NiedrigWasser im Rhein treibt die Spritpreise

Wegen extremen Niedrigwassers auf wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein warnen Verbände vor Engpässen und steigenden Preisen bei der Spritversorgung. Da Frachtschiffe und Tanker nur noch stark eingeschränkt befüllt werden können, steigen die Transportkosten massiv, was insbesondere im Süden Deutschlands zu spürbaren Belastungen, sprich Preissprünge an den Zapfsäulen der Tankstellen führen kann.  Jetztr rächt sich die Dummheit der deutschen Autohersteller, zu spät auf die E-Mobilität gesetzt zu haben. 

Die extremen Frachtraten auf dem Rhein schlagen direkt auf die Logistikkosten und damit auf die Preise an den Zapfsäulen durch. Nicht ausgeschlossen, dass es an vielen deutschen Tankstellen demnächst kein Benzin und auch keinen Dieselkraftstoff mehr gibt: Grund ist weniger der Nahost-Konflikt, sondern der Klimawandel. Er sorgt dafür, dass der Rhein kaum noch Wasser führt. 

In An vielen Tanklagern in Westdeutschland ist Benzin inzwischen Knapp, soweit sie über die Tankschifffahrt auf dem Rhein mit Treibstoff versorgt werden. Raffinerien am oder nahe dem Rhein dreoht der Stillstand. Andere Teile Deutschlands bekommen Kraftstoff über andere Raffinerien, Pipelines und Häfen zumeist per Bahn.  

Wie der Tankstellenverbands ZTG sagt, können wegen des Niedrigwassers Frachtschiffe oft nur noch 10 % ihrer üblichen Ladung oder weniger transportieren und immer mehr Routen sind auch von Tankschiffen nicht mehr möglich. Die Fracht kostet zwischen Rotterdam und Karlsruhe inzwischen das Siebenfache (145 bis 150 Euro je Tonne statt wie bei normalem Pegelstand 20 bis 25 Euro.

Laut  Argus Media, eine weltweit führende, unabhängige Preisberichtsagentur (PRA) für den Energie- und Rohstoffmarkt, haben die haben die hohen Frachtkosten Rohstoffe und Kraftstoffbestandteile auf den Routen nach Frankfurt und Karlsruhe bereits deutlich verteuert.  Quelle: ZTG / Argus Media / CM

Die besten Flughäfen der Welt

Jedes Jahr veröffentlicht das Travel-Tech-Unternehmen AirHelp den AirHelp Score und bewertet Flughäfen auf der ganzen Welt. In diesem Jahr wurden insgesamt 250 Flughäfen untersucht – aus Deutschland sind in der Untersuchung neun Flughäfen vertreten. 

Für den Score werden die Pünktlichkeit der Flüge, Angebot an Restaurants und Geschäften sowie Kundenzufriedenheit berücksichtigt. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 7,36 Punkten schneiden deutsche Flughäfen im internationalen Vergleich eher schwach ab. Der beste Flughafen der Welt ist in diesem Jahr mit 8,57 von zehn möglichen Punkten der Flughafen Kapstadt, der damit den Gewinner vom letzten Jahr – den Hamad International Airport in Katar – überholt hat. Der erste europäische Flughafen taucht mit dem norwegischen Flughafen Bergen auf Platz neun auf.  

Vier Flughäfen aus dem Mittleren Osten in den Top 10. Der Flughafen Kapstadt erreicht mit einer Gesamtpunktzahl von 8,57 Punkten den höchsten AirHelp Score und verbessert sich damit um 0,07 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Auf Platz zwei liegt der Sieger vom letzten Jahr: Der Hamad International Airport hat mit 8,52 Punkten dieselbe Wertung wie letztes Jahr. Auf Platz drei, vier und fünf folgen der Flughafen Riad nahe der saudi-arabischen Hauptstadt, Flughafen Brasília der brasilianischen Hauptstadt und der Flughafen Maskat nahe der omanischen Hauptstadt – alle drei Airports haben einen Gesamtscore von 8,47. Besonders auffällig ist hier die Verbesserung des Flughafens Riad, der sich im letzten Jahr noch mit 8,01 Punkten auf Platz 33 befand. 

In der Top 10 der besten Flughäfen der Welt befinden sich insgesamt ein Flughafen in Europa (Norwegen), einer in Nordamerika (USA), zwei Flughäfen in Mittel- und Südamerika (in Brasilien und Panama), zwei Flughäfen in Afrika (in Südafrika) und vier Flughäfen im Mittleren Osten (einer in Katar und drei in Saudi-Arabien).   

Die schlechtesten Flughäfen der Welt Mit einer Gesamtbewertung von 5,73 Punkten rangiert der Flughafen Tunis in der tunesischen Hauptstadt auf dem letzten Platz – genauso wie im vorherigen Jahr.  Auf dem zweitletzten Platz landet der Flughafen Rhodos auf der gleichnamigen griechischen Insel mit einer Bewertung von 6,05 Punkten. Dieser Flughafen wurde in diesem Jahr zum ersten Mal im Score berücksichtigt. Nur etwas besser schneiden der Flughafen Tan-Son-Nhat in Ho Chi Minh City (Vietnam) und der Flughafen Heraklion auf der griechischen Insel Kreta mit 6,21 und 6,32 Punkten ab. 

Die pünktlichsten Airports der Welt. In Sachen Pünktlichkeit liegt der King Shaka International Airport in Durban (Südafrika) mit 8,9 von zehn möglichen Punkten auf Platz eins. Auf dem zweiten Platz folgt der Flughafen Panama City Tocumen mit 8,7 Punkten. Den dritten Platz teilen sich der Flughafen Kapstadt, der Flughafen Brasília und der Mexico City International Airport Benito Juárez mit 8,6 Punkten. Der unpünktlichste Flughafen ist Tunis mit einem Pünktlichkeit-Score von 5,4 Punkten. Platz zwei teilen sich die Flughäfen Rhodos und Antalya mit jeweils 5,8 Punkten. Auf dem dritten Platz landen in Sachen Unpünktlichkeit gleich sechs Flughäfen – sie befinden sich in der Türkei, Indien, Vietnam, Portugal und Kenia.  

Deutschlandweit kann vor allem der BER mit seiner Pünktlichkeit glänzen – er erreicht 7,5 Punkte und schneidet damit bundesweit am besten ab. Die Flughäfen in Düsseldorf und Hannover haben in der Kategorie einen Score von 7,4 Punkten erzielt.  

Größte Zufriedenheit mit dem Flughafen Medina in Saudi-Arabien. AirHelp hat im Rahmen des AirHelp Scores Flugreisende aus 58 Ländern nach ihren Erfahrungen an Flughäfen befragt. Die besten Bewertungen erhielt dabei der Flughafen Medina in der gleichnamigen saudi-arabischen Stadt mit 9,2 Punkten. Dicht dahinter folgen zwei europäische Flughäfen: Der Flughafen Luxemburg und der isländische Flughafen Keflavík 9,0 bzw. 8,9 Punkte. Ebenfalls 8,9 Punkte erhielten die Flughäfen in Dubai und Doha. Den vierten Platz in Bezug auf die Kundenzufriedenheit teilen sich der Singapore Changi Airport und die Flughäfen Riad und Maskat mit jeweils 8,8 Punkten. München, Nürnberg und Düsseldorf kommen auf jeweils 8,1 Punkte und liegen damit deutschlandweit auf Platz ein. 

Den letzten Platz belegt – wie im letzten Jahr – der Flughafen Tunis mit 6,4 Punkten. Auf dem vorletzten Platz liegen mit 6,6 Punkten die Flughäfen in Rhodos, Ho-Chi-Minh-Stadt und Hurghada. 

Beste Angebot an Restaurants und Geschäften an den Flughäfen in Doha und Dubai. Die Reisenden sollten auch die Geschäfte und Restaurants an den von ihnen besuchten Flughäfen bewerten. Der Umfrage zufolge gibt es die besten Angebote am Hamad International Airport und am Flughafen Dubai. Während beide Airports im letzten Jahr 8,9 Punkte erhielten, steigerten sie sich in diesem Jahr auf 9,1 bzw. 9,0 Punkte. Den dritten Platz belegt der Singapore Changi Airport mit 8,9 Punkten, gefolgt vom japanischen Flughafen Neu-Chitose und vom Flughafen Medina mit 8,8 Punkten. Das Angebot an Restaurants und Geschäften in München bewerteten die Reisenden mit 8,1 Punkten (deutschlandweit Platz eins). 

Die am schlechtesten bewerteten Geschäfte und Restaurants fanden sich am Flughafen Izmir-Adnan Menderes in der Türkei und am Flughafen Tirana in Albanien mit 5,5 bzw. 5,9 Punkten. Das letztjährige Schlusslicht, der Flughafen Heraklion, verbesserte sich um 0,4 Punkte auf 6,4. 

Über den AirHelp Score. Der AirHelp Score ist eine Rangliste der besten und schlechtesten Fluggesellschaften und Flughäfen der Welt. AirHelp veröffentlicht den AirHelp Score seit 2015 (mit einer Unterbrechung während der Pandemie), um Fluggästen eine bessere Planung ihrer Flüge zu ermöglichen. Mit dem Score können Fluggäste anhand von Daten sehen, welche Behandlung sie von Fluggesellschaften und Flughäfen erwarten können. Zur Berechnung des AirHelp Score werden mehrere Datenquellen und Faktoren kombiniert, um den Fluggästen ein umfassendes Bild von der Leistung einer Fluggesellschaft oder eines Flughafens zu vermitteln. Die Bewertung der Fluggesellschaften basiert auf den drei Faktoren Pünktlichkeit, Kundenmeinungen und Bearbeitung von Beschwerden. Diese werden zu gleichen Teilen gewichtet. Die Bewertung der Flughäfen basiert ebenfalls auf drei Faktoren: Pünktlichkeit, Kundenmeinungen sowie Essen und Geschäfte. Dabei ist Pünktlichkeit mit 60 % der größte Faktor. Zur Ermittlung des Ergebnisses wurden Daten aus dem Zeitraum vom 1. Juni 2024 bis zum 31. Mai 2025 ausgewertet und die Fluggäste nach ihren zuletzt genutzten Fluggesellschaften und Flughäfen befragt. Quelle: AirHelp / CM

Düsseldorf laut AirHelp ist 2026 bester deutscher Flughafen

Mit demAirHelp Scor gibt das Fluggastrechteportal Airhelp bereits seit 2015 Aufschluss darüber, welche Flughäfen in puncto Pünktlichkeit, Shops und Kundenmeinung zu den weltweit besten Flughäfen gehören – und umgekehrt somit auch, welche die vermeintlich schlechtesten Flughäfen der Welt sind. 

Das Ranking wird jährlich veröffentlicht und aktualisiert. Auch ein deutscher Flughafen schneidet im Ranking mit Platz 250 von 279 alles andere als rühmlich ab und ist damit, wie bereits im Vorjahr, der schlechteste hierzulande.

Im diesjährigen AirHelp Score erreicht der Flughafen Düsseldorf eine Gesamtbewertung von 7,64 Punkten und sichert sich damit den ersten Platz unter den deutschen Flughäfen. Im internationalen Vergleich schneidet er allerdings deutlich schlechter ab und landet auf Rang 100. Vergangenes Jahr führte noch der Flughafen Dortmund die deutsche Liste an. Den zweiten Platz belegt in diesem Jahr der BER mit 7,51 Punkten, gefolgt vom Münchner Flughafen, der auf 7,46 Punkte kommt. Weltweit entsprechen diese Bewertungen lediglich den Plätzen 136 und 144. 

Mit 6,84 Punkten liegt der Flughafen Köln/Bonn in Deutschland auf dem letzten Platz und international auf Rang 234 von 250. Geringfügig besser schneiden der Flughafen Nürnberg mit 7,28 Punkten (Platz 182) und der Flughafen Stuttgart mit 7,24 Punkten (Platz 191) ab.

Der Flughafen Köln-Bonn hatte 2025 den Frankfurter Flughafen als schlechtesten deutschen Airport im Ranking abgelöst. Köln-Bonn schnitt auch in diesem Jahr besonders schlecht im Hinblick auf die Pünktlichkeit ab und erhielt hier nur 6,9 von 10 möglichen Punkten. In der Kundenmeinung kommt der Flughafen immerhin auf einen Score von 7,6.

Eine Sprecherin des Flughafens Köln-Bonn: „Um alle Prozesse und Abläufe am Flughafen weiter zu optimieren, ist am Flughafen ein Airport Operation Control Center (AOCC) installiert worden. In der Steuerungszentrale sind sämtliche Prozesspartner und Dienstleister vertreten, um Ressourcen zu bündeln sowie die Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit zu verbessern.“

Deutschlandweit kann vor allem der BER mit seiner Pünktlichkeit glänzen – er erreicht 7,5 Punkte und schneidet damit bundesweit am besten ab. Quelle: AirHelp / CM

Streikandrohung am Flughafen von Barcelona

Mitten in der sommerlichen Hochsaison drohen an Barcelonas Flughafen El Prat erhebliche Einschränkungen: Das Bodenpersonal des Dienstleisters Groundforce hat einen unbefristeten Streik ab Dienstag, 04. August angekündigt. Betroffen sind wichtige Bereiche wie Check-in, Gepäckabfertigung und Boarding von mehreren internationalen Fluggesellschaften, darunter Airlines der Lufthansa-Gruppe. 

In Barcelona droht am Flughafen El Prat ein unbefristeter Streik. Die Gewerkschaft CGT für Mitarbeitende des Bodenabfertigers Groundforce hat am Flughafen Barcelona-angekündigt, dass ab Dienstag, 04. Augus 2026 um Mitternacht die Tätigkeiten niedergelegt werden. 1.200 Beschäftigte der Bereiche Bodenabfertigung, Check-in, Boarding und Flugkoordination legen den Airport quasi lahm.  Das spanische Verkehrsministerium sorgt allerdings für ein Mindestmaß an zivielen Flügen.

Groundforce betreut in Barcelona zahlreiche internationale und nationale Fluggesellschaften, darunter Air Europa, Lufthansa, Air France, KLM, Qatar Airways, Turkish Airlines, ITA Airways, United Airlines und Finnair.

Zwischen Anfang August und Ende September sind bei den von Groundforce abgefertigten Airlines rund 11.600 Flüge geplant. Nach Schätzungen des spanischen Verkehrsministeriums könnten rund 2 Mio. Passagiere von den Streikmaßnahmen betroffen sein.

Die Gewerkschaft begründet den Streik mit einer aus ihrer Sicht unzureichenden Arbeitssicherheit und einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Sie kritisiert u.a. Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung, viele Überstunden sowie eine ungenügende Ausbildung neuer Mitarbeitender. Dadurch steige das Risiko von Unfällen und gesundheitlichen Problemen.

Um den Flugbetrieb teilweise aufrechtzuerhalten, hat das spanische Verkehrsministerium Mindestdienste angeordnet. Je nach Flugkategorie müssen zwischen 35 und 80 % der geplanten Verbindungen durchgeführt werden. Besonders hoch sind die Vorgaben für Flüge zu den Balearen, Kanaren sowie auf internationalen Strecken ohne praktikable Reisealternative.

Reisenden mit Flügen ab Barcelona wird empfohlen, den Status ihrer Verbindung vor der Abreise regelmäßig bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen. Quelle: El diario El País / CM

Edelweiss bekommt neuen CEO

An der Spitze der Edelweiss steht ein Wechsel bevor. Der Vorstand der Lufthansa Group hat Edi Wolfensberger laut einer Mitteilung zum neuen CEO der Schweizer Ferienfluggesellschaft ernannt. Der 45-jährige Schweizer übernimmt die Leitung am 01. Oktober 2026 von Bernd Bauer, der das Unternehmen nach zwölf Jahren als CEO verlässt.

Wolfensberger ist seit April 2022 Chief Operating Officer (COO) und Mitglied der Geschäftsleitung von Eurowings. Zuvor war er u.a. COO von Brussels Airlines sowie Managing Director von Lufthansa Aviation Training Switzerland. Seine Laufbahn begann er 2008 bei Swiss, wo er verschiedene Funktionen in den Bereichen Finanzen und Commercial ausübte.

Bernd Bauer (im Bild rechts) übernahm 2014 die Führung der Edelweiss. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die Airline von einer Ferienfluggesellschaft mit knapp 500 Mitarbeitenden zu einem Unternehmen mit heute fast 1.700 Beschäftigten. Gleichzeitig wuchs das Streckennetz von rund 40 auf mehr als 100 Destinationen, während sich die Zahl der beförderten Passagiere verdreifachte.

Unter seiner Leitung investierte die Edelweiss kontinuierlich in Flotte und Produkt. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Einflottung des Airbus A340 für den Ausbau des Langstreckengeschäfts sowie zuletzt die Einführung des Airbus A350 inklusive neuer Kabinengeneration. Zudem führte Bauer das Unternehmen durch die Corona-Pandemie und legte die Basis für das heutige Wachstum.

Der Wechsel erfolgt auch aufgrund einer Regel innerhalb der Lufthansa Group: Führungskräfte beenden ihre operative Tätigkeit in der Regel mit dem Erreichen des 60. Altersjahres. Bauer feierte seinen 60. Geburtstag bereits im vergangenen Jahr. Quelle: Lufthansa / CM

Die Bahn ist wieder auf gutem Weg

Die Deutsche Bahn (DB) hat sich im ersten Halbjahr 2026 wirtschaftlich stabilisiert: Erstmals seit 2019 ist das Ergebnis nach Steuern im Kerngeschäft wieder positiv. Dank eines Ergebnissprungs von über 900 Mio. Euro schreibt die Bahn mit + 147 Mio. Euro unterm Strich wieder schwarze Zahlen. 

Im ersten Halbjahr 2025 war das Ergebnis nach Steuern mit minus 760 Mio. Euro noch stark negativ. Der Konzernumsatz ist leicht um 1,8 % auf 13,6 Mrd. Euro gestiegen, im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das operative Ergebnis (EBIT, bereinigt) hat sich erheblich um mehr als 650 Mio. Euro auf 415 Mio. Euro verbessert. Der DB Konzern erwartet auch für das Gesamtjahr 2026 schwarze Zahlen, trotz Risiken besonders bei DB Cargo etwa durch die konjunkturelle Entwicklung.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der DB: „Wir sind im ersten Halbjahr 2026 gut vorangekommen und haben eine wichtige Wegmarke erreicht. Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen: ein Erfolg. Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt!“

Strategie „DB 2035“. Hauptgrund für die Fortschritte beim Ergebnis ist eine bessere operative Entwicklung der Geschäftsfelder. Darin enthalten sind auch erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern. 

Mit der neuen Strategie „DB 2035“ wird die DB deutlich schlanker, dezentraler und unternehmerischer aufgestellt. Auch die Konzernleitung macht dabei Tempo: Der Personalabbau verläuft schneller als geplant. Die Ziele für 2028 sind bereits jetzt zu rund 30 % erfüllt.

Im Fokus stand in der ersten Jahreshälfte 2026 auch die Sanierung des Schienennetzes. Evelyn Palla: „Noch nie haben Bund und Bahn in einem Halbjahr so viel Geld in die Schieneninfrastruktur investiert. Wenn wir auf diesem Niveau weiterbauen, legen wir das Fundament für eine nachhaltig stabile Bahn. Ich meine eine Bahn, die schafft, wofür sie da ist: ihre Fahrgäste und die Transportgüter der Wirtschaft verlässlich ans Ziel bringen.“ 

Alle Geschäftsfelder haben Beitrag geleistet. Alle Geschäftsfelder der DB haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert. Gleichzeitig sind die Investitionen des DB Konzerns im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025 erneut kräftig gestiegen: Die Brutto-Investitionen legten um 18 % zu auf 8,7 Mrd. Euro – der höchste Halbjahreswert in der Geschichte der DB. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen kletterten um 89 % auf 3,4 Mrd. Euro. Besonders erfreulich: das meiste Geld gaben Bund und Bahn für die Sanierung des jahrzehntelang von der Politik vernachlässigten Schienennetzes aus. 

Damit die Kunden schnell Verbesserungen spüren, setzt die DB drei Sofortprogramme im Umfang von rund 150 Mio. Euro um: für mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, mehr Komfort im Fernverkehr und bessere Kundenkommunikation. So sind im ersten Halbjahr 2026 44 mobile Handwerkerteams zu Blitz-Reparaturen an Bahnhöfen ausgezogen. Zusätzliche Sicherheitskräfte sind über 100.000 Stunden Streife auf Bahnsteigen gegangen. In den Fernverkehrszügen haben täglich 220 mobile Reinigungskräfte zusätzlich unterwegs Tische, Sitzbereiche und mehr als eine Million Toiletten gesäubert. 

17 Mio. mehr Reisende im Personenverkehr. Über 960 Mio. Geschäfts- und privat Reisende fuhren im ersten Halbjahr 2026 mit den Zügen der Deutschen Bahn – rund 17 Mio. oder 1,8 % mehr als im Vorjahr. Alle Transportbereiche der DB haben sich in den ersten sechs Monaten 2026 wirtschaftlich verbessert:

17 Mio. mehr Fahrgäste im ersten Halbjahr 2026: Begegnung von DB Regio mit einem Talent 2 Baureihe ET 442 und einem ICE 4 Baureihe 412 des DB Fernverkehr auf der Aurachtalbrücke in Emskirchen. Foto: DB

Der Fernverkehr hat seinen Sanierungskurs fortgesetzt. Beim operativen Ergebnis schrieb DB Fernverkehr mit + 148 Mio. Euro wieder schwarze Zahlen und liegt damit deutlich über Vorjahr (erstes Halbjahr 2025: minus 59 Mio. Euro). Aber vor allem infolge der vielen Baustellen blieb die Verkehrsleistung hinter den ersten sechs Monaten des Vorjahres zurück. Trotz des Zustands der Infrastruktur stiegen die Umsätze und das operative Ergebnis besonders im zweiten Quartal spürbar an. 

Seit April haben die Ticketverkäufe im Fernverkehr zugelegt. Mit besonderen Angebotspreisen für Familien, Junge und Kurzentschlossene kurbelt das Management seit Mai die Nachfrage zusätzlich an. Das wirkt. Bereits 600.000 Fahrgäste haben das Last-Minute-Angebot genutzt. Mehr als 200.000 Reisende sind mit dem Familienticket unterwegs. Die kostenlose Jugend-BahnCard wurde über 50.000 Mal bestellt.

DB Regio hat sich mit einem positiven operativen Ergebnis von 89 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026 weiter stabil entwickelt. Vor allem auf Pendlerstrecken stieg die Nachfrage, weil Berufstätige wegen der hohen Spritpreise vom Auto zum Zug wechselten. Die Umsätze wuchsen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um insgesamt 4 %. Baustellen bremsten im Zugverkehr einen weiteren Anstieg der Umsätze.    

DB Cargo verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 erneut Rückgänge bei Transportleistung und Umsatz. Dazu trug die anhaltend schwache Nachfrage der Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie bei. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 96 Mio. Euro. Mit einem Minus von 1 Mio. Euro ist die schwarze Null zum Greifen nahe. DB Cargo setzt Schritt für Schritt den harten Sanierungsplan um, auch um Vorgaben der EU-Kommission zu erfüllen.

Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO hat das erste Halbjahr 2026 mit einem operativen Ergebnis von minus 66 Mio. Euro abgeschlossen. Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz sank infolge von Baustellen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 1 %. 

Super-Baujahr 2026: Rund 14.000 Baustellen fertig. DB InfraGO hat die erste Hälfte des Super-Baujahres 2026 unter Hochdruck bewältigt. Wie angekündigt ist die Korridorsanierung auf der Strecke Hamburg – Berlin abgeschlossen. Noch im Juli sind insgesamt drei weitere Strecken wieder frei: Hagen – Wuppertal – Köln, Hamburg – Hannover und etwas verspätet Nürnberg – Regensburg. Die nächsten Korridorsanierungen haben wie geplant begonnen, zum Beispiel auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Von den 28.000 geplanten Baustellen in 2026 sind zum Halbjahr rund 14.000 fertig.

Thema Pünktlichkeit. 87,5 % aller Personenverkehrszüge der DB kamen im ersten Halbjahr 2026 weniger als 6 Minuten zu spät. Im Fernverkehr der DB waren es 59 %. In 76 % der Fälle kamen Fernverkehrszüge mit weniger als 15 Minuten Verspätung am Bahnhof an. Bei DB Regio lag die Pünktlichkeit bei 88,2 %. Die Rekordzahl an Baustellen, der Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni drückten die Pünktlichkeit. In den nächsten Jahren bleibt die Zahl der Baustellen hoch. Quelle: Deutsche Bahn / CM

Lufthansa liebäugelt mit Teilhabe an TAP Air Portugal

Die Lufthansa Group hat in Angebot im Bieterprozess um TAP Air Portugal bei Parpública, der portugiesischen Gesellschaft für Staatsbeteiligungen, eingereicht. Mit dem Erwerb zunächst einer Minderheitsbeteiligung soll eine langfristige Partnerschaft zwischen der Lufthansa Group und TAP Air Portugal begründet werden, um die Zukunft von TAP als nationale Fluggesellschaft Portugals zu sichern.

Carsten Spohr, CEO der Lufthansa Group: „Unser Interesse an einer Beteiligung an unserem Star Alliance Partner TAP Air Portugal ist ein logischer Schritt. Wir wollen die nationale Airline Portugals als Teil der Lufthansa Gruppe und führende Fluggesellschaft für den Südatlantik mit Lissabon als strategischem Drehkreuz stärken. Mit SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways haben wir unter Beweis gestellt, wie die Europäisierung unserer Lufthansa Group Perspektiven und Wachstum für unsere Heimatmärkte und Drehkreuze sichert.“ Freilich gibt es bei der Lufthansa wieder mall Massenentlassungen. Aktuell sieht ein Sparprogramm den Abbau von 4.000 Jobs vor.

Neben der Lufthansa bietet auch Air France-KLM für die TAP. Foto: TAP Air Portugal

Die Lufthansa Group ist seit mehr als 70 Jahren in Portugal aktiv. Aktuell bieten die Airlines der Gruppe 353 wöchentliche Flüge von und nach Portugal an. Das Unternehmen beschäftigt über 500 Fachkräfte im westlichsten Land Europas. Mit dem Bau eines neuen Lufthansa Technik Standorts für Reparaturen von Triebwerksteilen und Flugzeugkomponenten in Santa Maria da Feira bei Porto soll diese Zahl bis 2030 auf über 1.000 steigen. 

Das Angebot der Lufthansa Group an Portugal geht daher über ein finanzielles Engagement hinaus. Es bündelt sieben Jahrzehnte industrieller Präsenz mit steigenden Beschäftigtenzahlen und wachsenden Investitionen, ergänzt durch gesellschaftliches Engagement. Nicht zuletzt die jüngst vollzogene Gründung der help alliance Portugal als erstem europäischen Standort der Hilfsorganisation außerhalb Deutschlands zeigt die große Bedeutung Portugals für die Lufthansa Group. 

Der Konzern bietet als größte Airline-Gruppe außerhalb der USA die notwendige Größe, Erfahrung und finanzielle Stabilität, um nachhaltig Werte zu schaffen und die Rolle von TAP Air Portugal als Botschafterin des Landes in der ganzen Welt zu festigen. Durch die Kooperation würde Lissabon als strategisch wichtiges atlantisches Drehkreuz im Netzwerk der Lufthansa Group gestärkt. Die Konnektivität zwischen Europa und anderen Regionen wie Lateinamerika, Afrika oder Nordamerika könnte ausgebaut werden. 

AP Air Portugal (Transportes Aéreos Portugueses) ist eine 1945 gegründete, mehrheitlich staatliche portugiesische Fluggesellschaft mit Sitz in Lissabon und Drehkreuz auf dem dortigen Flughafen Humberto Delgado Lissabon sowie Mitglied der Star Alliance. Der Carrier hat in den letzten Jahrzehnte heftige wirtschaftliche Turbulenzen durchgemacht. Zuletzt hat der portugiesische Ministerrat Ende September 2023 ein Dekret verabschiedet, mit dem die TAP wieder privatisiert wird. Dabei soll es ein Investor aus dem Luftfahrtsektor und nicht ein Finanzinvestor sein, neben der Veräußerung von 51 % der Anteile sind 5 % für die Arbeitnehmer reserviert. Quelle: Lufthansa / CM

Lufthansa: 4.000 müssen gehen

Im vergangenen Herbst kündigte Lufthansa an, bis 2030 insgesamt 4.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen. Jetzt wird klar, wie der Konzern den Personalabbau bei der Kernmarke und in zentralen Bereichen angehen will. Im Mittelpunkt steht zunächst ein Freiwilligenprogramm.

Die deutsche Lufthansa konkretisiert die Umsetzung ihres in 2025 angekündigten Sparprogramms. Damit sollen zunächst bis zu 550 Vollzeitstellen in der Kernmarke Lufthansa Airlines sowie in zentralen Konzernbereichen abgebaut werden.

In einem internen Schreiben an die Beschäftigten startet der Konzern bei der Deutschen Lufthansa AG das Freiwilligenprogramm ‘New Ways’. Mitarbeitenden werden klassische Aufhebungsverträge mit Abfindungen angeboten. Alternativ können sie sich für eine bezahlte, unwiderrufliche Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses entscheiden. Während dieser Zeit ist auch eine Tätigkeit außerhalb des Lufthansa-Konzerns möglich. Zudem sollen etwa 1.500  Vollzeitstellen an internationale Standorte des Konzerns verlagert werden

Das Programm ist Teil des bereits im vergangenen Herbst angekündigten Restrukturierungsvorhabens. Bis 2030 will Lufthansa konzernweit rund 4.000 Stellen in der Verwaltung abbauen. Ziel ist es, Kosten zu senken. Währenddessen genehmigen sich die Vorstände weiterhin riesige Gehälter. Anstatt selbst Vorbilder beim Sparen sein zu wollen. 

Gleichzeitig plant die Lufthansa Group, verschiedene Funktionen wie Vertrieb oder Netzwerkplanung stärker zu bündeln und zentral für mehrere Konzerngesellschaften zu steuern. Quelle: LH / CM

Zehn Fakten zur E-Mobilität

Die Elektrozulassungen steigen auch in Deutschland und immer mehr. Während in Skandinavien schon über 45 % aller Neuwagen BEV sind, in Norwegen sogar 100 %,  wollen sich auch hier zu Lande Kaufinteressenten ein vollelektrisches Auto anschaffen. De Grund: E-Autos sind den Verbrennern inzwischen weit überlegen, was die Fahrleistungen betrifft, die Effizienz sowieso und auch den Unterhalt betreffend. Und sie sind unterm Strich auch finanziell überlegen. Schließlich sind es die Preise für Benzin und Diesel, die den Kaufinteressenten Verbrennerasutos vergällen. Mobilitätsmanaher haben mehrheitlich schon erkannt, dass sie keine Verbrenner mehr in ihre Fuhrparks einstellen.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sagt: „Die E-Mobilität wird immer beliebter, immer mehr Menschen in Deutschland fahren ein E-Auto – und sind vom Fahrerlebnis begeistert. Gleichzeitig sind leider viele trotzdem noch skeptisch und unsicher, ob sie sich ein E-Auto anschaffen sollen. Dies hat mitunter mit mangelnder Erfahrung mit der E-Mobilität zu tun, oder mit der praktischen Frage, wie die spezifischen Ladebedingungen sind. Es gibt aber auch den ein oder anderen Irrglauben, der sich hartnäckig hält. Ich bin daher überzeugt: Aufklärung und Fakten helfen, um noch mehr Menschen von der E-Mobilität zu überzeugen. Das ist unser Ziel. Gleichzeitig gilt: Es gibt natürlich auch berechtigte Bedenken, zum Beispiel bezüglich des Ladeangebots oder der Ladestrompreise. Hier braucht es mehr Engagement insbesondere der Politik und z.B. der Energiewirtschaft. Besonders wichtig: öffentliche Lademöglichkeiten müssen ausgebaut, die Stromnetze ertüchtigt und der Preis für Ladestrom gesenkt werden.“

Die wichtigsten Fakten und Daten pro BEV

1. Viele Strecken lassen sich problemlos mit dem E-Auto zurücklegen. Die Reichweite eines E-Autos ist abhängig von der Batteriegröße, die je nach Fahrzeugklasse zwischen weniger als 30 kWh und mehr als 100 kWh variieren kann. Damit lassen sich Reichweiten bis über 700 km erreichen. Dank technologischer Fortschritte werden immer höhere Reichweiten erreicht. Aktuelle Spitzenmodelle haben sogar Reichweiten von bis zu 900 km und, je nach Fahrweise, sind bei einigen Modellen mit nur einem Ladestopp über 1.000 Kilometer auf der Autobahn möglich (Quelle: Deutsche Automobil Treuhand).

Darüber hinaus gilt, dass die Reichweite – wie beim Verbrenner auch – von Faktoren wie Fahrstil, Außentemperatur, Klimatisierungsanforderung oder Beladung abhängig ist. Viele Menschen schätzen auch ihren Bedarf falsch ein. 95 % aller Strecken, die im motorisierten Individualverkehr zurückgelegt werden, sind unter 50 km lang – eine Distanz, die sich mit praktisch allen E-Modellen problemlos zurücklegen lässt. Und bei langen Fahrten, z.B. auf längeren automobilen Geschäftsreisen oder dem Weg in den Urlaub, kann man mit einer Planung der Reise für Sicherheit sorgen.

2. Spitzenmodelle sind in maximal 20 Minuten fast voll geladen. Die Dauer des Ladevorgangs hängt beim öffentlichen Laden wesentlich vom zur Verfügung stehenden Ladepunkt ab. An einer AC-Ladesäule (bis 22 kW) dauert der Ladevorgang – je nach Modell – in der Regel zwischen 2 bis 5 Stunden. Hier lässt sich das E-Auto also bequem über Nacht laden oder während der Arbeitszeit. Doch nicht immer hat man so viel Zeit. DC-Ladesäulen (50-400 kW) ermöglichen deshalb das Schnellladen, hier ist der Pkw in unter einer Stunde zu 80 % geladen, wenn er vorher komplett leer war. Gute Nachrichten: Mit den neuesten Modellen lädt man sogar in unter 20 min die Batterie zu etwa 80 % auf (Quelle: EV Database).

Und auch wenn beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland noch viel zu tun ist, gilt: Es gibt hierzulande immer mehr öffentliche Ladepunkte. Rund 206.000 sind es aktuell (Stand 01. Juni 2026). Davon sind gut 53.000 Schnellladepunkte. Und wer zu Hause, auf der Arbeit oder beim Einkaufen laden kann, lädt quasi nebenbei und ohne Zeitverlust.

3. Batterien halten lange. Moderne Batterien für Elektrofahrzeuge sind so konzipiert, dass sie hunderte, teils tausende Ladezyklen überstehen können, ohne dass ihre nutzbare Kapazität und damit ihre Reichweite signifikant sinkt. Das bedeutet, dass Fahrer ihr Elektroauto viele Jahre lang nutzen können, ohne die Batterie austauschen zu müssen. Bereits heute gilt: I.d.R. sind in Europa Batteriegarantien von mindestens 70 P% der ursprünglich nutzbaren Kapazität nach 8 Jahren Nutzung oder 160.000 km Laufleistung üblich. In der Praxis haben E-Autos aber auch nach dieser Zeit meist eine höhere Kapazität zwischen 80 und 90 %. Künftig gilt zudem eine EU-Richtlinie: Gemäß Euro-7-Norm müssen Batterien nach fünf Jahren oder 100.000 km Laufleistung mindestens 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen und nach acht Jahren oder 160.000 km mindestens 72 %.

Ohnehin zeigen aktuelle Studien (Quelle: P3-Studie), dass die Batterien – abhängig vom individuellen Nutzungsverhalten – auch deutlich länger halten. Die meisten getesteten Batterien weisen selbst nach mehr als 200.000 km Laufleistung noch eine Restkapazität von über 80 % auf. Und selbst bei hohen Laufleistungen, die 200.000 Kilometer übersteigen, bleibt die nutzbare Restkapazität stabil. Das gilt übrigens auch bei der Nutzung des sog. bidirektionalen Ladens. Die Technik ermöglicht es E-Autos, nicht nur Strom aufzunehmen, sondern auch wieder abzugeben. So kann zum Beispiel nicht benötigte Energie aus der Batterie ins Hausnetz des Nutzers eingespeist werden.

4. E-Autos verursachen über den gesamten Lebenszyklus deutlich weniger Treibhausgase als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge. Tatsächlich entstehen bei der Produktion von E-Autos zunächst höhere CO2-Emissionen als bei vergleichbaren Verbrennern. Hintergrund ist, dass die Produktion der Batterie energie- und ressourcenintensiv ist. Über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs ändert sich das Bild aber. Wissenschaftliche Untersuchungen/Studien (Quelle: Batterien für Elektroautos: Antworten auf die wichtigsten Fragen – Fraunhofer ISI) zeigen, dass Elektroautos in Deutschland heute über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Herstellung über die Nutzung bis zum Recycling – rund 40 % weniger Treibhausgase verursachen als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge. Wer sein Fahrzeug mit Grünstrom lädt, verbessert die Bilanz noch weiter und kann die Emissionen um bis zu 70 % reduzieren. Das Gute: Die Umweltbilanz von E-Autos wird mit jedem Fortschritt in der Batterieproduktion, beim Recycling und durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in der Stromproduktion immer besser.

5. Ohne Werkstattbesuch: Over-the-air-Software Updates und halten Fahrzeuge auf dem neuesten Stand. Es ist richtig, dass die technische Entwicklung bei E-Autos besonders schnell voran geht. Manche befürchten deshalb, ein E-Auto könnte bereits wenige Jahre nach dem Kauf digital veraltet sein. Es stimmt zwar, dass die Digitalisierung im Fahrzeug seit Jahren immer bedeutsamer wird – das gilt aber unabhängig vom Antrieb. Das Gute: Sogenannte Over-the-air-Software Updates ermöglichen drahtlose Software-Aktualisierungen ohne Werkstattbesuch und halten Fahrzeuge auf dem neuesten Stand. Egal, ob es sich um ein Elektrofahrzeug oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor handelt. Damit bleiben gebrauchte E-Fahrzeuge ebenso auf dem Stand der Technik wie vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

6. Mit dem E-Auto lässt sich sogar Geld verdienen. Das bidirektionale Laden steigert die Attraktivität der E-Mobilität durch niedrigere Ladekosten, hebt Erlöspotenziale an den Strommärkten und kann die Netzstabilität erhöhen. Für die deutsche Automobilindustrie gilt: Wir haben den Anspruch, beim bidirektionalen Laden Vorreiter und Technologieführer zu sein und die Unternehmen investieren erhebliche Summen, um das bidirektionale Laden flächendeckend im Markt zu etablieren. Im laufenden Jahr 2026 werden seitens der deutschen Hersteller bereits 20 verfügbare Fahrzeugmodelle für die Rückspeisung in das Stromnetz vorbereitet sein. Und in den kommenden Jahren erwarten wir eine weitere deutliche Steigerung der im Markt verfügbaren Fahrzeugmodelle – vorausgesetzt, die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. Wir sind überzeugt: Gelingt eine entsprechende Flankierung durch Regulierung, kann sich Deutschland zum Leitmarkt für das bidirektionale Laden entwickeln. Die gute Nachricht: Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet diese Entwicklung, dass sich mit dem mobilen Speicher E-Auto zukünftig sogar Geld verdienen lässt.

7. E-Mobilität auch bei Nfz mit großen Potenzialen. Die E-Mobilität spielt nicht nur bei Pkw eine zunehmend wichtige Rolle. Auch im Straßengüterverkehr ist die Transformation zur klimaneutralen und digitalen Mobilität der Zukunft von Seiten der Fahrzeughersteller sowie der Zulieferer in voller Fahrt. Denn im Bereich der Nutzfahrzeuge gibt es großes Potenzial für den Klimaschutz, knapp 30 Prozent der CO2-Emissionen auf Europas Straßen werden durch den Schwerlastverkehr verursacht. Die deutschen Hersteller bieten für alle Fahrzeugkategorien CO2-neutrale, innovative Lösungen an. Überzeugen kann man sich davon z.B. bei der IAA TRANSPORTATION, die im September in Hannover stattfinden wird. Bereits heute sind batterieelektrische Lkw mit Reichweiten von bis zu 500 km verfügbar und erste Wasserstofffahrzeuge erreichen 700 bis 800 km Reichweite.

8. Deutsche Hersteller treiben Elektromobilität voran. Die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie – Hersteller wie Zulieferer – treiben den Wandel zur klimaneutralen und digitalen Mobilität mit beeindruckenden Innovationen und großen Investitionen entschlossen voran. In den Jahren 2026 bis 2030 investieren sie weltweit etwa 320 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung, die Elektromobilität spielt hier eine besonders große Rolle. Weitere ca. 220 Mrd. Euro fließen in Sachinvestitionen, darunter den Umbau von Werken. Deutschland ist heute weltweit der zweitgrößte Standort für die Produktion von E-Autos. Allein im vergangenen Jahr (2025) wurden hierzulande 1,7 Mio. E-Pkw gefertigt, davon allein 1,2 Mio. rein-batterie-elektrische BEV. Und der Anteil der E-Pkw an der Gesamt-Pkw-Produktion ist in Deutschland besonders groß: 2025 waren gut vier von zehn Pkw, die hierzulande gefertigt wurden, E-Pkw (40,2 %). Hinzu kommt: Die deutschen Hersteller bieten immer mehr E-Modelle an. Allein auf dem deutschen Markt sind es derzeit rund 110 verschiedene E-Modelle, weltweit etwa 160. Die zehn am häufigsten in Deutschland zugelassenen E-Pkw-Modelle im Jahr 2025 stammen alle von deutschen Herstellern und Konzernmarken. Und der Blick auf den Elektromarkt des laufenden Jahres zeigt, dass knapp zwei von drei E-Autos, die in Deutschland neu zugelassen werden, von einem deutschen Automobilhersteller stammen. In Europa ist es fast jedes zweite. Grundlage und Voraussetzung für die bedeutende Rolle, die die deutsche Automobilindustrie auch bei der E-Mobilität innehat, ist deren große Innovationskraft: Im deutschen Ranking zu Patentanmeldungen kamen 2025 alle Top-10-Unternehmen aus der Automobilindustrie (Quelle: DPMA | 10.03.2026).

9. E-Autos ebenso sicher wie Verbrenner. Auch wenn sich die falsche Behauptung wacker hält, gilt: Das Brandrisiko bei einem Elektroauto ist nicht höher als bei einem Verbrenner (Quelle: Brennen E-Autos wirklich öfter? Zahlen und Fakten). I.d.R.  benötigt die Brandbekämpfung bei Fahrzeugbränden mit Beteiligung von Lithium-Ionen-Akkus zwar eine längere Löschdauer und einen höheren Löschmittelbedarf, die besondere Handhabung und Einsatztaktik ist von Feuerwehreinsatzkräften aber bereits entsprechend erarbeitet worden und wird angewendet. Als Basis hierfür dienen die von den Automobilherstellern in gemeinsamer Arbeit – u.a. mit den Feuerwehren, dem ADAC und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – erstellten Rettungsdatenblätter sowie Hinweise für die Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus bei Fahrzeugbränden. Darüber hinaus wurde unter der Federführung des VDAs eine gemeinsame Handlungsempfehlung zum fachgerechten Umgang mit verunfallten oder abgebrannten batterieelektrischen Fahrzeugen erstellt, die sich u.a. an Abschleppdienste, Sicherheitsbehörden und Fachwerkstätten richtet.

10. E-Autos beschleunigen rascher als Verbrenner. Elektroautos beschleunigen schnell, da Elektromotoren ihr volles Drehmoment sofort nutzen können und die Leistung sofort abrufbar ist. E-Sportwagenmodelle können in unter 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und grundsätzlich Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 300 km/h erreichen. Viele E-Autos sind jedoch – je nach Modell meist bei zwischen 160 und 200 km/h – elektronisch abgeregelt, um den stark ansteigenden Stromverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten in Grenzen zu halten und die Reichweite zu erhöhen. Darüber hinaus gibt es bei einigen Herstellern, wie auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, eine freiwillige Selbstbeschränkung bei der Höchstgeschwindigkeit.

Übrigens: In einigen Regionen dürfen E-Fahrzeuge mit E-Kennzeichen Sonderfahrstreifen (Busspuren) benutzen oder bekommen Erleichterungen beim Parken  ( in Bayern z.B. zwei Stunden generell kostenlos) – und kommen so schneller ans Ziel. Darüber hinaus sparen Menschen mit E-Autos künftig Zeit, weil die Umweltplakettenpflicht für E-Autos wegfällt. Das macht Sinn. Erstens, weil Fahrzeuge mit E-Kennzeichen grundsätzlich als schadstoffarm gelten. Und zweitens, weil es Fahrzeughalter von unnötigem Aufwand entlastet. Quelle: VDA / CM

Mercedes zeigt den neuen vollelektrischen GLA

Mercedes-Benz hat am Mittwoch Abend (29. Juli 2026) den neuen GLA vorgestellt. Vieles spricht dafür, dass das Kompakt-SUV an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann. Zum Marktstart wird das Modell ausschliellich als BEV amgeboten.  

Beim Infotainment setzt Mercedes auf das Betriebssystem MB.OS, generative Künstliche Intelligenz und eine Navigation auf Basis von Google Maps. Der Einstiegspreis soll unter 50.000 Euro liegen.

Der komplett neue Mercedes‑Benz GLA SUV ist konsequent auf das urbane Leben ausgerichtet. Seine niedrigere Silhouette, der längere Radstand und der beleuchtete ikonische Grill verleihen ihm einen deutlich sportlicheren und selbstbewussteren Auftritt. Sein vollständig neu gestalteter Innenraum mit Panoramadach, großem MBUX Superscreen und hochwertigen Materialien bietet spürbare Verbesserungen bei Komfort, Raumgefühl und Variabilität. Intelligente Technologien – darunter der MBUX Virtual Assistant mit generativer KI – ermöglichen eine natürliche Interaktion und personalisierte Unterstützung. 

Neuer GLA von Mercedes

Zum Marktstart können Kunden zwischen drei vollelektrischen Modellen wählen. Weitere Modelle mit elektrifiziertem Verbrennerantrieb folgen. 

Key Facts. Mit erstmals vier Ausstattungslinien und dem Night-Paket bietet der neue GLA mehr Möglichkeiten denn je, den eigenen Stil auszudrücken – von der attraktiven Style Line über die supersportliche AMG Line Plus bis hin zur exklusiven Night-Edition, die die AMG Line und das Night-Paket bereits beinhaltet. Der hochwertige Innenraum zeigt sich mit schwebenden Formen, ausgesuchten Materialien und großem MBUX Superscreen, der sich über das gesamte Dashboard erstreckt und Fahrer-, Zentral- und Beifahrerdisplay integriert. Der Wagen bietet auf jedem Sitz mehr Kopf- und Beinfreiheit. Dank geräumigem Innenraum, variablem Kofferraum und 107-Liter-Frunk gibt es auch mehr Platz für Gepäck. Mit einer Anhängelast von bis zu zwei Tonnen können die 4MATIC Modelle auch schwere Lasten ziehen. Mit dem optionalen Allradantrieb, dem Fahrprogramm TERRAIN und der Funktion „Transparente Motorhaube“ macht der neue GLA Abenteuer auch abseits befestigter Straßen zu einem souveränen und sicheren Erlebnis.

Mit einer Reichweite von bis zu 657 km (WLTP)1 bietet das BEV besten Langstreckenkomfort. Dank 800-Volt-Technologie sind in zehn Minuten bis zu 270 weitere Kilometer (WLTP) nachgeladen. Das bedeutet: mehr Zeit unterwegs, weniger Zeit an der Ladesäule.

 Den GLA wird es später auch als elektrifizierte Hybridvarianten mit 48-Volt-Technik und hochmodernem Verbrennungsmotor geben. Er kann in der Stadt rein elektrisch fahren, auf der Landstraße segeln und in jedem Gang rekuperieren.

Der MBUX Virtual Assistant mit generativer KI führt komplexe, mehrteilige Gespräche, merkt sich Details und nutzt neuste Stimmtechnologie. Damit klingt und antwortet er wie ein gut informierter Freund. Kunden erhalten im neuen GLA noch umfassendere und relevantere Antworten auf Fragen zu Alltagsthemen.

Intelligente Navigation auf Basis von Google Maps und MBUX Surround Navigation sorgt auch in komplexen Verkehrssituationen für klare Orientierung. Dank Google Clouds Automotive AI Agent kennt sich der MBUX Virtual Assistant auch bei Fragen rund um Navigationsziele bestens aus. Er greift auf Informationen verschiedener Quellen zu und liefert personalisierte Antworten zu Sehenswürdigkeiten, verfügbaren Ladesäulen, Parkplätzen und vielem mehr – nahtlos im Gespräch.

Der neue GLA bietet umfassende aktive und passive Sicherheitsfunktionen.5 Mit MB.DRIVE ASSIST PLUS6 kann er zum Beispiel automatisch die Fahrspur auf der Autobahn wechseln, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Und beim automatisierten Parken bietet er viele verbesserte oder neue Funktionen. 

Preise: In Deutschland starten die Preise für den neuen GLA 200 elektrisch bei 40.840 Euro exkl. MwSt. / 48.599,60 Euro inkl. MwSt., gefolgt vom GLA 250+ elektrisch ab 46.200 Euro exkl. MwSt. / 54.978 Euro inkl. MwSt. und dem GLA 350 4MATIC elektrisch ab 48.830 Euro exkl. MwSt. / 58.107,70 Euro inkl. MwSt.. Quelle: Mercedes-Benz / CM