniger erfolgreiche Partnerschaften beenden oder bei künftigen Projekten strengere Auswahlkriterien anlegen.

Eine Verringerung der Hotelanzahl bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine wirtschaftliche Verbesserung. Vieles hängt von den Einnahmen aus Managementgebühren bei den verbleibenden Verträgen, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Bedingungen für den Ausstieg aus bestehenden Verträgen sowie der Fähigkeit ab, das Portfolio wieder zu erweitern.

Neben der Portfolioverkleinerung sorgte eine weitere strategische Entscheidung von Barbara Muckermann für Aufmerksamkeit und überraschte viele Beobachter: Kempinskis Rückkehr zum direkten Eigentum an Hotelimmobilien – ein Vorgehen, das dem „Asset-Light“-Modell, wie es von großen internationalen Hotelgruppen bevorzugt wird, entgegensteht. Im April 2026 kündigte Kempinski den Erwerb des „Augustine Hotel“ in Prag an – ein historisches Haus mit 101 Zimmern, das in einem ehemaligen Kloster aus dem 13. Jahrhundert untergebracht ist.

Diese Transaktion war der erste Immobilienerwerb der Gruppe seit mehr als 50 Jahren. Sie markierte einen bedeutenden strategischen Wandel: Anstatt sich ausschließlich auf das Management von Hotels im Besitz Dritter zu beschränken, beabsichtigte Kempinski, bei ausgewählten prestigeträchtigen Immobilien direkt als Eigentümer aufzutreten.

Barbara Muckermann verfolgte einen Ansatz, der als „Asset-Heavy“ (kapitalintensiver) beschrieben werden kann. Er basiert auf der Auswahl außergewöhnlicher, historisch bedeutsamer Immobilien, bei denen die Gruppe die volle Kontrolle über die Neupositionierung, Investitionen und das Gästeerlebnis ausüben kann.

In einem im Mai 2026 auf der Website von Kempinski veröffentlichten Meinungsbeitrag befürwortete sie ausdrücklich diesen Kurs – der dem vorherrschenden Branchentrend entgegenstand – mit dem Argument, dass der Besitz von Immobilien dazu beitragen könne, die Individualität der Hotels zu bewahren und langfristigen Wert zu schaffen.

Dennoch warf die Entscheidung eine grundlegende wirtschaftliche Frage auf. Während große Hotelkonzerne in der Regel versuchen, das in Immobilien gebundene Kapital zu begrenzen und Einnahmen aus Franchise- und Managementgebühren zu priorisieren, war Kempinski bereit, für ausgewählte Objekte Eigenkapital einzusetzen und die damit verbundenen Immobilien- und Betriebsrisiken direkt zu übernehmen. Diese Strategie ließe sich für eine kleine Anzahl außergewöhnlicher Häuser, die als Aushängeschilder der Marke dienen konnten, durchaus rechtfertigen.

Am 14. Oktober 2026 bestätigte Kempinski, dass die Umgestaltung des Augustine Hotels fortgesetzt werde; die Eröffnung unter der Marke Kempinski ist nun für Anfang 2027 geplant. Die bekannt gewordenen Schwierigkeiten gehen inzwischen über die Frage hinaus, ob eine einzelne Führungskraft ersetzt werden soll. Kempinski muss das Vertrauen verschiedener Interessengruppen wahren: Hoteleigentümer, Investoren, Geschäftspartner, lokale Managementteams und die Beschäftigten.

Die von Skift gemeldete Serie von personellen Abgängen wirft Fragen zur Kontinuität von Entwicklungsprojekten, der kommerziellen Strategie und der Neupositionierung der Marke auf. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen die vorliegenden Informationen weder einen potenziellen Nachfolger für Barbara Muckermann erkennen, noch geben sie Aufschluss über die Zusammensetzung eines etwaigen Übergangsführungsteams oder über die Entscheidungen, die die Anteilseigner möglicherweise treffen werden. Die unmittelbare Priorität liegt daher in der Klärung der Unternehmensführung (Governance) und der strategischen Ausrichtung der Gruppe.

Der Weggang von Barbara Muckermann ist besonders bedeutsam vor dem Hintergrund der von ihr initiierten Immobilienstrategie. Einerseits wollte Kempinski sein Portfolio an Hotels, die sich im Besitz Dritter befinden, straffen, indem strengere Auswahlkriterien angewandt wurden, um sicherzustellen, dass die Immobilien zum Luxusanspruch der Marke passen. Andererseits hatte die Gruppe beschlossen, wieder verstärkt in den direkten Immobilienbesitz zu investieren – ein Beispiel hierfür ist der oben genannte Erwerb des Hotels Augustine in Prag. Dies stellte einen echten Paradigmenwechsel dar. Das „Asset-Light“-Modell (mit geringem Immobilienbesitz) ermöglicht es Betreibern, ihre Netzwerke zu erweitern, ohne viel Kapital in Immobilien zu binden. Im Gegensatz dazu erhöht eine Strategie mit stärkerem Immobilienbesitz die Abhängigkeit von Immobilienbewertungszyklen, Finanzierungskosten, Investitionen in Renovierungen sowie Liquiditätsrisiken.

Barbara Muckermanns Ansatz folgte einer anderen Logik: Der direkte Besitz von prestigeträchtigen Immobilien würde es der Gruppe ermöglichen, eine engere Kontrolle über das Hotelprodukt auszuüben, den unverwechselbaren Charakter der Marke zu bewahren und einen größeren Anteil an der Wertschöpfung zu erzielen.

Dieser Ansatz war im Ultra-Luxus-Segment durchaus sinnvoll, da hier die Knappheit von Immobilien, der historische Wert und die Einzigartigkeit des Gästeerlebnisses wichtige Wettbewerbsvorteile darstellen. Dies warf jedoch Fragen zur finanziellen und organisatorischen Leistungsfähigkeit auf: Wie könnte Kempinski eine kapitalintensivere Strategie finanzieren und umsetzen, während das bestehende Portfolio gestrafft und gleichzeitig eine zentrale Organisationsstruktur aufrechterhalten wird, die zu den wiederkehrenden Einnahmen aus Managementgebühren passt?

Die von Skift gemeldete Welle von Abgängen beweist zwar nicht, dass diese Strategie gescheitert ist, wirft aber dennoch Fragen zu deren Fortführung auf – und dazu, ob die Anteilseigner sie möglicherweise überdenken könnten.

Die eigentliche Herausforderung für Kempinski geht daher über die Nachfolge von Barbara Muckermann hinaus. Sie betrifft das grundlegende Wesen der Unternehmensgruppe, die ihre Eigentümer aufbauen möchten: Soll es ein internationaler Luxushotelbetreiber mit einem weitgehend „asset-light“-Modell (also ohne nennenswerten Immobilienbesitz) sein – oder eine hybride Plattform, die Hotelmanagement mit dem selektiven Eigentum an geschichtsträchtigen Immobilien verbindet? Diese Frage zählt nun zu den zentralen Aspekten, die im Zuge der Neugestaltung der Unternehmensführung bei Kempinski im Blick behalten werden müssen. Quelle: Skift / CM

Trump: Aus New Mexico soll „New America“ werden

Erst der Golf von Mexiko, der nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump „Golf von Amerika“ heißen soll, nun fordert Trump auch die Umbenennung des Bundesstaats New Mexico in „New America“. 

Auf der Plattform Truth Social lässt Trump schreiben, „Wir sind nicht Mexiko,  wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika“. Deshalb muss New Mexico sich sofort umbenennen. Das würde dem Bundesstaat, gelegen zwischen den Bundesstaaten Arizona und Texas, mehr Ansehen verleihen. Angeblich, so heißt es auf der Plattform weiter, würden dann in New America auch Immobilienwerte und Einkommen steigen. Und mit der Umbenennung könnten angebliche Wahlmanipulationen beendet werden. Für Letzteres gibt es null Beweise.

Bei den Politikern der republikanischen und der demokratischen Partei stößt Trumps Vorschlag auf keinerlei Gegenliebe. Gouverneurin Michelle Lujan Grisham verwies darauf, dass der Bundesstaat seinen Namen schon trug, bevor die USA gegründet wurden. Eigenmächtig umbenennen darf Donald Trump den Bundesstaat ohnehin nicht. Dafür wären Entscheidungen auf Ebene des Bundesstaats und des US-Kongresses notwendig. Quelle: Truth Socia / CNN / CM

Emirates will Mailand zu seinem Mini-Hub ausbauen

Emirates strebt eine Ausweitung ihrer Flugrechte in Italien an. Konkret soll die Airline aus Dubai die Erlaubnis für weitere sogenannte Fifth Freedom-Flights  von Mailand aus in Richtung Amerika beantragt haben – ein erster Vorschlag sah dabei eine Verbindung nach Lima (Peru) vor.

Dieser Flug nach Lima – bei dem Emirates eine Strecke von Dubai über Mailand nach Lima bedienen würde – ist Berichten zufolge nur der erste Schritt einer weitaus umfassenderen Expansionsstrategie, die Emirates für Italien plant.

„Flüge der fünften Freiheit“ ermöglichen es einer Fluggesellschaft, für jeden Teilabschnitt der Reise Tickets zu verkaufen. Im vorliegenden Fall könnte Emirates also Flugtickets für die Strecken Dubai–Mailand, Dubai–Lima sowie Mailand–Lima anbieten.

Emirates nutzt den Flughafen Mailand-Malpensa (MXP) bereits seit Langem für eine solche Verbindung der fünften Freiheit in Richtung New York (JFK) – ein Angebot, das allerdings nicht unumstritten ist.

Der Golfcarrier hatte 2013 die Genehmigung der italienischen Regierung für diese Route bekommen, musste sich zuvor jedoch gegen mehrere rechtliche Anfechtungen durch einheimische Fluggesellschaften und Branchenverbände durchsetzen. Dia damalige Alitalia argumentierte, dass Emirates den Wettbewerb im Land verzerren würde – mit Verweis darauf, dass die Airline vollständig im Besitz der Regierung von Dubai ist.

Letztlich setzte sich Emirates vor Gericht durch. Doch nun könnte es für Emirates schwieriger werden,  weitere Flüge der fünften Freiheit ab Mailand einzurichten. Der entscheidende Punkt ist, dass zwischen Italien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kein umfassendes „Open-Skies“-Abkommen besteht. Das bedeutet, dass Fluggesellschaften aus den beiden Ländern nicht einfach beliebige Verbindungen in das jeweils andere Land aufnehmen können – dies gilt auch für Flüge der fünften Freiheit. Stattdessen muss Emirates eine Sondergenehmigung der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC einholen, um einen Flug im Rahmen der „fünften Freiheit“ (Fifth Freedom) von oder nach Italien durchführen zu können.

Italienischen Medien zufolge steht die ENAC unter Druck durch eine wachsende Zahl in Italien ansässiger Fluggesellschaften, die sich gegen den Antrag von Emirates auf die Rechte zur Durchführung solcher Flüge – konkret nach Lima – aussprechen. Wie die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ berichtet, hat sich die neue nationale Fluggesellschaft ITA Airways, die Teil der Lufthansa Gruppe ist,  schriftlich an die ENAC gewandt, um gegen den Antrag von Emirates zu protestieren. Auch Neos Air und Aeroitalia haben sich dieser Forderung angeschlossen und die ENAC aufgefordert, das Gesuch von Emirates abzulehnen. Eine Entscheidung wird noch im Oktober 2026 erwartet, wobei nicht davon auszugehen ist, dass Emirates die Rechte – sollten sie gewährt werden – unmittelbar nutzen würde.

Es gibt gute Gründe für die Einrichtung einer Nonstop-Verbindung zwischen Mailand und Lima. Laut „Corriere della Sera“ reisen jährlich mehr als 150.000 Passagiere von Mailand nach Lima; da es keine Direktflüge gibt, sind sie auf Zwischenstopps angewiesen, um ihr Ziel zu erreichen. Sollte Emirates die Rechte der „fünften Freiheit“ für die Strecke Mailand–Lima erhalten, ist dies laut Quellenangaben nicht das einzige Ziel: Die Fluggesellschaft erwägt, den Flughafen Mailand-Malpensa zu einem „Mini-Drehkreuz“ auszubauen, von dem aus weitere Flüge im Rahmen der „fünften Freiheit“ – etwa nach Los Angeles, São Paulo und Mexiko-Stadt – angeboten werden könnten.

Was interkontinentale Langstreckenverbindungen betrifft, ist Mailand derzeit zweifellos unterversorgt. Denn als ITA Airways neu startete, entschied sich die heutige Lufthansa-Tochter ihre Langstreckenflüge auf den Standort Rom zu konzentrieren.

Flüge im Rahmen der „fünften Freiheit“ setzen voraus, dass eine ausländische Fluggesellschaft den ersten Teil der Flugstrecke von ihrem Heimatland aus durchführt. Es gibt jedoch auch die sogenannte „siebte Freiheit“ (Seventh Freedom): Dabei kann eine ausländische Fluggesellschaft ihre Flugzeuge in einem anderen Land stationieren und von dort aus Verbindungen in ein drittes Land anbieten. Genau ein solches Modell schlug Israel Anfang des Jahres gegenüber Emirates vor, um die Fluggesellschaft zu einer Rückkehr nach Tel Aviv zu bewegen. Emirates hat jedoch bislang kein öffentliches Interesse an einer Wiederaufnahme der Flüge nach Tel Aviv gezeigt; stattdessen wird diese Nachfrage nun von der Schwestergesellschaft Flydubai bedient, die ein günstigeres Preismodell verfolgt. Indes sah sich Flydubai vor wenigen Tagen gezwungen, sämtliche Flüge nach Israel auszusetzen – dies, nachdem ein Terroranschlag durch einen der Piloten auf einem Flug nach Tel Aviv vereitelt worden war. Quelle:  Corriere della Sera / CM

BMW: Extrem hohe Abfindungspakete

Der Autobauer BMW hat im Oktober 2026 ein massives, freiwilliges Abfindungsprogramm gestartet, das in der Belegschaft auf einen so enormen Ansturm gestoßen ist, dass das interne Personalportal wegen Überlastung vorübergehend gesperrt werden musste. 

BMW will schnellstmöglich 8.000 Beschäftigte loswerden und lockt mit einer immens hohen „Turboprämie“ und „BMW-Rente“. Das Interesse ist groß. Der Konzern zahlt mitunter noch mehr als Mercedes und VW. Zum Start wollten so viele Beschäftigte wissen, was ihr Abgang dem Konzern wert ist, dass das Mitarbeiterportal kollabierte. Nun zeigen erste Fälle, wie hoch BMW den Mitarbeitenden den Abschied im Branchenvergleich vergütet bzw. versüßt

Hintergrund ist ein geplanter Abbau von weltweit rund 8.000 Stellen bis Ende 2027, der vor allem die Bereiche Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung in Deutschland betrifft – die direkte Produktion ist ausgenommen. Da der Konzern auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, lockt er die Beschäftigten mit finanziell extrem attraktiven Angeboten. 

Laut Berichten aus Konzernkreisen und internen Dokumenten zahlt BMW im Branchenvergleich teilweise deutlich höhere Summen als Mitbewerber wie VW oder Mercedes: Die Höhe der Abfindung richtet sich nach Alter, Gehalt und Betriebszugehörigkeit. Für ältere Mitarbeiter, die sehr lange im Konzern sind, stehen Beträge von bis zu 650.000 Euro im Raum. Internen Kreisen zufolge winken manchen Beschäftigten rechnerisch rund 50.000 Euro pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. 

Wer sich besonders schnell für einen freiwilligen Aufhebungsvertrag entscheidet und zu den frühen Austrittsterminen (wie dem 31. März 2027) geht, erhält zusätzlich eine extra Prämie. Mitarbeitende, die bei ihrem Ausscheiden mindestens 55 Jahre alt sind, erhalten neben der Abfindung Privilegien wie vergünstigte Mitarbeiterkonditionen beim Autokauf oder den Erhalt von Dienstwagen

Obwohl BMW wirtschaftlich stabiler dasteht als andere deutsche Automobilhersteller, spürt der Konzern den Druck durch rückläufige Absätze vor allem auf dem chinesischen Markt. Zudem sinkt nach dem Anlauf der neuen Elektro-Modelle der „Neuen Klasse“ der unmittelbare Bedarf an klassischer Entwicklungsarbeit, während gleichzeitig immer mehr Prozesse durch Künstliche Intelligenz effizienter gestaltet werden. Kurzfristig kostet dieses „Luxusprogramm“ BMW Beträge im Milliardenbereich, langfristig will der Vorstand dadurch ab 2028 jedoch jährlich rund 1 Mrd. Euro einsparen. Quelle: BMW / CM

Akkus richtig überwintern

Das E-Bike in Garage oder Fahrradschuppen, der E-Scooter in der Garage und der elektrische Rasenmäher im Gartenhaus. Was im Sommer kein Problem darstellt, sollte bei kalten Temperaturen besser noch einmal überdacht werden – zumindest, wenn ein Akku im Gerät verbaut ist. Kälte schädigt einen intakten Akku zwar nicht automatisch, kann aber vorübergehend seine Leistung und nutzbare Kapazität reduzieren. Für eine längere Winterpause kommt es deshalb vor allem auf den richtigen Lagerort und Ladezustand an.

Entscheidend ist zunächst das richtige Klima. Experten des Mobilitätsclubs empfehlen, dass Akkus bei Temperaturen zwischen 10 und 20° C  und möglichst trocken gelagert werden sollten. Zudem sollten sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dies gilt für Batterien mit Lithium-Ionen-Technologie, die in nahezu allen Fahrzeugen, Werkzeugen und Gartengeräten zum Einsatz kommen. 

Auch der richtige Ladezustand ist zu beachten. Jeder Hersteller gibt einen eigenen Wert für die richtige Lagerung an, generell sollte man aber Akkus nicht komplett voll oder leer für längere Zeit aufbewahren. Für die Winterpause ist ein mittlerer Ladezustand von etwa 40 bis 60 % empfehlenswert.

Auch wenn Akkus mit Lithium-Ionen-Technologie eine geringe Selbstentladung haben, kann es bei längeren Ruhephasen zu einer sogenannten Tiefenentladung kommen. Diese hat oft zur Folge, dass der Akku im Anschluss nicht mehr richtig aufgeladen werden kann und ersetzt werden muss. Deshalb sollte der Ladezustand während einer längeren Lagerung regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf nachgeladen werden. Zudem empfiehlt der ADAC, zusätzlich die Hinweise des jeweiligen Herstellers zur längeren Lagerung des Akkus zu beachten.

Wer E-Bike oder E-Scooter auch im Winter nutzt, sollte einen stark ausgekühlten Akku nach der Fahrt zunächst langsam auf Raumtemperatur kommen lassen. Insbesondere das Laden eines Akkus bei Temperaturen unter 0 Grad sollte vermieden werden. Quelle: ADAC / CM