Touristikorganisationen wollen zerschlagenes Porzellan kitten

Destinations International und der kanadische Tourismusverband (Teaching Industry Association of Canada, TIAC) gaben im dieser Tage in Ottawa eine strategische Partnerschaft bekannt. Die vom Canadian Destinations Leadership Council unterstützte Vereinbarung koordiniert Interessenvertretung, Forschung und Weiterbildung für kanadische Reiseziele. 

Die Vereinbarung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender politischer Spannungen und eines deutlichen Rückgangs der kanadischen Reisen in die USA und unterstreicht damit die potenzielle Bedeutung einer professionellen Zusammenarbeit im Tourismus über nationale Grenzen hinweg.

Die Zahl kanadischer Besucher in die USA ist drastisch gesunken, was für vom Tourismus abhängige Städte und Gemeinden wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Der in Washington D.C.  ansässiger Tourismusverband Destinations International reagiert darauf, indem er seine Beziehungen zur kanadischen Tourismusbranche stärkt. Die neue Partnerschaft mit TIAC wirft eine aktuelle Frage auf: Kann touristische Zusammenarbeit dort gelingen, wo die politischen Beziehungen angespannt sind? Bekanntlich hat US-Präsident Donald Trump den nördlichen Nachbarn Kanada mit abstrusen Forderungen gegen sich bzw. die Vereinigten Staaten aufgebracht 

Während die politischen Spannungen zwischen Kanada und den USA den grenzüberschreitenden Tourismus weiterhin beeinträchtigen, reagiert Destinations International (DI) mit Kooperation statt Konfrontation. Die Vereinbarung wurde im Rahmen der DI-Veranstaltung „Advocacy & Action: The Destination Impact Event“ vom 20. bis 22. Oktober in Ottawa bekannt gegeben und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die kanadischen Reisendenzahlen in die USA deutlich unter dem Niveau von vor der Krise liegen. 

Die kanadische Reisezurückhaltung gegenüber den USA hat sich zu mehr als nur einer vorübergehenden Herausforderung im Tourismusmarketing entwickelt. Politische Differenzen, Handelsspannungen und ein verändertes Verständnis der US-Politik haben zu einer Neubewertung des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs beigetragen.

So meldet Statistics Canada, dass die Zahl der Rückreisen von Kanadiern aus den USA im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 25,4 % zurückgegangen ist, während die Ausgaben kanadischer Besucher in den USA um etwa 3.3 Mrd. kanadische Dollar sanken.

Obwohl sich der Reiseverkehr im Jahr 2026 wieder etwas zu erholen scheint, lagen die Rückreisen von Kanadiern aus den USA im August 2026 immer noch 23,2 % unter dem Niveau vom August 2024.

Diese Zahlen verdeutlichen die wirtschaftlichen Folgen für US-Reiseziele, die traditionell von kanadischen Besuchern abhängig sind, darunter Hotels, Restaurants, der Einzelhandel und vom Tourismus abhängige Gemeinden.

Dieser Trend der Abkejr vom südlichen Nachbarn USA eröffnet kanadischen Reisezielen andererseits die Möglichkeit, den Inlandstourismus zu fördern und ihre internationalen Besuchermärkte zu diversifizieren. Vor dem politisch heiklen Hintergrund verfolgt Destinations International einen anderen Ansatz: Anstatt eine weitere Werbekampagne zu starten, um Kanadier zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten zu bewegen, stärkt die Organisation ihre institutionellen Beziehungen innerhalb Kanadas.

Die neue Partnerschaft mit TIAC wurde mit Unterstützung des Canadian Destinations Leadership Council (CDLC) entwickelt, dem Vertreter von mehr als 70 kanadischen Destinationsorganisationen angehören, die Mitglieder von DI sind.

Die Vereinbarung vereint die internationale Forschung, die Expertise im Destinationsmanagement und die Ressourcen zur Weiterentwicklung von DI mit der Erfahrung von TIAC in der Interessenvertretung gegenüber der kanadischen Regierung.

„Kanada ist ein wichtiger und wachsender Teil der DI-Gemeinschaft, und diese Partnerschaft spiegelt unser gemeinsames Engagement für die Unterstützung der Menschen und Organisationen wider, die die Tourismuswirtschaft des Landes vorantreiben“, sagte Don Welsh, Präsident und CEO von Destinations International. Quelle: DI / CM

Schwieriger Fall eines Schweizer Reisebüros

Über das Reisebüro von Harry Kolb in Kilchberg ZH ist der Konkurs eröffnet worden. Vor rund einem Monat war ans Licht gekommen, dass mehrere Kunden bei diesem Reisebüro teure Asien-Arrangements gebucht und bezahlt hatten. Doch die Reisen platzten, weil dem Fernost-Spezialisten das Geld fehlte, um die gebuchten Leistungen zu bezahlen, so schreibt es das Schweizer Online-Portal Travelnews..

Der Fall Harry Kolb hat eine neue Dimension erreicht. Das Bezirksgericht Horgen hat über die Reisebüro Harry Kolb AG in Kilchberg ZH den Konkurs eröffnet. Das geht aus einer aktuellen Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) hervor.

Die Konkurseröffnung erfolgte am 20. Oktober 2026 um 10 Uhr. Seither firmiert das Unternehmen offiziell als „Reisebüro Harry Kolb AG in Liquidation“. Der entsprechende Eintrag wurde am 21. Oktober 2026 ins Handelsregister aufgenommen.

Anfang Oktober hatten Travelnews und andere Medien über mehrere Kunden berichtet, die teure Japan-Reisen bezahlt, aber keine Flugtickets oder Hotelvoucher erhalten hatten.

Konkursamt beurteilt Erfolgsaussichten kritisch. Harry Kolb will gegen die Konkurseröffnung Beschwerde einlegen. Kolb wirft dem Konkursamt mehrere Unstimmigkeiten vor. So seien einzelne bereits geleistete Teilzahlungen nicht berücksichtigt worden. Sollte die Beschwerde Kolb’s erfolgreich sein, könnte der Betrieb der AG wieder aufgenommen werden. Allerdings sieht das Konkursamt Thalwil die Erfolgsaussichten skeptisch. Das geht aus einem Schreiben an die Mitarbeitenden hervor. Das Amt hat Kolb bereits vernommen und die Personalunterlagen an sich genommen. Die Mitarbeitenden wurden mit sofortiger Wirkung freigestellt. Laut Konkursamt werden ihre ausstehenden Löhne vorerst nicht bezahlt.

Offene Rechnungen und hohe Betreibungen. Die finanziellen Schwierigkeiten des Reisebüros waren Ende September öffentlich geworden. Eine vierköpfige Reisegruppe hatte rund 20.000 Schweizer Franken für eine Japan-Reise bezahlt, ohne die notwendigen Reiseunterlagen zu erhalten. Später wurden weitere Fälle mit Beträgen von 8.500 und rund 75.000 CHF bekannt.

Nach bisherigen Informationen haben betroffene Kunden Reisen im Gesamtwert von mindestens 120.000 CHF bezahlt, ohne die gebuchten Leistungen vollständig erhalten zu haben.

Harry Kolb räumte ein, dass ihm das Geld zur Bezahlung der Reisen fehlte. Als Ursache seiner finanziellen Probleme nannte er einen mutmaßlichen Cyberangriff, bei dem Kriminelle rund 2,5 Mio. CHF von seinen Firmenkonten erbeutet hätten. Diesbezüglich laufen polizeiliche Ermittlungen.

Ein Travelnews vorliegender Betreibungsregisterauszug wies per 01. Oktober 2026 sechs staatlichen Zwangsvollstreckungsverfahren (Betreibungen) von vier Gläubigern über insgesamt 172.584.48 CHF aus. Bei vier Verfahren war ein Rechtsvorschlag vermerkt. Das bedeutet iim Schweizerischen Konkursrecht, dass das Reisebüro die gegen sich eingeleitete Forderung (ganz oder teilweise) bestreitet. Zudem gab es bereits zwei Gläubigern eine Konkursandrohung.

Kolb bekräftigt, dass sämtliche Betroffenen ihr Geld zurückerhalten werden. Auch an der Zukunft seines Reisebüros lässt er keinen Zweifel: „Es wird alles gelöst. Das Reisebüro Harry Kolb wird in altbekannter Qualität weiterarbeiten und weiter existieren.“ Quelle: Travelnews / CM

Eurowings streicht Verbindung Stuttgart-Dubai

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat die für diesen Winterflugplan vorgesehene Verbindung nach Dubai wiedergestrichen. Die Flüge sind nicht mehr buchbar. Kunden mit bereits erworbenen Tickets sollen demnach auf andere Flüge umgebucht werden. Grund für das Dubai-Aus: Mangelnde Wirtschaftlichkeit auf dieser mutmaßlich schwach gebuchten Langstrecke. 

Die Wirtschaftlichkeit war wegen der hohen Kerosinpreise wohl auch deswegen nicht mehr gegeben, weil des hohen Treibstoffpreises und voir dem Hintergrund schwacher Buchungszahlen nicht gegeben. Sprich, di Dubaiflüge ab Stuttgart und Köln-Bonn sind einfach nicht rentabel. Die VAE leiden seit Beginn des Irankriegs unter einem Zusammenbruch der privaten und geschäftlichen Touristenzahlen. 

Wenn diese die auf dem aktuellen Kostenniveau nicht profitabel zu betreiben sind, werden sie daher vorübergehend aus dem Winterflugprogramm 2026/27 genommen. Dubai wurde dennoch nicht komplett aus dem Angebot entfernt. Wer unbedingt mit Eurowings in die arabische Glitzermetropole will, kann dies im Winter 2026/27 ab dem BER tun. Eurowings beobachte die schwierige Lage in der Region wie die Konzernmutter Lufthansa fortlaufend und steht dazu im engen Austausch mit den zuständigen Behörden und den Sicherheitsexperten der Lufthansa Group. Sollte sich die Sicherheitslage in den VAE kurzfristig bessern, wovon man derzeit aber nicht ausgehen kann, will Eurowings weiterhin Dubai wieder ab Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn, Hannover und Stuttgart anbieten. 

Alternative Umsteigeverbindungen ab der Baden-württembergischen Landeshauptstadt bestehen über die Drehkreuze Zürich und Istanbul. Mittels der schnellen ICE-Verbindung von Stuttgart Hbf zum Flughafen-Fernbahnhof Frankfurt lässt sich aber auch ab dem Rhein-Main-Airports mit Lufthansa oder Emirates direkt nach Dubai fliegen. Quelle: Eurowings / CM 

EasyJet stattet gesamte Flotte mit Starlink aus

EasyJet ist die bislang größte Billigfluggesellschaft in Europa, die ankündigt, ab Anfang 2027 ihre gesamte Flotte mit ultraschnellem Starlink-WLAN auszustatten. Sollte der Installationsprozess wie geplant verlaufen, wird laut easyJet jedes der 356 Flugzeuge der Flotte innerhalb von etwas mehr als 12 Monaten über Starlink verfügen. Noch unklar ist jedoch, ob easyJet von seinen Passagieren eine Gebühr für die Nutzung von Starlink verlangen wird. In der Pressemitteilung von easyJet zur Partnerschaft mit Starlink wurde mit keinem Wort erwähnt, ob der Dienst kostenlos sein wird.

Starlink ist ein Geschäftsbereich von Elon Musks Unternehmen SpaceX und bietet Internetdienste mit geringer Latenz und Breitbandqualität über ein Netzwerk aus Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn an. Im Vergleich zu herkömmlichen WLAN-Systemen an Bord ist Starlink deutlich schneller und wesentlich zuverlässiger. Die Starlink-Konnektivität ist so leistungsstark, dass Passagiere das Internet genauso nutzen können wie am Boden. Filme und Serien streamen, Online-Spiele spielen oder arbeiten – all das ist in einer Flughöhe von 34.000 Fuß (ca. 10.400 Meter) problemlos möglich.

Noch vor Kurzem waren es vor allem etablierte Full-Service-Fluggesellschaften wie British Airways, Virgin Atlantic und United, die bei der Einführung von Starlink vorangingen – in der Erkenntnis, dass ein schnelles und zuverlässiges WLAN an Bord für ihre Passagiere immer wichtiger wird. In den letzten Monaten haben sich jedoch zunehmend auch Billigfluggesellschaften für Starlink entschieden. In Europa reiht sich easyJet damit in eine Liste ein, zu der bereits Air Baltic, Eurowings, Vueling und Wizz Air gehören. Mit fast 94 Mio. Passagieren im vergangenen Jahr ist easyJet jedoch die mit Abstand größte Billigfluggesellschaft in Europa, die auf Starlink setzt. 

In der Vergangenheit hat Starlink Fluggesellschaften, die den Dienst anbieten wollten, recht strenge Vorgaben gemacht. Dazu gehört u.a. ein besonders einfacher Anmeldeprozess, bei dem deutlich erkennbar sein muss, dass der Internetdienst von Starlink bereitgestellt wird.

Müssen Passagiere bezahlen oder nicht?  Bei Full-Service-Fluggesellschaften gehört es zudem zu den vertraglichen Anforderungen, den Dienst den Passagieren kostenlos zur Verfügung zu stellen. Für Billigfluggesellschaften gilt dies nicht zwangsläufig. Als die Muttergesellschaft von British Airways die Einführung von Starlink für alle ihre Fluggesellschaften ankündigte, wurde beispielsweise bestätigt, dass Vueling den Dienst gegen eine zusätzliche Gebühr anbieten würde, während er bei British Airways, Iberia und Aer Lingus kostenlos zur Verfügung stehen sollte.

Derzeit sieht es nicht danach aus, dass sich auch Ryanair für Starlink entscheiden wird. Anfang des Jahres geriet Ryanair-CEO Michael O’Leary in einen heftigen Streit mit SpaceX-Eigentümer Elon Musk über die Einführung von Starlink an Bord der Ryanair-Flugzeuge. O’Leary hatte die Einführung von Starlink ausgeschlossen. Er begründete dies damit, dass die für den Dienst erforderlichen Antennen auf dem Flugzeugdach aufgrund ihres zusätzlichen Gewichts und Luftwiderstands zu einem um 2 % höheren Treibstoffverbrauch führen würden.

Elon Musk und Michael Niccolls, Vizepräsident für Technik bei Starlink, reagierten darauf mit dem Einwand, dass die Antennen ihres Unternehmens deutlich flacher seien als herkömmliche Systeme. Dies führe bei einer Boeing 737-800 lediglich zu einem Mehrverbrauch von 0,3 %. Trotz dieses Gegenarguments blieb O’Leary bei seiner Haltung: Er ist der Ansicht, dass Passagiere nicht bereit wären, für die Nutzung von WLAN an Bord zu bezahlen – und kostenlos anbieten würde Ryanair den Dienst ganz bestimmt nicht.

Sollte Ryanair zu dem Schluss kommen, dass das Unternehmen langfristig doch WLAN an Bord anbieten muss, könnte O’Leary stattdessen einen alternativen Dienst in Betracht ziehen, der derzeit von Amazon entwickelt wird. Quelle: EasyJet / CM

American Express streicht weltweit 5 % aller Arbeitsplätze

American Express baut weltweit etwa 5 % seiner Stellen ab. Die Umstrukturierung wird teilweise durch den Verkauf der Unternehmensbeteiligung an „American Express Global Business Travel“ (Amex GBT) finanziert. Laut einem Bericht von Bloomberg entspricht der Stellenabbau dem Wegfall von rund 3.500 Arbeitsplätzen.

Stephen Squeri, Chairman und CEO von American Express, erklärte in der Konferenz, der Stellenabbau diene dazu, das Unternehmen „agiler und effizienter“ aufzustellen. Im dritten Quartal verbuchte American Express Umstrukturierungskosten in Höhe von 336 Mio. US-Dollar; laut Squeri sind diese durch den Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung an Amex GBT gedeckt. Dieser Verkauf war Teil der Veräußerung von Amex GBT an Long Lake Management, die Ende letzten Monats abgeschlossen wurde (wir berichteten). 

Unterdessen zeigten die Kundenausgaben über das Amex-Netzwerk im dritten Quartal ein Bild, das „dem des vergangenen Jahres sehr ähnlich“ war, so Christophe Le Caillec, CFO von American Express. Er verwies auf ein „starkes und beständiges Wachstum der Ausgaben, insbesondere in den Bereichen Reise und Unterhaltung (T&E)“. Bei den gewerblichen Kunden in den USA stiegen die Ausgaben für Geschäftsreisen und Bewirtung (T&E) im Jahresvergleich um 7 %, während die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen nur um 2 % zunahmen. Obwohl dieser Wert unter dem Gesamtanstieg der Ausgaben gewerblicher Kunden in den USA von 5 % im zweiten Quartal liegt, erklärte Le Caillec, dass dies teilweise auf die Beendigung der Partnerschaft von Amex mit Amazon für das Co-Branding-Portfolio für kleine Unternehmen zurückzuführen sei. Dieses Portfolio wurde im Laufe des Quartals auf die U.S. Bank übertragen und läuft nun über die Mastercard-Plattform.

Amex hat sein eigenes Angebot für Geschäftskunden in diesem Jahr deutlich ausgebaut – u.a. durch die Einführung der „Graphite“-Karte für kleine und mittelständische Unternehmen, die Anfang des Jahres auf den Markt kam. „In Zukunft werden wir weitere Funktionen in diese Plattform integrieren, die mittelständische und größere Unternehmen bei ihrer Arbeit unterstützen. Zudem werden wir all diese Produkte und Dienstleistungen auch für unseren bestehenden Kundenstamm zugänglich machen“, so – Stephen Squeri.

Bei den internationalen Kunden – sowohl Privat- als auch Geschäftskunden – stiegen die Ausgaben für Waren, Dienstleistungen sowie T&E im dritten Quartal um 11 % gegenüber dem Vorjahr (bereinigt um Währungseffekte). Auch bei den internationalen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Großkonzernen nahmen die Ausgaben – zusammengefasst aus T&E sowie Waren und Dienstleistungen – im dritten Quartal um 11 % gegenüber dem Vorjahr zu. Squeri merkte an, dass dies das 22. Quartal in Folge mit einer zweistelligen Wachstumsrate im internationalen Geschäft von Amex darstellt.

Amex meldet zudem, dass die Ausgaben für Geschäftsreisen (T&E – Travel & Entertainment) im Quartalsverlauf insgesamt gestiegen sind: Die Ausgaben für Flugreisen nahmen im Jahresvergleich um 13 % zu, die Ausgaben für Unterkünfte um 6 %. Die Ausgaben für Restaurantbesuche lagen im dritten Quartal 9 % über dem Vorjahreswert.

Während der Telefonkonferenz zu den Geschäftsergebnissen sprach Squeri ausführlich über die KI-Strategie von Amex. Diese umfasst u.a. eine stärkere Personalisierung und Differenzierung der Wertversprechen, eine intensivere Kundeninteraktion, den Übergang zu sicheren, autonom agierenden Zahlungsprozessen sowie Verbesserungen im Kundenservice.

Ende September führte Amex ein neues Firmenkartenprodukt ein, das eine Software zur Ausgabenverwaltung (Expense Management) enthält – basierend auf der Übernahme des Unternehmens Center. Im Rahmen dieses Angebots bereitet Amex zudem den Einsatz von KI-Agenten für das Ausgabenmanagement vor.

Laut Squeri soll dies das Wachstum von Amex im Segment der mittelständischen Unternehmen fördern – einem Bereich, in dem das Unternehmen bisher „nicht so gewachsen ist, wie wir es uns wünschen“, zumal dort der Wettbewerb durch Fintech-Anbieter wie Brex und Ramp zunimmt. „Was wir in diesem Segment erschlossen haben, sind Automatisierung und Ausgabenmanagement – ​​und natürlich die Integration von KI-Agenten“, erklärte er. „In Zukunft werden wir die Plattform um weitere Agenten erweitern, die mittlere und größere Unternehmen bei ihrer Arbeit unterstützen. Zudem werden wir diese Produkte und Dienstleistungen auch für unseren bestehenden Kundenstamm zugänglich machen.“

Amex meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 3,7 Mrd. US-Dollar – ein Anstieg um 28 % gegenüber den 2,9 Mrd. US-Dollar, die im dritten Quartal des Vorjahres verzeichnet worden waren.  Quelle: AMEX / CM

Siemens Mobility Velo Novo für die Schnellstrecke LA-Las Vegas

Siemens Mobility wurde mit der Lieferung und Wartung von drei Hochgeschwindigkeitszugzügen des Typs American Pioneer 220 (AP220, bzw. Vaelao Novo) für das kalifornische Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt in den Vereinigten Staaten beauftragt. Das vorgeschlagene Vertragspaket, das die Lieferung der Züge, deren Wartung sowie damit verbundene Leistungen umfasst, hat einen Wert von rund 772,1 Mio. USD (690 Mio. €) und stellt einen bedeutenden Meilenstein bei den Vorbereitungen für den ersten Betriebsabschnitt des Projekts zwischen Bakersfield und Merced dar.

Wie berichtet, hatten sich Alstom und Siemens Mobility für den Auftrag über die ersten elektrifizierten Hochgeschwindigkeitszüge mit einer Geschwindigkeit von 220 mph (354 km/h) vorqualifiziert.

Laut California High Speed Rail Authority (CHSRA) werden zunächst nur drei Triebzüge America, Pionoeer für 281,7 Mio. USD (252 Mio. €) bei Siemens Mobility bestellt plus ein Wartungs- und Vollservicevertrag im Wert von 284,1 Mio. USD (254 Mio. €). Hinzu kommet eine  Option zur Bestellung von bis zu 19 weiteren Triebzügen mit Kosten von 62,1 USD (55 Mio. € je Zugeinheit. Die Auslieferung der ersten drei Züge ist ab Ende 2029 vorgesehen, sodass ab Frühjahr 2030 Testfahrten durchgeführt werden können, bevor der 275 km lange erste Betriebsabschnitt 2033–34 in Betrieb genommen wird.

Im Baubefindliche Hochgeschwindigkeitsstrecke in Kalifornien und Nevada. CHSRH

Die AP220-Züge gehören zur Velaro Novo-Familie von Siemens Mobility und sind für Geschwindigkeiten von bis zu 354 km/h (220 mph) ausgelegt. Jeder dieser supermodernen Triebzüge besteht aus sieben unterflur angetriebenen Wagen mit einer Gesamtlänge von 202 Metern. Der Triebzug verfügt über mindestens 450 Liegesitze, die in einer 2+2-Konfiguration angeordnet sind. Um die Kosten zu kontrollieren und die Beschaffung zu vereinfachen, plant die Behörde, auf Standardkonfigurationen von Siemens Mobility zurückzugreifen und die individuelle Anpassung weitgehend auf Lackierung, Farben und ausgewählte Materialien zu beschränken. Die Innenausstattung würde Flexibilität für mögliche zukünftige Änderungen bieten, darunter alternative Sitzanordnungen, Familienbereiche, Fahrradstellplätze und Gastronomieeinrichtungen. Quelle Railway Gazette International  / Metro Rail Today / CM

Schnellfahrstrecke Budapest – Beograd ab Fahrplanwechsel in Betrieb

Die Belastungsversuche und Erprobung des ETCS-Systems auf dem ungarischen Abschnitt der Schnellfahrstrecke Budapest–Beograd sind abgeschlossen. Voraussichtlich zum Fahrplanwechsel im Dezember wird der internationale Verkehr auf der Schnellfahrstrecke aufgenommen, so der ungarische Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy.

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nähert sich technisch gesehen ihrer Fertigstellung. Nach dem Volllasttest Anfang Oktober haben die Fachleute auch das Zugsicherungssystem ETCS Level-2 überprüft, dessen ordnungsgemäßer Betrieb eine Grundvoraussetzung für die Aufnahme des Personenverkehrs ist. Die Testfahrten wurden u.a. mit dem serbische Zug „Soko“ auf dem ungarischen Abschnitt durchgeführt. 

Die ungarischen Staatsbahnen MAV haben den Fahrplan für zwei EC-Züge von Wien via Budapest nach Beograd ab Fahrplanwechsel am 13.12.2026 veröffentlicht. Die Fahrzeit von ca. 6.40 Stunden wurde auch kürzlich von den ÖBB bekannt gegeben.

Interessant ist die Tarifgestaltung: Innerhalb von Ungarn kann die Strecke von Hegyeshalom bis Kelebia (350 km, 3.46 Stunden) für HUF 5810 (2. Klasse, ca. 15,84 Euro) bzw. HUF 7150 (1. Klasse, ca. 19,50 Euro) befahren werden. Bei einer Weiterfahrt von Hegyeshalom nach Subotica (363 km, 4.26 Stunden) steigt der Fahrpreis in der 2. Klasse auf36,40 Euro und in der 1. Klasse auf 53,70 Euro! Die einfache Fahrt von Budapest-Keleti nach Beograd Centar kostet 43,40 Euro in der 2. Klasse)bzw. 64 Euro in der 1. Klasse.

Auf serbischer Seite sind vorerst insgesamt acht Zugpaare geplant – davon zwei Direktverbindungen und sechs Züge mit Zwischenhalten, die auf dem serbischen Abschnitt der Strecke die Bahnhöfe Centar-Prokop, Novi Beograd, Novi Sad, Vrbas, Bačka Topola und Subotica anfahren werden.  Quelle Facebook Dávid Vitézy, Portfolio, MAV / CM

Erfolgreicher Flughafenexpress führt zur Kündigung des Taxenverkehrs am BER 

Die seit dem 15. September 2020 bestehende Vereinbarung zwischen Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald über die Durchführung des Taxenverkehrs am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wurde vom Landkreis zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Damit entfällt ab 01. Januar 2027 die bisherige Möglichkeit für Berliner Taxen, sich am Flughafen Berlin Brandenburg zur Aufnahme von Fahrgästen bereitzuhalten.

In diesem Zusammenhang sei betont, dass die Abholung von Fahrgästen auf vorherige Bestellung bei Berliner Taxiunternehmen, über die telefonische Funkvermittlung oder per App weiterhin zulässig bleibt.

Diese im Jahr 2020 zwischen dem Land Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald geschlossene Vereinbarung wurde im Zuge der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg und der gleichzeitigen Schließung des Flughafens Berlin-Tegel getroffen. Sie ermöglichte zuletzt 550 Berliner Taxen die Aufnahme von Fahrgästen am Flughafen, obwohl sich dieser auf dem Gebiet des Landkreises Dahme-Spreewald befindet. Im Gegenzug erhielten Taxiunternehmen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald die Möglichkeit, auch an Berliner Taxistandplätzen Fahrgäste aufzunehmen.

Der Landkreis begründet seine Entscheidung mit der zuletzt deutlich zurückgegangenen Nachfrage nach Taxibeförderungen am BER. Mitursächlich ist dabei auch die stark verbesserte Schienenanbindung des BER. Seit Dezember 2025 verbindet der Flughafenexpress (FEX) den BER vier Mal pro Stunde in rund 23 Minuten mit dem Berliner Hauptbahnhof. Dieses Angebot wird von den Fluggästen sehr gut angenommen.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Auch wenn wir uns sehr über den Erfolg des FEX freuen, bedauern wir diese Entwicklung sehr, da die aktuellen Marktbedingungen auch für das Berliner Taxigewerbe herausfordernd sind. Im Ergebnis dieser Kündigung werden wir nun aktiv die Voraussetzungen schaffen, um die zulässige Möglichkeit von Bestellfahrten vom Flughafen öffentlich bekannter zu machen und durch einen gesicherten Festpreis attraktiv zu gestalten.“

Die Senatsverwaltung steht hierzu bereits im Austausch mit dem Berliner Taxigewerbe, um Möglichkeiten für eine verbesserte Nutzung von Bestellfahrten am Flughafen BER zu schaffen.

Zugleich werden die Gespräche mit dem Landkreis Dahme-Spreewald fortgeführt, der zukünftig am und rund um den Flughafen Berlin Brandenburg seiner Aufgabe als Vollzugsbehörde verstärkt nachkommen will, da das Taxigewerbe auch durch die stetig wachsende Konkurrenz von Mietwagenanbietern, die über Plattformen wie Uber und Bolt vermittelt werden, zusätzlich unter Druck steht. Auch für die Bewältigung von Nachfragespitzen – z.B. bei Störungen im Bahnverkehr – wird es weiterhin einen Austausch zwischen der Flughafengesellschaft, dem Landkreis und der Senatsverwaltung geben, damit die Taxiverfügbarkeit in diesen Fällen bestmöglich gewährleistet bleibt. Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt / CM

FAA bittet Airlines zur Kasse

Air France und KLM Royal Dutch Airlines müssen zusammen 425.000 US-Dollar zahlen, da sie den irakischen Luftraum in einer Flughöhe durchquerten, die nach US-Bundesvorschriften untersagt ist. Obwohl beide Fluggesellschaften bei Flügen über den Irak normalerweise nicht an US-Vorschriften gebunden sind, galten diese Regeln in diesem Fall, da es sich um sogenannte „Codeshare“-Flüge in Zusammenarbeit mit Delta Air Lines handelte. Auch andere Luftfahrtunternehmen wie etwa Emirates oder Virgin Atlantic wurden zur Kasse gebeten.

Bei einem Codeshare-Flug führt eine Fluggesellschaft einen Flug unter der Kennung und Flugnummer einer anderen Airline durch. Im vorliegenden Fall nutzte Delta Air Lines ihre Kennung „DL“ sowie eigene Flugnummern für Verbindungen, die tatsächlich von Air France oder KLM durchgeführt wurden.

Codesharing ist weit verbreitet und ermöglicht es Fluggesellschaften, Tickets für Flüge zu verkaufen, die sie nicht selbst operativ durchführen. Die Einnahmen aus diesen Flügen werden zwischen den beteiligten Airlines geteilt – meist im Rahmen eines umfassenderen Joint Ventures oder einer geschäftlichen Vereinbarung.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat US-Fluggesellschaften seit Oktober 2018 untersagt, den irakischen Luftraum in bestimmten Höhen zu durchfliegen. Zunächst galt das Verbot für Flüge unterhalb von 26.000 Fuß; im Oktober 2020 hob die FAA die Mindesthöhe jedoch auf 32.000 Fuß an. Die Behörde begründete dies damit, dass Flüge unterhalb dieser Grenze „ein inakzeptables Risiko für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt der USA“ darstellten.

Zwischen April 2022 und November 2025 führte Air France regelmäßig Langstreckenflüge über den Irak durch, die als Codeshare-Verbindungen mit Delta Air Lines fungierten. Die geplanten Flugrouten sahen dabei vor, dass die Maschinen den Irak in einer Höhe von mindestens 32.000 Fuß überfliegen sollten.

Bei 30 dieser Flüge, die sich über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren erstreckten, wies die Flugsicherung die Piloten jedoch an, auf eine Höhe unterhalb von 32.000 Fuß zu sinken – dies geschah aufgrund von „konfligierendem Flugverkehr“.

Im Zeitraum von Januar 2022 bis Mai 2025 führte KLM mehr als 100 Flüge über den Irak durch, bei denen das Unternehmen aufgrund von Vorgaben der Flugsicherung gezwungen war, unter einer Flughöhe von 32.000 Fuß zu bleiben.

Beide Fluggesellschaften argumentierten gegenüber dem US-Verkehrsministerium (DOT), dass sie keine Geldstrafe akzeptieren würden, da die Anweisung, unter 32.000 Fuß zu sinken, als „Notfallsituation“ einzustufen sei – ein Tatbestand, der laut den geltenden Bundesvorschriften eine offizielle Ausnahmeregelung darstellt. Um jedoch einen in den USA superteuren Rechtsstreit zu vermeiden, entschieden sich die Fluggesellschaften gegen ein Gerichtsverfahren und akzeptierten stattdessen eine einvernehmliche Einigung (Consent Order). Air France wurde zu einer Geldstrafe von 105.000 US-Dollar verurteilt, KLM zu einer Strafe von 320.000 US-Dollar. Von diesen Beträgen muss Air France lediglich 65.000 US-Dollar zahlen, KLM 200.000 US-Dollar. Sollten Air France oder KLM jedoch innerhalb eines Jahres nach Abschluss dieser Vereinbarung erneut gegen die Vorschriften verstoßen, wird der jeweils verbleibende Teil der Geldstrafe fällig.

2024 wurde Emirates zu einer Zahlung von 1,8 Mio. US-Dollar verpflichtet, nachdem sie im Rahmen eines Codeshare-Abkommens mit JetBlue wiederholt den irakischen Luftraum durchflogen hatte. Auch in diesem Fall hatte die Flugsicherung Emirates angewiesen, unter einer Höhe von 32.000 Fuß zu fliegen. Die gegen Emirates verhängte Strafe fiel deutlich höher aus als jene für Air France oder KLM, da das Unternehmen zuvor bereits Codeshare-Flüge mit JetBlue über den Iran durchgeführt hatte – zu einem Zeitpunkt, als ein „Notice to Airmen“ (NOTAM) der US-Luftfahrtbehörde FAA solche Flüge untersagte.

Unterdessen wurde auch Virgin Atlantic mit einer Geldstrafe von 1,05 Mio. US-Dollar belegt, weil die Fluggesellschaft im Rahmen eines Codeshare-Abkommens mit Delta den irakischen Luftraum durchflog – zu einer Zeit, als ein NOTAM der FAA US-Fluggesellschaften das Überfliegen des Irak gänzlich untersagte. Virgin Atlantic erklärte damals, die britische Luftfahrtbehörde habe ihr eigenes NOTAM, das Überflüge verbot, bereits aufgehoben. Quelle:  FAA / CM

Lufthansa darf „Green Fares“ wegen Greenwashings nicht mehr so nennen…

…Die Lufthansa sieht sich gezwungen, den Namen ihrer umstrittenen „Green Fares“ zu ändern. Ein Kölner Gericht entschied, dass diese Tarife Passagiere in dem Glauben ließen, sie könnten fliegen, ohne dabei CO₂-Emissionen zu verursachen. Dabei ist Fliegen massiv umwelt- und klimaschädlich.

Lufthansa bietet die „Green Fares“ seit 2023 an und verspricht damit ein „reueloses“ Flugerlebnis, das „zumindest CO₂-neutral, wenn nicht sogar klimaneutral“ sei. Die Fluggesellschaft gab an, die CO₂-Emissionen von Passagieren, die einen „Green Fare“-Tarif buchen, durch eine Kombination aus nachhaltigen Flugkraftstoffen und Klimaschutzprojekten auszugleichen. Aber: Bei Langstreckenflügen werden jedoch lediglich 10 % der Emissionen durch nachhaltige Flugkraftstoffe kompensiert.

Green Face ist von Gerichts wegen verboten, ersetzt wird der Tarif durch „Impact Fare. Foto: LH

Das größte Problem für Lufthansa bestand zudem darin, dass das Unternehmen nicht beziffern konnte, wie hoch der CO₂-Ausstoß einer konkreten Flugbuchung tatsächlich ist oder wie der verursachte Klimaschaden berechnet wurde.

Die Behauptung, ein Passagier könne seine Reise durch die Buchung eines „Green Fare“-Tarifs „klimaneutral“ gestalten, sei „unstreitig nicht wahr“, so das Gericht. Das Urteil stammt aus dem März 2025; da es jedoch nicht sofort rechtskräftig war, konnte Lufthansa die „Green Fares“ zunächst weiter vermarkten, während das Unternehmen die Entscheidung des Gerichts prüfte.

Am Freitag kündigte Lufthansa eine grundlegende Überarbeitung ihrer „Green Fares“ an. Die Bezeichnung wurde gestrichen; künftig vermarktet die Fluggesellschaft diese Angebote unter dem Namen „Impact Fares“. „Der neue Name unterstreicht noch deutlicher den Beitrag der Kunden zu mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt und trägt damit neuen regulatorischen Anforderungen an die Umweltkommunikation Rechnung“, erklärte ein Lufthansa-Sprecher in einer etwas vagen Stellungnahme.

Lufthansa hat die Aussagen zu ihren „Impact Fares“ nun präziser gefasst. Anstatt zu versprechen, Emissionen auszugleichen oder das Fliegen klimaneutral zu gestalten, teilt die Fluggesellschaft mit: „Mit der Wahl eines ‚Impact Fare‘ unterstützen Passagiere den zusätzlichen Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) im Streckennetz der Lufthansa Group.“ „Zudem leisten sie einen Beitrag zu ausgewählten Klimaschutzprojekten außerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens. Je nach Projekt zielen diese darauf ab, CO₂ zu vermeiden oder der Atmosphäre zu entziehen.“

Die Lufthansa Group informiert ihre Kunden natürlich nicht darüber, dass sie aus juristischer Sicht  die Umbenennung ihres Tarifs Green Fare in Impact Fare vornehmen musste. Sie schreibt, dass der neue Name künftig noch stärker den Beitrag der Kunden für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt betont und damit neuen regulatorischen Anforderungen an Umweltkommunikation Rechnung trägt.  Den Impact Fare können Kunden bei den Fluggesellschaften der Lufthansa Group in allen Reiseklassen buchen.

So funktioniert der Impact Fare. Für jede Impact Fare Buchung bringt die Lufthansa Group innerhalb von sechs Monaten nach Abflug eine zusätzliche SAF-Menge in den Flugbetrieb ein. Diese bemisst sich für Flüge innerhalb Europas an 20 % der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen. Zusätzlich unterstützt der Tarif Klimaschutzprojekte. Die Höhe des Beitrags orientiert sich an den verbleibenden 80 % der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen. Auf interkontinentalen Strecken liegt das Verhältnis bei 10:90 % . Darüber hinaus erhalten Fluggäste zusätzliche Meilen und Points. Je nach Buchungsklasse und Reiseziel beinhaltet der Impact Fare zudem flexiblere oder gebührenfreie Umbuchungsmöglichkeiten. Mehr als 5 Mio. Fluggäste haben den Tarif bis heute gebucht. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Lufthansa für ihr Vorgehen in die Kritik gerät – von Klimaaktivisten wird es als „Greenwashing“ bezeichnet. 2023 erhielt die Fluggesellschaft eine Rüge der britischen Werbeaufsichtsbehörde (Advertising Standards Authority) wegen einer Werbeanzeige, die „irreführende“ Angaben zum Umweltschutz enthielt. Der Streit drehte sich um eine Printanzeige mit dem Slogan: „Lufthansa Group. Connecting the world. Protecting its future.“ Die Werbeaufsichtsbehörde erklärte, Verbraucher würden den Slogan wahrscheinlich als „umweltbezogene Aussage“ verstehen – im Sinne eines Ansatzes der Lufthansa, durch ihre Art zu fliegen die Zukunft der Welt zu schützen. Lufthansa hingegen argumentierte, der Slogan sei lediglich ein Leitbild und kein konkretes Versprechen.

Austrian Airlines, ein Tochter-Unternehmen der Lufthansa Group, wurde nach einem Gerichtsverfahren im Jahr 2023 dazu verpflichtet, ein Gerichtsurteil zu veröffentlichen, in dem das Unternehmen des „Greenwashings“ für schuldig befunden wurde.

Die Fluggesellschaft musste das Urteil auf der Startseite ihrer globalen Website veröffentlichen, nachdem sie übertriebene Behauptungen aufgestellt hatte, einen CO₂-neutralen Flug unter Verwendung von „100 % nachhaltigem Flugkraftstoff“ (Sustainable Aviation Fuel) durchgeführt zu haben. Quelle: CM / Lufthansa