Langsamfahrer auf der linken Fahrspur dreispuriger Fernstraßen Italiens sollen bestraft werden

Wer auf bestimmten dreispurigen italienischen Autobahnen zu langsam auf der äußersten linken Spur unterwegs ist, soll künftig eine Geldbuße entrichten. Die Regierung plant eine Mindestgeschwindigkeit von 100 km/h auf bestimmten Autobahnabschnitten. Noch ist die Regelung nicht in Kraft.

Wer ohne triftigen Grund langsamer als 100 km/h auf der linken Autobahnspur unterwegs ist, muss mit einer Buße zwischen 40 und 160 Euro rechnen. Darüber berichtet das italienische Rechtsportal „Brocardi. Die Vorschrift ist Teil des Entwurfs für eine neue Straßenverkehrsordnung. Der Ministerrat billigte diesen am 13. Oktober 2026 in einer ersten Beratung. Anschließend wurde er dem Parlament zur Stellungnahme vorgelegt. Die endgültige Fassung steht noch nicht fest.

Eine allgemeine Mindestgeschwindigkeit auf allen italienischen Autobahnen ist nicht vorgesehen. Laut dem Bericht betrifft die geplante Regel die Spur unmittelbar neben dem Mittelstreifen auf Autobahnen, auf denen das Fahren in parallelen Fahrzeugreihen erlaubt ist. Gemeint sind Abschnitte mit mindestens drei Fahrstreifen pro Richtung. Auf den übrigen Spuren soll das neue Mindesttempo nicht gelten. Ziel der Vorschrift ist es, den Verkehrsfluss auf der linken Spur zu verbessern. 

Ausnahmen bei Stau, Nebel und starkem Regen. Die geplante Tempogrenze soll niemanden dazu verpflichten, bei gefährlichen Bedingungen mindestens 100 km/h zu fahren. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn Verkehrsschilder eine andere Geschwindigkeit vorgeben oder besondere Umstände ein langsameres Fahren erfordern. Dazu können etwa dichter Nebel, starker Regen, ein Unfall, eine Baustelle oder ein Stau gehören. Die Geschwindigkeit muss weiterhin den tatsächlichen Straßen- und Verkehrsverhältnissen angepasst werden. 

Bis die neue Vorschrift in Kraft tritt, gelten die bestehenden Pflichten weiterhin: Grundsätzlich ist der möglichst weit rechts gelegene freie Fahrstreifen zu benutzen. Auch unnötig langsames Fahren, das den Verkehr behindert oder andere gefährdet, ist bereits heute untersagt.  Quelle: Brocardi / CM

Weitere Ungereimtheiten bei Schweizer Reisebüro

Über die Schweizer Reisebüro Harry Kolb AG ist ein Konkurverfahrens eröffnet worden. Nun tauchen nun neue Schadensfälle auf. Im Fokus steht eine zweite Aktiengesellschaft des Reisebüro-Inhabers – und eine nicht existierende Kundengeldabsicherung.

Seit dem 20. Oktober 2026 firmiert das Unternehmen offiziell als „Reisebüro Harry Kolb AG in Liquidation“, nachdem zahlreiche Kunden trotz Zahlung auf der Strecke geblieben sind. CM berichtete. Ausgestanden ist der Fall für die geschädigten Kunden aber noch nicht Denn die Absicherungslösung Swiss Travel Security (STS) hat im Fall Harry Kolb bislang noch keine Rückzahlungen geleistet und spricht von einer unübersichtlichen Situation. Luc B. Vuilleumier, Präsident des Reisebüro-Verbandes Swiss Travel Association, bei dem die Versicherung angesiedelt ist, bezeichnet die Dossiers nach wie vor als pendent.

Vuilleumier liegen fünf Fälle geschädigter Kolb-Kunden vor. Vier davon fallen in den Buchungszeitraum vor dem 23. Juni 2026 – einer auf den Zeitraum danach, als der Reisebüro Harry Kolb AG der Versicherungsschutz aufgrund fehlender Unterlagen entzogen worden war. STS spricht von einer Gesamtschadenssumme von rund 120.000 Schweizer Franken ca. 130.000 Euro). Erschwerend für STS kommt hinzu, dass Kolb noch keine vollständige Kundenliste vorgelegt hat – mit Verweis auf deren Vertraulichkeit.

Der 76-jährige Reisebüro-Inhaber wollte angeblich gegen die Konkurseröffnung Beschwerde einlegen. Beim zuständigen Konkursamt Thalwil erklärte der zuständige Notar am Montag, 02. November 2026, es lägen keine Unterlagen vor, wonach die Beschwerde tatsächlich eingereicht wurde. Die Wirkungen des Konkurses seien daher nicht gestoppt.

Wie aus Unterlagen, die dem Schweizer Medium Travelnews vorliegen, hervorgeht, agiert Harry Kolb noch mit einer zweiten Firma. Die nennt sich Sudamerica Tours S.A. und ist an der gleichen Adresse wie die Reisebüro Harry Kolb AG in Kilchberg ZH angesiedelt. Aus dem Handelsregister geht hervor, dass es die Firma Sudamerica Tours tatsächlich gibt. Verwirrend ist indes laut Travelnews, dass Kolb mit der gleichen Mehrwertssteuer wie jener der Reisebüro Harry Kolb AG agiert und offenbar die Geschäftstätigkeiten vermischt.

Bei STS sind nun geschädigte Kunden von Sudamerica Tours mit Rückzahlungs-Erwartungen vorstellig geworden. STS musste diese Kunden abweisen, zumal keine Absicherungslösung für eine Sudamerica Tours SA vorliegen soll. Daher sind die Geschädigten an den Ombudsman der Schweizer Reisebranche, Walter Kunz, herangetreten. Dieser musste den Kunden aber auch sagen, dass keine Absicherung bei STS vorliege. Denn bei Sudamerica Tours SA handelt es sich nicht um einen Brand der Reisebüro Harry Kolb AG, sondern um eine eigene AG, die gemäß  Handelsregister weiterhin aktiv ist. Doch hier findet sich  eine weitere Ungereimtheit: Im Katalog von Sudamerica Tours steht, die Kundengelder seien durch den ‚Schweizerischen gesetzlichen Garantiefonds der Reisebüro Harry Kolb AG‘ gesichert.

Kunz stand im Kontakt mit drei geschädigten Sudamerica-Tours-Kunden. Eines der drei Dossiers betrifft eine Gruppe von 16 Personen, die ihre Südamerika-Reise unterwegs abbrechen mussten, weil sie die schon bezahlten Leistungen vor Ort nochmals hätten begleichen müssen. Zudem soll Kolb bei Kunden noch im August auf Restzahlungen beharrt haben – zwei Monate nachdem die Absicherungslösung für sein Stammhaus bereits erloschen war. Der Fall Harry Kolb dreht also weitere Kreise und ist noch nicht ausgestanden. Quelle: Travelnews / CM

USA: Kann der internationale Tourismus den Wandel herbeiführen?

Das amerikanische Volk hat gesprochen. Die Zwischenwahlen am 03. November 2026 haben ein starkes politisches Signal gesendet: Die Demokraten haben wohl  die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat errungen. WTTC, USTOA, Destinations International und führende Tourismusorganisationen weltweit bereiten eine koordinierte Willkommensinitiative für Januar 2027 vor. Die Botschaft ist einfach: Die Welt soll von den Vereinigten Staaten mit offenen Armen willkommen geheißen werden. Jedoch bleibt US-Präsident Donald Trump bis Januar 2029 im Weißen Haus und behält sein Vetorecht sowie beträchtliche Exekutivbefugnisse. 

Die nächsten zwei Jahre könnten Konfrontationen, Unsicherheit und weitere internationale Spannungen mit sich bringen. Sie bieten den Vereinigten Staaten aber auch die Chance, Vertrauen wiederherzustellen, die demokratische Rechenschaftspflicht zu stärken und sich wieder stärker mit der Welt zu verbinden. Für die internationale Reise- und Tourismusbranche ist es jetzt an der Zeit, sich vorzubereiten.

An die internationale Tourismusbranche: „Heißen Sie US-Reisende herzlich willkommen. Zeigen Sie ihnen, dass Freundschaft, Gastfreundschaft und gegenseitiger Respekt stärker sind als politische Differenzen. Und an alle in den Vereinigten Staaten – von Großstädten und berühmten Reisezielen bis hin zu kleinen Städten, Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Tourismusverbänden: Begrüßen Sie Besucher aus aller Welt weiterhin mit einem noch breiteren Lächeln und offenen Armen. Zeigen Sie ihnen die Vereinigten Staaten, die sie seit Jahrzehnten kennen und lieben: ein Land mit außergewöhnlichen Landschaften, vielfältigen Gemeinschaften, Chancen und herzlicher Gastfreundschaft. Lassen Sie Besucher die Menschen hinter den Schlagzeilen kennenlernen und die Freundschaften neu entdecken, die das Reisen in die USA seit Generationen so besonders machen.

Die Amerikaner senden auch in Sachen Tourismus ein deutliches Signal in die Welt.

Januar 2027: Ein neuer Kongress, aber derselbe Präsident. Die jüngsten Wahlnachtberichte deuten auf eine deutliche Verschiebung in Washington hin. ABC News prognostiziert die Demokraten für die Mehrheit in beiden Kongresskammern, obwohl einzelne Wahlkreise und die endgültige Sitzverteilung noch nicht feststehen. 

Der neue Kongress tritt am 03. Januar 2027 sein Amt an. Bis dahin behalten der derzeitige Kongress und die Trump-Administration jedoch ihre Befugnisse. Das macht die verbleibenden Wochen des Jahres 2026 besonders wichtig. Entscheidungen zur Außenpolitik, zu Militäroperationen, zu Bundesausgaben, zur Einwanderung und zu Exekutivmaßnahmen könnten die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen prägen, die der neue Kongress übernehmen wird.

In einem Interview mit CBS News am 03. November betonte der Präsident sein Vetorecht und erklärte, er könne es gegen Gesetzesvorhaben der Demokraten einsetzen. Er deutete zudem an, dass Vetos letztendlich zu Kompromissen durch Verhandlungen führen könnten.

Der Kongress kann ein Veto des Präsidenten nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern überstimmen – eine deutlich höhere Hürde als die einfache Mehrheit, die für die Verabschiedung der meisten Gesetze erforderlich ist.

Der Senat verfügt außerdem über eine Filibuster-Regel, die im Allgemeinen 60 Stimmen erfordert, um umstrittene Gesetzesvorlagen voranzubringen. Ein von den Demokraten dominierter Kongress kann Exekutiventscheidungen untersuchen, Ausgaben prüfen, Prioritäten der Regierung hinterfragen und Einfluss auf Ernennungen nehmen. Er kann aber nicht einfach jede einzelne Maßnahme des Präsidenten rückgängig machen. Die nächsten zwei Jahre könnten daher von einem Kampf zwischen der Aufsicht des Kongresses und der Exekutivgewalt des Präsidenten geprägt sein.

Iran, Kuba und die gefährlichen Wochen vor Januar. Die Wahl beendet weder den Krieg mit Beteiligung des Iran, noch beseitigt sie die Möglichkeit einer weiteren militärischen Eskalation. Im September berichtete Reuters, dass Trump mit einer Verschärfung der Militäraktionen gegen den Iran gedroht habe, falls kein Friedensabkommen erzielt werden könne. Er deutete zudem an, dass ein Abkommen möglicherweise nach den Zwischenwahlen zustande kommen könnte.

Kuba stellt eine weitere Quelle der Besorgnis dar.Für die Tourismusbranche sind die Auswirkungen gravierend: Militärische Konfrontationen, die Angst vor einer Eskalation, Reisewarnungen, Störungen im Flugverkehr, Versicherungskosten und diplomatische Unsicherheit können das Vertrauen internationaler Besucher weit über die direkt beteiligten Länder hinaus beeinträchtigen. Die verbleibenden Wochen bis zum 03. Januar 2027 könnten zeigen, ob die Regierung einen Kompromiss, eine weitere Konfrontation oder eine Kombination aus beidem wählt. Immerhin: Auch nach dem Zusammentreten des neuen Kongresses wird Donald Trump weiterhin erhebliche Befugnisse in Bezug auf militärische und außenpolitische Entscheidungen behalten.

Kann die USA in Trumps letzten beiden Amtsjahren wieder funktionsfähig werden? Das neue Kräfteverhältnis im Kongress schafft die Möglichkeit einer stärkeren Kontrolle, garantiert aber keine effektive Regierungsführung. Reuters berichtete bereits vor der Wahl, dass Mitarbeiter des Weißen Hauses Wege vorbereitet hatten, Trumps Agenda – u.a. in den Bereichen Einwanderung, Zölle und Staatsausgaben – auch bei einem Sieg der Demokraten im Kongress per Dekret weiter umzusetzen. Die verfassungsrechtlichen Grenzen sind klar. Ein neuer Kongress kann den Präsidenten nicht automatisch absetzen, jede Exekutivanordnung aufheben oder ihn zur Unterzeichnung von Gesetzen zwingen.

Sie kann jedoch Rechenschaftspflicht einfordern, Regierungsentscheidungen untersuchen, über Ausgabenprioritäten verhandeln und öffentliche Anhörungen nutzen, um mehr Transparenz bei politischen Maßnahmen zu schaffen, die die Bevölkerung betreffen.

Es besteht auch ein Risiko: Längere Auseinandersetzungen über Budgets und staatliche Fördermittel könnten zu mehr Unsicherheit für Unternehmen, Reisende und internationale Partner führen.

Die Frage ist, ob der Kongress und das Weiße Haus Bereiche für eine praktische Zusammenarbeit finden oder zwei Jahre damit verbringen werden, sich auf die Präsidentschaftswahlen 2028 vorzubereiten.

Der Tourismus kann nicht bis Januar 2029 warten. Politische Versprechen allein können das angeschlagene Vertrauen internationaler Besucher nicht wiederherstellen. Manche internationale Reisende sind besorgt über Einreisebestimmungen, Visaauflagen, diplomatische Spannungen und die Wahrnehmung, wie Ausländer in den Vereinigten Staaten behandelt werden.

Tourism Economics berichtete, dass die Ankünfte aus Übersee bis August 2026 im Jahresvergleich um 5.8 % zurückgegangen seien, wobei die Entwicklung zwischen den Quellmärkten unterschiedlich ausfiel.

Nach wie vor bieten die USA außergewöhnliche touristische Attraktionen:  Nationalparks, Weltklasse-Städte, kulturelle Vielfalt, Großveranstaltungen, historische Orte und Millionen von Menschen, deren Lebensunterhalt direkt oder indirekt vom Empfang von Besuchern abhängt. Der internationale Tourismus darf nicht zum Kollateralschaden in den politischen Auseinandersetzungen Washingtons werden. Und US-Bürger, die andere Länder besuchen, sollten nicht persönlich für Entscheidungen ihrer Regierung verantwortlich gemacht werden. Der Tourismus kann etwas bewirken, was politische Konfrontationen oft nicht können: Er sorgt dafür, dass die Menschen miteinander im Gespräch bleiben, sich besuchen, einander verstehen und respektieren.

WTTCUSTOA und Destinations International. Der World Travel & Tourism Council (WTTCDie United States Tour Operators Association (USTOA), Destinations International, die US Travel Association, Brand USA, staatliche Tourismusbüros und regionale Destinationsorganisationen wollten nicht bis zum Zusammentritt des neuen Kongresses warten, bevor sie entscheiden, wie sie reagieren.

Die Planung soll unverzüglich beginnen, und die koordinierten Aktivitäten sollten bereit sein, mit dem Amtsantritt des neuen Kongresses am 03. Januar 2027 zu starten. Die ersten 100 Tage bis zum 12. April 2027 könnten ein praktisches Zeitfenster für eine sichtbare internationale Zusammenarbeit bieten.

Vorgeschlagener 100-Tage-Tourismus-Aktionsplan

  1. Vor dem 03. Januar 2027: Koalition bilden. Internationale und US-amerikanische Tourismusverbände, Fluggesellschaften, Reiseziele und führende Vertreter der Privatwirtschaft einladen, sich auf eine gemeinsame, überparteiliche Initiative zur Stärkung des Besuchervertrauens zu einigen.
  2. Tage 1–30: Weltweite Willkommensbotschaft senden. Internationale Reiseziele dazu anregen, US-Reisende herzlich willkommen zu heißen, während US-Tourismusorganisationen ihr Engagement für internationale Besucher bekräftigen.
  3. Tage 31–60: Gutes in konkrete Maßnahmen umsetzen. Partnerschaften mit Reisezielen, Austauschprogramme für die Reisebranche und Treffen mit Vertretern des Tourismussektors im Kongress organisieren. Probleme bei Visa, Grenzkontrollen und dem Vertrauen der Besucher identifizieren.
  4. Tage 61–100: Nachweis messbarer Fortschritte. Veröffentlichung einer Besuchervertrauensanalyse, Bekanntgabe von Destinationspartnerschaften und Präsentation praxisnaher, von der Tourismusbranche unterstützter Handlungsempfehlungen.

Die internationale Gemeinschaft kann helfen. Internationale Regierungen, Tourismusorganisationen und Reiseziele können nicht über die Zukunft der US-Präsidentschaft entscheiden. Sie sollten auch nicht versuchen, sich in die demokratischen Institutionen der USA einzumischen. Sie können jedoch die friedliche internationale Zusammenarbeit unterstützen, professionelle Beziehungen pflegen und Maßnahmen fördern, die legitimes Reisen sicherer, einfacher und einladender gestalten.

Wenn die globale Tourismusgemeinschaft wirklich davon überzeugt ist, dass Reisen eine Kraft für Frieden und Verständigung ist, dann ist dies eine Gelegenheit, diesen Glauben durch Taten unter Beweis zu stellen.

Das amerikanische Volk hat gesprochen. Wie geht es nun weiter? Die Vereinigten Staaten müssen nicht bis Januar 2029 warten, um die Gastfreundschaft, Offenheit und internationalen Freundschaften unter Beweis zu stellen, die ihre Tourismusbranche seit Generationen prägen. Die globale Reisebranche hat weniger als zwei Monate Zeit, sich auf den Januar 2027 vorzubereiten, und 100 Tage danach, um zu beweisen, dass koordiniertes Handeln Ergebnisse bringen kann.

Der internationale Tourismus kann die politische Einigung nicht besiegeln. Aber er kann dazu beitragen, das Vertrauen, den guten Willen und die menschlichen Beziehungen wiederherzustellen, die die Vereinigten Staaten brauchen werden, unabhängig davon, was in Washington geschieht. Quelle: eTurboNews / CM

Führerschein auf dem Smartphone

Nach dem Fahrzeugschein wird nun auch der Führerschein digital. Ab Ende November 2026 soll es möglich sein, den Führerschein auf dem Smartphone zu speichern und bei Verkehrskontrollen in Deutschland als Nachweis zu verwenden. Der bisherige Kartenführerschein kann dann im Alltag zu Hause bleiben. 

Wer den digitalen Führerschein nutzen möchte, muss sich zunächst online ausweisen. Dafür wird die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises samt zugehöriger PIN benötigt. Über die kostenlose i-Kfz-App des Kraftfahrt-Bundesamtes lässt sich der Führerschein anschließend digital hinterlegen. Wichtig ist allerdings: Der digitale Führerschein gilt zunächst nur in Deutschland. Bei Fahrten ins Ausland muss der Kartenführerschein deshalb weiterhin mitgeführt werden. Zwar ist im Rahmen der neuen EU-Führerscheinrichtlinie auch ein europaweit gültiger digitaler Führerschein vorgesehen. Bis dieser tatsächlich genutzt werden kann, wird es aber noch einige Jahre dauern.

Der digitale Führerschein ist freiwillig und ergänzt den bisherigen Kartenführerschein. Wer weiterhin das klassische Dokument nutzen möchte, kann dies uneingeschränkt tun. Bei einer Verkehrskontrolle in Deutschland soll künftig neben dem Kartenführerschein auch der digitale Nachweis auf dem Smartphone ausreichen.

Entscheidend ist aus Sicht des ADAC, dass die Nutzung freiwillig bleibt und der bisherige Kartenführerschein weiterhin uneingeschränkt verwendet werden kann. Zudem müssen Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet sein und der digitale Führerschein im Alltag zuverlässig funktionieren. Quelle: ADAC / CM

Joël Verany übernimmt Leitung des B2B- und GW-Geschäfts von Stellantis in Europa

Stellantis strukturiert seine Commercial Operations Organisation in der Region Enlarged Europe mit sofortiger Wirkung um und führt seine B2B- und Gebrauchtwagenaktivitäten unter einer einheitlichen Leitung zusammen.

Im Rahmen der neuen Struktur wird Joël Verany die integrierte B2B- und Gebrauchtwagenorganisation leiten Ana Theresa Borsari wird weiterhin die Entwicklung des Gebrauchtwagengeschäfts leiten. Die neue Organisation schafft eine einheitliche europäische Verantwortung vom Flottengeschäft bis zum Weiterverkauf der Fahrzeuge und stimmt den B2B-Vertrieb mit dem Gebrauchtbereich ab. Sie soll für ca. 1,7 Mio. Verkäufe pro Jahr in der Region verantwortlich sein.

Maurizio Zuares, Head of Commercial Operations Enlarged Europe „Dies ist ein logischer nächster Schritt für unsere europäischen Aktivitäten. Durch die Bündelung der komplementären Kompetenzen in den Bereichen B2B und Gebrauchtwagen können wir den Fahrzeugwert einheitlicher steuern und flexibler reagieren. Dies wird entscheidend sein, um im Zuge der weiteren Marktentwicklung ein profitables Wachstum aufrechtzuerhalten.“

Unterdessen kämpft der Stellantis-Konzern mit Qualitätsproblemen. CEO Antonio Filosa ist entschlossen, das unerwünschte Erbe seines Vorgängers Carlos Tavares schnellstmöglich loszuwerden. Doch das könnte dauern. Die Probleme ziehen sich durch den ganzen Konzernb und betreffen europäische als auch US-amerikanische Marken. Filosa hat allein für die Qualitätssicherung mehr als 2000 zusätzliche Ingenieure eingestellt.Quelle: Stellantis / CM

In vielen Gemeinden hapert es noch mit dem Ladenetzausbau

Das aktuelle Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu Elektro-Pkw (E-Pkw) in Deutschland bleibt im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Sowohl die Zulassungen von E-Autos als auch das Angebot öffentlicher Ladepunkte sind in allen Bundesländern teils stark gewachsen. Dabei zeigen sich nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern sowie auch den Gemeinden, was den anhaltenden Handlungsbedarf beim Ladeinfrastrukturausbau in Deutschland verdeutlicht. Das sind einige der zentralen Ergebnisse einer Auswertung des Verbands der Automobilindustrie (VDA), dem so genannten VDA-E-Ladenetzranking. Dieses ist eine statistische Auswertung, die auf den amtlichen Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und der Bundesnetzagentur beruht.

In Deutschland gibt es, Stand 01. Juli 2026, 211.025 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 55.011 Schnellladepunkte (Quelle: Bundesnetzagentur) und 3.591.910 E-Pkw (BEV, PHEV; Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt). Damit kommen in Deutschland zum Stichtag 01. Juli im Durchschnitt 17,0 E-Pkw auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Somit stellt sich das Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu E-Autos in Deutschland im Vergleich zum vorangegangenen VDA-E-Ladenetzranking (Datenstand 1. Juli 2025) nahezu unverändert dar. Seinerzeit kamen 16,7 E-Pkw auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. 

Rund 39.000 neue Ladepunkte und 715.000 neue BEV. Die Bundesnetzagentur weist zum Stichtag des neuen VDA-E-Ladenetzrankings (1. Juli 2026) 38.875 öffentliche Ladepunkte mehr aus als beim letzten VDA-E-Ladenetzranking (Stand 1. Juli 2025). Davon sind 14.234 Schnellladepunkte. An Schnellladepunkten können in der gleichen Zeit deutlich mehr E-Pkw geladen werden als an Normalladepunkten. Innerhalb des betrachteten Zeitraums kamen 14.234 Schnellladepunkte hinzu, womit mehr als jeder dritte hinzugekommene öffentliche Ladepunkt ein Schnellladepunkt ist. Dabei wiederum zeigt sich ein Ausbau-Fokus auf besonders leistungsstarke Schnellladepunkte mit mehr als 149 kW (High-Performance-Ladepunkte), die verstärkt zugebaut wurden. Deutschlandweit gibt es 40.320 High-Performance-Ladepunkte. Sie machen mittlerweile das Gros der Schnellladepunkte aus und stellen zudem 19 % der gesamten Ladepunkte. 

Einen deutlichen Zuwachs gab es auch bei dem E-Pkw-Bestand: Zwischen dem 01. Juli 2025 und dem 01. Juli 2026 kamen 714.859 neu gemeldete E-Pkw hinzu. Damit gibt es, Stand 01. Juli 2026, in Deutschland 3.591.910 E-Pkw. Der BEV-Anteil am gesamten deutschen Pkw-Bestand liegt bei 7,2  %. Gleichzeitig fallen Diesel- und Benziner-Autos ins Bodenlose.  

Die Abdeckung mit Ladepunkten hat sich gegenüber dem vorangegangenen VDA-Ranking leicht verbessert, allerdings gibt es in 30 % der Gemeinden (ab 500 Einwohnenden) nach wie vor keinen öffentlich zugänglichen Ladepunkt und in 61 % noch keinen öffentlich zugänglichen Schnellladepunkt. 

VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Unsere Auswertung zur öffentlichen Ladeinfrastruktur zeigt Licht und Schatten. Erfreulich ist vor allem der deutliche Zuwachs an Schnelllademöglichkeiten. Dass die Menschen immer häufiger ihr E-Auto schnellladen können, ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und die E-Mobilität. Gleichzeitig gibt es noch immer zu viele weiße Flecken auf der Landkarte, viele Gemeinden in Deutschland bieten überhaupt keine öffentlichen Lademöglichkeiten. Dabei ist eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur ein wichtiger Schlüsselfaktor für den Erfolg der E-Mobilität. Die Menschen brauchen das Vertrauen, immer und überall einfach und schnell laden zu können. Darauf wollen sie sich zurecht verlassen können. Deshalb braucht es beim Ausbau der öffentlichen Lademöglichkeiten noch mehr Ambition – besonders vor dem Hintergrund der deutlich steigenden Zulassungen von BEV.“  

U.a. müsse der Ausbau der Standorte des sogenannten Deutschlandnetzes mit mehr als 1.000 Schnellladeparks entlang der Autobahnen und in städtischen und ländlichen Räumen weiter vorangetrieben werden, so die VDA-Präsidentin. „Das Deutschlandnetz hätte eigentlich Ende des Jahres stehen sollen, hängt aufgrund von Rechtsstreitigkeiten aber zeitlich hinter dem Plan – umso mehr Tempo braucht es jetzt. Offene Rechtsfragen müssen daher unverzüglich geklärt werden. Das Deutschlandnetz muss schnellstmöglich abgeschlossen werden, weitere Verzögerungen darf es nicht geben.“    
 
Hildegard Müller betont zudem die Bedeutung schnellerer Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie des Stromnetzausbaus. „Der Stromnetzausbau ist zunehmend die entscheidende Voraussetzung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Denn mit der E-Mobilität – ob bei Pkw oder Nfz – kommen besonders auf die Stromnetze neue Herausforderungen zu. Damit die benötigten Leistungen auch tatsächlich bereitgestellt werden können, müssen die Stromnetze beschleunigt und vorausschauend ausgebaut werden. Leistungsfähige Energienetze dürfen nicht zum Nadelöhr für den Erfolg der E-Mobilität werden.“  

Ladeangebot in allen Bundesländern gewachsen. Betrachtet man das Ladeangebot auf Ebene der Bundesländer, so wird deutlich, dass das Ladeangebot in allen Bundesländern gewachsen ist. Alle Bundesländer haben bei der aktuellen Auswertung mindestens 17 % (Sachsen) mehr öffentliche Ladepunkte als zuvor. Mecklenburg-Vorpommern hat prozentual mit 36 % relativ am stärksten zugelegt.

Zudem zeigt das Ranking, dass es in Mecklenburg-Vorpommern das beste Verhältnis von E-Pkw zu öffentlichen Ladepunkten gibt. Hier kommen 11,5 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt. Berlin belegt Rang 2, Thüringen Rang 3. Nicht unerwähnt dürfen strukturelle Unterschiede in den Bundesländern bleiben, so ist der E-Pkw-Bestand in den neuen Bundesländern noch vergleichsweise gering. Es folgen: Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern, wo 16,7 E-Pkw auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen. Die dahinter folgenden Länder liegen mit ihren Werten jeweils unter dem Bundesdurchschnitt von 17,0. Diese sind: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (in dieser Reihenfolge). Weitere Details finden Sie auf den Datenblättern (Download unter dieser PM).

Berlin schafft die meisten neuen Schnellladepunkte. Der sog. Ladenetzranking-S-Wert  zeigt, wie viele E-Pkw sich statistisch betrachtet einen Schnellladepunkt teilen. Vorne liegt hier erneut der Landkreis Saale-Orla-Kreis (Thüringen). Es folgen der Landkreis Nordhausen (Thüringen) und Zweibrücken (Rheinland-Pfalz).  Betrachtet man die absoluten Zuwächse, so kamen in Berlin die meisten Schnellladepunkte hinzu (372).

Die statistische Auswertung auf Ebene der Bundesländer zeigt: Der Bundesdurchschnitt liegt beim S-Wert bei 65,3. Anders formuliert: In Deutschland kommen durchschnittlich 65 E-Pkw auf einen Schnellladepunkt. Die ersten drei Plätze beim S-Wert belegen Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Zu bedenken sind hier strukturelle Unterschiede in den Bundesländern, so ist in den neuen Bundesländern der E-Pkw-Bestand noch vergleichsweise gering.  Quelle: VDA / CM

Vor allem die Neue Klasse hält BMW auf erfolgreichem Kurs

BMW hat solide Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Trotzdem haben die Münchner ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt.. Der Grund: BMW zieht seine kostspielige Neuausrichtung vor. Ältere Modelle sollen schneller als geplant durch neue Modelle auf Basis der Neuen Klasse ersetzt werden. Davon erhoffen sich die Münchner neben einem attraktiveren Angebot auch bessere Margen.

In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte die BMW Group im Segment Automobile eine operative EBIT-Marge von 3,5 %. Trotz des schwierigen Geschäftsumfelds wurde im dritten Quartal ein Konzernergebnis von 2 Mrd. Euro erreicht. Im dritten Quartal lieferte die BMW Group rund 551.000 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce an Kunden aus. Das waren 6,3 % weniger als im Vorjahresquartal. Die Umsatzerlöse im Segment Automobile gingen um 6,5 % auf 26,7 Mrd. Euro zurück. Dies war im Wesentlichen auf die geringeren Auslieferungen und den anhaltend hohen Wettbewerbsdruck in diversen Märkten zurückzuführen.

Während die gesamten Auslieferungen und die Umsatzerlöse unter dem Vorjahresniveau lagen, gewann der Absatz der vollelektrischen Fahrzeuge im dritten Quartal weiter an Dynamik. Mit mehr als 110.000 Auslieferungen, einem Anstieg von 7,2 % gegenüber dem Vorjahr, war jedes fünfte weltweit verkaufte Fahrzeug ein vollelektrisches Modell.Einschließlich der Plug-in-Hybride belief sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge auf mehr als 150.000 Einheiten. Dies entspricht einem Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Gesamtabsatz von 27,4 %.

Gleichzeitig treibt BMW die strukturelle Transformation des Unternehmens auf allen Ebenen voran. Proaktiv wurde entschieden, die Portfolio- und Strukturmaßnahmen auszuweiten, um die notwendigen Veränderungen zu beschleunigen. Entsprechend wurde der Ausblick für 2026 angepasst.

Der langfristige Zielkorridor für die EBIT-Marge im Segment Automobile von 8 bis 10 % wurde bestätigt. Dieses Ziel soll zu Beginn des kommenden Jahrzehnts erreicht werden. Für 2028 gilt ein Zwischenziel für die EBIT-Marge von 3 bis 5 % als gesetzt.

Im Vertrieb wird die Einführung eines Direktvertriebsmodells für die Marke BMW in Europa vorbereitet.  Zudem soll das Angebot am oberen Ende des Produktportfolios ausgebaut werden. Darüber hinaus will BMW die Produkte der Neuen Klasse mit hohem Tempo über das Portfolio und alle Antriebsarten hinweg ausbauen. Nach dem Erfolg des BMW iX3 sind zahlreiche weitere Modelle gefolgt, darunter die aktualisierte 7er Reihe, die 3er Reihe mit batterieelektrischen Varianten und Varianten mit Verbrennungsmotor, der X5 mit mehreren Antriebsoptionen sowie der brandneue iX4. Die Produktion der NEUEN KLASSE läuft in Debrecen, München, Dingolfing, Spartanburg und Shenyang. In Debrecen  wurde der Betrieb bereits auf drei Schichten ausgeweitet, um die Nachfrage bedienen zu können. Dort wird der iX4 gemeinsam mit dem iX3 produziert. 

BMW will seine Position im Premiumsegment für batterieelektrische Fahrzeuge weiter ausbauen. Alle batterieelektrischen Varianten der Neuen Klasse werden von neuen Gen6-Hochvoltbatterien angetrieben. Anfang Oktober wurde das neue Werk in Irlbach-Straßkirchen (Niederbayern, zwischen Regensburg und Passau) eröffnet, das die deutschen Werke beliefern wird. Die Serienproduktion in Woodruff (South Carolina) wird noch vor Ende dieses Jahres beginnen; San Luis Potosí (Mexiko) folgt im kommenden Jahr.

In Europa wird die Präsenz im volumenstarken Einstiegspremiumsegment durch die Einführung eines weiteren vollelektrischen BMW-Modells im Jahr 2028 erhöhen. In den USA wird der starken Kundennachfrage nach SAVs weiterhin Rechnung getragen. Das Werk in Spartanburg ist voll ausgelastet. China bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Dort beginnt noch im November 2026 der Rollout der Neuen Klasse mit der Markteinführung des iX3. 

Künftig sollen Forschung und Entwicklung vor Ort – sowie der lokalen Einkauf weiter gestärkt werden, um die Wünsche chinesischer Kunden noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen und schneller umsetzen zu können. Zudem soll das Produktionsnetzwerk in Shenyang breiter aufgestellt und geprüft werden, dafür den Export von in China produzierten Fahrzeugen in Märkte des asiatisch-pazifischen Raums zu realisieren. Quelle: BMW / CM

Geschäftswagen über Nacht im Freien, was zu beachten ist

Nicht jeder Dienstwagennutzer hat zuhause eine eigene Garage, in die er seinen Geschäftswagen über Nacht stellen kann. Für all‘ jene „Laternenparker“ mit täglicher Autofahrt ist der abendliche Wetterbericht ein Pflichtprogramm. Denn sinken in der Nacht die Temperaturen auf Minusgrade, sind am nächsten Morgen vor dem Losfahren ein paar Minuten einzuplanen, etwa um die Scheiben freizumachen. 

Vor dem Aufbruch müssen alle für die Sicht erforderlichen Scheiben eis- und schneefrei sein. Paragraf 23 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt, dass die Sicht nicht durch den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt sein darf. Je nach Eisdicke ist ausreichend Zeit für das mitunter mühevolle Freikratzen einzuplanen. Ein geeigneter Kratzer sollte immer an Bord und gut erreichbar sein. Sich mit einem Guckloch in der Frontscheibe zu begnügen ist zum einen nicht gestattet und zum zweiten sehr gefährlich: Wenn das Blickfeld des Fahrers deutlich eingeschränkt ist, kann er andere Verkehrsteilnehmer übersehen.

Stummer Helfer: Abdeckungen für die Windschutzscheibe sind eine lohnende Anschaffung. Hochwertigere Ausführungen sind mehrlagig aus isolierendem und wasserabweisendem Material gefertigt. Seitliche Laschen werden in die Autotüren eingeklemmt und sichern die Matte gegen Windböen. Wichtig sind die passende Größe und eine weiche Unterseite, die das Glas vor Kratzern schützt. Manche Matten decken die Scheibenwischer mit ab. Abdeckungen aus Karton mit attraktiven Motiven ziehen zwar Blicke von Passanten auf sich, leiden aber rasch durch die Feuchtigkeit.

Wer seinen Geschäftswagen im Winter im Freien parkt, sollte Vorkehrungen treffen. Foto: GTÜ

Schnee vom Dach: Nach heftigem Schneefall genügt es nicht, nur die Scheiben zu befreien. Schnee auf dem Autodach kann beim Bremsen nach vorn rutschen und die Sicht durch die Windschutzscheibe ganz plötzlich versperren. Ebenso können sich bei höherem Tempo Schnee und Eis lösen, nach hinten wegfliegen und folgende Verkehrsteilnehmer gefährden.

Standheizung statt Garage: Wohl dem, dessen Geschäftsauto eine Standheizung hat. Wer diese – möglichst per Zeitschaltuhr oder Fernbedienung – je nach Frost 15 bis 30 Minuten vor Fahrtantritt einschaltet, braucht sich in nicht um eisfreie Scheiben zu kümmern. Zudem genießt er gleich beim Einsteigen eine wohlige Wärme im Innenraum. Gut zu wissen: Eine kraftstoffbetriebene Standheizung benötigt für den Betrieb zusätzlich Strom aus der Fahrzeugbatterie. Bei batterieelektrischen Modellen funktioniert das alles viel einfacher und kostensparender.

Batterie kontrollieren: Niedrigere Temperaturen verringern die Leistungsfähigkeit der Starterbatterie in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Häufige Kurzstrecken ebenfalls. Gleichzeitig benötigt der Motor bei winterlichen Kaltstarts mehr Energie. Wie lange eine Batterie bei Kräften bleibt, hängt von ihren Einsatzbedingungen und ihrem Alter ab. Bei normalem Fahrbetrieb und regelmäßiger Nutzung lebt sie durchschnittlich fünf bis sechs Jahre lang. Bei nicht mehr ganz neuen Starterbatterien empfiehlt sich ein Test vor den Wintermonaten und gegebenenfalls ein Austausch. Autowerkstätten prüfen Spannung und Zustand der Batterie mit speziellen Geräten binnen weniger Minuten. So können Schwächen erkannt werden, bevor der Motor an einem frostigen Morgen nicht mehr anspringt. Tipp: Besser ist allemal ein Elektroauto.

Motor nicht im Stand warmlaufen lassen: Wer noch ein umweltschädliches Verbrennerauto nutzt, für den oder die mag es komfortabel sein, den Verbrennungsmotor zu starten und anschließend Frontscheiben-, Heckscheiben- und Sitzheizung ihre Arbeit machen zu lassen. Doch eine gute Idee ist das nicht. Der Verschleiß im Motor ist während der ausgedehnten Kaltlaufphase hoch, ebenso der Schadstoffausstoß. Zudem untersagt Paragraf 30 Absatz 1 der StVO das unnötige Laufenlassen von Motoren. So werden Lärm sowie Abgase vermieden. Wer die ersten Kilometer mit moderaten Drehzahlen zurücklegt, schont den Motor. Die volle Leistung sollte dem Triebwerk erst abverlangt werden, wenn das Kühlwasser und das sich langsamer erwärmende Motoröl ihre Betriebstemperatur erreicht haben. Bei BEV ist das alles kein Problem. Besonders wichtig für Laternenparker: Das Kühlmittel wie Scheibenwischwasser sollte durch ein geeignetes Frostschutzmittel gegen Minustemperaturen von mindestens 25° C geschützt sein.

Fachgerecht öffnen: Feuchte Türdichtungen können am Auto festfrieren – Einsteigen ist unmöglich. Wer dann die Türen mit viel Kraft öffnet, riskiert beschädigte Dichtungen. Vorsichtiger Druck gegen die Tür kann helfen, die Vereisung zu lösen. Vorbeugen hilft immer: Bei gereinigten und mit einem geeigneten Gummipflegemittel behandelte Dichtungen ist die Gefahr des Festfrierens sehr gering. Auch Türschlösser können einfrieren und das Öffnen einer Autotür verhindern. Türschloss-Enteiser sind wirkungsvoll – und gehören natürlich in die Jackentasche statt ins zugefrorene Auto. Ein geeigneter Schließzylinder-Pflegestoff kann entgegenwirken.

Scheibenwischer schonen: Sind die Wischerblätter an der Windschutzscheibe angefroren, sollten sie keinesfalls mit Gewalt abgezogen oder einfach eingeschaltet werden. Sonst können die empfindlichen Gummilippen oder der Scheibenwischermotor beschädigt werden. Hier hilft ein Scheibenenteiser.

Geeigneter Parkplatz: Nicht jeder Abstellplatz ist gleich gut geeignet. Von Bäumen können in Herbst und Winter Blätter und Äste fallen, vor allem nach starkem Schneefall. Blätter verstopfen gern Abwasserführungen in der Karosserie. Staut sich das Wasser, kann dies Korrosion verursachen. Allerdings: Vor allem in Städten haben viele Autofahrer beim Abstellen ihres Wagens keine große Auswahl. Man nehme, was kommt – und tatsächlich ist es direkt unter einer Laterne gar nicht so ungünstig. Denn dann hat man zumindest Licht, wenn man morgens im Dunkeln mit dem Eiskratzer zu Werke geht. Quelle: GTÜ / CM

ÖBB und SBB verlängern Zusammenarbeit bis 2036 

ÖBB und SBB arbeiten im grenzüberschreitenden Personenverkehr seit 2016 erfolgreich zusammen.  In den letzten zehn Jahren sind die Fahrgastzahlen zwischen den beiden Ländern im Tag- und Nachtverkehr um mehr als die Hälfte gestiegen. Nun verlängern die beiden Bahnen den Kooperationsvertrag bis 2036. Die Vereinbarung umfasst sowohl die Verbindungen im Tagesfernverkehr als auch das gemeinsame Nachtzugangebot.

„Die Schweiz und Österreich verbindet eine langjährige Partnerschaft. Auch wenn wir beim Wintersport gerne um die Spitzenplätze wetteifern: Auf der Schiene setzen wir auf Teamarbeit. Mit der Vertragsverlängerung führen wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit für weitere zehn Jahre fort“, so Sabine Stock, Vorständin ÖBB Personenverkehr.

„Immer mehr Menschen reisen bequem mit dem Zug über die Grenze. Mit den ÖBB haben wir den idealen Partner, um die Schweiz tagsüber und nachts mit attraktiven Destinationen in Österreich und Europa zu verbinden. Die Vertragsverlängerung sichert genau diese beliebten Angebote langfristig“, so Matthias Bütler, Mitglied der SBB Konzernleitung und Leiter Markt Personenverkehr.

Premierenfahrt Nightjet New Generation Wien – Zürich – Copyright: ÖBB/Marek Knopp

Im Zweistundentakt von Österreich nach Zürich. Im Tagesfernverkehr fahren täglich über 30 Direktverbindungen zwischen Österreich und der Schweiz. Pro Richtung gibt es im Zweistundentakt sechs tägliche Railjet-Verbindungen zwischen Innsbruck, Salzburg und Zürich sowie fünf zwischen Wien und Zürich. Darüber hinaus bestehen Direktverbindungen von Zürich nach Budapest und Bratislava. Ergänzt wird das Angebot durch den täglichen Eurocity „Transalpin“ von Graz über Schladming, Zell am See, Kitzbühel und Innsbruck nach Zürich. Auch der Eurocity Zürich – Bregenz bzw. Zürich – Bregenz – München ist Teil der Kooperation. Er verbindet Bregenz bis zu neunmal täglich direkt mit St. Gallen, Winterthur, Zürich Flughafen und Zürich HB.

Gemeinsam erfolgreich im Nachtzugverkehr. Gemeinsam haben die ÖBB und die SBB den Nachtzugverkehr in Europa gestärkt. Die beiden Bahnen bieten gemeinsam sechs Nachtzuglinien ab Zürich an: nach Amsterdam, Berlin, Hamburg, Graz, Prag und Wien. Entlang dieser Strecken sind zahlreiche weitere europäische Städte über Nacht mit dem Zug erreichbar. Mit der Einführung des Nightjet der neuen Generation hat sich der Reisekomfort weiter erhöht. Dieser ist u.a. auf den Strecken Wien – Zürich, Zürich – Hamburg und ab 09. Dezember 2026 auf der Strecke Zürich – Amsterdam unterwegs. Das Reisen mit dem Zug über Nacht kommt sehr gut an. Seit 2016 hat sich die Zahl der Fahrgäste auf den gemeinsam angebotenen Nachtzugverbindungen ab der Schweiz mehr als verdoppelt. Quelle: ÖBB / CM

Hyatt vereinfacht Geschäftsreisenden-Programm für KMU

Die Hyatt Hotels Corp. und Spotnana haben eine Partnerschaft geschlossen, um „Hyatt Leverage“ – das Programm des Hotelunternehmens für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – neu aufzusetzen.

Das ursprünglich 2018 eingeführte Programm „Hyatt Leverage“ bot KMU hotelindividuelle Rabatte zwischen 5 und 15 % bei Direktbuchungen über Hyatt.com oder die Reservierungszentralen von Hyatt. Laut Luigi Tiberio, Partner Director of Content and Distribution bei Spotnana, mussten Unternehmen im Rahmen des alten Programms bei der Buchung auf der Hyatt-Website einen Rabattcode eingeben.

Die weiterentwickelte, auf der Technologie von Spotnana basierende Plattform bietet vergünstigte Raten in mehr als 1.300 Hyatt-Hotels. Administratoren steht zudem ein Dashboard zur Verfügung, über das sie Reservierungen buchen, einsehen und verwalten sowie Ausgaben, Zahlungen und Einsparungen nachverfolgen können.

Einzelne Geschäftsreisende können ihre Hotelaufenthalte selbst buchen, stornieren oder ändern – und das mit einer Nutzererfahrung, die dem Standard der für Privatkunden konzipierten Hyatt-Kanäle entspricht. Zudem können Unternehmen Buchungen für ihre Mitarbeiter vornehmen und dabei eine zentrale Kreditkarte hinterlegen.

Wie Tiberio erläutert, können Administratoren nun Reiseprofile hinterlegen sowie Reiserichtlinien und Genehmigungsprozesse festlegen. Auch Preisobergrenzen für bestimmte Reiseziele lassen sich definieren.

KMU-Kunden von Hyatt können die „Leverage“-Raten zudem mit individuellen Raten kombinieren, die sie direkt mit einzelnen Hotels ausgehandelt haben. Im alten Programm, so Tiberio, war es dafür erforderlich, für jedes Hotel einen jeweils anderen Code einzugeben.

„Kleine und mittelständische Unternehmen stellen seit jeher ein wichtiges Segment für Hyatt-Hotels und den globalen Geschäftsreisemarkt insgesamt dar“, erklärte Alice Harrington-Caravello, Senior Vice President of Global Sales and Americas Commercial Services bei Hyatt. „Heutige Business Traveller wünschen sich mehr Personalisierung, bessere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und ein reibungsloses Erlebnis. Mit den neuen Erweiterungen macht Hyatt Leverage die Buchung und Verwaltung von Geschäftsreisen nun noch einfacher.“

Im Gegensatz zum Programm von 2018 müssen sowohl die für die Verwaltung zuständigen Personen als auch die einzelnen Reisenden Mitglieder bei „World of Hyatt“ sein, um sich für Hyatt Leverage anzumelden. Die Vorteile von „World of Hyatt“ gelten dabei sowohl für die Administratoren als auch für die Reisenden.

Laut einem Sprecher von Hyatt ist der jeweils benannte Administrator derjenige, dem die „World of Hyatt“-Punkte gutgeschrieben werden. Der Administrator von Hyatt Leverage kann diese Vorteile selbst nutzen oder an andere Teammitglieder weitergeben. Alternativ können Kunden auch ein unternehmensspezifisches „World of Hyatt“-Konto verwenden.

Spotnana ist über APIs mit drei Systemen von Hyatt verbunden: dem zentralen Reservierungssystem (SynXis), der hauseigenen Content-Plattform (Atlas) und dem Treueprogramm „World of Hyatt“. Die Entwicklung dieser Partnerschaft habe etwa zwei Jahre in Anspruch genommen, so Tiberio. Über ein Online-Portal kann Hyatt zudem Bewerbungen prüfen und genehmigen – ein Prozess, der zuvor größtenteils manuell abgewickelt werden musste, wie Tiberio erläutert.

Hyatt Leverage beschränkt sich weiterhin ausschließlich auf Hotelbuchungen. Dies unterscheidet das Programm von „Business Access by Marriott Bonvoy“ – einem von Spotnana für Marriott betriebenen Angebot für kleine und mittelständische Unternehmen, das auch Buchungen für Flüge, Bahnreisen und Mietwagen umfasst. Ebenso unterscheidet es sich vom Programm „Business Edge“ von IHG, das Partnerschaften mit Fluggesellschaften und Mietwagenanbietern – darunter Delta Air Lines und Hertz – in sein Treueprogramm integriert hat.

„Derzeit konzentriert sich Hyatt Leverage ausschließlich darauf, KMU die Buchung von und den Aufenthalt in Hyatt-Hotels zu erleichtern“, so ein Sprecher von Hyatt. „Zukünftige Erweiterungen könnten zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht gezogen werden.“

Um sich für Hyatt Leverage zu qualifizieren, muss ein Unternehmen in seinem Heimatland rechtlich eingetragen sein, als kleines oder mittelständisches Unternehmen gelten und jährlich mindestens 50 tatsächlich in Anspruch genommene Übernachtungen buchen. Das Programm gilt nicht für Buchungen, die über ein Reisebüro, Konsortien oder andere Online-Buchungsplattformen getätigt werden. Laut Hyatt sind einige bestehende Hyatt Leverage-Kunden bereits auf die neue Plattform gewechselt. Quelle: Hyatt Corp. / CM