USA: Siemens und Amtrak läuten eine neue Ära des Bahnreisens ein

Im pazifischen Nordwesten der USA beginnt am 30. September 2026 eine neue Ära des Bahnreisens, wenn Amtrak die ersten beiden Garnituren  seiner neuen, eleganten und komfortablen Airo-Züge auf der „Amtrak Cascades“-Strecke in Betrieb nimmt. Die Airo-Züge von Siemens Mobility zeichnen sich durch ergonomisch gestaltete Sitze, Panoramafenster, kostenloses WLAN, individuelle Steckdosen, verbesserte Barrierefreiheit, ein aufgewertetes Bordcafé sowie mehr als 300 Sitzplätze pro Zug aus – was einer deutlichen Erhöhung der Passagierkapazität entspricht.

 Jede Garnitur der supermpdernen Airo-Flotte besteht aus einer dieselelektrischen und 201 km/h (125 mph ) schnellen Lokomotiven des Typs Siemens Charger (Modell ALC-42) und sechs Reiszugwagen, die in etwa den hochmodernen Reisezugwagen der CD-ComfortJets entsprechen. Amtrak hat insgesamt 125 Lokomotiven dieses Typs geordert. Die Fahrzeuge modernisieren und ersetzen den veralteten Bestand im nationalen US-Fernverkehr sowie im Regionalverkehr. Gebaut werden die Züge im Siemens-Werk in Sacramento (Kalifornien). Das Amtrak Airo-Programm sieht auxch alternative Antriebskonzepte vor, so dass die Züge unter Fahrleitung rein elektrisch (im Nord-Ost-Korridor) und auf Strecken ohne Oberleitung mit Diesel- und Batteriebetrieb verkehren können.

In der ersten Phase der Einführung auf der Cascades-Strecke werden die beiden zunächt gelieferten Airos  täglich vier Fahrten absolvieren. Es ist geplant, bis 2027 schrittweise alle bisherigen Talgo-Züge auf dieser Strecke durch acht der neuen Airo-Züge zu ersetzen. Wer von Seattle aus reist, kann zu den Ersten gehören, die in den neuen Zügen Platz nehmen: entweder auf der Fahrt nach Vancouver (Abfahrt 8:30 Uhr) oder auf der Fahrt nach Eugene (Abfahrt 7:10 Uhr). beginnt am 30. September 2026 eine neue Ära des Bahnreisens, wenn Amtrak die ersten beiden Garnituren  seiner neuen, eleganten und komfortablen Airo-Züge auf der „Amtrak Cascades“-Strecke in Betrieb nimmt.

Amtrak setzt zwischen Eigene (Oregon) und Seattle bis Vancouver (British Columbia) ab 30. September die supermodernen Siemens-Airo-Züge ein. Foto: Siemens Mobility

Die Airo-Züge von Siemens Mobility zeichnen sich durch ergonomisch gestaltete Sitze, Panoramafenster, kostenloses WLAN, individuelle Steckdosen, verbesserte Barrierefreiheit, ein aufgewertetes Bordcafé sowie mehr als 300 Sitzplätze pro Zug aus – was einer deutlichen Erhöhung der Passagierkapazität entspricht.  Jede Garnitur der supermpdernen Airo-Flotte besteht aus einer dieselelektrischen und 201 km/h (125 mph ) schnellen Lokomotiven des Typs Siemens Charger (Modell ALC-42) und sechs Reiszugwagen, die in etwa den hochmodernen Reisezugwagen der CD-ComfortJets entsprechen. Amtrak hat insgesamt 125 Lokomotiven dieses Typs geordert. Die Fahrzeuge modernisieren und ersetzen den veralteten Bestand im nationalen US-Fernverkehr sowie im Regionalverkehr. Gebaut werden die Züge im Siemens-Werk in Sacramento (Kalifornien). Das Amtrak Airo-Programm sieht auxch alternative Antriebskonzepte vor, so dass die Züge unter Fahrleitung rein elektrisch (im Nord-Ost-Korridor) und auf Strecken ohne Oberleitung mit Diesel- und Batteriebetrieb verkehren können.

In der ersten Phase der Einführung auf der Cascades-Strecke werden die beiden zunächt gelieferten Airos  täglich vier Fahrten absolvieren. Es ist geplant, bis 2027 schrittweise alle bisherigen Talgo-Züge auf dieser Strecke durch acht der neuen Airo-Züge zu ersetzen.

Wer von Seattle aus reist, kann zu den Ersten gehören, die in den neuen Zügen Platz nehmen: entweder auf der Fahrt nach Vancouver (Abfahrt 8:30 Uhr) oder auf der Fahrt nach Eugene (Abfahrt 7:10 Uhr). Zwei weitere tägliche Verbindungen führen von Eugene nach Seattle (Abfahrt 16:30 Uhr, Ankunft 22:50 Uhr) sowie von Vancouver nach Seattle (Abfahrt 16:45 Uhr, Ankunft 21:10 Uhr).

Wie der „Washington State Standard“ berichtete, verkehrt die Linie Amtrak Cascades seit März 2025 mit eingeschränkter Kapazität, nachdem Dutzende ihrer „Horizon“-Wagen wegen Korrosionsschäden aus dem Betrieb genommen worden waren. Die Bahngesellschaft hatte die acht neuen Zuggarnituren bereits 2021 im Rahmen einer landesweiten Modernisierungsoffensive bestellt.

Die neuen Wagen sind optisch sehr ansprechend gestaltet. Da Amtrak Cascades die erste Strecke in den USA sein wird, auf der die „Airo“-Flotte zum Einsatz kommt, werden die neuen Züge Designelemente aufweisen, die von der Kaskadenkette (Cascade Range) inspiriert sind, ergänzt durch die für die Strecke typische Farbpalette aus Tannengrün, Cremeweiß und Mokkabraun. Auf anderen Strecken eingesetzte „Airo“-Züge werden hingegen das landesweite Amtrak-Design in Rot, Weiß und Blau tragen, kombiniert mit den für die Flotte charakteristischen Gestaltungselementen.

Amtrak wird landesweit 83 neue „Airo“-Zuggarnituren in Betrieb nehmen. Als Nächstes folgt die Strecke „Northeast Regional“, auf der vor Kurzem die Testphase für die ersten neuen Züge begonnen hat. Weitere Zuggarnituren sollen ab Ende 2027 zum Einsatz kommen. Quelle: Washington State Standard / Amtrak / CM

Hohe Kerosinpreise erzwingen Kapazitätskürzungen

Vertreter von American Airlines, United Airlines und Southwest Airlines hoben am Mittwoch auf einer Konferenz von Morgan Stanley die starke Nachfrage hervor – auch im Geschäftsreisebereich –, wiesen jedoch auch darauf hin, dass die volatilen und steigenden Treibstoffpreise voraussichtlich zu Kapazitätskürzungen führen werden.

„Die Nachfrage ist unglaublich widerstandsfähig“, sagte United-Finanzvorstand Michael Leskinen am Mittwoch auf der 14. jährlichen Investorenkonferenz von Morgan Stanley im kalifornischen Laguna. „Die Premium-Kabinen laufen sehr gut. Das Geschäft mit Firmenkunden hat leicht angezogen. Wir liegen zwar noch 4,5 Prozentpunkte unter dem Niveau, das wir als Trendlinie ansehen, aber wir verzeichnen einen leichten Aufwärtstrend bei den Geschäftsreisen.“

Leskinen weiter: „Obwohl das Geschäft mit Firmenkunden sehr robust ist und wir ein steigendes Volumen beobachten, gibt es hier noch reichlich Luft nach oben.“ „Die Nachfrage bleibt stark“, erklärte American-CEO Robert Isom. Nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Anstieg der Umsätze aus verwalteten Firmenkundenverträgen um 26 % gegenüber dem Vorjahr gemeldet hatte, fügte er hinzu: „Wir werden ein weiteres Quartal mit deutlichem Zuwachs im Jahresvergleich verzeichnen“ – womit das Unternehmen in diesem Segment das sechste Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum erzielen würde.

Obwohl die Gesamtnachfrage im September üblicherweise niedriger ist als in den Sommermonaten, sagte Southwest-Finanzvorstand Tom Doxey, der September habe die Erwartungen übertroffen. Das Nachfrageumfeld sei sehr, sehr stark. Doxey fügte hinzu, dass Southwest für das zweite Quartal einen Anstieg der Umsätze im Geschäftskundenbereich um 30 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. „Wir haben uns nicht öffentlich dazu geäußert, wie hoch diese Zahlen genau sind oder wie sich die Zusammensetzung gestaltet, aber wir sind im Geschäftskundensegment sehr stark aufgestellt.“

Vertreter der drei Airlines wiesen zudem auf die Herausforderungen durch gestiegene Treibstoffkosten hin. Nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) stieg der weltweite Durchschnittspreis für Flugkraftstoff von 156,85 US-Dollar in der Woche zum 28. August auf 181,46 US-Dollar in der Woche zum 11. September.

American Airlines CEO Robert Isom erklärte, das Unternehmen rechne damit, dass die Treibstoffkosten im vierten Quartal um rund 1 Mrd. US-Dollar steigen werden. Sollten die Treibstoffpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, werden AA seines Erachtens Anpassungen bei der Kapazitätsplanung für die Zukunft vornehmen müssen. Devon May, Finanzvorstand von American, bestätigte, dass die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten für den weiteren Verlauf des vierten Quartals 2026 anpassen werde.

Leskinen von United Airlines sagte: „Wir haben einige Anpassungen an unserem Flugplan vorgenommen.“ Es gebe Routen, die ohnehin am unteren Ende der Rentabilitätsskala lagen und bei einem solchen Anstieg der Treibstoffpreise unrentabel werden.  Mit Blick auf das vierte Quartal wird es im Dezember Flüge geben, die United nun doch nicht durchführen will.  Und sollten die Kerosinpreise hoch bleiben, werde die Fluggesellschaft weitere Anpassungen für das erste Quartal 2027n und darüber hinaus bis ins Jahr 2027 vornehmen.

Tom Doxey (Southwest Airlines) berichtete, die Fluggesellschaft sei mit Plänen für eine Kapazitätserhöhung von 2 bis 3 % gegenüber dem Vorjahr in das Jahr 2026 gestartet, habe diese Pläne jedoch „etwa halbiert“. Wenn die Treibstoffpreise über längere Zeit hoch bleiben, sei eine Reduzierung der Kapazitäten die logische Reaktion.

Mit Blick auf die Vorausbuchungen sind bei American Airlines für das vierte Quartal bereits rund 25 % der Plätze gebucht, wie Isom und May mitteilten; Leskinen von United Airlines bezifferte die Buchungsquote für diesen Zeitraum sogar auf 35 %. Southwest Airlines nannte keine Zahlen zu den Vorausbuchungen. Quelle: Morgan Stanley / CM

Die Uhr zum 100. Geburtstag der Route 66

Zum 100. Geburtstag der Route 66 verbindet Meistersinger seine Einzeigeruhr mit einem weiteren Autoklassiker. Die auf 100 Exemplare limitierte Edition Route 66 greift Details des Ford Mustang auf und kommt samt Modellauto und spezieller Sammlerverpackung. 

1926 wurde die Route 66 eröffnet. Auf rund 4.000 km verband sie Chicago mit der amerikanischen Westküste und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem Symbol für Reisen, Freiheit und amerikanische Straßenkultur. Zum 100. Jubiläum nimmt Meistersinger die berühmte Strecke nun zum Anlass für eine neue limitierte Sonderedition. 

Die Edition Route 66 setzt zugleich eine Reihe fort, in der Meistersinger seine Einzeigeruhren mit automobilen Klassikern kombiniert. Diesmal ein rotes Ford Mustang Cabrio im Mittelpunkt. Das Auto ist dabei nicht nur Inspirationsquelle für die Gestaltung der Uhr, sondern gehört als Modell im Maßstab 1:18 zum Lieferumfang. 

Während die beiden bisherigen Auto-Editionen auf der 36 mm großen Neo basierten, wechselt Meistersinger bei der Route 66 erstmals zur N°03. Entsprechend fällt die Neuheit mit 43 mm Durchmesser deutlich präsenter aus. Das geradlinig gestaltete Edelstahlgehäuse bildet den Rahmen für ein Zifferblatt, das den Bezug zum Mustang besonders deutlich herstellt.

Sein zweischichtiger Aufbau nimmt die Form charakteristischer Mustang-Felgen auf. Die mattschwarze untere Ebene ist mit konzentrischen Kreisen versehen. Darüber liegen sechs silberweiße Speichen, die das Zifferblatt wie ein stilisiertes Rad strukturieren und ihm zusätzliche Tiefe verleihen.

Das Meistersinger-Logo sitzt auf einer kleinen ovalen Plakette. Bei sechs Uhr erscheint dagegen das historische Route-66-Schild in Rot, Weiß und Blau. Der einzige weiße Zeiger trägt eine rote Spitze, während rote Akzente in der Minuterie das Farbkonzept aufgreifen. Die für Meistersinger charakteristischen zweistelligen Stundenziffern sind kreisförmig um das Zifferblatt angeordnet.

Die Verbindung zum Ford Mustang und zur klassischen amerikanischen Roadtrip-Ästhetik setzt sich beim Armband fort. Meistersinger kombiniert das Edelstahlgehäuse mit einem schwarzen Vintage-Sattellederband, dessen rote Kontrastnähte die Farbakzente des Zifferblatts aufnehmen.

Auch auf der Rückseite bleibt das Thema präsent. Der vierfach verschraubte Sichtboden besitzt einen semitransparenten Druck des historischen Route-66-Schilds. Daneben trägt jede Uhr ihre individuelle Editionsnummer. 

Beim Werk setzt Meistersinger auf bekannte Technik. Im Inneren arbeitet das Sellita-Automatikkaliber SW200mit 38 Stunden Gangreserve, das durch den Glasboden teilweise sichtbar bleibt. Technisch bleibt die Edition Route 66 damit bewusst nah an der klassischen N°03. 

Jede Edition Route 66 wird zusammen mit einem roten Ford Mustang Cabrio als Modellauto im Maßstab 1:18 ausgeliefert. Uhr und Auto sitzen in einer eigens gestalteten Sonderverpackung, deren Hintergrund eine typische Route-66-Landschaft mit Straße und Wüste zeigt. Die Box ist damit weniger klassische Uhrenverpackung als kleine Präsentationsbühne für beide Sammlerstücke.

Insgesamt entstehen 100 Exemplare der Meistersinger Edition Route 66. Duie Uhr kostet 2.390 Euro. Quelle: Meistersinger / Watchtime / CM

Zwei extrem exklusive Armbanduhren

Mit der Master Hybris Artistica Calibre 945 und der Duometre Grande Complication à Grande Sonnerie demonstriert die Schweizer Uhrenmanufaktur Jaeger-LeCoultre zwei sehr unterschiedliche Seiten seiner Haute Horlogerie: astronomische Zeitmessung trifft auf eines der komplexesten Schlagwerke der Manufaktur. Preise nennt der Hersteller nicht.

Die eine bildet den Lauf der Sterne ab, die andere spielt den Westminster-Schlag mit vier Tonfedern und vier Hämmern: Mit zwei neuen Grande Complications demonstriert die Schweizer Uhrenmanufaktur Jaeger-LeCoultre (https://www.jaeger-lecoultre.com/eu-de), wie unterschiedlich sich mechanische Höchstleistung interpretieren lässt. 

Die Master Hybris Artistica Calibre 945 verbindet astronomische Zeitmessung mit einem Cosmotourbillon und einer Minutenrepetition. Die Uhr rückt dabei den Sternenhimmel über dem Vallée de Joux in den Mittelpunkt. Die Master Hybris Artistica Calibre 945 ist auf fünf Exemplare limitiert und erscheint nun in einem 45 mm großen und 16,05 mm hohen Gehäuse aus 18-karätigem Weißgold. Ihr eigentliches Spektakel findet jedoch auf dem mehrstufig aufgebauten Zifferblatt statt.

Noch komplexer fällt die Duometre Grande Complication à Grande Sonnerie aus: Ihr Kaliber 182 besteht aus rund 1.300 Komponenten, vereint 15 Komplikationen und benötigt laut Manufaktur allein für Montage und Regulierung ein ganzes Jahr. Vier Hämmer schlagen vier Tonfedern und erzeugen eine Melodie nach dem Vorbild des Westminster-Schlags. Im Grande-Sonnerie-Modus erklingen Stunden und Viertelstunden automatisch. Anders als bei einer gewöhnlichen Minutenrepetition muss der Träger das Schlagwerk also nicht jedes Mal auslösen. Zusätzlich stehen die zurückhaltendere Petite Sonnerie und eine Minutenrepetition auf Abruf zur Verfügung.

Für Zeitanzeige und Kalender stehen 48 Stunden Gangreserve zur Verfügung. Im Grande-Sonnerie-Modus reicht die Energie des Schlagwerks für insgesamt 616 Töne, entsprechend rund siebeneinhalb Stunden kontinuierlichen Schlagens. Im Petite-Sonnerie-Modus sind maximal 992 Töne beziehungsweise rund 32 Stunden möglich.

Optisch gewährt die neue Duometre viel Einblick in ihre Mechanik. Das offen gearbeitete Zifferblatt kombiniert dunkelblau-grauen Lack mit roségoldenen Elementen. Das Stunden-, Minuten- und Kalenderzifferblatt wurde im Durchmesser um 30 % vergrößert. Auf der Rückseite gibt ein Saphirglasboden u.a. den Blick auf das fliegende Tourbillon frei. Das 45 mm große und 16,16 mm hohe Gehäuse verbindet ein Titan-Innengehäuse mit Elementen aus 18-karätigem Roségold, darunter Lünette, Bandanstöße und Drücker. Trotz ihrer enormen Komplexität bleibt die Duometre damit nahezu bei den Dimensionen der Master Hybris Artistica.

Extrem exklusiv sind beide Neuheiten auch hinsichtlich ihrer Stückzahlen. Von der Master Hybris Artistica Calibre 945, Referenz Q5263482, entstehen lediglich fünf Exemplare. Die Duometre Grande Complication à Grande Sonnerie, Referenz Q603H480, wird sogar als Pièce unique, also als Einzelstück, gefertigt. Preise nennt Jaeger-LeCoultre bisher nicht. Quelle: Jaeger-LeCoultre / Watchtime / CM

Tourismuswirtschaft warnt vor Folgen zentraler politischer Positionen für den Tourismus

Eigentlich halten sich die deutschen Tourismusverbände und -unternehmen in Sachen politischer Aussagen zurück. Nicht so der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Er warnt vor den Folgen zentraler Positionen und Forderungen der AfD für die Tourismuswirtschaft.Der BTW bewertet dabei ausdrücklich politische Programme und deren Auswirkungen auf die Branche, nicht individuelle Wahlentscheidungen. Naxch Ansicht der BTW vertritt die AfD Positionen, die wesentlichen Interessen der Branche entgegenstehen: Das gilt ganz besonders für eine deutlich restriktive Zuwanderungspolitik, wie sie jetzt auch CDU/CSU und die SPD in gleicher AfD-Tonalität fordern, die Infragestellung des Schengen-Systems und die Abkehr vom Euro, wie es das AfD-Parteiprogramm vorsieht.

„Unsere Branche lebt von Offenheit, Mobilität und internationalem Austausch. Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen und Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen, gehört zu ihrem Kern“, erklärt BTW-Präsident Sören Hartmann. „Schengen, Reisefreiheit, die gemeinsame Währung im Euro-Raum oder auch Arbeitskräftezuwanderung aus dem Ausland sind für unsere Betriebe keine Symbolthemen, sondern zentrale Geschäftsgrundlagen.

Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Themen ist unmittelbar sichtbar. So haben beispielsweise im Gastgewerbe 44,5 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Migrationshintergrund und damit deutlich mehr als im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft.Deutsche Staatsangehörige sind nicht mehr bereit, zu den Konditionen des deutschen Gasstgewerbes zu arbeiten. Ohne die Migranten würden Teile der Branche stillstehen, fürchtet der BTW. Generell stehe die Touristik-Branche für Vielfalt. „So hätten auch etwaige Einschränkungen des queeren Lebens für uns nicht akzeptable Konsequenzen für viele unserer Kunden wie Mitarbeitenden.“ 

Auch offene Grenzen innerhalb Europas sind für die Tourismuswirtschaft von immenser Bedeutung. Dauerhafte Grenzkontrollen, wie sie die derzeitige Regierungskoalition angesichts der millionenfach illegalen Zuwanderung favoriert, würden die grenzüberschreitende Mobilität von Gästen und Beschäftigten erschweren und belasten. Betroffen wären Pkw- wie Flugreisende, die Bus- und Bahntouristik, Flusskreuzfahrten und nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch der Tagesreiseverkehr. Im Luftverkehr würden längere Umsteigezeiten zudem die Drehkreuzfunktion der deutschen Flughäfen schwächen. Eine Abkehr vom Euro wiederum würde neue Wechselkursrisiken schaffen und langfristige Kalkulationen in der Tourismuswirtschaft erschweren.

„Wir wissen, dass der Frust bei vielen Bürgern wie Unternehmen in Deutschland hoch ist. Der Wirtschaftsstandort schwächelt in vielerlei Hinsicht, die Kosten allen voran für Energie steigen, die Menschen haben immer weniger verfügbares Geld auf dem Konto und gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen um ihre Existenz – auch in unserer Branche“, kommentiert Hartmann, Chef des Dachverbands der deutschen Tourismuswirtschaft, die aktuelle Lage. „Die Lösung all dessen liegt jedoch nicht in weniger Internationalität und wirtschaftspolitischer Abschottung.“ Der BTW appelliert vielmehr an die Parteien der politischen Mitte gemeinsam, entschlossen und mit weniger Streitigkeiten als zuletzt tragfähige Lösungen zu erarbeiten. „Wir brauchen Maßnahmen, die Bürger und Unternehmen spürbar entlasten, neues Vertrauen schaffen und den Weg für Wachstum und neue Aufbruchstimmung ebnen“, so Hartmann. Quelle: BTW / CM

Angebliche tschechische Fischer Air ist pleite

Flüge in die Sonne, Tickets verkauft, Start immer wieder verschoben – nun ist die Firma hinter der angeblichen Airline des tschechischen Reiseunternehmers Václav Fischer pleite und hat Millionen Schulden. Gleichzeitig erhebt die Hamburger Staatsanwaltschaft schwere Betrugsvorwürfe gegen ihn.

Die Markenrechte an „Fischer Air“ gehören seit 2020 dem Reisekonzern Dertour, der hierfür auch erfolgreiche Gerichtsverfahren wegen Markenrechtsverletzungen geführt hat. während der umstrittene Wiederbelebungsversuch des Gründers Václav Fischer über eine in Hamburg registrierte Leasingfirma („A.M.F. Aircraftleasing Meier & Fischer GmbH & Co. KG“) zuletzt insolvent und gescheitert ist. Václav Fischer besitzt zwar eine Firma namens Fischer Air in der Slowakei, verfügt jedoch weder über die nötigen Lizenzen (AOC-Flugbetriebsgenehmigung) noch über die Markenrechte für den regulären Flugbetrieb. Die von Fischer betriebene deutsche Leasingfirma stand massiv in den Miesen und ein Insolvenzantrag wurde abgelehnt; gegen Fischer wird ermittelt.

Während der 71-jährige tschechische Unternehmer Václav Fischer  ankündigte, von Regionalflughäfen wie Kassel-Calden oder Friedrichshafen aus den Flugbetrieb aufnehmen zu wollen, sieht er sich nun mit einer klaren Absage des zweitgrößten europäischen Reisekonzerns Dertour konfrontiert. Dertour-Group CEO Christoph Debus stellte in einer öffentlichen Stellungnahme unmissverständlich klar, dass die Markenrechte an Fischer Air seit dem Jahr 2020 im Besitz des Reisekonzerns Dertour Group liegen und rechtliche Schritte gegen jede unbefugte Nutzung eingeleitet wurden. Neben dem Markenstreit überschatten fehlende Betriebsmittel, unbezahlte Rechnungen an Standorten wie Friedrichshafen und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen das Vorhaben. An den potenziellen Startflughäfen herrscht mittlerweile Funkstille, was die Realisierung des Projekts in weite Ferne rückt.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage, wer die Identität der Marke Fischer Air für kommerzielle Zwecke nutzen darf. Václav Fischer, der die ursprüngliche Fluggesellschaft in den 1990er-Jahren zu großem Erfolg geführt hatte, beansprucht den Namen aufgrund seiner historischen Rolle als Gründer. Die aktuelle Aktenlage beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) spricht jedoch eine andere Sprache. Die Rechte sind eindeutig auf die tschechische Tochtergesellschaft der DER Touristik eingetragen. Dieser Schutz umfasst explizit Dienstleistungen im Bereich von Flugreisen und Transportwesen.

Christoph Debus betonte, dass die rechtliche Situation für sein Haus abgeschlossen sei. Der Konzern habe bereits in der Vergangenheit Gerichtsprozesse wegen Markenrechtsverletzungen gegen Fischer gewonnen. Die Strategie von Dertour zielt darauf ab, das eigene Portfolio und die damit verbundenen Investitionen zu schützen. Für einen neuen Marktteilnehmer unter dem Namen Fischer Air gäbe es demnach keine rechtliche Grundlage, was die geschäftliche Basis für Václav Fischers Pläne bereits im Keim erstickt. Experten weisen darauf hin, dass die Etablierung einer Airline ohne gesicherte Markenrechte ein immenses finanzielles Risiko darstellt, da Marketingaktivitäten und Ticketverkäufe jederzeit gerichtlich unterbunden werden könnten.

Ein weiteres Problem des Projekts ist die mangelnde physische und operative Infrastruktur. Bis zum heutigen Zeitpunkt verfügt die geplante Fluggesellschaft über kein eigenes oder geleastes Fluggerät, das für den kommerziellen Personentransport zugelassen wäre. In der Luftfahrtbranche ist der Nachweis über verfügbare Maschinen jedoch die Voraussetzung für die Erteilung eines Luftverkehrsbetreiberzeugnisses durch die zuständigen Luftfahrtbehörden. Ohne diese Zulassung bleibt jede Ankündigung von Flugverbindungen rein hypothetisch.

Besonders deutlich wird die prekäre Lage am Bodensee-Airport Friedrichshafen. Dort diente über einen längeren Zeitraum ein einfacher Briefkasten als offizieller deutscher Firmensitz der Gesellschaft. Nach Angaben der Flughafenleitung wurde dieser Briefkasten inzwischen entfernt, da die fälligen Mietzahlungen ausblieben. Geschäftsführer Detlef Schäfer-Carroll äußerte sich skeptisch über die Seriosität der Ankündigungen und gab an, dass seit längerer Zeit kein Kontakt mehr zu Václav Fischer bestehe. Diese Entwicklung wirft Fragen nach der finanziellen Ausstattung des Vorhabens auf und verstärkt den Eindruck eines substanzlosen Projekts.

Der Flughafen Kassel-Calden, der sich mehrheitlich im Besitz des Landes Hessen befindet, hatte ursprünglich Hoffnungen in die angekündigten Verbindungen von Fischer Air gesetzt. Ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums teilte mit, dass es keinerlei belastbare Grundlagen für eine Zusammenarbeit gebe. Die Geschäftsführung wurde angewiesen, künftig nur noch Kooperationen einzugehen, die auf gesicherten wirtschaftlichen Fundamenten stehen.

Die Kommunikation zwischen dem Unternehmer und den Flughäfen ist faktisch abgerissen. Während Václav Fischer in der Vergangenheit offensiv mit Flugstarts warb, sind die entsprechenden Online-Präferenzen der Airline derzeit nicht mehr erreichbar. Dieser Rückzug aus der digitalen Öffentlichkeit wird in Branchenkreisen als Indiz für das endgültige Scheitern der Neugründung gewertet. Auch die Suche der Staatsanwaltschaft Hamburg nach dem Unternehmer im Zusammenhang mit Anzeigen der Arbeitsagentur belastet das Ansehen des Projekts schwer. Quelle: Bild / Aviation Direct / CM 

Weltrekord: Mit dem VW ID.Buzz pannenfrei elektrisch einmal um die Welt

Aus Hannover in die ganze Welt – und wieder zurück: Nach 445 Tagen, 92 Ländern und 99.767 Kilometern ist Langstrecken-Spezialist Rainer Zietlow mit einem vollelektrischen Volkswagen ID. Buzz mit langem Radstand von seiner Weltumrundung zurückgekehrt. Für die Fahrt wurde er nun offiziell mit einem neuen Guinness World Record™ ausgezeichnet. Die Urkunde für die Kategorie „Die meisten besuchten Länder während einer kontinuierlichen Reise in einem vollelektrischen Fahrzeug“ überreichte die Repräsentantin von Guinness World Records Lena Kuhlmann. 

Gestartet war Zietlow im Sommer 2025 am Kunden Center von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover – gleichzeitig der Geburtsort des Fahrzeugs. Seitdem führte die Route mit dem ID. Buzz über sechs Kontinente: durch Metropolen, Wüsten und Gebirge, mit mehr als 300 Ladezyklen unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen und 16 Überfahrten per Containerschiff. Der ID. Buzz absolvierte die komplette Weltreise ohne eine einzige technische Panne. Nach der Rückkehr bescheinigte der TÜV Nord dem Elektro-Bulli zudem einen Zustand der Hochvoltbatterie (State of Health) von 95,75 %.

Rainer Zietlow im Interview: 
Ihre Reise ist gerade erst zu Ende gegangen. Welcher Eindruck überwiegt nach der Rekordfahrt im ID. Buzz?
Rainer Zietlow: „Das war mein größtes Projekt in 20 Jahren und mit einem Jahr und vier Monaten auch das längste, das ich je gemacht habe – und da ist das halbe Jahr intensive Planung noch nicht berücksichtigt. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir bei dieser hohen Kilometerzahl ohne technische Probleme durchgekommen sind, und das durch wirklich schwierige Regionen. Auf den sehr unterschiedlichen Verkehr muss man sich einstellen können – und dabei hilft die Erfahrung aus zwei Jahrzehnten.

Fast 100.000 km im ID. Buzz: Was hat Sie am Fahrzeug am meisten überzeugt?
Rainer Zietlow: „Dass ich nie technische Probleme hatte. Das ist für mich der entscheidende Punkt. Das hat am Ende der Tour auch der TÜV Nord bestätigt, der das Fahrzeug vor und nach der Tour begutachtet hat. Der Unterschied bei einer solchen Reise zwischen Verbrenner und E-Fahrzeuge ist spürbar. Beim Verbrenner hast du in vielen Regionen der Erde Schwefel oder Wasser im Diesel, mehrere Ölwechsel sind nötig und es besteht auch die Gefahr der Motorüberhitzung – all das fällt beim Elektrofahrzeug weg. Natürlich muss man Strom laden und die Verfügbarkeit der Ladeorte vorab abklären. Aber wenn man dies berücksichtigt, ist man mit dem Elektroauto besser dran. Und der Weltrekord ist mit einem ID. Buzz im Serienzustand gefahren – genau das ist für Käuferinnen und Käufer die eigentliche Aussage: Es funktioniert!“

Sie waren mit mehr als 300 Ladevorgängen in 92 Ländern unterwegs. Ihr Eindruck: Wie steht es weltweit um die Elektromobilität?
Rainer Zietlow: „Sehr unterschiedlich. In Teilen Afrikas gibt es praktisch keine Ladeinfrastruktur – in Ländern wie Sambia oder Tansania war schlicht nichts vorhanden, dort habe ich dann unter Aufsicht an nationalen Umspannwerken geladen. Südafrika, Marokko und Ruanda funktionieren dagegen schon gut. In Ruanda bin ich einmal auf 2.000 Metern Höhe zu einem Flughafen gefahren und stand plötzlich vor einer ganzen Reihe ID. Buzz als Shuttle-Taxi – das war fast surreal. Andere Regionen haben enorm aufgeholt: In Saudi-Arabien gab es vor drei Jahren nicht viele Ladestationen, heute ist es dort fast so gut wie in Deutschland. Auch in Südamerika, vor allem in Brasilien und Chile, geht es sehr stark voran, und China ist ohnehin auf einem eigenen Niveau – dort ist Elektromobilität Alltag. Unterm Strich: Es wird weltweit mehr, und vielen Regionen sehr schnell gebaut.“

Ihr Guinness World Record-Award steht für die meisten in einer Reise besuchten Länder mit einem E-Fahrzeug – was bedeutet Ihnen dieser Titel?
Rainer Zietlow: „Guinness ist unter allen Rekordinstitutionen der Maßstab und eine weltweit etablierte Marke. Es gibt darin viele lustige Rekorde, aber es gibt eben auch Rekorde, die Substanz haben, und zu denen zähle ich diese Weltumrundung. Für mich persönlich ist es der neunte Guinness-Rekord mit Fahrzeugen von Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Dieser Weltrekord hat dem Auto viel abverlangt. Und der hat ID. Buzz geliefert; nicht auf einer Rundstrecke, sondern um die ganze Welt.“

Wenn Sie auf 445 Tage zurückblicken: Wofür steht die ID. Buzz World Tour und was bleibt?
Rainer Zietlow: „Was bleibt, ist zunächst der Guinness-Weltrekord – und sehr viele Erinnerungen. Für die Elektromobilität ist die Welttour vor allem ein Zeichen: Die Erde wird elektrisch immer mehr befahrbarer, immer erfahrbarer, und der Unterschied zum Verbrenner wird immer kleiner. Wenn die Feststoffbatterie irgendwann kommen sollte und auch das sehr schnelle Hyper-Laden, dann wird noch viel mehr möglich sein. Irgendwann, in nicht so ferner Zukunft, wird der Verbrenner für uns das sein, was früher mal die Pferdekutsche war. Und ich glaube: Solche Reisen wie die ID. Buzz World Tour und die Emotionen dahinter sind für Autokäufer nach wie vor sehr wichtig.“ Quelle: VWN / CM

Mit dem VW ID.Buzz pannenfrei rund um den Globus: Weltrekord von Rainer Zietlow. Foto: VWN

Neubaustrecke Hannover–Hamburg – Koalition folgt der Fahrgastlinie 

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages eine Entschließung eingebracht, die die Vorzugsvariante der Aus- und Neubaustrecke Hannover–Hamburg bestätigt und das Projekt mit klaren Maßgaben in die Etappierung des Deutschlandtakts einordnet. Der Bundestag stimmt am Donnerstag, 24. September 2026 ab.

Die Bestandsstrecke ist seit 2012 offiziell überlastet, und nur eine Neubaustrecke entlang von A 7 und B 3 schafft die Kapazität, die Niedersachsen und Hamburg für den Halbstundentakt im Nahverkehr, für den Güterverkehr aus dem Hamburger Hafen und für die Fahrzeiten des Deutschlandtakts brauchen.

Da die künftige Hochleistungs-Neubaustrecke (NBS) frei und auf kürzester Strecke gebaut werden kann, wird der laufende Betrieb auf der Altbaustrecke kaum beeinträchtigt. Gleichzeitig bietet die Strecke den Fahrgästen durch die geplante Verdichtung des Regionalverkehrs auf der Altstrecke und die geplanten Zwischenhalte an der Neubaustrecke, die eine bisher abgehängte Region neu erschließen, maximalen Nutzen. Die Kapazitätssteigerung sowie die Trennung schneller und langsamer Verkehre werden die Pünktlichkeit positiv beeinflussen, was im Fernverkehr in ganz Deutschland zu spüren sein wird. Die NBS ist daher ein zentrales Stück Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Quelle Wikipedia, CC-BY-SA 2.0 (Yadusable, ZugBahnHof, Hbf878, David Liuzzo, OpenStreetMap

„Diese Entschließung war in der Koalition nicht selbstverständlich. Dass sie trotzdem so kommt, ist ein Erfolg für die Fahrgäste zwischen Hamburg und Hannover, und die Region muss sich nicht zwischen Strecke und Halten entscheiden, sie bekommt beides“, erklärt Prof. Dr. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, der in der Anhörung des Ausschusses im April als Sachverständiger die Bestätigung der Vorzugsvariante empfohlen hatte. „Die Neubaustrecke kommt, die Gedenkstätte Bergen-Belsen wird geachtet und mit ausreichend Abstand passiert, und die Überholbahnhöfe Soltauer Heide und Bergen werden so gebaut, dass daraus Bahnhöfe für die Menschen in der Heide werden können. Genau das haben wir gefordert.“

Die Regionalhalte bleiben allerdings ein Versprechen unter Vorbehalt. Der Bund lässt die Rohbauten errichten, Bahnsteige und Bestellung der Züge liegen beim Land Niedersachsen, und die Entschließung sagt selbst, dass die Finanzierung ins Leere liefe, wenn das Land keine Angebotskonzepte vorlegt. „Das Land hat die Halte in Soltau und Bergen im eigenen Nahverkehrskonzept stehen. Jetzt muss die Landesregierung endlich konstruktiv mitarbeiten und Farbe bekennen, ob sie wirklich einen attraktiven Schienenverkehr in der Fläche möchte. Eine bessere Gelegenheit für die Lüneburger Heide wird es nicht geben. 

Der Fahrgastverband PRO BAHN verlangt von Bund und Land, die Halte jetzt verbindlich zu vereinbaren, nach dem Vorbild von Merklingen an der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm, wo Land und Kommunen den Bahnhof mitfinanziert haben und seit 2022 Züge halten. Was ein Halt des Schnellverkehrs für eine Kleinstadt bedeutet, zeigt Montabaur: Seit dem ICE-Halt 2002 hat sich die Steuerkraft der Stadt verdreifacht, während das ähnlich große Soltau ohne Anschluss blieb.

Die bis zu 100 Mio. Euro für Lärmvorsorge über das gesetzliche Maß hinaus dürfen ebenso wenig aus dem Budget des Bedarfsplans kommen wie das Bestandspaket, denn jeder Euro, der dort fehlt, verzögert ein anderes Projekt des Deutschlandtakts; für das Bestandspaket steht dieser Satz in der Entschließung, für die Lärmvorsorge fehlt er. Und die Bundesregierung muss für die Strecke, die auf dem europäischen Kernnetzkorridor Skandinavien–Mittelmeer liegt, einen vollständigen Förderantrag bei der EU stellen. Bis zu 30 % der Baukosten sind dort erreichbar, in der Entschließung kommt die europäische Förderung nicht vor.

Nach dem Beschluss des Bundestages am Donnerstag muss die Planfeststellung sofort und ohne weitere Schleifen beginnen. Die Varianten sind abschließend diskutiert; jede weitere Verzögerung schadet Fahrgästen und Wirtschaft, die zwischen Hamburg und Hannover weiter auf einer Strecke ohne Reserve unterwegs sind. Im gleichen Zug gilt es jetzt mit den anderen Projekten weiterzumachen. Der Brennernordzulauf steht als nächstes auf der Tagesordnung. Quelle: Fahrgastverband PRO BAHN / CM

Härtere Strafen für Übergriffe auf Bahnpersonal und Fahrgäste

Bundesjustizministerin Hubig (SPD) will dafür das Strafgesetzbuch überarbeiten. Wer Bahn-Mitarbeitende, ebenso auch Polizisten, Ärzte und Gerichtsvollzieher, angreift, muss künftig mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten rechnen, in schweren Fällen mit mindestens einem Jahr. Bisher lagen die Mindeststrafen bei drei bzw. sechs Monaten.

Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert spricht von einer „guten Nachricht für alle Eisenbahner in Deutschland“. Und weist darauf hin: Ohne den zuletzt massiv erhöhten Druck der EVG wäre das so nicht zustande gekommen.

Die EVG hat nach dem tragischen Tod von Serkan Calar, die Strafrechtsverschärfung prominent eingefordert. Nachdem das Justizministerium eine entsprechende Strafverschärfung angekündigt hatte, passierte monatelang nichts. Im August dann erhöhte die EVG den Druck massiv. Die Gesetzesänderung muss noch in 2026 kommen, so die klare Ansage – oder die EVG-Betriebsräte bei DB Regio und den nichtbundeseigenen Bahnen werden ab Januar 2027 den Dienstplänen nicht mehr zustimmen. Diese Ankündigung hat nun offenbar gewirkt.

„Die Eisenbahner wollen nicht blockieren, sondern ihren Job machen“, so Martin Burkert. „Sie halten mit viel Engagement und Herzblut unser Land am Laufen. Sie verdienen es, dass sie in Sicherheit arbeiten können und sich nicht bei Schichtbeginn fragen müssen, ob sie heute gesund wieder nach Hause kommen.“

Härtere Strafen sind nicht das einzige Mittel gegen mehr Gewalt in Bussen, Bahnen und Verkehrsstationen, aber sie sind ein wichtiger Baustein. Deeskalationstrainings, Doppelbesetzung in Zügen, die BodyCam mit Sprachaufzeichnung sind weitere Bausteine. Auch hierfür haben sich die EVG und ihre Betriebsräte massiv eingesetzt und auch dieser Einsatz zeigt allmählich Früchte. Für uns ist es schlichtweg nicht akzeptabel, dass Gewalt für Beschäftigte zum Alltag gehören soll. Das, sagt Martin Burkert, „können wir als Gesellschaft nicht hinnehmen und als Gewerkschaft schon gar nicht.“ Quelle: EVG / CM

Tunnel Rastatt wird zum Fahrplanwechsel in Betrieb genommen

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 geht der Streckenabschnitt der Strecke 4280 vom Abzweig Bashaide bis zur Überleitstelle Rastatt-Süd mit dem Tunnel Rastatt in Betrieb. Ab 23. November 2026 ist ein Vorlaufbetrieb der mit ETCS ausgerüsteten Neubaustrecke für nicht kommerzielle Probefahrten geplant.  

Das Großprojekt Karlsruhe – Basel hat diesen Abschnitt realisiert. Darüber hinaus wird der Abschnitt zwischen dem Abzweig Dammerstock und Baden-Baden im Rahmen des Korridors Rhine-Alpine mit ETCS ausgerüstet. Der Vorlaufbetrieb soll das reibungslose Zusammenspiel zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur sowie die Handlungssicherheit der beteiligten operativen Personale unterstützen.

Die Probefahrten finden vorbehaltlich der Fertigstellung der Anlagen und der organisatorischen Rahmenbedingungen statt. 

Derzeit finden sogenannte Messfahrten statt. Läuft dabei alles glatt, soll die neue Bahnstrecke ab dem 13. Dezember in Betrieb genommen werden.

Am 12. August 2017 war die Oströhre des Rastatter Tunnels bei Bauarbeiten eingestürzt. Der gerade erst gebohrte Tunnelabschnitt mit darüber verlaufenden Schienen war abgesackt. Wie genau es zu dem Unfall kam, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Nachdem die abgesackten Gleise entdeckt wurden, wurde der Bahnverkehr auf der Rheintalstrecke für sieben Wochen eingestellt. Damit stand die wichtigste Güterverkehrsverbindung zwischen den Nordseehäfen und Italien, die auch stark vom Fernverkehr genutzt wird still. Die Rheintalbahn ist Teil des europäischen Korridors von Rotterdam über Köln, Karlsruhe und Basel nach Genua. Damit ist sie eine zentrale Strecke für den Güter- und Personenverkehr. Bei dem Tunnelsturz wurde auch eine rund 90 m lange Tunnelbohrmaschine verschüttet. Die Maschine wurde daraufhin aus statischen Gründen in Beton gegossen und im Boden belassen. Etwa sieben Jahre nach dem Unglück konnte sie mit immensem Aufwand geborgrn werden. Rund neun Jahre nach dem Einsturz sind die Bahnstrecke und der Tunnel fast fertiggestellt.

Bei den Messfahrten werden verschiedene Parameter gemessen. Zum Beispiel werde die dynamische Interaktion zwischen Oberleitung und Fahrzeug überprüft, aber auch der Rad-Schiene-Kontakt. Angefangen habe man zu Beginn der Woche mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h, dann wurde auf Tempo 250 km/h erhöht. Am Ende der Messfahrten werde man sogar mit 10 % über der Streckenhöchstgeschwindigkeit, also 275 km/h, fahren. Bisher seien alle Fahrten erfolgreich verlaufen. Werden bis zum Ende der Testfahrten keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, wird die Strecke durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) freigegeben.

Ursprünglich sollte der Tunnelbau rund 700 Millionen Euro kosten. Durch den Einsturz und seine Folgen hat sich der Betrag vervielfacht. Fachleute sprechen von einer Milliardensumme. Quelle: DB InfraGO / SWR / CM