Verbände der Automobilwirtschaft fordern einfaches Energielabel für Pkw

Die Verbände der Automobilwirtschaft in Deutschland sprechen sich geschlossen für eine schlanke, verständliche und digitale Ausgestaltung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung aus. 

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordern daher, dass sich die künftigen Anforderungen konsequent an der Frage orientieren, ob sie einen tatsächlichen Mehrwert für Verbraucher schaffen und zugleich in den realen Vertriebs- und Werbestrukturen der Automobilwirtschaft rechtssicher umgesetzt werden können.

Dabei unterstützen die Verbände ausdrücklich das Ziel einer europaweit harmonisierten Regelung zur Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung im Rahmen des Automotive Package. Einheitliche, unmittelbar geltende Vorgaben auf europäischer Ebene können einen wesentlichen Beitrag zur Vergleichbarkeit von Fahrzeugen im Binnenmarkt leisten und zugleich die Transparenz für Kaufinteressierte erhöhen. Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist jedoch eine rechtssichere, praxistaugliche und für den Verbraucher verständliche Ausgestaltung. Für Gebrauchtfahrzeuge ist eine Energieverbrauchskennzeichnung nach Ansicht von VDIK, VDA und ZDK jedoch nicht geeignet, da für einen Großteil des Fahrzeugbestands keine verlässlichen Verbrauchs- und Emissionsdaten für die einzelnen Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Folge einer Gebrauchtwagenkennzeichnung wären entweder fehlerhafte Kundeninformationen oder ein erheblicher Prüf- und Kostenaufwand durch zusätzliche umfangreiche Tests.

Als Datenbasis für die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung sollte das bestehende System zur Veröffentlichung der Übereinstimmungsbescheinigungen (Certificate of Conformity) als europäische Datenquellen dienen. Der Aufbau paralleler EU-Datenbanken mit identischen oder weitgehend deckungsgleichen Inhalten würde Doppelstrukturen schaffen, zusätzliche IT-Schnittstellen erforderlich machen, neue Haftungsfragen aufwerfen und zusätzliche Bürokratie aufbauen. Bereits heute stellen die Genehmigungsbehörden der Mitgliedstaaten zentrale Fahrzeugdaten über nationale Register sowie europäische Austauschsysteme bereit, wodurch ein funktionierender Informationszugang für Marktüberwachung und Verbraucher grundsätzlich gewährleistet ist.

Die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung sollte auf jeden Fall eine digitale Kennzeichnung sein, da Vertrieb und Werbung für Fahrzeuge zunehmend über digitale, dynamische und plattformabhängige Formate erfolgen. Eine zeitgemäße Kennzeichnung muss dieser Realität Rechnung tragen und mediengerechte Lösungen ermöglichen. Vereinfachte Darstellungsformen, die zentrale Informationen verständlich vermitteln, können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten, während weitergehende Inhalte sachgerecht über digitale Kanäle bereitgestellt werden.

Die geplante Neuregelung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung bietet die Chance, Verbraucherinformation, Binnenmarkt und Transformation gleichermaßen zu stärken. Diese Chance kann jedoch nur dann genutzt werden, sofern die Regelungen klar, verhältnismäßig und realitätsnah ausgestaltet werden. Quelle: VDA ( VDIK / ZDK / CM

VDR und GCB predigen Blender Travel

Damit sich die Potenziale der Verbindung von beruflichen und privaten Reisen (Blended Travel) künftig besser realisieren lassen, braucht es vor allem klare rechtliche Rahmenbedingungen, integrierte Prozesse und eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Zu diesem Ergebnis kamen rund 80 VertreterIinnen aus Unternehmen, Travel Management, HR, Hotellerie, Destinationen, Wissenschaft und Technologie beim Blended Travel Summit 2026. Veranstalter in Frankfurt/M. waren  der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) und das GCB German Convention Bureau. 

Geschäftsreisen wurden zwar schon immer vereinzelt privat verlängert. Mit mobilem Arbeiten, neuen Formen der Zusammenarbeit und veränderten Erwartungen der Mitarbeitenden entwickelt sich Blended Travel jedoch zunehmend zu einem strategischen Thema., meint der VDR. Längst geht es dabei nicht mehr allein um das Travel Management. Auch HR, Compliance, Finance und weitere Unternehmensbereiche sind gefordert, gemeinsam tragfähige Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig müssen Destinationen, Hotellerie und Technologieanbieter ihre Angebote stärker an den Bedürfnissen im Markt ausrichten. Genau hier setzte der Summit an und brachte erstmals beide Perspektiven systematisch zusammen.

Im Mittelpunkt des zweitägigen Summits stand deshalb nicht die Frage, ob Blended Travel stattfindet, sondern wie Nachfrage- und Angebotsseite die Entwicklung künftig gemeinsam gestalten können. In interdisziplinären Workshops identifizierten die Teilnehmenden elf prioritäre Handlungsfelder, um Blended Travel zeitgemäß umzusetzen. Dazu gehören u.a. rechtssichere Musterregelungen für Unternehmen, die Verankerung von Blended Travel in Reiserichtlinien, die technische Integration in bestehende Buchungs- und Abrechnungssysteme sowie ein engerer Schulterschluss zwischen Unternehmen, Technologieanbietern und Destinationen. Ebenso sehen die Teilnehmenden Handlungsbedarf beim Abbau rechtlicher und steuerlicher Hürden sowie bei der Entwicklung gemeinsamer Pilotprojekte.

„New Work braucht New Mobility. Und Blended Travel ist Ausdruck dieses Wandels“, sagt Jens Schließmann, VDR-Geschäftsführer. „Unternehmen stehen heute vor der Aufgabe, neue Freiräume zu ermöglichen und gleichzeitig Compliance, Fürsorgepflicht und Wirtschaftlichkeit sicherzustellen. Dafür brauchen wir gemeinsame Standards und praxistaugliche Lösungen. Der Summit hat gezeigt, dass wir diese nur gemeinsam mit allen Beteiligten entwickeln können.“

Und Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB: „Blended Travel eröffnet Leistungsträgern aus dem Ökosystem von Business Events ebenso wie touristischen Anbietern enorme Chancen: 55 % aller Bleisure-Reisen finden anlässlich des Besuchs eines Business Events statt. Auf dem Summit wurde deutlich, dass die Anbieter am Tagungs- und Kongressstandort Deutschland Ideen haben, um die Nachfrage mit passgenauen Produkten und Services zu bedienen.“

Eine wichtige fachliche Grundlage des Summits bildeten zwei aktuelle Studien, die erstmals sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsseite von Blended Travel umfassend beleuchten. Die gemeinsam vom Bayerischen Zentrum für Tourismus (BZT) und der Initiative blend_it! durchgeführte Befragung deutscher Geschäftsreisender zeigt u.a., dass bereits 67 % der Befragten berufliche Reisen mit privaten Reiseanteilen verbinden. Ergänzend macht der Bleisure & Workation Monitor der IU Internationalen Hochschule mit 1.000 befragten touristischen Betrieben deutlich, dass Blended Travel auf Anbieterseite zwar teils gelebte Praxis ist, viele Betriebe ihr Potenzial durch zielgruppenspezifische Angebote jedoch noch besser ausschöpfen können.

Die Ergebnisse des Blended Travel Summits werden nun im Rahmen der Initiative blend_it! weiter vertieft und in konkrete Handlungsempfehlungen überführt. Ein nächster Meilenstein ist die Veröffentlichung des gemeinsamen Whitepapers „Blended Travel“, das am 28. Oktober 2026 im Rahmen eines Webcasts vorgestellt wird. Es bündelt die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis und zeigt auf, wie Unternehmen, Destinationen und weitere Akteure Blended Travel künftig gemeinsam erfolgreich gestalten können.

Über die Initiative blend_it!. Mit der gemeinsamen Initiative blend_it! verfolgen VDR und GCB das Ziel, modernes Reisen und Arbeiten aktiv mitzugestalten. Der Blended Travel Hub ist die zentrale Plattform der Initiative. Dort finden Interessierte auch den Bleisure & Workation Monitor Deutschland, die Studie „Bleisure-Reisen deutscher Geschäftsreisender“, die das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) gemeinsam mit der Initiative durchgeführt hat, sowie aktuelle Veranstaltungshinweise, Praxisimpulse und weitere Informationen rund um Blended Travel: www.blended-travel-hub.de. Quelle: VDR / GCB / CM

MUC: 6 Mio. Fluggäste über den Sommer erwartet

Mit Beginn der Sommerferien in Bayern startet am Flughafen München die größte Reisezeit des Jahres. Vom 31. Juli bis zum 14. September 2026 haben die Airlines mehr als 43.000 Flüge zu 212 Destinationen angemeldet. Allein am ersten Ferienwochenende von Freitag bis Sonntag werden annähernd 2.800 Starts und Landungen mit bis zu 390.000 Passagieren erwartet. Insgesamt rechnet der Münchner Flughafen in dieser Zeit mit voraussichtlich mehr als 6 Mio. Reisenden.

Vom Münchner Flughafen aus werden zahlreiche attraktive Ziele in aller Welt erreicht. Gefragt sind in den Sommerferien die klassischen „Warmwasserziele“ rund ums Mittelmeer: Sie werden mit rund 15.700 Flügen bedient. Mehr als 2.500 Verbindungen sind von München zu Zielen im hohen Norden geplant – nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island.

Auch Langstreckendestinationen sind bei den Reisenden beliebt: Mit mehr als 2.300 Flügen verbinden Airlines während der Sommerferien 19 Ziele in Kanada und den USA mit dem Münchner Airport. Auch Fernost liegt bei den Fluggästen trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost weiterhin hoch im Kurs: Insgesamt über 1.500 Starts und Landungen sind im Nonstop-Verkehr mit dieser Region während der Sommerferien angemeldet. Beliebte Destinationen sind etwa Japan, Hongkong, Singapur, Thailand, Taiwan und Vietnam.

Für einen reibungslosen Reisebeginn empfiehlt der Flughafen, sich vorab auf der Website des Auswärtigen Amtes über die aktuellen Einreise- und Sicherheitsbestimmungen des Ziellandes zu informieren. Zudem empfiehlt es sich, bereits vorab online einzuchecken und, wenn möglich, den Vorabend-Check-in für das Gepäck zu nutzen. Um die Sicherheitskontrollen schnell zu passieren, wird empfohlen, im Handgepäck nur die wichtigsten Gegenstände mitzunehmen, darunter beispielsweise Wertgegenstände und Medikamente sowie Dokumente und Unterlagen. Passagiere, die planen, Powerbanks mit auf die Reise zu nehmen, sollten sich zuvor bei ihrer Fluggesellschaft über die geltenden Regelungen informieren. Generell verboten ist der Transport von Powerbanks im aufgegebenen Reisegepäck. 

Tipps unter Reisetipps – Flughafen München.

Reisende, die mit dem Auto zum Flughafen reisen, haben über die Online-Plattform parken.munich-airport.de die Möglichkeit, sich vorab bequem einen Parkplatz zu sichern, da in den Ferien oft eine sehr hohe Nachfrage besteht. Quelle: MUC / CM

Flughafen-Shuttlezug blieb im Tunnel stecken

Am Montagmorgen gegen 08 Uhr blieb ein automatischer Skymetro Shuttle-Zug am Flughafen Zürich kurz vor dem Airside Center wegen einer technischen Störung 200 Meter vor dem Ziel im Tunnel stecken.

An Bord befanden sich u.a. etwa 50 Passagiere, die kurz zuvor aus dem US-Bundesstaat Texas kommend gelandet waren. Schutz & Rettung Zürich rückte aus, öffnete die Türen und begleitete die 50 Betroffenen durch den Tunnel. Nach Angaben einer Flughafensprecherin verlief die Evakuation geordnet. Da sich ausschließlich Ankunftspassagiere an Bord befanden, verpasste niemand einen Anschlussflug.

Um 09.05 Uhr war die Störung behoben und die Skymetro wieder regulär im Einsatz. Bei längeren Ausfällen stehen auf dem Vorfeld jeweils Ersatzbusse bereit. Quelle: 20 Minuten / CM

Generelles Alkoholverbot in Zügen und an allen Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn hat seit Jahren und im zunehmenden Maße Probleme mit alkoholisierten Fahrgästen und Personen in Zügen und an Bahnsteigen. Daher plant der Staatskonzern ein absolutes Alkoholverbot mit Wirkung ab 15. Oktober 2026 an sämtlichen 5.400 Bahnhöfen deutschlandweit.  Bundespolizei und DB-Sicherheitskräfte überwachen das Verbot.

Bahnkonzernchefin Evelyn Palla hat die Nase voll von den ständigen Übergriffen auf Personal und Fahrgäste durch alkoholisierte Personen. Zuletzt war vor wenigen Tagen erst ein erneuter Fall bekannt geworden, bei dem es nach einer Rangelei zwischen einem betrunkenen männlichen Fahrgast und einen Zugbegleiter dazu gekommen, dass der Bahnbedienstete aus dem fahrenden Zug stürzte und lebensgefährlich verletzt wurde. Dwnnoch wurde der Täter von einem Richter auf freien Fuß gesetzt, was so ziemlich einmal in der Welt sein dürfte. Unter Palla’s Leitung soll ab sofort härter durchgegriffen werden. Es soll mehr Ordnung und Sicherheit auf den Bahnhöfen und in den Zügen geben. Für sie, so Palla, zähle nur eines: der Schutz der Kollegen und aller Reisenden. 

Ein Alkoholverbot kann Palla als Hausrecht durchsetzen ujd entsprechend sanktionieren lassen. Das Konsumverbot alkoholischer Getränke gilt bis dato nur an ca. 30 größeren Bahnstationen , z.B. in München, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg und Köln.  Die lokalen Hausordnungen werden dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst.  

Ausgenommen von der Verbotsregelung ist der Ausschank innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken, mitgeführt in Taschen, soll weiterhin gestattet bleiben. 

Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt wird, wird sofort des Platzes verwiesen; bei wiederholten Verstößen droht Tätern nicht nur ein dauerhaftes Hausverbot. Quelle: DB / CM

Italo bestellt Velaro-Züge bei Siemens Mobility

Der Italienische private Hochgeschwindigkeitsbetreiber Italo will gegen alle Widerstände aus Deutschland sich einen Teil des Fernverkehrsmarkts auf der Schiene sichern. Deutsche <Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL fürchten die künftige Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser. Denn Italo will nur prestigeträchtige profitable Linien bedienen, etwa die von München nach Berlin oder ins Ruhrgebiet. Für den Geldbeutel von geschäftlich und privat Reisenden kann das aber nur gut sein.

Siemens Mobility hat einen Vertrag mit dem italienischen Hochgeschwindigkeits-bahnbetreiber Italo Holding unterzeichnet. Dieser umfasst die Lieferung von 26 achtteiligen Velaro-Mehrsystem-Hochgeschwindigkeitszügen mit einer Option auf 14 weitere Fahrzeuge sowie einen 30-jährigen Full-Service-Vertrag. Die Fertigung der Velaro-Züge erfolgt am Siemens-Mobility-Standort Krefeld. Der Auftragswert für Siemens Mobility liegt bei rund 3 Milliarden Euro.
 
„Die Entscheidung von Italo Holding unterstreicht das Vertrauen in Siemens Mobility und den Velaro – eine der weltweit erfolgreichsten Hochgeschwindigkeits-plattformen. Mit Einsätzen in zahlreichen Ländern, mehr als drei Milliarden zurückgelegten Kilometern und Millionen beförderten Fahrgästen weltweit setzt der Velaro Maßstäbe für zuverlässigen und effizienten Hochgeschwindigkeits-zugverkehr. Diese langfristige Partnerschaft, die sowohl die Züge als auch einen 30-jährigen Full-Service-Vertrag umfasst, ist ein wegweisendes Projekt und ein starkes Bekenntnis zu industrieller Wertschöpfung und Innovation made in Germany“, sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility.

Die Velaro-Züge bestehen aus acht Wagen und bieten jeweils rund 440 Sitzplätze. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h. Dank ihrer Mehrsystemtechnik können die Züge unter vier unterschiedlichen Stromsystemen verkehren: mit 1,5 und 3 Kilovolt (kV) Gleichstrom sowie 15 und 25 kV Wechselstrom. Die neuen Züge werden mit integrierten Starlink-Antennen ausgestattet und ermöglichen den Fahrgästen so eine leistungsfähige satellitengestützte Internetverbindung.
 
Der 30-jährige Full-Service-Vertrag umfasst die Instandhaltung der Flotte im eigenen Depot von Siemens Mobility in Dortmund. Digitale Services, darunter die Railigent X-Plattform und Lösungen zur Flottenüberwachung, unterstützen während des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge eine vorausschauende Instandhaltung und einen effizienten Betrieb. Quelle: Siemens Mobility / CM

Nexa 95 ist ein weiterer verzweifelter Versuch, Verbrennner zu retten

Während sich die politische Debatte in Europa seit Jahren vor allem auf die Elektromobilität konzentriert, gibt es vereinzelt Zeichen für einen technologieoffenen Ansatz seitens der Autoindustrie. 

In der vergangenen Woche haben BMW, Toyota, Bosch und Repsol ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet, bei dem Serienfahrzeuge erstmals unter Alltagsbedingungen mit dem zu 100 % erneuerbaren Kraftstoff Nexa 95 betrieben werden. Parallel halten führende Hersteller an der Entwicklung von Wasserstofffahrzeugen fest. BMW plant gemeinsam mit Toyota den Marktstart eines Brennstoffzellenfahrzeugs ab 2028, allerdings zu irre hohen Listenpreisen. Noch dazu gibt es deutschlandweit so gut wie keine Möglichkeiten, Pkw mit Wasserstoff zu betanken.

Auch Lexa 85 ist ein aussichtsloses Vorhaben, den Verbrenner zu retten..

Das Pilotprojek soll das Potenzial von Fahrzeugen, die ausschließlich mit zugelassenen Kraftstoffen betrieben werden (VEEF: Vehicles runningExclusively on Eligible Fuels), unter realen Bedingungen demonstrieren. Im Rahmen der Initiative wird eine Flotte von rund 20 Fahrzeugen der Marken Toyota und BMW eingesetzt, die mit dem zu 100% erneuerbaren Benzin von Repsol (Nexa 95) betrieben und durch die fortschrittliche digitale Kraftstoff-Verfolgungs-Technologie von Bosch unterstützt werden.

Der Haken: Nexa 95 wird aus recycelten Produkten wie Speiseöl, landwirtschaftlichen Abfällen und anderen organischen Abfällen hergestellt. Und davon gibt es noch nicht einmal einen winzigen Bruchteil der Menge, die weltweit benötigt würde, um herkömmliches Benzin zu ersetzen.  Außerdem ist die Herstellung von täglich mehreren Milliarden Liter des angeblich umweltfreundlichen Treibstoffs um ein Vielfaches teurer als die Produktion von Strom. Auch bleibt die Effizienz der damit betriebenen Automobile weit unter der der batterieelektrischen Autos.  

Das Pilotprojekt konzentriert sich auf drei Hauptziele:
-Verfügbarkeit von erneuerbarem Benzin auf dem Markt – unter Nutzung der Infrastruktur von Repsol, dem derzeit einzigen Anbieter von 100 % erneuerbarem Benzin an öffentlichen Tankstellen in Spanien
-Einsatzbereitschaft digitaler Nachverfolgungs- und Zertifizierungstechnologien – ermöglicht durch das „Digital Fuel Twin“-System von Bosch, das die Nutzung erneuerbarer Kraftstoffe über den gesamten Lebenszyklus hinweg zertifiziert 
-Operativer Einsatz von VEEF-Flotten – um zu demonstrieren, dass bestehende Fahrzeuge bereits heute mit 100% erneuerbaren Kraftstoffen unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur betrieben werden können

Aus Sicht des Automobilclub von Deutschland (AvD) zeigen diese Entwicklungen vor allem eines: Der Weg zur klimaneutralen Mobilität wird vielfältiger, was aus Sicht der Wissdchenschasft freilich stark bezweifelt wird. Elektromobilität ist eine große Chance für die Zukunft, aber Klimaschutz darf sich deshalb nicht auf eine einzige Technologie beschränken, meint der Autoclub. Entscheidend ist vielmehr, welche Lösungen möglichst schnell, wirtschaftlich und in großem Maßstab CO2 einsparen können. Das aber ist mit Nexa 95 unmöglich, so die Wissenschaft.  

In Deutschland sind fat 50 Mio. Pkw zugelassen. Laut Kraftfahrtbundesamt sind aktuell weniger als 5 % Prozent davon rein elektrisch unterwegs. Allerdings ändert sich das derzeit ganz stark. Inzwischen werden deutschlandweit mehr Elektroautos zugelassen als Benziner oder Diesel. Mit einem stetig steigenden Durchschnittsalter von derzeit 10,9 Jahren bei den Verbrennern wird aber trotz dynamischem Hochlauf der Elektromobilität, ein erheblicher Teil dieser überwiegend massiv umweltschädlichen herkömmlich angetriebenen Fahrzeuge noch lange Zeit auf den Straßen unterwegs sein. Wer die Klimaziele ernst nimmt, sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Austausch der Fahrzeugflotte setzen, sondern auch Lösungen fördern, mit denen bestehende Fahrzeuge klimafreundlicher betrieben werden können, sagt der AvD. Moderne Biokraftstoffe, höhere Ethanolbeimischungen wie E20, synthetische Kraftstoffe sowie Wasserstoff können hierzu einen Beitrag leisten, die erheblich effizientere und umweltfreundlichere Elektromobilität in Bruchteilen ergänzen.

Bereits heute ermöglicht der Kraftstoff E10 nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 6 bis 9 % gegenüber rein fossilem Benzin. Mit einer weiteren Anhebung auf E20 könnten bestehende Verbrennungsmotoren einen zusätzlichen, wenn auch nur winzigen  Beitrag zum Klimaschutz leisten, sofern Fahrzeugverträglichkeit und Kraftstoffnormen entsprechend weiterentwickelt werden. Der Vorteil liegt darin, dass die bestehende Tankstelleninfrastruktur weitgehend erhalten bleibt und Millionen Bestandsfahrzeuge unmittelbar profitieren könnten.

Ein weiteres Zukunftsfeld sind synthetische Kraftstoffe (E-Fuels). Sie werden mithilfe von erneuerbarem Strom, Wasser und CO2 hergestellt. Stammt der benötigte Strom vollständig aus erneuerbaren Energien und wird das verwendete Kohlendioxid der Atmosphäre oder unvermeidbaren Industrieprozessen entnommen, können E-Fuels bilanziell nahezu CO2-neutral hergestellt werden. Zwar ist ihr energetischer Wirkungsgrad um ein Vielfaches geringer als bei batterieelektrischen Fahrzeugen, dennoch sehen Wissenschaftler u.a. des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt(DLR) insbesondere im Luftverkehr und der Schifffahrt, nicht aber für Pkw/SUV sinnvolle Einsatzmöglichkeiten.

Auch Wasserstoff bleibt ein wichtiger Bestandteil einer klimaneutralen Mobilität. Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse aus Wasser hergestellt, wobei ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt wird. In Brennstoffzellenfahrzeugen entsteht während des Fahrbetriebs lediglich Wasserdampf. Gleichzeitig wird Wasserstoff auch als Kraftstoff für speziell entwickelte Verbrennungsmotoren erprobt. Zahlreiche Hersteller entwickeln ihre Technologien konsequent weiter und angesichts der seit Monaten hohen Spritpreise wird auch der Einwand der viel zu teuren Herstellungskosten relativiert. Ziel ist es, nachzuweisen, dass sich klimafreundlichere Kraftstoffe ohne technische Änderungen am Fahrzeug und ohne neue Tankstelleninfrastruktur einsetzen lassen.

Kosten-Nutzen-Verhältnis
Die Bundesregierung verfolgt mit der Nationalen Wasserstoffstrategie sowie ihrer Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie selbst einen technologieoffenen Ansatz und sieht erneuerbare Kraftstoffe als Ergänzung zur Elektromobilität vor. Dies aber nur, um die heimische Automobilindustrie zu schützen. Quelle: AvD / CM

Hilton muss Hotelverträge in Frankfurt  beenden

Das US-Finanzministerium hat den Eigentümer zweier Frankfurter Hilton-Hotels, Ansari,  als Geldgeber für Irans Obersten Führer eingestuft. Bis Anfang August muss der US-Hotelkonzern die Managementverträge abwickeln, sprich beenden. Das meldet  die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Betroffen sind das Hilton Frankfurt City Centre und das Hilton Frankfurt Gravenbruch im Neu-Isenburger Ortsteil Gravenbruch. Laut  Bloomberg stehen beide Hotels letztlich im Eigentum der auf St. Kitts und Nevis registrierten Smart Global Ltd., die Ali Ansari über über Scheinfirmen und Bankkonten zugerechnet werden.

Das US-Finanzministerium hatte den langjährigen Eigentümer der Immobilien, Ali Ansari, auf die Sanktionsliste gesetzt und ihn als „wichtigen Geldgeber“ für dem derzeitigen Obersten Führer, des Iran,  Modschtaba Chamenei, bezeichnet. Zahlungen aus dem Chamenei-Netzwerk an internationale Unternehmen – darunter Hilton – waren ins Blickfeld des US-Justizministeriums geraten, das daraufhin reagierte.

Hilton hat nun einige Wochen Zeit, die Geschäftsbeziehungen geordnet zu beenden, ohne gegen US-Recht zu verstoßen. Ansari selbst hat über seinen Anwalt jede Verbindung zu Chamenei bestritten und angekündigt, gegen bereits Ende vergangenen Jahres verhängte britische Sanktionen Berufung einzulegen. Quelle: Bloomberg / CM

Dataforce lag mit Flotten-Prognose ziemlich schräg daneben

Während die private Nachfrage nach Neuwagen anzieht, setzt sich im Mai der Absturz des Flottenmarkts fort. Marktbeobachter Dataforce sah es zum Jahreswechsel sehr viel optimistischer. Er sprach von einem klaren Aufwärtstrend bei den deutschen Fuhrparks. 

Treiber sollten vor allem die fortschreitende Elektrifizierung der Fuhrparks sein, sowie zahlreiche auslaufende Verträge, die noch im Umfeld des Auslaufens des Umweltbonus für gewerbliche Kunden 2023 abgeschlossen wurden, so Dataforce. Für 2026 wird insgesamt ein Wachstum von 9,9 % im Flottenmarkt erwartet, was einem zusätzlichen Volumen von rund 86.000 Pkw entspricht. Den größten Beitrag leisten batterieelektrische Fahrzeuge: Mit einem Plus von rund 65.000 Einheiten wachsen BEVs um etwa 31 % und erreichen einen Marktanteil von 28,4 %. Damit werden sie erstmals zur stärksten Antriebsart in deutschen Flotten und überholen das erste Mal die Diesel. 

VW hat bei den Fuhrparkzulasungen nicht mehr so viel Glück wie früher. Foto: VW

Vor wenigen Tagen aber wurden die Vorhersagen des Automobilmarktexperte Dataforce gecancelt, nachdem sie von der Realität überholt wurden. Dataforce musste seine Flottenprognose für das Jahr 2026 nach unten korrigieren. Während die Marktexperten zu Jahresbeginn noch von einem deutlichen Wachstum im relevanten Flottenmarkt ausgegangen waren, zwangen die Entwicklungen des ersten Halbjahres das Unternehmen dazu, die Erwartungen zu kappen. 

Die wichtigsten Gründe für die Korrektur mit dem Rotstift:

  • Sparkurs der Unternehmen: Fuhrparkverantwortliche versuchen verzweifelt, den allgemeinen Kostenanstieg zu dämpfen
  • Längere Haltedauern: Fahrzeuge werden in den Fuhrparks länger gefahren als ursprünglich geplant, was die Zahl der Neuanschaffungen bremst. 
  • Gebrauchtwagen-Trend: Unternehmen weichen bei Bedarf zunehmend auf junge Gebrauchtwagen aus, statt Neuwagen zu bestellen. 
  • Schwaches erstes Halbjahr: Der relevante Flottenmarkt verzeichnete in den ersten sechs Monaten ein Minus von 1 % auf rund 415.000 Pkw. [1]

Trotz der Gesamtkorrektur gibt es innerhalb des Flottenmarktes eine klare Verschiebung bei den Antriebsarten: 

  • Elektroautos (BEVs) legten im ersten Halbjahr um 32 % auf 123.500 Einheiten zu und sind mit knapp 30 Prozent Marktanteil die stärkste Kraft vor Diesel und Benziner.
  • Marken-Verschiebung: Die VW-Tochter Škoda gehört zu den großen Gewinnern (+23 % im Halbjahr). Sie stellt mit dem Octavia nicht nur den Spitzenreiter, sondern besetzt mittlerweile die Hälfte der Top-Ten-Flottenmodelle. Die Kernmarke VW verlor hingegen 9 %.

Es wurde also nichts aus der vollmundigen Ankündigung der Maintaler. Das angeblich positives Momentum wird zwar von einer Vielzahl neuer spannender Modelle begleitet, nur will die kaum ein Mobilitätsmanager haben. Quelle: Dataforce / CM

Tesla verkauft mehr Autos als Mercedes

Das ist tatsächlich ein historischer Moment in der Automobilgeschichte: Zum ersten Mal hat die US-Marke Tesla den traditionsreichen deutschen Hersteller Mercedes-Benz bei den globalen Fahrzeugverkäufen übertroffen.

Im zweiten Quartal 2026 meldete die Mercedes-Benz Group weltweit 441.500 verkaufte Modelle, Tesla legte eine Schippe drauf mit 497.099 Auslieferungen. Damit hat der Elektropionier Tesla 55.599 Fahrzeuge mehr verkauft – ein Vorsprung von 12,6 % gegenüber der Marke mit dem Stern. Während die Untertürkheimer mit rückläufigen Verkaufszahlen kämpft, steigert Elon Musk seine Auslieferungen weiter – und das trotz zunehmenden Wettbewerbs und eines anspruchsvollen Marktumfelds.

Tesla hat Mercedes bei den Verkaufszahlen überholt.

Der Unterschied verdeutlicht den strukturellen Wandel der Automobilbranche:

  • Teslas Absatzwachstum wird vor allem durch das Model Y und das neue Model 3 Standard getrieben.
  • Mercedes verzeichnet Rückgänge insbesondere in China und Europa, wo die Nachfrage nach Verbrennern weiter sinkt. Ola Kälenius hat den Trend der Zeit ebenso verschlafen wie manch‘ andere europäische Hersteller auch. Als die Stuttgarter wie andere deutsche Hersteller den Newcomer Tesla  noch belachelten, mauserte der sich zum Technologieführer. 

Mercedes-Benz baute sein erstes Auto bereits 1901, also vor 125 Jahren. Tesla begann die Produktion erst 2004 – und hat nun, nur zwei Jahrzehnte später, den Pionier der Automobilgeschichte bei den Stückzahlen überholt. Was früher undenkbar schien, ist heute Realität: Der Newcomer aus Kalifornien verkauft mehr Autos als der deutsche Premiumhersteller, der das Automobil einst erfunden hat. Die Zahlen zeigen nicht nur Teslas dynamisches Wachstum, sondern auch den unumkehrbaren Wandel hin zur Elektromobilität.

Als Elon Musk im März 2016 das Tesla Model 3 präsentierte, versprach er ein erschwingliches Elektroauto mit einem Einstiegspreis von 35.000 US-Dollar. Dieses Ziel galt damals als revolutionär und legte den Grundstein für Teslas Mission, Elektromobilität massentauglich zu machen. Mit dem jetzt vorgestellten Model 3 Standard RWD erfüllt Tesla ein Versprechen: Das neue Basismodell startet bei 36.990 US-Dollar (unsubventioniert) und liegt damit 22 % unter dem inflationsbereinigten Zielwert.

Trotz höherer Rohstoffpreise, gestiegener Löhne und komplexerer Fertigungsprozesse hat Tesla seine Produktionskosten massiv gesenkt. Das Ergebnis: ein Fahrzeug, das leistungsstärker, effizienter und günstiger ist als alles, was 2016 vorstellbar schien. Das Model 3 Standard RWD beweist eindrucksvoll, dass E-Mobilität in der Breite angekommen ist – nicht mehr als Zukunftsvision, sondern als reale, bezahlbare Alternative.

Der weltweite Absatz der Autohersteller hat sich im ersten Halbjahr 2026 auf breiter Front verringert. Nach einer Datenauswertung des Center of Automotive Management (CAM) bei den 20 größten Autobauern gingen die Auslieferungen auf rund 37,3 Mio. Fahrzeuge zurück. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2,8 % oder 1,1 Mio. Einheiten weniger. 14 der 20 Konzerne verzeichnen rückläufige Volumina. Quelle: CAM / Tessysupply.com / CM